Dark Side of the World

Das Magazin für alle Themen jenseits des stressigen Alltags

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William hat es noch rechtzeitig geschafft. Er hat heute viel früher als gewöhnlich sein Tagewerk verrichtet und ist nun von der Schreinerei zum Richtplatz geeilt. Es war schwer für ihn sich durch die Massen zu drängeln, doch jetzt steht er in guter Sichtweite zum Schafott. Mürrisch schaut er nach oben. Die Wolken haben sich zusammengezogen. Bald wird es regnen. Heute ist kein gutes Wetter um vor die Tür zu gehen. Einen Platz am warmen Kaminfeuer würde er dennoch nicht gegen diesen ungemütlichen, von Wind umpeitschten Ort, und noch dazu eingequetscht in der Menge, eintauschen wollen. Nein, er will es sehen. Er will sehen wie diesem Räuber der Kopf abgeschlagen wird. Er will sehen wie er, von der Axt durchtrennt, zu Boden fällt. William ist aufgeregt und sein Herzschlag erhöht sich. Vorfreude. Grenzenlose Vorfreude.

 


Ganz anders als in diesem kleinen Szenario müssen sich Zuschauer eines Gladiatorenkampfes gefühlt haben. Hier ein bisschen Brot, dort Wein und Trauben und unten, inmitten des Kolosseums, tränkt sich der Sand mit Blut, währenddessen sich die Gladiatoren einen erbitterten Kampf auf Leben und Tod liefern.

 

 

 

 

Wir Menschen lassen uns immer wieder von solch blutigen Spektakeln begeistern. Auch heute noch, wenn man an die Untergrundkäfigkämpfe, Stierkämpfe und dergleichen denkt. Wir haben uns nicht geändert und wahrscheinlich gab es schon zu Zeiten der Urmenschen Schaulustige als sich zwei Kontrahenten die Köpfe einschlugen. Ist es die Gier nach dem Bösen, Grotesken und der Gewalt? Ich denke das ein jeder eine Art dunkle Seite in sich trägt. Schon als Kleinkinder schlagen wir um uns, ziehen anderen Kindergartenkindern an den Haaren oder sind schlichtweg frech. Es liegt uns im Blut auch einmal böse zu sein. Und dennoch schaffen wir es einen guten Mittelweg zu finden. Wir schaffen dies durch die Attribute Mitleid, Trauer, Mitgefühl und unser Gewissen. Die Waagschale steht in der Mitte und unsere Entscheidungen bringt sie entsprechend unserer Gesinnung zum Wanken.

 

 

Es gibt jedoch auch Menschen, welche weder Mitgefühl, Trauer, noch Leid kennen. Serien- oder Massenmörder leben frei in unserer Gesellschaft und sie tun und lassen was ihnen beliebt. Sie können ganz einfach einen Menschen töten, ihn verscharren und zu Mittag wieder die Eltern oder einen Freund besuchen und brav ein warmes Mahl einnehmen. Die Waagschale steht bei solchen Menschen immer auf der bösen Seite, so simpel es auch klingen mag. Ganz anders sind Amokläufer. Diese sind nicht wirklich böse, sondern meist nur verzweifelt. Sie stehen unter einem zu hohem Druck, fühlen sich wertlos, haben in der Regel auch viel Schande, Leid und Demütigungen ertragen müssen. Irgendwann entlädt sich alles, sollten ihre Sorgen niemals Gehör finden. Und dann gibt es da noch uns Gamer...

 

 

 

 

 

 

So aberwitzig es auch klingen mag, aber wir stehen sehr oft im Fokus der Medien als potentielle Mörder und Amokläufer. Warum? Weil wir spielen. Wir spielen oft auch Gewaltspiele, in welche man tötet. Politiker und besorgte Eltern beginnen sich nun zu fragen ob diese gewaltfördernden Medien uns zu Killern machen könnten. Viele glauben das tatsächlich und wollen sogenannte Killerspiele verbieten. Dabei gibt es das Schlechte in dieser Welt, auch wenn wir nicht gerade „Killerspiele“ konsumieren. Die Nachrichten berichten von Kriegen, darüber wie Menschen erschossen und in Massengräber verscharrt werden, von Morden und Religionskonflikten. Bei Letzteres genügt es schlichtweg schon das man eine andere Meinung über das Leben nach dem Tod hat, um sein Gegenüber dorthin zu befördern, damit er es womöglich noch schneller rafft das man doch Recht hatte. Es gibt so viele simple Gründe jemanden umzubringen. Da ist Mord im Affekt, gesteuert durch einen Hormonrausch und Wutausbruch, noch das Harmloseste von allen, so grotesk es auch klingen mag.

 

 

Wenn ein Durchschnittsbürger, dessen Waagschale ausgeglichen ist, heftige japanische Splatterfilme, Actionfilme oder Horrorfilme schaut, dann geschieht meist nichts weiter als das was in Williams Kopf vorgeht. Man ist schaulustig und will mitfiebern, sich in die Opfer hineinversetzen, aus sicherer Entfernung sehen wie andere Leute sterben. Es ist schlichtweg Neugierde, gepaart mit einem gewissen Kick. Doch wie ist es bei einem Videospiel?

 

 

 

 

 

Ich kann in diesem Punkt nur von mir sprechen. Als ich das allererste Mal eine virtuelle Figur "getötet" habe empfand ich nichts. In Prince of Persia (1989, DOS) habe ich das erste Mal ein Schwert in einen Kontrahenten gerammt und ich glaube das war in Tomb Raider II gewesen, als ich das erste Mal auf jemanden geschossen habe. Das war weder ein Kick wie ihn William verspürte, noch jener der Zuschauer in einem Kolosseum. Doch warum? Weil ich wusste das dies nur ein Spiel und nicht echt ist. Ich töte nicht wirklich. Und genau das ist der Punkt!

 

 

Realitätsverlust. Besorgte Minister und Familien gehen schlichtweg davon aus, dass Gamer Spiel und Realität nicht voneinander trennen und unterscheiden können. Doch das ist nicht so, und da bin ich mal so frei und spreche im Namen von uns allen. Wenn ich in Killzone Mercenary meinem virtuellen Feind das Messer in den Penis und dann in die Halsschlagader ramme, empfinde ich nichts. Es ist nur eine Spielfigur, welche weder Leid, Angst, noch Schmerz empfindet. Ich kann diese Spielfigur also bedenkenlos „töten“. Ich als eingefleischter Pazifist kann auf diese Weise auch Kriegsspiele konsumieren oder als Vegetarier Tiere töten und ausnehmen. Ich weiß das alles nicht echt ist. Ich weiß es einfach. Ich werde auch nicht zum Massenmörder, wenn ich jetzt in Hatred versuche so viele Menschen mit in den „Tod“ zu reißen wie ich kann. Es macht mich weder aggressiver, noch neugierig darauf das mal wirklich auszuprobieren. Ich könnte das niemals, weil ich Mitleid mit echten Menschen und echten Tieren empfinde.

 

 

 

 

 

Hierbei kommen wir zu einer weiteren Stufe des „modernen“ Tötens: die Drohnen. Diese fliegen in feindliche Gebiete und irgend jemand drückt irgendwo einen Knopf und schon sterben Menschen. Hierbei stellte sich der Künstler Florian Mehnert die Frage, ob folglich jeder Mensch dazu in der Lage wäre per Knopfdruck und einer Drohne einen fremden Menschen zu töten. Ähnlich wie beim Milgram Experiment stellte er einen eigenen Versuch auf die Beine und nannte ihn „11 Tage“ (Stern- Artikel). Eine angeblich geladene Waffe war auf einen Rattenkäfig gerichtet und die Klicks auf der Internetseite sollten entscheiden ob die Ratte in elf Tagen erschossen wird. Ein Voting für das Leben der Ratte gab es nicht, dafür jedoch viele User die für den Tod abstimmten. Immerhin war es ja nur eine Ratte und ein Schädling. Das Experiment aka „Kunstprojekt“ wurde natürlich gestoppt und Mehnert beteuerte das die Ratte niemals gestorben wäre, und dennoch hinterlässt es einen faden Nachgeschmack.

 

 

Ich tippte in der Zeit meine Finger wund, und das wo es mir gesundheitlich gerade echt dreckig ging, um diesen Idioten mitzuteilen das dieses Experiment nichts mit der Realität zu tun hat. Drohnen werden militärisch gesteuert und die Ziele werden schlichtweg als Feinde deklariert. Beim Militär gibt es kein Mitgefühl, sondern nur Befehle und eine in sich verschachtelte Befehlskette im Allgemeinen. Wenn eine Drohne also Menschen tötet, dann sind diese nichts weiter als Feinde eines Landes, des Militärs usw. Das betrifft uns Otto Normalbürger jedoch nicht und wir haben auch keinen Einfluss darauf was das Militär nun als wichtig erachtet oder als Feind betrachtet. Warum erwähne ich jedoch dieses makabere Beispiel? Nun, Mehnert meinte auch das er damit symbolisieren wollte, dass Gamer mal eben schnell auf Knopfdruck töten können. Warum dann also nicht auch bei einem echten Ziel? Hierbei vergisst er jedoch folgendes: Gamer leiden nicht unter Realitätsverlust. Wir wissen was virtuell und was real geschieht und wir würden niemals auf ein echtes Ziel zielen und auch abdrücken.

 

 

 

 

 

Ganz anders sieht es im waffenverrückten Land Amerika aus. Dort dreht sich beinahe alles, oder eben auch vieles (Sarah Palin lässt grüßen) um Waffen. Kleinkinder schießen mit Gewehren, Handfeuerwaffen oder gar MG's auf Ziele. Schon recht früh beginnen Kinder in den USA auch schon zu jagen. Deswegen sollte es nicht weiter verwundern, dass es dort auch mit Kameras ausgestattete Waffen in freier Wildbahn gibt, welche per PC abgefeuert werden können, sollte ein passendes Wild die Schussbahn kreuzen. Ich habe das nicht recherchiert, muss ich gestehen. Ich will die Bilder dazu nicht sehen, aber es wurde in den Kommentaren auf der Mehnert - Homepage erwähnt.

 

 

Doch auch das hat nichts, aber auch gar nichts mit Manhunt, Postal oder Hatred zu tun. In diesen Spielen tötet man, ja. Vielleicht auch sehr brutal, aber das überträgt sich gewiss nicht auf die Realität. Es hat viel mehr mit Neugierde zu tun. Und ja, es mag auch Spaß machen. Wir sind abgestumpft durch unsere Gesellschaft. Blut und Tod in den Nachrichten, Gewalt und Horror in den Filmen. Kein Wunder das uns spritzendes Blut und weg geschossene Köpfe in den Games nicht mehr jucken. Da geht dann das kindliche Räuber und Gendarm Spiel mit „Peng, du bist tot!“ in die nächste Runde. Nur das wir, ähnlich wie unsere Kindergartenkameraden bei dem lustigen Spiel, niemanden wehtun, verletzen oder gar töten. Das ist eben nur . . . ein Spiel.

 

 

 

 

Mein erster Gedanke damals bei Hatred war kein Schock. Nein, ich grübelte wie viele Menschen ich wohl mit in den Tod reißen kann, bevor ich selbst sterbe und ob es da ein Ranking gibt. Ich weiß das es nur ein Spiel ist, welches zur Unterhaltung dient. Ich war damals auch von meiner Mutter bei dem PSX Spiel Driver überrascht. Ich fuhr dort gemütlich durch die City und als ich den Passanten zu nahe kam, sprangen sie weg. Meine Mutter, die plötzlich hinter mir stand um mir zu sagen das mein Essen fertig war, haute plötzlich raus: „Kann man die Passanten nicht umfahren?“ Ich war baff und sagte ihr, dass es nicht geht. Einige Jahre später gab es GTA III, Vice City, San Andreas und GTA V. Ich glaube wenn meine Mutter eine Gamerin gewesen wäre, dann hätte sie mit diesen Spielen ihre wahre Freude gehabt. Sie würde wohl Autos klauen, Passanten umfahren und Dinge tun, die ich niemals über sie wissen möchte. Es steckt eben in jeden von uns drin. Diese dunkle Seite. Wir sind alle auf eine gewisse Art und Weise Schaulustige.

 

 

Aber was ist wenn doch jemand durch diese Spiele gewalttätig wird und Menschen umbringt, Amok läuft etc.? Ich denke, dass ist noch nie vorgekommen. Weder war Final Fantasy VIII laut Sat1 damals daran Schuld das ein Junge seinen Vater mit einem Schwert geköpft hat, noch hat Counter Strike bewirkt das Tim K. in Winnenden an seiner Schule zum Amokläufer wurde. Wie denn auch, hat er ja noch nicht einmal Counter Strike gespielt. Sein Vater hatte ein Gewehr. Erster Fehler. Es war ungesichert. Zweiter Fehler. Tim K. litt unter einer psychischen Krankheit: Erklärung des Amoklaufes. Oft blenden in diesem Fall die Medien, um einen Aufhänger und einen Schuldigen für die grässlichen Taten zu finden, die wahren Hintergründe gezielt aus. Dabei verdecken sie jedoch die wirklich relevanten Tatsachen, welche man im Keim ersticken und bei den Ursachen bekämpfen sollte. Psychosen, zu großer Druck in der Gesellschaft, Borderline, Mobbing... Das sind die Ursachen, aber gewiss keine Splatterfilme oder sogenannte Killerspiele, welche uns angeblich aggressiver und gewaltbereiter machen.

 

 

 

 

 

 

Beim Elitemilitär verwendet man hierfür reale Gewaltfilme oder die tatsächliche Ausübung von Tierquälereien, um die Soldaten abzustumpfen und für den Ernstfall in emotionslose Killermaschinen zu verwandeln. Solche Soldaten müssen handeln, ohne zu zögern. Mitleid, Trauer und Zweifel werden gezielt abtrainiert. Das ist ein langer und harter Weg. Genauso wenig wie man durch ein Flugspiel und Flugsimulator tatsächlich einen Jumbo- oder Kampfjet fliegen kann, kann man nach dem Spielen von Hatred einfach so rausgehen, einen fremden Menschen eine Waffe an die Schläfe halten, in seine ängstlichen Augen und ihn um sein Leben wimmern sehen und einfach so emotionslos abdrücken. Auch wenn Menschen, die sich nicht mit der Materie Videospiele beschäftigen, es nur allzu gerne glauben würden.

 

 

Wir sind nicht so. Und warum? Weil wir nicht unter einem Realitätsverlust leiden und durchaus Realität und Spiel voneinander unterscheiden können.

 

 


In diesem Sinne . . . spendiere ich Euch allen einen realen Mortal Kombat Fatality nach Wahl.

 

 

 

Avi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Killerspiele Hatred Manhunt Postal Psychologie Amoklauf


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Ich habe lange gebraucht, um Nintendo noch eine Chance zu geben. Nintendo war niemals meine Leadplattform gewesen, aber dennoch befanden sich fast alle Nintendo Konsolen und Handhelds in meinem Besitz. Nintendo gehörte für mich eben einfach in jeder Gen dazu.

 

Doch diese Gen scheint Nintendo noch weniger Glück zu haben als noch zu den tragischen Gamecube Zeiten. Der Gamecube war nicht schlecht und hatte tolle Games, jedoch krankte es meiner Meinung nach am Design der Konsole. Das Ding mit dem Henkel sah einfach aus wie ein Spielzeug und nicht wie eine Spielekonsole. Spielekonsolen waren seit jeher vom Design eher funktional. Der Cube hingegen wäre in einer Spielzeugkiste zwischen Feuerwehrauto, Teddy und Zinnsoldat vollkommen untergegangen.

 

 

 

 

 

Die Wii U ist aber anders als der Cube. Vollkommen anders. Doch ihr Vermächtnis – die Wii – hängt wie ein Damoklesschwert über ihr. Dieser teils uninspirierte Name, der Versuch krampfhaft eine Innovation schnell auf den Markt zu bringen und dann auch noch ein scheinbar überforderter Konzern, welcher weder mit dem innovativen Gamepad, noch mit dieser Konsole an sich etwas hatte anfangen können. Man war verunsichert und somit verunsicherte man auch die potentielle Kundschaft. Nintendo wirkte nicht mehr souverän. Und genau das ist der größte Fehler Nintendos bezüglich des Sorgenkindes Wii U.

 

All das, sowie etliche Diskussionen rund um diese Konsole und Nintendos Firmenpolitik, tat der Wii U gar nicht gut. Sie ist weit abgeschlagen und das Interesse der alten, sowie der neuen Kundschaft schwindet. Das ist so schade...

 

 

 

Ich muss gestehen, dass ich nicht ganz unschuldig bin und als kleines Zahnrädchen im Gefüge für ordentlich Zündstoff gesorgt habe. Anfangs, und alle die mich seit meiner Anmeldung auf CW kennen wissen das, habe ich gegen Nintendo und die Wii U gebasht bis zum geht nicht mehr. „Diese Konsole ist Schrott oder man sollte sie vom Markt nehmen. Ach was? Nintendo sollte am liebsten gleich ganz dicht machen...“ Was habe ich nicht alles für ein Blödsinn von mir gegeben? Doch immer wieder wurde ich irritiert weil ein jeder, welcher eine Wii U besaß, davon unaufhörlich schwärmte. Wie die UGamer anfangs beinahe schon verzweifelt ihre Konsole verteidigten, war für mich fast so beeindruckend wie ein Ritter in einem mittelalterlichen Krieg, welcher sein sterbendes Pferd beschützte. Obwohl ich die Wii U wirklich hasste, war ich dennoch fasziniert von diesen Menschen. Und ich begann mich ernsthaft zu fragen warum diese sogenannten Pikas, Nintendofans und UGamer so dermaßen für Nintendos Fehlschlag (und so sah ich die Wii U damals) einstanden.

 

 

 

 

Ich kann meinen anfänglichen Hass heute eigentlich schwer nachvollziehen oder gar erklären. Der 3DS hat mich damals gefrustet und Nintendo mit diesem Wii U Quatsch eher zum Schmunzeln angeregt. Weiter kam ich nicht mit meinen Gedanken. Dabei war ich in dem Moment blind und taub, so wie scheinbar viele Gamer derzeit wenn es um die Wii U geht. Es war nicht mal Absicht, denn Nintendo hätte mich ja auch mit einer fetten Werbekampagne umstimmen können. Doch alles was von Nintendo bezüglich der Wii U damals kam, war ein ganz trockenes: „Die Konsole mit dem Gamepad ist da.“ Toll, dass half mir natürlich weiter meine Antipathie zu vertreiben.

 

Doch wie verbissen kann ein Mensch eigentlich sein? Wir sind Gamer und was macht uns am meisten Spaß? Genau. Das Zocken. Die Plattform worauf wir spielen sollte eigentlich egal sein, aber dennoch kleben wir an Konzernen und suchen uns im Konsumdschungel einen Halt in Form von irgend welchen Marken und Firmen. Fast so als sei es das letzte Treibgut nach einem Schiffsunglück, an welches wir uns verzweifelt klammern. Das ist für unsere Gesellschaft, die aus Zwängen besteht, fast schon legitim. Aber deswegen von vornherein etwas ablehnen, nur weil es … unbeliebt ist?

 

 

 

 

Die Wii spaltete damals die Zockernationen. Die einen fanden sie toll und die anderen begannen Nintendo für dieses Stück mit Plastik ummantelter, alter Technik zu hassen. Casual und Core entstanden urplötzlich als hätte jemand die Singularität von ihrem Sein abgelöst und einen Urknall eingeleitet. Die Wii stand schon bald neben den Fernsehern vieler Familien und einstige schimpfende Mütter turnten nun mit einer Wiimote in der Hand vor dem Fernseher. Das war die Konsole im Herzen der Familien. Nintendos ultimative Cashcow war geboren.

 

 

 

 

Doch diese Casual und Core Spaltung brachte auch gravierende Nachteile mit sich. So wanderten die plötzlich zockenden Mütter, Schwestern und Großeltern ab und wurden von einem F2P/Play 2 Win Netz eingefangen – ohne Aussicht auf Wiederkehr. Nintendo hat dann einen fatalen Fehler begangen und diese Tatsache einfach nicht erkannt. Man hätte einlenken und den Core Gamern die Hand reichen müssen, doch man blieb auf dem Casualzug sitzen. Ein Zug welcher nun fast verlassen und leer war. Die Wii war megaerfolgreich und Nintendo heilfroh wieder ganz oben den Ton angeben zu können. Also warum nicht den direkten Nachfolger dieser Wunderkonsole enthüllen? Die Wii U. Was für eine Enttäuschung habe ich damals durchmachen müssen. Ja, ich wollte Nintendo diese Chance geben. Ich hatte mich gefreut auf eine moderne HD Konsole und dann kam die Wii 2.0 mit einem komischen Ding, wo ich nicht wusste ob dieses Tablet jetzt die Konsole sein soll oder nicht.

 

 

 

 

Man sagt ja immer das der erste Eindruck zählt. Und mein erster Eindruck bezüglich der Wii U war eher erschreckend. Ich sah nur das Pad, hörte diesen in meinen Augen dämlichen Namen und fragte mich was Nintendo eigentlich von mir will. Zum Glück haben mich deren Handhelds fast nie enttäuscht. DS und 3DS waren für Millionen Kunden immer top und boten ein weites Spektrum an hochkarätigen Games und Systemsellern. Doch mit der Konsolenhardware tat sich Nintendo plötzlich extrem schwer.

 

Das sind alles keine guten Voraussetzungen um die Wii U ins Herz zu schließen, doch das große Problem ist, dass diese Konsole trotz alledem eine Wucht ist. Nur machte Nintendo bisher nichts draus. Die Wii U bietet eine relativ gute Technik und zaubert sehr saubere und schön aussehende Spiele auf dem heimischen Full HD TV. Man kann sich ohne zu zögern in magische Welten ziehen lassen und hat noch dazu ein aufregendes Gamepad in den Händen, welches dieses einzigartige Gefühl noch intensiviert.

 

 

 

 

Ein jeder, welcher zum ersten Mal seine Wii U auspackt, sie anschließt, updatet, das Betriebssystem sieht und sein erstes Spiel startet, wird definitiv begeistert sein. Es ist einfach ein zauberhafter Moment, welcher Seinesgleichen sucht. Und ich habe schon viele brandneue Konsolen ausgepackt und angeschlossen.
Die Wii U schafft es uns wieder zum Staunen bringen. Und heutzutage staunt man nicht mehr oft. Dabei geht es nicht mal um die Grafik. Diese ist hübsch und mehr muss sie bei einer Nintendo Konsole auch nicht sein. Es geht um das Gefühl, welches uns wieder deutlich macht, warum man stolz darauf sein kann ein Gamer und Nerd zu sein.

 

 

 

 

Ich habe zusammen mit meiner Frau Mario Kart 8 gespielt und viele Male gegen sie verloren. In Super Mario 3D Wörld lachen wir viel, wenn wir gemeinsam zocken. Das haben wir z.B. bei Sacred 2 kaum bis gar nicht getan. Ok, sie hätte mir einmal den Hals umdrehen können als ich sie während eines Bossfights gepackt und ins offene Maul einer Schlange geworfen habe. Aber sie hat mir verziehen … und sich gerächt indem sie mich sehr oft laut lachend in einen Abgrund beförderte. Wir haben unsagbar viel Spaß im Ko-op an der Konsole und die Wii U machte uns einmal mehr deutlich das wir auch ein sehr gutes Team sein können.

 

 

 

 

Nintendo hat mich auch bezüglich des ordentlichen und sehr übersichtlichen eShops überrascht. Wir haben uns viele Demos heruntergeladen und waren baff als wir all die atemberaubenden Welten entdeckten. Mit einem Nanoschiff über eine Zelle fliegen, abgestürzt auf einem fremden Planeten halfen uns kleine Wesen zu überleben und ein Zauberer begleitete uns durch eine magische Welt, in welche man zu gerne selbst hätte leben wollen. Die Wii U bietet alles was man sich als Gamer nur wünschen kann: Spielspaß und saubere, sehr hübsche Welten zum Träumen.

 

Ich würde jedem Zweifler ohne zu Zögern zum Kauf einer Wii U raten. Es ist einfach darüber zu lesen oder knallbunte Let's Plays anzuschauen. Aber es ist etwas anderes das sehr griffige Gamepad mit dieser perfekten Haptik in den Händen zu halten und selbst in diese Welten einzutauchen. Im Idealfall nicht einmal alleine. Auch Online ist die Wii U sehr stark. Alles ist so schön einfach und vor allem auch diskret. Somit haben Groß und Klein eine Chance auf tolle Spielerlebnisse.
Die Funktion einige Spiele auf dem Gamepad weiterzuzocken ist ebenfalls etwas, dass man leicht mal überlesen und mit einem Achselzucken abtun kann. Doch wenn man, der Weihnachtsstimmung wegen, mal einen passenden Film im TV schauen möchte, währenddessen die Frau weiter Mario Kart 8 spielt, wird einem bewusst wie technisch innovativ und zeitgemäß diese Konsole doch eigentlich ist.

 

 

 

 

Nintendo hat noch keinen Weg gefunden den Menschen dieses atemberaubende Erlebnis schmackhaft zu machen, so war es bei mir auch eher die Propaganda in diversen Internetforen, welche mich zum Umdenken bewogen hat. Ich habe lange gezögert und den möglichen Kauf immer wieder nach hinten verschoben. Ist ja nur die Wii U. Wen kümmert es, wenn ich da noch ein bisschen warte? Ok, meine Frau wollte sie unbedingt haben, doch ich hatte da noch andere Prioritäten. Natürlich interessierte mich das ein oder andere Spiel, aber dafür jetzt gleich in den Laden rennen und sie kaufen?
Ich sage ja! Macht das, wenn Ihr auch nur ansatzweise in Betracht zieht eine Wii U „irgendwann mal“ zu kaufen. Es kann ja nicht immer, wie in meinem Fall, ein CW'ler wie Harlock da sein, welcher ein ordentlich in den Hintern tritt und dem eigenen Glück somit auf die Sprünge hilft. (Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Harlock. ^^)

 

 

 

 

Nintendo ist derzeit auf dem richtigen Weg, und das es niemals zu spät sein kann um die Kurve zu kriegen zeigte schon eine Konkurrenzkonsole. Die E3 2014 hat in meinen Augen gezeigt, dass sich Nintendo wie ein Phoenix aus der Asche erheben kann. Der Rennwagen hat neue Reifen erhalten und kann somit wieder auf die Strecke. Man nimmt jetzt im Windschatten von Disney Infinity und Skylanders ordentlich Fahrt auf, indem man etwas schafft, was von vielen heiß und von anderen ja geradezu besessen erwartet wird: die Amiibos.

 

 

 

 

Diese Figuren sind günstig und man kann mit ihnen Kostüme in Spielen freischalten oder sie gar zum Trainieren (z.B. in Super Smash Bros. Wii U) verwenden. Noch größer ist jedoch der Sammlerwert. Ein Wii U – Berater im Berliner Saturn Elektromarkt sagte mir, dass die Figuren immer wieder sehr schnell vergriffen sind. Vor allem Kirby ist eine der begehrtesten Figuren. Dieser Zug, auf welchen Nintendo nun aufgesprungen ist, scheint diesmal alles andere als leer und verlassen zu sein. Nintendo schafft so heimlich, still und leise einen neuen Hype. Und ein Hype ist gut, könnte er doch auch diese wundervolle Wii U pushen.

 

 

Die Wii U ist es Wert, dass man um sie kämpft. Es gibt nicht viele Spiele, weil Nintendo vieles falsch gemacht hat und die Thirds viel lieber bei den großen, erfolgreichen Fischen mit schwimmen wollen, um das schnelle Geld machen zu können. Das heißt aber nicht, dass die Wii U deswegen keine Spiele hat. Vor allem wer jetzt zuschlägt hat viel nachzuholen. Noch dazu stehen noch Captain Toad, Yoshi's Woolly World und eines der genialsten GotY's unserer Zeit in den Startlöchern. Ich habe bei The Legend of Zelda für die Wii U ein sehr gutes Gefühl. Einst habe ich mir ein Open World Zelda gewünscht und nun bekomme ich genau das was ich will, und noch dazu in einem atemberaubenden Stil verpackt. Schon seit The Legend of Zelda: Link's Awakening mochte ich dieses Abenteuerfeeling, welches durch das neue Zelda zur Superlative erhoben werden könnte. War Twilight Princess für den Cube und die Wii noch blass und trist, so möchte man beim neuen Machwerk Aonumas am liebsten die Augen schließen und selbst in diese wundervolle Welt eintauchen. Dieser Traum wird zum Glück früher oder später wahr werden … für all jene, die eine Wii U ihr Eigen nennen können.

 

 

 

 

Auch wenn Nintendo nicht weiß wie man diese wundervolle Konsole souverän am Markt platziert oder gekonnt in Szene setzt, so sollten wir Gamer uns wieder auf das besinnen was wir einst waren: Freaks, welche mit ihrem verpönten Hobby ein Nischendasein fristeten. Als solche haben wir unermüdlich um Anerkennung gekämpft und uns wie Don Quijote an den eigenen Haaren aus den Sumpf gezogen. Nun wird unser Hobby respektiert und ist in vielen Ländern gar zu einem Kulturgut geworden. Warum sollten wir also dann nicht Nintendo ebenfalls aus diesem Nischendasein befreien und etwas nachhelfen mit dem Herausziehen aus dem Bash-, Hater- und Abgneigungssumpf? Wir haben so etwas doch schon einmal geschafft. Gemeinsam.

 


In diesem Sinne . . .  hoffe ich, dass die Wii U einen Platz in den Herzen vieler Gamer wird finden können.


 


Avi

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 


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Wii U Nintendo


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Unter fremden Sternen

 


Die Sterne sind das einzig Tröstliche in diesem einsamen und von Felsen zerklüfteten Ort. Tailor presst seinen Kopf gegen die Scheibe bis seine Stirn zu schmerzen beginnt. Je länger er diese fremden Sternbilder betrachtet, desto stärker wird die Sehnsucht nach der Heimat. Wehmütig denkt er an den stolzen Orion mit seinen Hunden, welchen er einst durch sein Kinderteleskop von der Erde aus betrachtet hat. Schon seitdem er denken kann wollte Tailor Raumfahrer werden. Das war zu einer Zeit, wo die Sterne noch funkelten und wo alles noch aufregend und neu war. Er wollte mit seinem ambitionierten Traum Raumfahrer zu werden der Menschheit dienen. Doch alles worauf er jetzt blickt ist sein Grab.

 


An den Absturz kann er sich gar nicht mehr erinnern. Er weiß nur noch wie er aufgrund einer technischen Panne am Schiff vom Kurs abgekommen und mitten in dieses Asteroidenfeld geraten ist. Hier draußen ist nichts. Nur Felsen und ewige Finsternis. Die Sonne (im Sternenkatalog als S_34A-7 bezeichnet) ist zu weit entfernt, um dauerhaft Licht spenden zu können. Diese Aufgabe übernehmen nun die Außenscheinwerfer des Raumschiffes. Doch alles was sie anleuchten sind silberfarbene Felsen. Am Unheimlichsten sind jedoch die Schatten, welche sich über die kleinen Krater legen und diese vollkommen ausfüllen. Drei Tage lang hat er sie intensiv beobachtet und ab und an glaubt er sogar Gestalten darin erkennen zu können. Er weiß das es nur Suggestionen seines Gehirns sind, doch wenn er länger auf die Schatten starrt, wird er früher oder später nicht mehr wissen was nun real und was Einbildung ist.

 

 

 

 

„Hör auf diese beschissene Aussicht anzustarren“, knurrt sein Bruder. Russel ist ziemlich angespannt in letzter Zeit. Kein Wunder, hat er doch fieberhaft nach einem Ausweg aus dieser Katastrophe gesucht. Russel ist eigentlich Techniker, doch für diese Mission hat er sich (genau wie Tailor) freiwillig gemeldet. Sie sind zwar Brüder, doch seitdem sie die 30 weit überschritten haben und vollends von ihren Jobs eingenommen werden, haben sie sich kaum mehr gesehen. Dieser kleine Ausflug mit Tailors Transitraumschiff der Klasse Behemoth sollte sie näher bringen. Das hat es in der Tat, jedoch auf eine andere Weise wie es sich deren Vater wohl gewünscht hätte. Tailors Vater ist stolzer Besitzer zweier Linienraumschiffe, welche regelmäßig zwischen Mars und Erde verkehren. Seine Söhne sind zu ehrbaren Männern herangereift. Einer ist Raumpilot und der andere ein Techniker der Flotte. Das ist etwas, auf das man stolz sein sollte. Doch Tailor wüsste nicht wie sich sein Vater nun fühlen würde, wenn er wüsste das er für dieses Unglück verantwortlich ist.

 


Ja, es war Tailor. Er hätte vor dem Abflug den Druck checken und das beschädigte Rohr, welches er bei der letzten Inspektion entdeckte, doppelt abdichten oder gar austauschen müssen. Eine ganz simple Sache bei so einem alten Transitschiff. Er hat es jedoch nicht getan, weil er an Marissa denken musste. Die Trennung, der Schmerz . . .
Der Auftrag einen Techniker und einen Biologen zur M5 Kolonie zu fliegen war so einfach. Und er hätte damit seinen Kopf vollends von all diesen schmerzlichen Gedanken befreien können. Aus diesem Grund riet ihm auch sein Vater seine Lethargie abzulegen und dieses Unterfangen wahrzunehmen. Nicht zu vergessen war auch die Tatsache das er seinen Bruder nach sieben Jahren Funkstille wieder hatte sehen können. All das wäre so einfach gewesen, doch seine Unachtsamkeit hat das Raumschiff abstürzen lassen. Der stetig ansteigende Druck hat den hinteren Antrieb zerrissen. Ein Großteil der Technik an Bord ist ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Ganze Rettungsaktion mit den flüchtigen Reparaturen an Bord, dem Abwurf des Ballastes, sowie ein Flüchtigkeitsfehler in der Neuberechnung einer Alternativroute in Richtung der nächstliegenden Raumbasis Ceta_6, hat sie zudem vollkommen vom Kurs abkommen lassen. Und jetzt sitzen sie auf diesem Asteroiden fest. In einer Ruine, welche einst sein Raumschiff gewesen ist.

 

 

 

 

Tailor wendet sich vom Fenster ab und schaut zum Biologen Seb. Ein ziemlich ausgemergelter Schatten von einem Mann, geht es Tailor durch den Kopf. Eifrig schraubt er an der Funkanlage, währenddessen sein Bruder Russel daneben steht und ihn grimmig beäugt.
„Den Kupferdraht würde ich noch ein bisschen mehr verzwirbeln.“ Alles was Russel sagt, klingt wie ein Befehl, auch wenn er es nicht so meint. Russel ist ein ziemlich harter Kerl, welcher einst bei der Armee gedient hat. Doch als er seine Freunde hat sterben sehen, reichte er seine Kündigung ein. Diese Situation hat ihn noch härter werden lassen als er ohnehin schon war. Tailor weiß nicht wieso, aber er erinnert sich gerade an dem Moment als sie beide noch Kinder waren und Russel ihn vom Baumhaus gestoßen und beinahe das Rückgrad gebrochen hatte. Ein kleiner aber vollkommen legitimer Unfall unter Kindern, hieß es später.
„So müsste es gehen.“ Seb lehnt sich zurück, betrachtet sein Werk und atmet kaum hörbar auf. „Jetzt können wir wieder funken. Ich hatte schon Angst, weil es ausgefallen war.“
„Funken, pha! Was bringt uns das? Hier ist niemand der es hören könnte. Wir sind so weit ab vom eigentlichen Kurs und noch dazu in diesem Gott verlassenen Asteroidenfeld, dass uns kein Schwein findet.“
„Wir können den Antrieb nicht reparieren“, wendet Tailor besorgt ein. „Das Schiff ist in der Mitte komplett auseinander gebrochen. Und selbst wenn es nicht beschädigt wäre, so wäre ein Start nicht möglich. Das ist ein Raumschiff und kein Shuttle.“
„Erzähl mir was Neues, Kleiner“, knurrt Russel.
„Das heißt, wir sind auf Hilfe angewiesen.“ Seb zieht das Mikrofon zu sich heran und spricht abermals, wie schon eine Woche zuvor beinahe jede halbe Stunde, seinen verzweifelten Hilferuf.
„Das bringt doch alles nichts.“ Russel ballt seine großen Hände zu Fäuste. „Wir können nicht einmal hören ob uns jemand antwortet, weil der Transmitter kaputt ist.“
„Sollen wir etwa Leuchtfeuer aussenden?“ fragt Tailor wie zum Hohn. Russels Blick ist so durchdringend, dass Tailor bald selbst glaubt, er könne ihn damit töten, wenn er auch nur länger hinschaut. „Was sollen wir denn sonst machen? Alles was wir tun können ist um Hilfe zu rufen.“
„Auf einer Frequenz die Monate lang brauchen wird, bis sie auf einen Empfänger trifft. Ich will dich nicht noch einmal daran erinnern wie wenig Transitschiffe hier durchfliegen.“
Tailor würde noch viel mehr sagen. Er würde diskutieren und sich gegen Russels schlechte Stimmung zur Wehr setzen, doch lohnt sich all das überhaupt noch? Russel hat Recht. Es wird keine Hoffnung geben. Die Vorräte sind fast aufgebraucht und sie trinken seit zwei Tagen das Kühlwasser um überleben zu können. Transitschiffe sind seit Erfindung des Hyperraumfluges nicht mehr für lange Reisen geschaffen. Für den Notfall gibt es Rationen für einen Monat. In diesem Raumschiff, für welches er hätte verantwortlich sein müssen, hat er weit weniger deponiert. Dass sie abgestürzt sind und nun verhungern werden ist allein seine Schuld.

 

 

 


Zweiter Gang links. Weiße, sterile Wände und blaue LED- Leisten soweit das Auge sehen kann. Tailor folgt den Gang. Ende. Hier ist der Schott dicht, weil das Schiff ab diesen Punkt in der Mitte zerrissen ist. Umdrehen und zurück gehen. Er geht an einem Fenster vorbei, stoppt und macht einen großen Rückwärtsschritt. Er presst seinen Kopf gegen die Scheibe. Da draußen sind sie. Diese Sterne, welche ihn wie zum Hohn anschauen. Lachen sie ihn aus? Nein. Das machen die Schatten. Sie verbergen sich zwischen den Kratern und silbernen Felsen des Asteroiden. Tailor starrt auf einen schwarzen Fleck. Er schreckt auf als er zwei rot leuchtende Augen erkennen kann. Verwirrt wischt er über seine schmerzenden Augen. Er presst kurz darauf ganz fest seine Lider aufeinander. Da sind sie wieder... diese roten Augen. Tailor ist erleichtert. Es ist doch nur eine Einbildung. Da draußen sind also keine Monster. So wie damals in seinem Schrank, wo sein Vater nachgeschaut hat und nichts weiter als seine Jacken und Shirts vorgefunden hat.
Warum erinnert er sich plötzlich an solch banale Dinge aus seiner Kindheit? Tailor weiß es nicht. Sein Magen beginnt plötzlich laut zu brodeln. Hunger... Er hat heute kaum etwas getrunken, doch all das Wasser reicht nicht aus, um seinen Magen zu füllen. Die letzte Konserve wurde gestern aufgebraucht. Ab jetzt läuft ihnen die Zeit davon, denn sie werden mit großer Sicherheit verhungern. Wegen ihn. Ja, jetzt weiß er es. Diese Augen draußen vor dem Raumschiff und in seinem Innern gehören zu ihm. Er ist dieser Dämon, der sie alle ins Verderben gestürzt hat. Es ist seine Schuld. Seine Schuld. Mit diesen Gedanken im Kopf zieht Tailor weiter seine Runden in den engen Gängen dieser halbierten Raumschiffruine.

 

 

 

 


Das Perpetuum arbeitet unaufhörlich und erzeugt Strom und Licht. Kleinste Teilchen ziehen sich an, prallen aufeinander und lösen eine nie endende Kettenreaktion bestehend aus Geburt und Teilchentot aus. Ähnlich wie bei einer Supernova entstehen aus der freigesetzten Energie neue Teilchen, welche wiederum aufeinander prallen. Dieser atomare Prozess, in einem Prexilanus erzeugt, wird von Laien gerne als Perpetuum bezeichnen. Wenn doch der menschliche Kreislauf ebenfalls aus dem Nichts Energie erzeugen könnte... Tailor kann sich kaum noch auf den Beinen halten. Müde beobachtet er den Streit zwischen Russel und Seb.
„Es gibt noch Hoffnung!“
„Was redest du da? Wir sind verloren und verhungern hier genauso wie einst Leika in der russischen Raumkapsel. Mit uns geht es qualvoll zu Ende. Wo ist da noch Hoffnung?“
brüllt Russel mit all seiner noch verbliebenen Kraft.
„Überall dort wo es Leben gibt, sollte auch die Hoffnung existieren. Das habe ich schon auf meinen zahlreichen biologischen Forschungsreisen gelernt.“
„Wir sind aber nicht auf einer beschissenen biologischen Forschungsreise“
, spuckt er seine Worte mit einem Schwall Speichel dem armen Biologen ins Gesicht. „Hier draußen gibt es nur Stille, Kälte und den Tod.“
„Das mag sein, doch wir dürfen nicht aufgeben.“ Er sieht so erbärmlich aus in seinem weißen Kittel und mit dem Wildwuchs als Bart in seinem Gesicht. Auch Tailor hat sich seinen Bart stehen und wachsen lassen in der Zeit, weil es wichtigere Dinge gab. Doch so wie Seb jetzt aussieht, ähnelt er eher einem verrückt gewordenen Wissenschaftler. „Wie oft stand ich schon vor der Sauerstoffanlage?“ kommt es kraftlos über seine schmalen Lippen. Er wischt sich Russels Speichel aus seinem Bart und atmet tief durch. „Ich habe sehr oft überlegt, ob man nicht einfach unseren Tod beschleunigen kann. Doch es hat keinen Sinn das Letzte aufzugeben was der Mensch noch an Wert besitzt. Ich meine damit unsere Hoffnung.“
„Beschleunigen . . .“ Russel überlegt kurz. Dann schaut er auf, greift auf die Platte eines Tisches, welcher neben der Schiebetür steht, und umschließt mit seinen fleischigen Händen einen Schraubenschlüssel. „Ich kann dir zeigen wie schnell sich Hoffnung in Luft auflösen kann.“
Seb reißt erschrocken seine Augen auf, doch es ist zu spät. Zu spät für Tailor einzugreifen und zu spät für Seb auszuweichen. Der Schraubenschlüssel trifft mit voller Wucht auf seinen Schädel. Es knackt, und auch als Seb zusammenbricht und leblos zu Boden sackt kann Tailor das Geräusch noch als Nachhall in seinen Ohren hören. Russel lässt geschockt den Schraubenschlüssel fallen, weicht zurück und prallt mit seinem Rücken hart gegen die Bordwand. Er sackt zu Boden, um dort über fünf Stunden hinweg regungslos sitzen zu bleiben.

 

 

 

 

 

Linker Flurgang. Geradeaus, an der Kombüse vorbei. Stehenbleiben. Tailor schaut aus dem Fenster. Die glühenden Augen zwischen den Schatten werden immer mehr. Kein Wunder, sind die Dämonen jetzt auch im Schiff. Tailor atmet tief durch. Er hat Sebs Tod zu verantworten und nicht sein Bruder. Wie es Russel wohl gerade gehen mag? Tailor macht sich auf den Weg. Links, Rechts, eine kleine Leiter hinauf, am Maschinenraum vorbei und geradeaus zum Cockpit. Dort sitzt er noch immer. Diesmal jedoch direkt neben der Leiche.
„Russ?“ Seine eigene Stimme kommt ihn nun so fremd vor.
„Schleichst du immer noch durch die Gänge oder schaust raus?“ Russel blickt nicht einmal auf. „Du solltest das lassen, sonst verlierst du noch deinen Verstand.“
„Steh auf und lass die Leiche in Ruhe.“
„Leiche? Er hatte einen Namen und dieser war Seb! So wie meine gefallenen Kameraden im Krieg auch Namen hatten. Greg, Warder, Buck, Jester ...“
Russel erhebt sich mühsam. „Seb glaubte doch tatsächlich das wir noch Hoffnung haben.“ Er lacht kurz humorlos auf. „Was für ein Trottel.“
„Wir sind verloren.“
„Ja, Bruder. Du weißt das. Wie damals als wir noch klein waren und wussten das unsere Mutter sterben wird.“
„...ja.“
„Unser Tod wird nicht qualvoll sein. Seb hat es hinter sich. Wir sollten es auch beenden.“
„Wie willst du das machen? Den Schott öffnen?“
„Nein, Tailor. Wir gehen mit einem Feuerwerk.“
Russel schaut sich um und als sich ihre Blicke treffen, weiß Tailor was er vorhat. „Bist du dabei?“
Tailor nickt.

 

Seit einigen Stunden arbeiten sie nun schon eifrig daran den Prexilanus umzuprogrammieren. Russel hat den Transfaktortransponder aus der Funkanlage entfernt und verwendet nun dessen Bauteile, um eine Überbrückung zwischen dem Hypermotor und dem noch verbliebenen Teil des Schiffswracks herzustellen. Wenn es zündet, soll es durch das gesamte Schiffsinnere gehen. Somit muss die Druckwelle durch die Rohre und Kabel geleitet werden, ehe das Schiff (ähnlich wie eine Flasche unter zu hohem Druck) nach außen zerspringt. All das würde von einem gewaltigen, wenn auch recht lautlosen Knall auf dem Asteroiden begleitet werden.
Tailor macht die Arbeit Spaß. Endlich wieder etwas Sinnvolles tun. Er hatte schon vollkommen vergessen was es heißt glücklich zu sein. Ab und an wünscht er sich, dass sie niemals fertig werden würden, doch was kommt dann? Tailors Stimmung trübt sich wieder. Ein qualvoller Tod durch Verhungern ist die bittere Realität und somit auch die Antwort auf seine unausgesprochene Frage.
„Fertig.“
Es ist nur ein Wort von Russel, aber es versetzt Tailor in Angst und Schrecken. Jetzt ist es vorbei. „Nur noch den Schalter umlegen“, haucht er angstvoll.
„Sei doch kein Schisser.“ Russel lacht. „Wir legen den Schalter um und dann ist es innerhalb von 30 Sekunden vorbei. Erst kommt die Leitung durch das Schiffsinnere, dann die Druckwelle und letztendlich die freigesetzte Entladung der Restenergie aus dem Perpetuum“, erklärt er fast schon begeistert.
Es ist nicht zu übersehen, dass sich Russel nach dem Ende sehnt. Doch Tailor wird erst jetzt bewusst, dass er doch lieber warten würde. Vielleicht noch eine oder zwei Nächte drüber schlafen... wenn es der Hunger und sein ausgemergelter Körper zulässt. Er hat jedoch keine Zeit mehr, weil Russel nun auch Tailor die Entscheidung über Leben oder Tod abnimmt. Russel legt vollkommen emotionslos den Schalter um. Ab jetzt beträgt Tailors Lebenszeit nur noch 30 Sekunden . . .
„Wir haben alle Schuld, weiß du? Ich habe durch eine unüberlegte Entscheidung auf dem Schlachtfeld damals meine Kameraden auf dem Gewissen . . . und du, mein lieber Bruder, Seb und mich.“
Tailor schaut erschrocken auf, doch nicht wegen Russels Worte.
Hinter dem Fenster sieht er ein Landungsschiff der Weltraumrettungsorganisation SAVe7. Der gesamte Asteroid ist nun in fließend grelles Licht gehüllt. Da sind keine finsteren Schatten und rote Augen mehr. All das Unheimliche ist nun verschwunden und es ist so atemberaubend schön und hell. Der Funkspruch . . . Er wurde erhört. Aber . . .
„Sie dürfen nicht näher kommen! Sie dürfen nicht neben uns landen!“ schreit Tailor aus vollem Halse. Er hämmert verzweifelt mit seinen Fäusten gegen die Scheibe, doch es ist zu spät.
Gerade als das Landungsschiff direkt neben Tailors Transitraumschiff aufsetzt, wird die Druckwelle freigesetzt und zerfetzt alles Metall, sowie einen Großteil des Felsgesteins auf dem Asteroiden. Nichts bleibt mehr übrig. Nichts, bis auf die ewige Stille und eine unvorstellbare Weltraumkälte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

~ Überall dort wo es Leben gibt, sollte auch die Hoffnung existieren ~


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Dieser Blog ist unsichtbar!

 


Schon seit dem ich denken kann, bin ich von Computern fasziniert. Die digitale Welt ist ein fester Bestandteil meines Lebens. Mein Vater war damals Operator in der Siemens Computerabteilung, und von daher schon selbstverständlich ein Computernerd gewesen. Ganz begeistert brachte er den ersten Heimcomputer mit zu uns nach Hause, und obwohl er viele Nächte zum Tag werden ließ, durfte ihn jeder aus unserer Familie wie selbstverständlich benutzen.

 

Ganz gebannt stand ich immer hinter meinem Vater, wenn er programmierte. Das war sein Beruf, und eine Zeit lang auch seine Berufung. Nur leider hat er es versäumt mir seine mathematischen Gene zu vererben. Ich verstehe nichts von Zahlen oder Größen und pendelte in der Schule immer zwischen der Note 4 und 5. Da zerplatze also meine Seifenblase, als ich erkannte, dass ich niemals Hacker werden oder mit dem Computer arbeiten konnte. Jedenfalls nicht so wie ich es mir immer vorstellte. Aber dennoch vergesse ich den Moment niemals als mein Paps, welcher zufällig noch aussieht wie Chuck Norris himself, einen Wurm (soweit ich mich entsinnen kann) programmierte und sagte: „Im Prinzip ist das ganz leicht. Jeder kann das.“ Tja, jeder … außer ich.

 

Mein Vater wurde damals von einer Entlassungswelle bei Siemens getroffen und landete, abgestempelt als unbrauchbar und zu alt für die Berufswelt, im ewigen Kreislauf der Weiterbildungen und der Arbeitslosigkeit. Heute ist er Alkoholiker. Die Realität ist sehr bitter, da sieht es in der Fernsehwelt zum Glück ganz anders aus. Ich möchte Euch einmal auf eine kleine Reise mitnehmen. Eine Reise in die Faszination Computerfilme.

 

 

 

Wargames

 

 

 

 


Ich beginne mit einem Film, bei welchen ich schon mitsprechen kann. Die VHS war die mitunter Ramponierteste von allen, und ab einer gewissen Zeit auch kaum noch abspielbar. Ich weiß auch nicht, was mich an diesem Film so fasziniert. Ist es die Tatsache, dass darin ein Junge vorkommt, welcher hoch intelligent agiert und schon mit einem einfachen Telefonhörer technische Wunder vollbringen kann?

 


Fasziniert war ich auf jeden Fall von dieser kaum greifbaren Bedrohung, welche den gesamten Film ausmacht. David Lightman (Matthew Broderik) ist ein ganz normaler Teen. Er daddelt an Spielautomaten (wer in der Collage genau hinsieht, erkennt einen TRON - Automaten im Hintergrund images/smilies/m-wink.gif ) und ärgert seine Lehrer.

 

 

Film-Quote schrieb:

Lehrer: „Wer kann mir etwas über die Fortpflanzung ohne Sex verraten?“
David: „Ähm... Ihre Frau?“

 

David kann sich nicht nur in den Schulcomputer hacken, nein, er hat etwas weitaus Größeres im Sinn. Nachdem er ein Werbeprospekt des Spielentwicklers PROTOVISION entdeckt hat, wird er auf ein neues Spiel aufmerksam, dass er unbedingt spielen möchte. Warum für etwas bezahlen, wenn man es auch kostenlos zocken kann, fragt er sich und wählt sich in sämtliche Leitungen und Netzwerke ein. Postwendend landet er bei NORAD direkt im Computer des WOPR (War Operation Plan Response).

 

 

 

 

 

Tja, was würdet Ihr wohl aus der Liste wählen? Schach? Nein. Natürlich ist es der weltweite thermonukleare Krieg. Ist doch logisch. Dumm nur, dass David nicht weiß, dass dieser Computer eine lernfähige K.I. ist, welcher dafür eingesetzt werden soll Atomsprengköpfe zu zünden... Nachdem bei einem Test viele menschliche Probanden versagten und den wichtigen Knopf nicht drücken konnten, soll nun WOPR eingesetzt werden. Ein Computer, welcher nicht zögert oder nachdenkt, sondern einfach nur handelt, ganz ähnlich dem Terminator.

 

 

 

 

David spielt also fröhlich Krieg, ohne zu bemerken das er die Welt an den Rand eines atomaren Abgrundes treibt. Als er es durch schockierende Nachrichtenmeldungen bemerkt, versucht er die Leitungen zu kappen und das Spiel und die K.I. zu stoppen. Doch „Joshua“, wie WOPR von seinem „Vater“, dem Programmierer Dr. Falken, genannt wird, will das Spiel zu Ende spielen. Um jeden Preis. Es gilt also die verrückt gewordene K.I. zu stoppen, bevor die Raketen auf Russland abgefeuert werden, und somit einen 3. Weltkrieg auslösen. Doch „Joshua“ ist zum Glück lernfähig, wie Ihr in dieser bedeutenden Spoiler - Szene sehen könnt:

 

 

 

 

 


Hackers

 

 

 

 

 

Cooler Name für einen Film, ohne Frage, jedoch ist dieser Film übertrieben auf Cool getrimmt, was man schon bei dem einstigen Nickname des Protagonisten Dade Murphy merkt, welcher sich früher Zero-Cool nannte. Überhaupt haben alle Hacker Teens beschränkte Spitznamen und der Film ist dermaßen überzogen, dass es schon schmerzt. Wenn Ihr dennoch einen Blick wagen wollt, dann vielleicht nur, weil Ihr auf Angelina Jolie steht (zumindest da, wo sie noch Fleisch auf den Rippen hatte, jedoch auch mit einer grottenhässlichen Haarpracht bestückt) oder für Fans von Wipeout. Denn ohne diesen Film würde es Wipeout wohl nicht geben.

 

Die Entwickler programmierten eine Videosequenz, bei welcher die Schauspieler dann so taten als würden sie es in echt zocken. Die Grafik war damals noch nicht so weit, weshalb man auf diese Weise improvisieren musste. Man sieht in der Szene die typischen Wipeout – Boliden wie man sie heute kennt. Psygnosis hat dieses Konzept dann später für ein Videospiel auf der Playstation verwendet und somit die Geburtsstunde von Wipeout eingeleitet. Eine Serie, welche hoffentlich auch ihren Weg auf die Playstation 4 finden wird.

 

 

 

 

Worum geht es in diesem Film eigentlich? Supergenie- Hackerkind darf eigentlich keinen Computer mehr anfassen, nachdem er mit 11 Jahren 1507 Systeme lahm legte. Dumm nur, dass es auch das Wall-Street Rechenzentrum erwischt hat. Dade macht später die Bekanntschaft mit einer Gruppe von Hackern, die alle einen an der Waffel haben, und gerät mit dem Sicherheitschef einer Mineralölfirma aneinander. Dieser Typ ist natürlich ultra fies und er muss mit den Mitteln einer Hackergemeinschaft bekämpft werden. Der Film ist in etwa so sinnfrei wie der zweite Teil von Wargames und ich habe ihn, ehrlich gesagt, nur wegen Wipeout erwähnt. images/smilies/ugly.gif

 

 

 

Der Rasenmähermann

 

 

 

 

 

Dämlicher kann ein Filmtitel nicht klingen, doch dahinter steckt so viel mehr. Jedes Mal, ganz gleich wie schlecht die CGI – Effekte heute auch sein mögen, klebe ich gebannt an diesem Film. Mich fesseln dabei zwei Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dr. Lawrence Angelo, verkörpert durch Ex – Bond 007 Pierce Brosnan, will um jeden Preis sein Ziel erreichen. Mit Drogen und der virtuellen Realität strebt er eine kognitive Leistungssteigerung an. Was bei seinen Versuchsaffen beinahe schief gegangen ist, versucht er nun beim zurückgebliebenen Aushilfsgärtner Jobe Smith. Die Gelder wurden Dr. Angelo gestrichen, also forscht er auf eigene Faust weiter.

 

All das entgleitet ihm jedoch, als Jobe tatsächlich seine Leistung steigert und von einem sabbernden und geistig eingeschränkten Gärtner zu einem Mann mit Sexappeal und später zu einem Mörder mit übersinnlichen Kräften mutiert. Doch nicht nur das, so wird er bald eins mit der VR, welche anfangs sein Gehirn stimulierte und ihn übermächtig werden ließ. Jobe wird in der digitalen Welt zu einer K.I., welche sich ins World Wide Web klinken, und von dort aus die ganze Welt kontrollieren und beherrschen will. Das Ende dieses Films, obwohl die Effekt wirklich zum Schmunzeln anregen, erzeugt bei mir jedes Mal eine Gänsehaut.

 

 

 

Das Netz

 

 

 

 

 

Was beim Rasenmähermann damals noch die Telefonleitung war, ist in diesem Film schon beinahe unser Alltag. Ich meine natürlich das Netz, unser Internet was Ihr auch jetzt gerade in diesem Moment benutzt, um meine Zeilen zu lesen.

 

Mitte der 1990'er war das Internet noch Neuland und kaum einer hat es benutzt. Die Benutzeroberfläche war verpixelt, Grafiken waren ein Witz und es dauerte eine halbe Ewigkeit bis eine Seite gefunden werden konnte, geschweige denn geladen wurde. Noch dazu bekam man Tinitus, wenn man sich mit dem Router irgendwo einwählte. Aber dennoch erkannte die Fernsehwelt schon damals die Zeichen der Zeit, den Fortschritt und dessen Schattenseiten.

 

Der gläserne Mensch. Ihr alle kennt diese Bezeichnung. Heute juckt es niemanden mehr. Vielleicht schreckt man noch bei der Cloud kurz auf, doch Angst hat niemand mehr vor dem Internet. Man lädt mal eben schnell Musik runter, streamt Filme oder mopst Bilder aus dem Netz. Das geht ganz schnell, ohne zu bedenken, dass man damit seinen Standort (bis auf die Straße genau), sowie seine persönlichen Vorlieben Preis gibt. Was ist jedoch, wenn irgend jemand das ausnutzt? Wenn man Menschen auf der Straße begegnet, die alles über einen wissen? Oder wenn all die Daten, Geburtsort, Krankenakte usw. aus dem Netz verschwinden und niemand mehr in einer Behörde nachweisen kann, dass man existiert? Genau darum geht es in dem packend - spannenden Film mit Sandra Bullock.

 

Angela Bennett steckt tief in der Scheiße. Eine Hackerorganisation will an Firmen und Behörden ein sogenanntes Schutzprogramm verhökern, welches sich jedoch als Trojaner entpuppt. Es ist jener Trojaner, welcher auch Angelas Leben vollkommen auf den Kopf stellt. Viele Menschen, die ihr etwas bedeuten, sterben und auch ihr droht das gleiche Schicksal, wenn sie nichts unternimmt. Das grandiose Ende des Films erinnert mich immer ein wenig an den sehr lesenswerten Roman „Ypsilon Minus“ von Herbert W. Franke.

 

 


Sneakers

 

 

 

 


Sneakers – Die Lautlosen, wie der Film im deutschsprachigen Raum genannt wird, ist ein echter Geheimtipp. Er ist spannend, amüsant und sehr unterhaltsam. Da gibt es zum einen den Zwist zwischen zwei alten Freunden. Sie waren Kommilitonen am College und Hacker aus Leidenschaft. Als Martin „Marty“ Brice (Robert Redford) und „Cosmo“ (Ben Kingsley) 1969 von Richard Nixon's Bankkonto Geld zum Nationalen Komitee zur Legalisierung von Marihuana transferieren wollen, werden sie erwischt. „Marty“ entkommt der Verhaftung nur deswegen, weil sie vorher eine Münze geworfen haben, um herauszufinden wer die Pizza holt. „Cosmo's“ Beschiss bei diesem kurzen Glücksspiel hat zur Folge, dass er in den Knast kommt, währenddessen sein Freund „Marty“ sich aus dem Staub machen und untertauchen kann.

 

Viele Jahre später hat „Marty“, welcher sich nun Martin Bishop nennt, eine Firma, die in andere Firmennetzwerke einbricht, um somit die Schwachstellen herauszufinden und diese gegebenenfalls zu beseitigen. Als sich plötzlich die Ereignisse überschlagen und er auf den Spuren seines alten Freundes „Cosmo“ zu wandeln beginnt, erfährt er von einem Chip, welcher nahezu jeden Code knacken kann. Es wäre damit also möglich sich in jedes amerikanische Netzwerk zu hacken. „Cosmo“ will diesen Chip haben, ebenso wie Bishop, welcher die Pläne seines Freundes, diesen Chip für persönliche Zwecke zu missbrauchen, nicht tolerieren kann. Ein erbitterter Kampf beginnt. Es ist jedoch ein Kampf, welcher mit Intelligenz und List geführt wird.

 

Bishop ist nicht allein, so helfen ihm ein blinder Hacker, mit dessen Gehör sie „Cosmo“ ausfindig machen, ein begnadeter Verschwörungstheoretiker (gespielt von Dan Aykroyd), welcher den Ex- CIA Mann Crease (Sydney Poitier) beinahe zur Weißglut treibt, sowie einen jungen Hacker namens Carl (River Phoenix) und Bishops Ex Liz, welche später noch einen fatalen Fehler begehen wird. Zusammen ist dieses Team einfach nur lustig aber auch gewitzt, wenn es darum geht Rätsel zu lösen und an den Chip zu gelangen.

 

Ich mag diesen Film sehr, jedoch bereitet mir ein Dialog heute leichte Magenschmerzen. Weil ich den Film lange nicht mehr gesehen habe, versuche ich diese Szene so genau wie möglich zu rekonstruieren.

 

Film – Quote schrieb:

Cosmo: „These: man sagt eine Bank ist pleite. Das Resultat?“
Bishop: „Die Leute ziehen ihr Geld zurück“
Cosmo: „Ganz genau. Die Bank geht pleite. Stell dir das mit großen Banken und Regierungen vor.“
Bishop: „Was ist mit kleineren Ländern?“
Cosmo: „Korrekt.“

 

Ich werde dabei unweigerlich an Standard and Poor's, sowie Moody's usw. erinnert, welche zuletzt nicht nur den Konzern Sony, sondern auch schon Länder wie Griechenland oder Portugal ins Ramschniveau herabgestuft haben. Das was „Cosmo“ und „Marty“ da ansprechen, ist heute schon längst Realität geworden.

 

 

 

Vernetzt – Johnny Mnemonic

 

 

 

 

Aber lassen wir die bittere Realität hinter uns und tauchen einmal dort ein, wo es so richtig spannend wird. Ich meine damit die virtuelle Welt. In diesem Film betritt der Protagonist nicht nur einmal mit Hilfe eines Oculus Rift/Morpheus artigen Visors und seiner Data Gloves die virtuelle Welt. Was damals noch ferne Utopie war, ist heute selbst in der Spielebranche fast zum Alltag geworden. „Vernetzt – Johnny Mnemonic“ ist in diesem Punkt eine Art visionärer Vorreiter und als kleinen Bonus gibt es gleich noch Takeshi Kitano obendrauf, welchen einige noch von der lustigen, japanischen Spielshow Takeshi's Castle kennen dürften.

 

Keanu Reeves hingegen scheint eine Affinität für virtuelle Welten zu haben. In „Vernetzt – Johnny Mnemonic“ ist er ein mnemonischer Kurier, welcher ein Teil seines Gehirns zur Verfügung stellt, um Daten zu speichern und zu übermitteln. Durch diesen Prozess gehen jedoch auch Erinnerungen verloren. Johnny will aussteigen, doch sein aktueller und letzter Job verlangt alles von ihm. Die Datenmenge in seinem Kopf ist zu groß. Flashbacks aus seiner längst vergessenen Kindheit peinigen ihn, und wenn er den Chip nicht innerhalb von 24 Stunden los wird, stirbt sein Gehirn in Folge einer Überlastung.

 

Das nicht genug, ist auch noch ein Pharmakartell hinter ihm her. In seinem Kopf befindet sich nämlich die Information über ein Heilmittel gegen NAS (Nerve Attenuation Syndrome), eine Krankheit, an welcher die Hälfte der Weltbevölkerung wegen ihres Umgangs mit Elektronik und Kybernetik leidet. Ein Heilmittel wäre jedoch wirtschaftlich gesehen eine mittlere Katastrophe für die Pharmaindustrie, womit wir dann auch schon wieder in der Gegenwart bei Ebola (welches eigentlich nur eine Form der Grippe ist), der Schweine- und Vogelgrippe, sowie BSE und all die unzähligen Impfstoffe dagegen wären. Also schnell weiter im Text.

 

 

 

Tron

 

 

 

 

 

Als Kind habe ich diesen Film vergöttert. Wo ich heute unter epileptischen und psychedelischen Zuckungen leide, wenn ich diesen Film schaue, klebte ich damals geradezu am Bildschirm, um Flynn's Reise in die Computerwelt gebannt zu verfolgen.

 

Da war diese faszinierende Welt aus Bits und Bytes, wovon ein Bit sogar recht gesprächig war. Naja, zumindest, wenn man „Ja“ und „Nein“ als gesprächig betrachten kann. Alles ist neongrell und erfüllt mit Energie. Kein Wunder, benötigen Programme auch Energie, um zu „leben“. Und genau darum geht auch in diesem Film. Um eine Computerwelt voller Leben.

 

Flynn (Jeff Bridges) ist ein Programmierer, welcher Videogames für Spielautomaten entwickelt. Doch Ed Dillinger, Präsident der Firma ENCOM, stahl seine programmierten Computerspiele, vermarktete sie als seine eigenen und bestieg somit den Chefsessel der Firma. Flynn will Beweise dafür sammeln, dass die Programme gestohlen wurden. Dazu muss er ins MCP (Master Controll Program), ein Programm welches die Daten der Firma verwaltet. Um das MCP auszuschalten, hat er das Programm TRON geschrieben. Seine beiden Freunde Lora und Alan Bradley (Bruce Boxleitner), welche noch immer bei ENCOM arbeiten, währenddessen er geflogen ist, helfen ihm dabei TRON zu aktivieren und das MCP lahm zu legen. Doch es geht etwas schief und ein 3D- Scanner, ein Projekt woran Lori gerade arbeitet, erfasst Flynn und verpackt ihn wie eine Art Winzip- Datei, um ihn postwendend in die virtuelle Welt zu befördern (und dort zu entpacken).

 

Mitten in der digitalen Welt ist es alles andere als leicht MCP zu bekämpfen. All die Programme sehen aus wie Menschen und agieren mit Hilfe der Befehle ihrer USER. Flynn hat anfangs Schwierigkeiten sich zurecht zu finden. Noch dazu bangt er um sein Leben als er Protagonist in eines seiner Spiele wird. Denn sollte ein Programm „sterben“, so wird es gelöscht und ist quasi nicht mehr existent. Ein Glück das TRON, mit dem Aussehen seines besten Freundes Alan, bereits aktiv ist und ihm dabei hilft MCP zu besiegen.

 

Währenddessen in TRON ein Disney typisches Happy End wartet, sieht es im Nachfolger schon ein wenig anders aus.

 

 

 

Tron - Legacy

 

 

 

 

 

Kevin Flynn (Jeff Bridges) verschwindet eines Tages in einer Computerwelt, welche er selbst erschaffen hat, und hinterlässt Frau und Sohn. Sam Flynn (Garett Hedlund) ist noch ein Kind, als er erkennen muss, dass sein Vater niemals wiederkehren wird. Die wilden Geschichten über das Raster, einer digitalen Welt erschaffen von Kevin Flynn, hat er längst vergessen als er später (Sam ist bereits ein junger Erwachsener) in ENCOM, der Firma seines noch immer verschollenen Vaters einbricht, um den CEO zu ärgern. Dieser bringt ein Programm nach dem anderen auf dem Markt, wohingegen sich kaum etwas ändert, außer vielleicht die Zahl hinter dem Produktnamen . . . ein kleiner aber feiner Seitenhieb auf Bill Gates' Windows. images/smilies/m-wink.gif

 

Sam hat eigentlich das Recht selbst CEO der Firma zu werden, jedoch ist er ein Hitzkopf und hat kein Interesse daran. Alan Bradley (Bruce Boxleitner), welcher noch immer in der Firma arbeitet, versucht ihm verzweifelt ins Gewissen zu reden. Noch dazu erzählt er Sam von einer seltsamen Pager - Nachricht, welche von Flynn's alter Spielehalle aus gesendet worden ist. Lustlos macht sich Sam auf den Weg. Dort findet er jedoch nicht nur verstaubte Automaten, sondern auch einen Geheimgang zu einem Computerterminal und einem Laser.

 

Sam gerät, wie einst sein Vater, in die digitale Welt und hat es Fortan mit CLU (CGI Jeff Bridges) zu tun, einem Programm, welches geschrieben wurde um diese Welt zu kreieren. CLU ist ein Ebenbild seines Vaters, und er hat nur ein Ziel: die Perfektion. In der Welt von Flynn sind plötzlich neue Programme entstanden. Eine neuartige, künstliche Lebensform mit einer kreativen K.I. CLU hat sie fast alle vernichtet, weil sie sein Bild der Perfektion zerstört haben. Noch dazu ist es CLU's Plan die reale Welt, aus welcher sein User Flynn stammt, zu zerstören, weil sie nicht perfekt ist. Sam und sein Vater Flynn haben nun, mit Hilfe der mysteriösen Quorra, alle Hände voll zu tun, um zu verhindern das CLU mit Heerscharen an Programmen (in Form von Kriegern) in die reale Welt gelangt.

 

Ich liebe packende Geschichten, welche auch noch in ein Daft Punk Musikvideo gepresst werden. Dieser Film ist, nicht zuletzt der coolen Light Cycles wegen, ein audiovisueller Genuss der Extraklasse. Und Sams Missverständnis bezüglich des nicht vorhandenen Laserschwertes, bringt mich immer wieder zum Schmunzeln.

 

 


Matrix - Trilogie

 

 

 

 


Nachdem ich aufgrund meiner Faszination eher die Inhalte der Tron- Filme wiedergegeben habe, sieht es mit der Matrix- Trilogie ein wenig anders aus. Die heutige Generation ist damit aufgewachsen und ich schätze darüber muss man nicht mehr viele Worte verlieren. Fast jeder weiß worum es in Matrix geht. Nämlich um die Frage nach der Realität. Ist unsere Welt nur Schall und Rauch? Nur ein Traum, wie Platon einst vermutete? Die Antwort ist noch immer, dass wir es nicht zu 100% sagen können. Unsere Realität wird durch unsere Sinne gesteuert. Wir nehmen die Welt durch Sehen, Riechen, Hören, Schmecken und Fühlen wahr. Doch was ist, wenn unsere Sinne, oder unser Gehirn als solches, uns nur etwas vorgaukelt? Was ist, wenn die Welt um uns herum nicht real ist?

 

In dem Film Brainscan mit Edward Furlong fokussierte man sich ebenfalls auf diese spannende Thematik. Der Junge geht da durch die Hölle, nur um am Ende festzustellen, dass alles nur ein Spiel und faktisch nicht real gewesen ist. Ähnlich sieht es auch in Total Recall (der Klassiker mit Arnold Schwarzenegger) aus, als Quaid am Ende fragt: „Was ist, wenn all das nur ein Traum ist?“

 

Mit der Realität habe ich mich einst in einem anderen Blog von mir befasst. Und dennoch ist es immer wieder aufs Neue faszinierend. Sensoren könnten unser Gehirn manipulieren und wir sehen, riechen und schmecken gar Dinge, die gar nicht existieren. Auf diese Weise könnte man auch komplett in eine virtuelle Welt eintauchen. So ähnlich wie in Tom Clancy's Special Netforce Romanen. Und dann zerfließen Traum, Vorstellung und Realität zu einem einzigen nebulösen Gebilde, welches wir Realität nennen.

 

Der Film Matrix hat damals viele Menschen bewegt, und einige mögen meinen auch „aufgeweckt“. Immer mehr Leute, darunter auch viele Teenager, begannen sich zu fragen was nun real ist. Gibt es eine Matrix und leben wir gar darin? Der Spuk hörte dann schlagartig auf als „Reloaded“ und „Revolutions“ nachgeschoben wurden. Durch diese Nachfolger wurde Matrix seiner Magie beraubt und zu einem ganz normalen Sci- Fi Film degradiert. Bis dahin war Neo für viele gar eine Art Jesus gewesen.

 

 

 

 

Aber auch heute kenne ich noch Geschichten von Leuten, die felsenfest daran glauben wir würden in genau dieser Matrix leben. Als Resultat bringen sie sich an ihre Grenzen oder laufen wie bekloppt durch die Gegend, in der Hoffnung doch schon bald zu erwachen.
Matrix hat schon einiges verändert. Neben den 360 Grad Kameras und dem grün- diffusen Grundton, waren es vor allem Morpheus' Worte, welche die Menschen zum Nachdenken bewegten und dem Film zu mehr machten, als er eigentlich war.

 

Dabei war diese Thematik bis dato ja nicht einmal ein Neuland in der Filmwelt. Fassbender's Welt am Draht hat es in den 1970'ern bereits vorgemacht.

 

 

 

 

In dem Film geht es um das Computerprogramm SIMULAKRON, welches eine digitale Stadt mit K.I. - Bewohnern simulieren soll. Direktor des Instituts, welches dieses Programm gehört, ist Fred Stiller. Er hat den Posten des verstorbenen Professors Henry Vollmer übernommen. Dieser sprach vor seinem Tod von einer „ungeheuren Entdeckung“. Und das ist es in der Tat, findet Fred doch später raus, dass er Teil dieser Simulation und seine Welt nicht real ist.

 

Währenddessen Fred im Film in unsere Realität gelangt, ist diese in der Buchvorlage „Simulakrum-3“, nur eine weitere Computerwelt. Das ist somit ein ähnliches Ende wie bei dem Roman „Die Wächter des Glücks“, in welchen die Protagonisten am Ende die Maschine besiegen und in die Realität aufsteigen, nur um sich dann am Ende zu fragen ob dies nicht auch nur ein Trick des Computers ist.

 

Nun, all diese fesselnden Gedankenspiele kann man bezüglich des ersten Matrix - Films nicht mehr machen, weil dieser durch die anderen zwei Filme nahezu zerstört wurde. Da gibt es nichts mehr wildes zu spekulieren, außer vielleicht über die Regiefehler und den kitschigen Sonnenaufgang am Ende.

 

Das Spannende an den Computerfilmen ist meist das Nachdenken und Philosophieren darüber. Ein Computer ist nicht gleich ein Computer, denn hinter dem Monitor und den Schaltkreisen steckt so viel mehr. Es geht um eine für uns fremde Welt aus Energie und Entscheidungen. „Ja“ und „Nein“, wie das Bit aus Tron. Die rote und die blaue Pille aus dem ursprünglichen Matrix – Film. Unsere Entscheidung ins Internet zu gehen, oder es sein zu lassen. Zu spielen oder nicht zu spielen. Tun wir es, dann blicken wir auf eine weitere fremde Welt. Zum greifen nah, und doch so fern. Sie ist nicht real, und doch sehen wir sie. Unser Sehsinn ist bereits involviert. Welche Sinne folgen als Nächstes?

 

Und wann werden wir uns inmitten dieser Welten zu fragen beginnen ob die Welt, in welcher wir gerade wandeln und dessen Düfte wir riechen, wo wir Gegenstände berühren und Nahrung aufnehmen, vielleicht real ist? Wenn . . . ja wenn wir uns mit unseren Kriegsspielen nicht früher oder später selbst vernichtet haben. Einst spielte David Lightman mit dem Computer, später spielen Hacker vielleicht mit Drohnen oder gar wirklich mit Atomsprengköpfen. Und was ist, wenn unsere Identität in einer Welt, welche immer digitaler wird (iWatch, Smartglas, Oculus Rift, Smartphones, elekronische Geldkarten, PayPal, digitale Ausweise etc.), vollkommen aufgelöst wird, wie einst im Netz, welches Angela Bennett zu ersticken drohte?

 

Diese Filme mögen Fiktion sein, jedoch sind sie auch ein Spiegel unserer Realität, wenn . . . wir überhaupt wissen was wirklich real ist. images/smilies/m-wink.gif

 


In diesem Sinne . . . hoffe ich keinen wichtigen Computerfilm vergessen zu haben.



Avi


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Vielen Dank an Murdered, XfrogX und auch an ingoeins für den Support bei meinem ersten Kurzgeschichtenversuch hier auf CW. Ein zweites, und vorerst auch letztes Mal werde ich mich an das Projekt Kurzgeschichte wagen.


 

 

In diesem Sinne . . . ein weiteres Mal viel Spaß beim Lesen.

 

 


Avi

 

 

 

 

 

Das Tor

 

 

„Diese Welt kann nicht alles sein. Da muss es noch mehr geben.“
„Du spielst zu viele Videospiele, Phillip.“
Phillip kann es nicht leiden, wenn sein sogenannter bester Freund die Augen verdreht und ihn nicht ernst nimmt. Schon seine Eltern nehmen ihn nicht ernst. Sie sagen auch er zockt zu viel und sollte lieber raus gehen und mit anderen Kindern spielen. Das hat Phillip mit 8 oder 9 Jahren gemacht, doch nicht mehr jetzt, wo er schon 12 Jahre alt ist. Nein, er weiß einfach das dieser Alltag nicht alles sein kann. Die Schule langweilt ihn und seine Eltern nerven einfach nur noch. Er soll gute Noten schreiben, lernen und sich auf das Wesentliche konzentrieren, sonst … Ja, sonst... Phillip wird wütend. Sie wollen ihm doch tatsächlich seinen 3DS wegnehmen. Das ist gemein, denn er war sein Weihnachtsgeschenk. Das hat Phillip genau ein Jahr lang Betteln und Flehen gekostet. Er dachte schon, dass sein Traum niemals wahr werden wird. Doch jetzt, wo er den 3DS hat, ist er unsagbar glücklich. Fremde Welten liegen direkt in seinen Händen. Das ist anders als Papas PC Spiele, welche er meist ohnehin nicht versteht.
„Phillip?“
„Hm?“
Er schaut müde auf. Sein sogenannter bester Freund sieht nachdenklich aus. Das ist ein komischer Anblick, weil Roman ihn immer irgendwie an ein Äffchen erinnert. Das liegt an seinen großen, abstehenden Ohren. Irgendwann sollen sie einmal operativ angelegt werden, doch Roman hat auch irgendwie Angst davor.
„Du warst früher so anders.“
„Wie meinst du das?“
Phillip versteht nicht.
„Naja, wir haben früher gemeinsam gelernt, dann waren wir auf Bäumen klettern. Siehst du den da drüben?“
Phillip folgt seinem Blick und ja, da ist er. Der große „Baumwächter“, wie sie ihn früher einst genannt haben. Er steht mitten in einem Wohngebiet und ist zwischen all den kleinen, frisch gepflanzten Bäumen der älteste und größte aller Bäume. Er sieht schon majestätisch aus, wie er so seine Äste gen Himmel reckt. Der Himmel ist grau und trüb. Kein Wunder, denn es ist Winter und noch dazu bitterkalt. Aber immerhin ist es windstill. Der Schnee knirscht ab und an unter seinen Winterstiefeln. Ein Geräusch, welches Phillip irgendwie mag. Es war letzte Nacht jedoch so kalt, dass selbst der Schnee auf den Fahrzeugen, Dächern, der Straße und auch auf den Ästen dieses Baumes gefroren ist.
„Ich will wieder mit dir auf Bäumen klettern oder irgendwas Verrücktes machen. Aber seitdem du dieses Gerät hast, beschäftigst du dich nur damit. Du schaust ja nicht einmal auf, wenn man mit dir redet.“
Nicht er jetzt auch noch! Phillip wird leicht wütend. Immer diese Vorwürfe, welche er auch schon beinahe Wort für Wort von seinen Eltern kennt.
„Na, ich muss doch sehen, was ich mache. Außerdem ist es jetzt zu kalt, um auf irgend welchen Bäumen zu klettern. Ich will lieber nach Hause. Die Schule ist vorbei und ich habe Freizeit. Die will ich nicht hier draußen verbringen. Es ist außerdem arschkalt!“
„Ja, aber wir könnten Rodeln gehen.“
„Rodeln?“
Phillip verzieht sein Gesicht zu einer Grimasse. „Sind wir dafür nicht schon viel zu alt?“
„Du spinnst!“ Roman schüttelt seinen Kopf und beschleunigt seine Schritte. Er ist wirklich sauer, doch das ist Phillip im Moment egal. Wieso versteht ihn einfach keiner? Hier in dieser Welt macht es ihm keinen Spaß. Nichts macht hier Spaß. Weder spielen, lernen, noch sonst irgend etwas. Er fühlt sich hier so fehl am Platz. Das ärgert ihn. Viel mehr noch als die ständigen Vorwürfe seiner Eltern und neuerdings auch seines vermeintlich besten Freundes.

 

 

 

 

Es sind nun schon zwei Stunden vergangen, Phillip ist vollkommen durch gefroren (bis aufs Mark) und Roman hat noch nicht genug. Spielen. Draußen im Schnee. Wieso macht er das mit? Um Roman einen Gefallen zu tun? Phillip hätte schon längst ein paar Level seines Lieblingsspieles auf dem 3DS spielen können. Das hätte viel mehr Spaß gemacht als Schneemänner zu basteln, dämliche Schneeengel zu malen und sich mit Schneebällen zu bewerfen.
„Schau mal! Da drüben sind S- Bahn Schienen!“
„Ja und?“
Phillip will nur noch nach Hause.
„Komm mit!“
Er beißt auf seine Lippen, reibt seine steif gefrorenen Hände und folgt seinem Freund. Sie laufen vorsichtig, immer mit der Absicht nicht gleich auszurutschen, einen schmalen Weg an den Hochhäusern vorbei in Richtung S- Bahn Gleisen. Der Bereich ist eingezäunt, jedoch entdeckt Roman sehr schnell eine Schwachstelle im Zaun.
„Bist du bekloppt? Du willst doch nicht da durch kriechen . . . oder?“
„Komm schon! Das ist Abenteuer. Wenn du überhaupt noch weißt was das ist“
, entgegnet er vorwurfsvoll.
Es wirkt, denn Phillip folgt ihm zähneknirschend und zwängt sich ebenfalls durch das kleine Loch.
Die Sonne steht hoch am Himmel. Ein kleiner gelber Kreis quält sich durch die dichte Wolkenfront. Wären die Wolken nicht so dicht, wäre es ein recht sonniger Wintertag. Gegen etwas Wärme hat Phillip jetzt nichts einzuwenden. Seine Gedanken werden jäh unterbrochen, als er Roman auf die Schienen laufen sieht.
Hey! Spinnst du? Was machst du da?“
„Das ist doch cool. Wir gucken ob ein Zug kommt, und wenn wir ihn sehen, dann springen wir schnell zur Seite.“
„Was soll denn der Scheiß?“
Hat Roman jetzt total den Verstand verloren? Phillip kann es nicht fassen.
„Das habe ich mal in einem Film gesehen und finde das voll cool.“
„Ich geh lieber nach Hause und zocke etwas.“
„Schisser!“
„Ja, dann bin ich eben ein Schisser.“
„Ach, komm schon. Das ist genial.“
Vielleicht in deiner Welt
, denkt Phillip grimmig. Phillip erstarrt und beobachtet eine Weile wie Roman auf den Gleisen steht und friert. Ein Bahnhof ist nicht in Sicht, aber Phillip weiß wo er ist. Zwei Querstraßen weiter, direkt neben Edeka, wo seine Eltern immer einkaufen gehen. Phillip muss zum Glück nicht mit der S- Bahn fahren, wenn er zur Schule muss. Sie ist fußläufig direkt in seiner Nähe.
„Ich bin ein Agent. Und ich werde die Feinde bekämpfen.“
Was brabbelt der da? Der schaut zu viele Filme, da ist sich Phillip sicher.
„Hey, komm schon. Oder ich erzähle allen in der Schule, dass du ein Schisser bist. Die denken schon das du ein Nerd bist, also wäre das noch schlimmer. Ein Schissernerd!“
„Hör doch auf!“
„Schissernerd!“
Phillip hat die Schnauze voll. Er könnte sich jetzt einfach umdrehen, sich erneut durch den Zaun quetschen und nach Hause gehen. Doch irgend etwas hält ihn davon ab. Es ist ein Gefühl. Ein Gefühl, welches er schon einmal beim Spielen mit seinem 3DS bemerkt hat. Hier gibt es noch mehr als nur diese Welt. Früher ist er in Bücher eingetaucht, doch da waren die Welten nicht ganz so plastisch wie in den Videospielen. Wenn Gedanken und Ideen lebendig werden, hat er sich seit da an gefragt, was ist dann real in dieser Welt? Sind denn die Gedanken nicht selbst die Realität? Genau diese Gedanken begleiten ihn auf den Weg zu den Schienen. Er stellt sich direkt neben Roman und schaut in Richtung Horizont.

 

 

 

 

Irgend etwas schimmert am Ende der Schienen. Was ist das? Es wirkt so unwirklich, so surreal? Phillip kneift seine Augen zusammen, um mehr erkennen zu können. Das kann doch nicht . . . Phillip erkennt ein Tor. Ist dies eine Pforte in eine andere Welt? Eine Pforte wie er sie in den Videospielen gesehen hat? Phillip hört plötzlich Roman schreien, er versteht jedoch nicht was er sagt. Er sieht nur dieses Tor. Ein Zug rast heran und direkt durch dieses milchig- schimmernde Tor hindurch. Es ist ein weißer ICE, welcher beinahe eins mit seiner Umwelt wird. Der Zug rast auch auf ihn zu, jedoch, genau wie beim Tor, direkt durch ihn hindurch. Was ist geschehen? Phillip weiß es nicht, und er will es auch gar nicht wissen. Alles was er sieht, ist dieses Tor.
Phillip macht sich auf den Weg zum Tor und als er es erreicht hat, spürt er diese fließende Wärme. Es ist ein eigenartiges Gefühl. So schön beruhigend. Als er seine Hand ausstreckt, verschwindet sie im Tor. Was wohl jenseits dieser Pforte liegen mag?
„Nein!“ Er hört plötzlich seine Mutter schluchzen und weinen. Komisch... aber das Tor. Diese Wärme und Glückseligkeit. „Phillip! Es kann doch nicht...“ Die Stimme seiner Mutter wird immer leiser und als er durch das Tor tritt, verschwindet sie vollends.

 

 

 

 


Diese Welt ist so atemberaubend. Alles glitzert und schimmert blau, violett und auch in Farben, welche Phillip noch nie zuvor gesehen hat. Er hätte nicht einmal Worte, um sie beschreiben zu können. Es ist ähnlich wie mit dem Wort, welches beschreiben soll, dass man nicht mehr durstig ist. Das gibt es einfach nicht. Niemand hat sich da etwas für ausgedacht. So ist es auch mit den Farben hier in dieser Welt. Sie fließen, sind fest und manchmal singen sie auch. Wenn sie singen, empfindet es Phillip als besonders schön.
„Du hast dich hier sehr gut eingewöhnt.“
Er schon wieder. Oder ich schon wieder? Phillip weiß es nicht. Er sieht hier immer einen Jungen, der aussieht wie er selbst, es aber irgendwie auch wieder nicht ist, weil er Dinge weiß, von welchen er noch nie in seinem Leben gehört oder etwas erfahren hat.
„Die Kristalle sind gewachsen.“
Phillip deutet auf die neue Säule, die neben dem Schloss entstanden ist. Das Schloss ist für ihn unerreichbar. Leider, aber irgendwann will er da mal hin. Es erinnert ihn an ein Schloss, welches er mal in einem Spiel gesehen hat. Jedoch verschwinden die Treppenstufen, sobald er drauf tritt. So ist es auch mit den Kristallen. Phillip geht auf zwei schwebende Kristalle zu. Es knirscht unter seinen nackten Füßen. Es prickelt dabei ein wenig zwischen seinen Zehen. Kaum hat die schwebenden Kristalle erreicht, lösen sie sich plötzlich auf. Am komischsten sind jedoch die Spiegel. Hier in dieser Welt gibt es Spiegel, und wenn er hindurch sieht, kann er die Gesichter seiner Eltern sehen. Sie sehen traurig aus. Vielleicht liegt es auch daran, weil Phillip sie nicht vermisst. Hier in dieser Welt vermisst er ohnehin nichts. Er ist glücklich.
„Ja, dass bist du so lange bis alles weg ist.“
„Du sprichst wieder in Rätseln.“
„Rätsel gibt es nicht, Phillip.“
„Doch. Sonst gäbe es nicht so viele Fragen.“
„Was sind Fragen?“
Phillip will antworten, doch plötzlich hat er tatsächlich vergessen was Fragen sind. Was haben sie für eine Bedeutung und warum sind sie da? Gedanken sind real. Aber Fragen? Er denkt, aber fragt nicht. Er denkt und weiß. Er weiß auch jetzt warum Fragen da sind. Sie sind die Antworten, die man sich gibt, ohne die Antwort selbst auszusprechen. Sie sind wie Spiegel der Antworten. Fragen sind nicht real, aber dafür die Antworten. Die Bedeutung liegt im Innern. Warum ist die Welt rund? Weil sie eckig ist. Warum gibt es die Zeit? Weil nichts existiert. Warum existiert nichts, wenn doch so vieles real ist? Weil nichts real ist. Was ist dann real? Das was du fühlst und denkst. Hörst du auf zu denken, dann ist nichts mehr real. Weder die Gedanken, die Fragen, die Zeit, noch die Welt. Phillip lächelt. Diese Welt ist so schön, warm und ruhig. Überall entstehen Dinge, und sie vergehen auch wieder, um neuen schönen Dingen Platz zu machen. Er sieht Kristalle, hört dem Gesang kleiner Feen zu und wenn er eine Wiese sieht, auf welcher große Bären liegen, weiß er dass alles gut ist. Hier ist alles gut.
„Sieh da! Es beginnt alles zu sterben.“
Eine große schwarze, bedrohlich Wand beginnt alles zu verschlingen. Wie ein Schleier oder ein Leichentuch werden das Schloss, die Wiesen, Kristalle und Spiegel überdeckt. Alles verschwindet ihm Nichts und das macht ihn traurig. So unsagbar traurig... Er mag dieses Gefühl nicht. Trauer ist hier so falsch. Trauer gehört hier nicht her.
„Nein. Das soll nicht geschehen.“
„Ich will das nicht.“
„Das ist nicht gut.“
„Hier habe ich mich wohl gefühlt und will noch länger hier sein.“
„Sie wissen nicht das ich hier glücklich bin. Hier wollte ich schon immer mal hin. Das ist mein Ort.“
„Macht ihn nicht kaputt...“
„Macht ...“
„...ihn...“
„nicht ...“

 

 

 

 

 

 


„Es war die einzig richtige Entscheidung, mein Schatz.“ Frank schaut seine Frau bestürzt an. Diese Entscheidung war wirklich nicht leicht. Aber sie musste getroffen werden.
„Das wäre doch kein Leben für ihn gewesen“, schluchzt sie.
„Nein. Du hast Recht.“
„Er war doch praktisch schon tot, oder?“
„In der Tat. Sie brauchen sich keine Vorwürfe zu machen. Er war hirntot und nur noch die Maschinen haben ihn am Leben erhalten“
, versichert ihnen der Arzt. Wie ein Halbgott in weiß steht er neben Phillips Krankenbett. Phillip liegt dort und schläft. Für immer. Der Schlauch seiner Beatmungsmaschine schaut noch aus seinem Mund, obwohl sie längst abgeschaltet ist. Er wirkt tot. Er . . . ist tot. Eingeschlafen für immer. „Man sagt, dass Bewusstsein entstehe im Gehirn und genau das bildet unser "Ich". Auch wenn einige Spinner meinen, das Bewusstsein existiert abgekoppelt davon.“ Er unterdrückt sein Schmunzeln, denn diese Eltern leiden gerade sichtlich unter dem Verlust ihres Sohnes. „Ich kann ihnen jedoch versichern, dass ihr Sohn schon tot war bevor wir die Maschinen abgeschaltet haben.“
Frank nimmt seine schluchzende Frau in den Arm und nickt. Er stimmt ihm zu, versucht stark zu sein, doch ein fader Beigeschmack bleibt. Haben sie wirklich die richtige Entscheidung getroffen?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 


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Kurzgeschichten Surreal Dimension Materie Geist


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Nach meinem letzten Blog, welcher eher visueller Natur war, haue ich diesmal richtig in die Tasten und versuche mich nun an einer Kurzgeschichte. Wenn diese halbwegs lesenswert ist, schreibe ich bei Bedarf vielleicht noch eine weitere Kurzgeschichte. In diesem Sinne . . . viel Spaß beim Lesen.

 

 

 

 

Fliegen


Mark hat schrecklichen Durst. Es ist spät am Nachmittag und er hat seit Stunden weder gegessen, noch getrunken. Erschöpft wischt er sich mit seinem behandschuhten Handrücken den Schweiß von der Stirn und hinterlässt dabei eine dreckige Spur auf seiner klebrigen Haut. Mark's Blick verfinstert sich als er die Berge der Müllhalde so betrachtet. Meter um Meter wachsen diese tagtäglich an. Alles Zivilisationsdreck, welcher nun von der Nachmittagssonne in einen grellen Schein gehüllt wird. Seine Augen beginnen zu tränen, je länger er dort hinschaut.
„Was für ein scheiß Job“, murmelt er. Doch was soll er machen? Er hat dieses Jahr schon wieder keinen Ausbildungsplatz bekommen und noch ein Jahr sinnlos rumsitzen bringt doch nichts. Der Job auf dieser beschissenen Mülldeponie ist alles andere als reizvoll, doch er wird gut bezahlt.
           Mark ist 19 Jahre alt und schon in der Schule nicht besonders gut gewesen. Es reichte gerade einmal für einen Hauptschulabschluss. Schlecht genug, dass sein Vater noch mehr Gründe hat ihn fertig zu machen, aber immerhin besser als gar kein Abschluss. Wenn er diesen ganzen Schrott so sieht, verteufelt er sich dafür das er den noch härteren Job auf dem Bau nicht angenommen hat. Aber dieser wäre bloß ein Praktikum gewesen und das was er braucht ist Geld und keine Beschäftigung. Seine kleine Einraumwohnung, sowie diverse Rechnungen müssen bezahlt werden. Das er nun von oben bis unten nach verfaulten, abgestanden und verrotteten Zeugs stinkt, gefällt ihn absolut nicht. Er hätte heute bis Mittag ausschlafen können, um dann in Ruhe den Tag zu beginnen. Heute jedoch ist der erste Tag seines neuen Lebens, wie seine Mutter am Telefon euphorisch zu ihm sagte. Super, Toll, Applaus. Um halb sechs aufstehen, duschen (wofür eigentlich bei diesem Dreck?) und ab in die Straßenbahn zum Müllplatz.
Mies gelaunt macht er sich auf dem Weg zum kleinen Personalhäuschen. Es ist viel mehr ein kleiner Container, in welchen eine alte Couch, ein paar Spinds und ein Bürotisch seines Chefs stehen. Auf dem Weg dorthin stolpert er beinahe über eine kleine Blechdose.
         „Fuck!“ Wütend kickt er sie weg, so dass sie lauthals gegen einen Berg aus Altmetall prallt. Das wiederum schreckt einen Schwarm Fliegen auf, welcher sich dort niedergelassen hat. Mark schenkt ihnen keine Beachtung. Viel mehr ärgert er sich darüber was für Zeugs doch die Menschen wegwerfen. Das was er heute alles gesehen hat, wird ihn noch bis in seine Träume verfolgen. Halbierte Ratten, entsorgte Haustiere, benutzte Kondome, sowie ein defekter Dildo waren unter all dem noch die witzigsten Sachen gewesen.
Kaum im Container angekommen, öffnet Mark seinen Spind und greift nach seiner Cola Flasche. Die dunkle Zuckermasse fließt durch seine Kehle, doch ganz gleich wie viel er auch trinkt, es löscht einfach nicht seinen Durst.
„Handschuhe ausziehen, wenn du Essen und Trinken willst! Ich hab dir doch alles erklärt wie es hier abläuft!“ schimpft sein Chef.
          Scheiße, was will der denn jetzt hier? Mark schraubt die Flasche zu und murmelt eine Entschuldigung.
„Morgen wieder zur gleichen Zeit, aber vorher will ich noch was mit dir besprechen. Sei pünktlich!“ Kaum hat er das ausgesprochen, ist er auch schon wieder weg.
„Vielen Dank das du mir einen schönen Feierabend gewünscht hast.“ Mark holt seinen Rucksack aus dem Spind und knallt wütend die metallene Tür zu. „Wichser!“
         Sein Chef ist ein untersetzter Gnom mit dem Aussehen einer Robbe. Letzteres liegt an seinem beschissenen Bart. Mark kann ihn echt nicht leiden. Sein Chef macht eben kein Geheimnis draus, dass er ihn für einen Assi hält, aber wenn er so denkt, dann kann sich Mark auch ruhig wie einer verhalten. Aus diesem Grund lässt er provokativ seine dreckigen Sachen und Handschuhe an, und macht sich auf dem Weg nach Hause. Das Tor erscheint ihm beinahe wie die Pforte in eine andere Welt. Nein, dass ist übertrieben. Wie der Weg zurück in die Freiheit. Eigentlich hätte er auch in den Knast gehen können, denkt er grimmig.
         Er zuckt erschrocken zusammen als sich eine Fliege auf seine Wange setzt. Er wischt sie weg und greift nach der Klinke. Die Fliege jedoch lässt nicht locker und setzt sich auf seinen dreckigen Overall, welcher einmal blau gewesen ist. Jetzt ist er grau und mit allerlei Zeugs verklebt. Eine zweite Fliege scheint Gefallen an seinen stinkenden Sachen zu finden, und nimmt auf einer Falte seines rechten Hosenbeines Platz. Egal, er will jetzt nur noch nach Hause.

 

 

 

 

 

 


          Was für ein Spaß. Mark kann sich unter der Dusche ein Lächeln nicht verkneifen. Er hat gestunken wie ein abgelaufener Joghurt als er in die Straßenbahn gestiegen ist. Die Gesichter der Fahrgäste waren unbezahlbar. Eine alte Oma hat sogar ihr Tuch vor die Nase gezogen. Einfach herrlich. Mark grinst vergnügt, seift sich ein und duscht kurz darauf alles ab. Nachdem er das Wasser abgestellt hat, verharrt er noch einmal kurz in dem heißen Dampf. Ist dies wirklich sein Leben? Er hat eine eigene Wohnung, aber keinen guten Job. Immerhin hat er jetzt einen Job, und er muss sich nicht mehr anhören das er bloß ein arbeitsloser Taugenichts ist. Seine Freundin hat ihn verlassen, weil er zwar sehr süß (vielen Dank für die Blumen) jedoch vollkommen orientierungslos im Leben ist.
Mark verlässt die Duschkabine und trocknet sich flüchtig ab. Orientierungslos. Blödes Wort, empfindet er. Was Frauen immer alles wollen. Er ist gut im Bett. Reicht das nicht? O.K., er kann sich zwar nicht immer alles leisten und Frauen auch nicht immer alles kaufen, aber ist Geld denn wirklich alles im Leben?
         Scheiße. Er hasst solche Momente, wo er sein Leben und sich selbst in Frage stellt. Einfach vor sich hin leben und nicht nachdenken. Einfach die Vorwürfe seines Vaters und seiner Ex vergessen. Ja, so will er es machen. Mark atmet tief durch, verscheucht eine Fliege von seinem Waschbecken und beginnt sich die Zähne zu putzen.

 

 

 

 

Es dämmert bereits und die Sonne wirft ihr dreckig gelbes Licht in sein kleines Wohn- und Schlafzimmer. Seine Wohnung ist eine unaufgeräumte Baracke im 6. Stock eines Plattenbaus. Diese Häuser sind saniert und somit sieht dieses Gebiet nicht mehr ganz so nach Slum aus. Der Penner, welcher es sich eine Straßenecke weiter gemütlich gemacht hat, sowie einige Läden, deren Fenster mehrmals eingeworfen worden sind, sprechen eine viel deutlichere Sprache. Mark kann es drehen und wenden wie er will, aber er wohnt scheiße. Dafür ist die Miete jedoch sehr günstig und es gibt einen Müllschlucker im Treppenhaus.
          Gelangweilt streckt er seine Beine auf seinem Klappbett aus und schaut auf seinen Fernseher. Er zockt gerade, wenn auch sehr halbherzig, Skyrim. Er hat schon gar keine Ahnung mehr, was er in dem Spiel alles machen wollte. Eine Fliege setzt sich plötzlich auf seinen Controller. Er muss den Controller mehrmals schütteln, damit die Fliege endlich weg fliegt. Gerade als ihm endlich wieder einfällt, was er in dem Spiel als Nächstes machen will, setzt sich dieses Mistvieh auf seine Hand und reibt sich die Beine.
„Fuck!“ Er schüttelt seine Hand heftig, bis sie endlich abzischt. Mark beginnt sich nun zu fragen, ob er diese Viecher von seiner Arbeit mitgenommen hat. Ziemlich anhänglich diese Kackbratzen, denkt er grimmig. Er will weiter zocken, doch das Summen seines auf stumm geschalteten Smartphones schreckt ihn auf. Ohne den Controller loszulassen, greift er nach dem Smartphone, drückt auf den grünen Hörerknopf und nimmt das Gespräch an.
„Ja“, knurrt er lustlos.
„Wie war dein erster Arbeitstag?“

„Jenny?“ Mark richtet sich auf seinem Bett auf. Kaum zu glauben das ihm seine Ex Jennifer anruft. Um sich noch einmal davon zu überzeugen, wirft er einen Blick auf's Display. Tatsächlich. Da steht ihr Name. „Weswegen rufst du mich noch mal an?“
„Es interessiert mich wie es dir so ergangen ist und wie die Arbeit so war.“
„Hm... Naja, es war O.K.“, lügt er.
„Das ist ja toll. Wollen wir uns mal wieder treffen?“
           Ich arbeite auf einem beschissenen Müllplatz und werde über die Hälfte eines jeden Tages stinken, geht es ihm erzürnt durch den Kopf. Ist es das was sie sich wünscht?
„Warum sollten wir das tun? Du hast Schluss gemacht.“
„Ich dachte ja nur...“
„Ja, du sollst nicht denken!“
„Mark, ich will dich doch einfach nur treffen.“
„Warum? Weil ich jetzt wieder eine Perspektive habe?“ fragt er gehässig und mit starker Betonung auf das Wort Perspektive.
„Warum bist du denn so wütend?“

„Ich bin nicht wütend. Ich habe einfach nur keinen Bock mehr auf dich!“ Er kann ihre liebliche Stimme nicht mehr ertragen. Als Konsequenz aus der ganzen Scheiße, legt er auf. Was hat sich diese Tusse nur gedacht? Er feuert das Smartphone wütend zu Boden und atmet tief durch. Dabei fliegt ihm jedoch eine Fliege in den Hals, er hustet, wirft den Controller beiseite und versucht nun panisch nach Luft zu japsen. Die Luftröhre scheint blockiert zu sein und er bekommt einfach keinen Sauerstoff mehr. Mark beugt sich nach vorn und hustet so laut und angestrengt, bis sein Kopf rot anläuft. Als er schon glaubt ersticken zu müssen, lässt der Druck endlich nach und er kann wieder atmen.
              „Fu. . .“, presst er mühsam hervor und greift nach seinem Cola Glas. Er schüttet dieses warme Getränk, dessen Kohlensäure sich bereits vollständig aufgelöst hat, in einem Zug herunter. Ist das schön wieder Luft zu bekommen und atmen zu können. Mark lehnt sich erschöpft zurück, doch als er eine weitere Fliege erspäht, welche es sich auf seiner Socke bequem gemacht hat, verliert er seine Fassung.
„Ihr scheiß Viecher!“ Mark schüttelt energisch seinen Fuß, bis die Fliege weg fliegt, und richtet sich auf. Er rollt die Tageszeitung vom letzten Freitag zusammen und geht auf die Jagd. Diese kleinen Biester mit ihren Facettenaugen und diesen haarigen Beinen... Mark will sie alle vernichten und somit seine Wohnung von dieser Plage bereinigen!

 

 

 

 

 

 

Es ist zum Verzweifeln. Drei Viecher hat er bereits erwischt, doch eine schwirrt hier immer noch irgendwo herum. Die drei Fliegenleichen liegen im Bad, auf der Spüle und auf seinem TV Tisch. Doch eine fliegt hier immer noch fröhlich durch die Gegend. Da sitzt sie! Mark sieht diesen kleinen, schwarzen Fliegenkörper auf seiner Heizung sitzen. Sie reibt ihre Hinterbeine und als er sich ihr langsam nähert, zuckt sie ein wenig zusammen. Es ist fast so, als würde sie ihn sehen. Als würde sie ahnen was gleich geschehen wird. Und so ist es auch, denn als er mit seiner Zeitung ausholt, erhebt sie sich und fliegt an die Decke. Kopfüber starrt sie ihn an und reibt sich nun die Vorderbeine.
Dieses Insekt muss sterben, geht es Mark immer wieder durch den Kopf.
             Sein Jagdtrieb ist angeheizt und er will es beenden. Dieses eine Mal will er siegen und es sich selbst beweisen, dass er es drauf hat. Das er wer ist. Mark holt den kleinen Hocker aus seiner Küche, oder vielmehr aus der Kammer, denn viel größer ist seine Küche auch nicht. Er platziert ihn vorsichtig genau unter dieser Fliege, steigt hinauf und muss verzweifelt mit ansehen wie die Fliege Reißaus nimmt und sich auf den Türrahmen der Flurtür setzt.
„Du bist tot! Du weißt es nur noch nicht!“ Mark steigt ab und schleicht vorsichtig in Richtung Türrahmen. Er kommt sich zwar richtig dämlich vor, aber bis nicht die letzte Fliege gefallen ist, kann er heute Nacht nicht mehr ruhig schlafen. Und da ist sie. Direkt vor ihm. Sie scheint ihn anzusehen. Diese kleinen, utopischen Augen wie aus einer anderen Welt. Ja, genau das ist es. Diese Viecher sind keine Erdlinge.
           „Pff...“, macht er und fragt sich was ihm gerade für einen Scheiß durch den Kopf geht. Er holt aus und erwischt die Fliege. Ihr toter Körper fällt zu Boden und bleibt dort mit nach oben gestreckten Beinen regungslos liegen.
Mark ist zufrieden. Er lächelt, geht in die Hocke und betrachtet dieses leblose Vieh. „Jetzt ist klar, wer hier der King ist!“ Kurz darauf erhebt er sich wieder und tritt mit seiner Socke auf die tote Fliege. „So. Zeit fürs Essen“, meint er mit Blick auf sein halbes Käsebrötchen, welches auf dem kleinen Tisch neben seinen Klappbett liegt.

 

 

 


Schon seit über einer Woche fühlt er sich schwach und heute hat er gar so etwas wie Fieber. Dieser Job macht ihn krank. Mark klettert über den Bauschutt und schaut grimmig zum trüben Himmel hinauf. Da kommt heute noch was runter, so viel ist sicher. Die Wolken sind fast schwarz und irgendwo jenseits dieser dicken Wolkenfront wetterleuchtet es. Nicht mehr lange und es donnert und blitzt. Nein, heute wird er diesen Job hinschmeißen. Ist doch egal was alle denken. Er wird etwas anderes finden. Scheiß auf seinen Vater und scheiß auf Jenny. Ein starker Krampf zwingt ihn auf einmal in die Knie.
           „Nicht schon wieder diese Schmerzen.“ Er verzieht sein Gesicht zu einer Grimasse und ballt seine Hand zur Faust.
„Hey, Bauwer! Du hast keine Pause, also geh rüber und lade den Müll auf die Karre!“ brüllt sein Chef, welcher ihn vom Westhügel aus erspäht hat.
Diese verkackte Robbe, denkt er, doch ein weiterer Krampf unterbindet jedweden Gedanken. Alles was er denken kann ist nur noch Schmerz. Mühsam und seinen schimpfenden Chef ignorierend, schleppt er sich aufs Klo. Er weiß gar nicht mehr wie er es geschafft hat, doch kaum ist er dort angekommen, spuckt er Blut neben der geschlossenen Kloschüssel. Kurz darauf wird er ohnmächtig.

 

 


Es ist ein ruhiger Vormittag. Besonders viele Menschen sind nicht gekommen, aber Mark kannte auch nicht mehr so viele Leute. Vor allem nach seinem Schulabschluss sind es immer weniger geworden. Jeder ging seines Weges, um Familien zu gründen oder im Job, der Ausbildung oder der Karriere voran zu kommen. Nur er blieb auf der Strecke.
Die Blicke der Menschen sind nicht besonders betroffen. Hier und da schnieft jemand. Allen voran seine Mutter. Die Miene seines Vater hingegen ist eiskalt. So wie immer. Jenny weint auch. Aber die anderen flüchtigen Bekannten schauen schon auf die Uhr. Zeit ist kostbar heutzutage.
             Der Priester klappt sein Buch zusammen, sagt noch ein paar tröstende Worte und lässt kurz darauf die Trauernden mit einem gespielt - mitleidigen Blick alleine am Grab zurück.
„Ich hätte niemals gedacht das er mal an einem Virus sterben würde“, murmelt einer der Trauergäste.
„Wie kann so etwas denn passieren?“ Fragende Blicke überall.
„Er hat sich wohl durch Insekten angesteckt. Bei dem aggressiven Erreger kein Wunder. Wäre er früher zum Arzt gegangen, würde er vielleicht noch leben. Echt schade.“
„Schade? Er hat doch eh nichts erreicht im Leben. Ich meine, wer war er denn schon?“
„Nicht so laut. Seine Eltern!“
„Na, ist doch wahr.“
               Es dauert nicht lange bis sich die Trauergäste von Mark's Grab entfernt haben. „Geliebter Sohn“ steht unter seinem Namen in silbernen Lettern. Die Sonne umhüllt sein Grabstein mit einem warmen Schein. Es riecht nach aufgewühlter Erde und den Blumen diverser Trauersträuße. Ab und an weht ein starker Fliedergeruch am Grab vorbei. Alles ist ruhig und selbst die Vögel auf diesem Friedhof scheinen nun zu schweigen. Eine Fliege umschwirrt die Blumen, dreht ein paar Runden und setzt sich schließlich auf sein Grabstein. Genüsslich beginnt sie ihre Vorderbeine aneinander zu reiben.

 

 


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Kurzgeschichten Fliegen


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In den letzten Tagen habe ich mich fast schon fieberhaft in mein neues Blog - Projekt gestürzt. Ich bin wahrscheinlich der größte Terminator - Fan unter dieser Sonne, deswegen sind es bereits schon knapp zehn Din- A4 Seiten geworden. Aber so, am Rande eines Burnout und mit den Nerven am Ende, konnte es gewiss nicht weitergehen. All meine Worte waren einfach schlichtweg zu viel für diesen Blog und zu wenig für ein Buch, also habe ich es letztendlich sein lassen.

 

Dumm nur, dass ich auf all mein Material sitzen blieb, welches ich mühsam für den Blog zusammengetragen habe. Ich war wütend auf mich und fragte mich, warum ich das überhaupt mache. Ich meine, Blogs machen mir hier auf CW sehr viel Spaß, ganz gleich ob ich nun einen oder (wie bei meinem besten Blog) über fünfhundert Leser, bzw Leute habe, welchen meinen Blog anklickten. Das ist einfach Leidenschaft und wenn ich ganz bekloppt bin, dann lese ich meine Lieblingsblogs nur für mich noch einmal durch.

 

So, ich war also so ziemlich down, doch dann fiel mir wieder jener Kommentar von meinem letzten Blog ein, welchen ich hier noch einmal quoten werde:

 

 

Leprechaun schrieb:

Wall of Text images/smilies/m-mad.gif images/smilies/SC06.png

 


Ein "Wall of Text" wäre meine Terminator - Orgie mit Sicherheit geworden, ohne Frage. Aber wichtig war auch, was ich auf seinem Kommentar antwortete:

 

Avi schrieb:

Das nächste Mal mache ich nur Bilder, extra für dich, Leprechaun. images/smilies/knuffel1.gif

images/smilies/m-wink.gif


 

 

 

Und so sei es. Ich halte mich dran und werde diesen Blog, was allerdings nicht wirklich geplant war, alleinig für Bilder und ein Video, welches ich auf Youtube gefunden habe, verwenden.

 

 

 

 

 

 

-The Terminator 1984-

 

 

 

 

 

- Terminator 2 - Tag der Abrechnung (1991) -

 

 


 

- Terminator 3 - Rebellion der Maschinen (2003) -

 

 

 

 

- Terminator SCC - Sarah Connor Chronicles (2007-2009) -


 

 

 

 

- Terminator 4 - Die Erlösung (2009) -


 

 

 

 

 

- Terminator Eye - Cam -

 

 

 

 

- Funny Pics -

 

 

 

 

 

 

 

- John Connor - The Terminator bis Terminator Genisys -


 


 

Fragt mich bitte nicht was ich von den einzelnen Teilen, dem künftigen Ableger Genisys mit anderer Timeline oder dem neuen potentiellen John Connor - Darsteller halte. Das könnte alles in einem Wall of Text ausarten. images/smilies/ugly.gif

 


In diesem Sinne  . . . komme ich wieder, hasta la vista und so! ^^

 

 

Avi


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Terminator Bilder


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Ich bin wieder zurück aus dem freiwilligen Hatervollzug. Was war ich doch ein Hitzkopf und habe extrem überstürzt gehandelt. Ich wollte mit CW Schluss machen und diese Seite, so wie all seine sympathischen User, weit hinter mir lassen. Das war der Grund . . . und die Tatsache dass ich ständig mit einem (mittlerweile) ehemaligen User verglichen wurde. Doch wirklich schlüssig war mein Grund nicht gerade. Ich bin eben noch ein kleiner Junge geblieben, welcher auch mit ü30 unüberlegt handelt als kenne er keine Vernunft.


Ich bin erwachsen.


Das lasse ich einmal so stehen, denn ganz verstehen kann ich es noch nicht. Ich fühle mich jung. Wenn man mich nach meinem geistigen Alter fragen würde, so wäre meine Antwort zwischen 16 und 18 Jahre. Ja, genau da fühle ich mich wohl und nicht mit 31. Dieses biologische Alter kann ich nur anhand meines Geburtsdatums ableiten. Anfangen kann ich damit nicht wirklich etwas.

 

 


Meine Jugend habe ich, objektiv betrachtet, irgendwie verschlafen. Ich war einfach nur so da und habe in den Tag hinein gelebt und die Zeit an mir vorbei ziehen lassen. Jetzt besuche ich eine Weiterbildung und versuche von den ständig wechselnden Minijobs wegzukommen. Aber älter fühle ich mich, obgleich ich nun einem verantwortungsvolleren Pfad folge, nicht wirklich.


Ich zocke gerne, habe Spaß und schiebe mittlerweile Leid und Sorgen weit von mir. Warum sich auch sorgen, wenn alles ohnehin auf einen gewissen Punkt zusteuert? Denn ganz gleich ob man ein Haus, Baum oder Kinder hat, man stirbt dennoch ganz allein in einem Altersheim. Davor sind nicht einmal die reichsten Kreativgeister geschützt. „Er verstarb einsam und verarmt“ - „Er starb trotz seiner großartigen Karriere im Heim“ . . . Wenn man das alles liest, dann fragt man sich warum man sich so anstrengt.


Das Leben fließt und die Zeit rinnt unbarmherzig durch die Finger. Ich hatte eine lange Zeit panische Angst vor dieser Tatsache. Sterben. Tod. Das Ende! Ich wollte nicht sterben, aber was viel wichtiger ist: Ich wollte niemals alt werden!

 


Sich von einer Pflegerin oder einem Pfleger füttern lassen, wieder eine Windel tragen und mit einer Krabbelhilfe/ aka Gehilfe durch die Gegend schlürfen, so wie einst als man noch ein Baby war . . . ? Nein Danke, dann doch lieber bei einem Unfall jung sterben. Ich habe Paul Walker wirklich beneidet, muss ich gestehen. Er wird auf ewig jung in meinem Gedächtnis bleiben, und nicht als alter, gebrechlicher Greis.


Das Alter schreckt ab. Trockene Haut, welche sich um die Knochen spannt, noch dazu übersät mit Altersflecken... es gibt wirklich bessere Dinge im Leben. Die Frauen wollen ewig schön bleiben. Jung, schön und erfolgreich. Wenn nicht Letzteres, dann doch wenigstens schön. Und somit spritzen sich nun auch Frauen aus dem Mittelstand Botox ins Gesicht, in der Hoffnung ein Stück ihrer Jugend zu bewahren und den Jungbrunnen kurz berühren zu können. Ein Hoch auf Ambrosia und die Unsterblichkeit! Doch lohnt es sich wirklich? Ewig zu leben... und noch dazu in dieser Welt? Die Ernüchterung kann man in den aufgespritzten Gesichtern der schönen.... Verzeihung, ich meine nur der Reichen sehen. Männer wie Frauen rennen mittlerweile ihrer verloren gegangen Zeit und Jugend hinterher und es hat etwas ungemein Verzweifeltes an sich.

 


Warum kämpfen? Warum das Leben nicht so akzeptieren wie es ist? Ich meine, früher als die Menschen noch in kleinen Grüppchen lebten, waren die schönen Menschen eher Außenseiter und mit Argwohn zu betrachten, währenddessen die Alten die Weisen in der Gemeinschaft darstellten. Man war früher stolz darauf alt zu sein, haben doch alle zu einem aufgeschaut. Klar, heute fluchen „unsere“ alten Leute in der Gesellschaft und sie denken wir jungen Leute hätten es verdient. Dabei gibt es ihn noch: den Respekt vor dem Alter. Doch dieser wird bei den Omas und Opas in unserer Mitte gerne mal übersehen.

 


Ein Aufschauen zu „unseren“ Weisen ist somit nicht mehr möglich, doch wir könnten es ändern. Indem wir selbst unser Alter akzeptieren und weise werden. Wir könnten unsere Lebenserfahrung nutzen, anstatt sie weit von uns zu schieben und wehmütig zurück zu blicken. Wir könnten anfangen uns zu freuen auf alles was kommt, wenn wir beginnen die Zeit nicht mehr zu fürchten.

 

 


Allein im Alter? Angst vor dem Vereinsamen, trotz enger Familie? Warum denn keine WG im hohen Alter gründen? Warum nicht mit 70 oder 80 noch ein wenig (oder gar viel) Geld verdienen? Das unsere Gesellschaft immer älter wird, ist nun kein Geheimnis mehr, also nutzen wir doch unsere Chance, anstatt in Angst zu leben vor grauen Haaren und körperlichen Einschränkungen. Das Leben ist so viel mehr als nur Angst, sowie der Blick zurück zu etwas das einst war und nie wieder sein wird.

 

 

In diesem Sinne . . . entdeckt den weisen Häuptling in Euch und erfreut euch des Lebens, der Natur und Eures Seins.


 

 

Avi


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Zeit Indianer Alter Angst Sterben


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Nachdem ich in letzter Zeit nicht umhin kam mich ein wenig mit Themen rund um Games zu beschäftigen, folge ich wieder meinem ursprünglichen Pfad. Der Pfad, welcher Euch vielleicht dazu bewegen könnte intensiver über das Leben, die Natur, die Wissenschaft und den Menschen nachzudenken.

 

 

Der Mensch. Da wären wir auch schon in der Kernproblematik meines aktuellen Blogs angelangt. Derzeit leben auf unserem blauen Planeten über 7 Milliarden Menschen und pro Minute kommen in etwa 150 neue Menschen hinzu. Das klingt beängstigend in meinen Augen, ist doch bei diesem exponentiellen Wachstum kein Ende in Sicht. Und dabei hat alles einmal so überschaubar begonnen . . .

 

 

Jahrtausende verbrachte der Mensch in Höhlen, und die Zeit schien beinahe still zu stehen. Erst seit 12.000 Jahren züchtet der Mensch Haustiere und seit 5000 Jahren kennen wir die Schrift, seit 400 Jahren das Buch und seit 100 Jahren das Auto.
Wir leben in einer Zeit, in welcher alles schnell gehen muss. Erfindungen werden nahezu in einem beispiellos rasantem Tempo vollzogen, wohingegen einst die Erfindung eines tauglichen Uhrwerkes nach langer Studie von Vater und Sohn, unter anderem auf hoher See, beinahe zwei Generationen gedauert hat.

 

 

Die Zukunft ist jetzt. Denn wir besitzen eine Kommunikation, wie es sie noch niemals zuvor auf dieser Erde gab. Von Höhlenbildern, über Rauchzeichen bis hin zu den ersten Keilschriften haben wir nun ein Kommunikationssystem, welches uns binnen Sekunden mit Gesprächspartnern in Honolulu verbindet, wenn wir das möchten. Die Nachrichten über Politik, Unruhen, sowie Tsunami- und Erdbebenmeldungen erreichen uns beinahe in Echtzeit.

 

 

Es ist natürlich die ideale Traumvoraussetzung, um über einen wichtigen Aspekt nachzudenken- und zwar wir alle gemeinsam. Es geht um die Aussiedlung ins Weltall. Der Bevölkerungszähler steht nicht still. Im Gegenteil, überwiegt doch die Geburtenrate drastisch die Sterberate. Immer mehr Menschen benötigen auch immer mehr Lebensraum. Das ist vollkommen legitim und führt in Großstädten unweigerlich zu einem Problem des Wohnraummangels.

 

 

Ein weiteres Problem ist, dass die Menschen vom Land in die modernen Großstädte fliehen. In diesen Molochs winkt jedoch nicht immer Arbeit und Geld. Das Gegenteil ist meist der Fall, nur kommt noch ein großer Wohnungsraumengpass hinzu. Wo soll man wohnen, wenn die Städteplaner kein Geld haben ungenutzte Fläche in Wohnraum zu verwandeln? Die Folge sind natürlich horrend steigende Mietpreise. In Tokyo, Japan, ist man an dieser Stelle bereits einen Schritt weiter. Dort leben Milliarden Menschen auf diesen verhältnismäßig kleinen japanischen Inseln in gewaltigen Ballungsgebieten. Das Problem des Wohnungsmangels hat die Städte zu Sci- Fi Citys mutieren lassen, in welchen selbst Wohnraum über bereits vermieteten Parkplätzen angeboten wird. Es sind Containerhäuser, welche als Büro- oder Wohngebäude genutzt werden können. Auf Stelzen stehen sie über den Parkplätzen und können zu jeder Zeit abgebaut, an andere Orte transportiert und dort wieder aufgebaut werden. Doch ist so etwas auf Dauer eine Lösung für das Übervölkerungsproblem?

 

 

Die Frage ist nicht leicht zu beantworten. Es gibt jedoch einige Indizien, welche darauf hindeuten, dass wir hier auf Erden nicht mehr lange leben können, wenn wir so weiter machen wie bisher. Ein Mensch verbraucht pro Kopf eine Unmenge an Ressourcen. Nahrung, Kleidung, sowie unnütze Luxusgüter, welche ebenfalls wertvolle Ressourcen beanspruchen. Das hochgerechnet auf Milliarden Menschen in den reichen Regionen unserer Welt, und man erkennt das potentielle Problem sofort. Ressourcen sind nicht unbegrenzt vorhanden. Alles geht einmal zur Neige, wenn der Mensch nur verbraucht, verbraucht, verbraucht. Rohstoffe werden immer weniger. Tiere, welche als Nahrung dienen, sterben aus und durch Waldrodungen entstehen tote Lebensräume oder noch schlimmer, die Voraussetzungen für Erdlöcher. Keine Wurzeln halten das Erdreich mehr stabil, so kann das Wasser den Boden aufweichen und folglich den ganzen Grund meterweit mit nach unten reißen. Meldungen über gigantische Erdlöcher gibt es noch immer sehr viele in den Nachrichten. Zu viele in meinen Augen. Doch diese Löcher sind nur der Beweis, dass der Mensch dem Planeten die Grundlage nimmt  - und somit auch sich selbst.

 

 

Schon heute beginnt in einigen Regionen der Kampf um das Trinkwasser und wissenschaftliche Studien beschäftigten sich schon fieberhaft mit dem Dilemma was wir einmal essen werden, wenn nicht mehr genug Nahrung vorhanden ist. Die Antwort ist derzeit: Insekten. Sie bieten viele Proteine und Nährstoffe - genug um satt und wohl ernährt zu werden. Noch dazu kann man sie leicht züchten und somit produzieren.

 

 

Neben dem Ressourcenproblem verursacht der Mensch jedoch noch etwas weitaus Schlimmeres: Müll. Wenn man sich in seiner eigenen Wohnung so umschaut und die Mülltüten betrachtet, dann kann man manchmal gar nicht glauben wie viel Müll doch tagtäglich so anfällt. Das jetzt auf 7 Milliarden Menschen hochgerechnet, offenbart noch ein mitunter sehr großes Problem. Müllberge, giftige Verbrennungsdämpfe, Krankheiten, Plastik . . . Unsagbar viel Plastik. Es schwimmt im Meer und verklebt unter anderem die Mägen von Pottwalen, den größten Tieren unserer Erde. Es wickelt sich um die Hälse von Seevögeln, Fische fressen Plastik und zwischen Algen und Korallen kleben Tüten aus Plastik. Das noch nicht genug, hat selbst ein Astronaut der ISS schon einmal eine Plastiktüte im All an sich vorbei schweben sehen. Wer soll den ganzen Dreck, in welchen wir irgendwann einmal versinken, wieder aufräumen?

 

 

Das ist in meinen Augen nahezu unmöglich. Die Klimaveränderungen infolge der Treibhausproduktion vieler Großstädte weltweit lasse ich einmal außen vor. Feinstaub und Smog hin oder her, aber Klimakatastrophen gab es schon, so lange die Erde existiert. Das ist nicht unser Problem, sondern unsere Lebensweise ist es. Und diese führt eher früher als später dazu, dass wir uns, ähnlich wie das Virus, einen neuen Lebensraum suchen müssen.

 

 

Doch Aussiedeln ins All kostet Geld. Keine sogenannte Wirtschaftsgroßmacht hat dieses Geld. Die USA haben mehr Schulden, als sie abbezahlen können. Sie handeln mit Staatsanleihen, welche nichts weiter als Schuldenzettel sind. Früher war das Geld an einen realen Wert gekoppelt: das Gold. Die USA lagern mitunter einen Großteil davon in ihren Depots. Der Handel ging damals wie folgt von statten: ein Land kauft Gold von den USA und gibt Amerika Geld. Doch das Gold erhält dieses Land nicht, weil die Barren auch weiterhin in den USA gelagert werden. Aus diesem Grund hat Amerika angefangen imaginäres Gold zu verkaufen, um somit mehr Geld zu erhalten. Doch irgendwann wollten die Länder auch mal ihr Gold sehen. Möglich war, dass beispielsweise auf einen Goldbarren mehrere Besitzer kamen, welche einen rechtlich untermauerten Anspruch darauf hatten. Um einen drohenden Konflikt abzuwenden, koppelte die USA das Papiergeld vom reellen Wert des Goldes ab, was gegenwärtig zur Folge hat das weder der Dollar, der Yen, noch der Euro an einen realen Wert gekoppelt sind. Unser Geld im Portemonnaie ist im Grunde genommen nichts weiter als wertloses Papier.

 

 

Das hat natürlich alles die Konsequenz, dass die Länder hochverschuldet sind und das sich diese Spirale immer weiter und weiter in eine Art Malstrom verwandelt . . . ohne ein absehbares Ende in Sicht. Geld ist wertlos und da facto nicht mehr vorhanden. Die Folge wäre ein weltweiter Krieg, welcher alles auf 0 setzt. Allen voran die Schulden. Vor diesem Hintergrund wäre die Finanzierung einer Aussiedlung der Menschheit ins All ohnehin niemals umsetzbar.

 

 

 

 

Doch überlegen wir ein wenig weiter, so kommen wir an dem Punkt, wo wir uns zu fragen beginnen ob es wenigstens technisch möglich wäre. An diesem Punkt habe ich natürlich begonnen für diesen Blogeintrag sämtliche Bücher zu dem Thema zu wälzen und Sci- Fi Internet - Seiten nach Antworten auf diese Frage zu durchforsten. Allerdings gelangte ich schnell an dem Punkt, wo ich mich an meine Kindheit zu erinnern begann. Klein Avi war 11 oder 12 als er anfing sich brennend für das Thema Weltall und Raumfahrt zu interessieren. Ich habe damals von meinem Vater zum Geburtstag ein kleines, rotes Plastikteleskop geschenkt bekommen. Das war jedoch vielmehr ein Spielzeug und zum Observieren von Sternen nahezu ungeeignet. Den kleinen drehbaren Sternenglobus, sowie das „Was ist Was“ - Buch zum Thema „Der Mond“ habe ich hingegen heute noch.

 

 

Der Mond wird mich niemals loslassen, was die Faszination rund um unseren Trabanten betrifft. Ebenso wie das Weltall, die Sterne, Schwarze Löcher, die Quantenphysik und dergleichen. Doch als ich noch sehr jung war, gab es zwei Ereignisse, welche mich stark erschüttert haben. Einmal war es die Tatsache, dass die Hündin Laika (Лайка, zu Deutsch „Kläffer“), das erste Lebewesen im All, während ihrer „Mission“ qualvoll starb. Die zweite Tatsache, welche mein bisheriges Weltbild vollkommen aus den Angeln hob, habe ich damals als kleiner Pimpf auf dem TV - Sender Vox gesehen. Es war eine Dokumentation über die sogenannte „Mondlandungslüge“. Was ich bisher als unumstößliche Tatsache betrachtet hatte, sollte nun alles nichts weiter als eine Lüge gewesen sein, damit Amerika im kalten Krieg die Nase weit vor Russland hat, was die Raumfahrt betrifft?

 

 

Nun, ich habe mir im Laufe der Jahre beide Argumentationsseiten angesehen. Ich kenne das Für und das Wider, alles bis ins kleinste Detail. Doch im Endeffekt bin ich an den Punkt angelangt, dass ich es allein schon bedenklich finde das die Mondlandung der Amerikaner überhaupt in Frage gestellt wird. Jetzt liegt es an den Taikonauten, ergo an den reichen Chinesen, mir selbst zu beweisen, ob ein Mensch jemals seinen Fuß auf den Mond gesetzt hat, oder jemals wird setzen können. Und so lange diese Frage in meinen Augen noch nicht ausführlich geklärt ist, erübrigen sich auch alle anderen Fragen rund um Erzminen auf dem Mond, Raumstationen im All, das Terraformen für den Menschen geeigneter Planeten, die Reise zum Mars oder etwaige Möglichkeiten der Schwerkraft, sowie energieeffiziente Antriebsmöglichkeiten für Generationsraumschiffe oder, und das war eigentlich das Kernanliegen meines Blogs, ein Leben im All.

 

 

Um nach den Sternen greifen zu können, müssen wir Menschen in aller erster Linie erst einmal Klarheiten auf unserem Planeten schaffen. Momentan ist meine Schlussfolgerung von all dem, dass es irgendwann eine Art 3. Weltkrieg und danach einen Neuanfang geben wird. Ein Neuanfang, wo unsere Stahlbauten zu Staub und Rost zerfallen, und wo neue Zivilisationen entstehen, welche von uns sprechen wie einst Platon von Atlantis oder der verrückte Erich von Däniken von prähistorischen Raumfahrern, währenddessen er vom Flugzeug aus die kunstvollen Linien Nazcas aus der Luft betrachtet.

 

 

 

In diesem Sinne . . . wird das leider noch nichts mit dem Koffer packen und der Reise zu neuen Wohnplätzen im Weltall.


 


Avi, ehemals Aviator


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Weltall Erde Mensch


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Bevor ich (endlich) zu meinem alten Blog- Schema zurückkehren werde, liegt mir noch eine Sache auf dem Herzen. Es geht dabei um den schier unüberschaubaren Android/iOS - Markt.

 

Meine erste Frage ist natürlich ob dieser Markt unser Hobby bedroht? Das mag im ersten Moment wie die ewig alte Leier vom Sterben der Konsolen (oder des PC's) klingen. Doch für mich ist dieser Gedankengang es Wert, dass man ihn zu Ende denkt.

 

Man hat auf der einen Seite eine Flut an Genres und Games in einer Preisklasse von mehr oder minder 0,70 Cent bis vielleicht 9,00€, welche mal eben schnell entwickelt sind. Auf der anderen Seite sind da noch "unsere" Games, welche von 30€ - 70€ kosten, und die auch schon einmal 4 - 5 Jahre Entwicklungszeit beanspruchen können. Währenddessen man ein Android/iOS - Game nach dem Durchspielen einfach durch ein anderes austauschen kann, muss man bei uns vielleicht nach einer jahrelangen Wartezeit mit einem Spiel rechnen, welches gerade einmal für 4 - 9 Stunden Spaß macht.

 

Natürlich sind da noch die (J)RPGs auf der einen und die F2P/ bzw. P2W - Spiele auf der anderen Seite, welche den "Spielspass" künstlich in die Länge strecken. Sei es durch das Bezahlen neuer Inhalte oder in den meisten Fällen durch sinnfreies Grinden und Leveln. 

 

 

Es gibt auf dem Mobile- Markt für die Smartphones und Tablets so ziemlich alles, was das Herz begehrt. Von Shootern, über Super Mario ähnlichen Jump'n Runs, bis hin zu Renn- und Rollenspielen. Es gibt fast keine Grenzen mehr, allein deswegen weil die Geräte immer leistungsfähiger werden. Aktuelle Smartphones und Tablets buhlen derzeit auch um satte HD- Auflösungen. Das Iphone S5 z.B. bietet für sein 5" Display 441ip, das entspricht 147 Bildpunkte. Die Mehrkernprozessoren sorgen für extrem viel Power, saugen jedoch die Akkus dieser Geräte wie hungrige Vampire aus.

 

Alles wird immer kleiner und smarter könnte man meinen. Doch weit gefehlt, denn die Displays werden heute immer größer, um möglichst viel darstellen zu können. Ein gravierender Nachteil sind jedoch immer noch die spiegelnden Oberflächen.

 

Der App- Markt und auch die Gamestores quillen gerade über. Oft sind die Apps bloß locker getarnte Möglichkeiten, um die User auszuspionieren und mal eben die Kontodaten einzusehen. Einzig Amazon mit seinen Kindle - Tablets schiebt den abertausenden von frei programmierten Apps einen Riegel vor. Dies hat jedoch den Nachteil, dass es weniger Angebote als bei Apple oder Google gibt. Auch Updates kommen recht spät, weil (und das ist wieder von Vorteil) diese von Amazon genauestens geprüft werden.

 

Eine unkonntrollierte Angry Bird: Star Wars- App kann z.B. schon einmal die Pforten zu den eigenen Kontodaten bequem öffnen. Dies ist in meinen Augen eines der größten Nachteile auf dem Android/iOS - Markt. Der Kunde ist dort meist Freiwild für alles und die Spiele nur Mittel zum Zweck. Sei es nur um den Kunden zu schröpfen, ihm Geld aus der Tasche mit In- App- Einkäufen zu ziehen oder um ihn zu observieren. Hinter Apple, Google und vielleicht sogar auch hinter Amazon verbirgt sich mit Sicherheit auch der "nette kleine" Geheimdienst NSA.

 

Was gibt es also für Alternativen, wenn man die Vorteile des mobilen Spielens genießen will? Handhelds aus dem Hause Nintendo oder Sony?


Nintendo 3DS/ 3DS XL und 2DS:

 

 

Der Vorteil dieses kleinen Gerätes ist es, dass man alle Nintendo- Spiele unterwegs zocken kann. Von Super Mario über Luigi und Yoshi ist alles mit dabei. Der Double Screen und der Stylus bieten dabei interessante Eingabemöglichkeiten, so wie Ende der 1990'er als man die ersten Touchtelefone noch mit einem Stift bediente. Der 3D- Effekt ist eher ein zweischneidiges Schwert. Für Flug- und Rennspiele ist er so gut wie nicht zu gebrauchen und auch bei Spielen wie The Legend of Zelda- Ocarina of Time macht er in meinen Augen nicht wirklich Sinn.

 

Die Grafik ist, durch den 3D- Effekt des Gerätes, eher an alte PS2- Games angelehnt. Das Gerät selbst ist weder hochwertig designt, noch gefertigt und es richtet sich eher ans jüngere Publikum.

 

Playstation Vita:


 

Die Playstation Vita ist ein sehr edler Handheld, welcher beinahe schon die Grafik der Playstation 3 erreichen kann. Durch den zweiten Stick, welchen man beim 3DS erst nachkaufen muss, gehen FPS- und Shooter Games, sowie Action- Adventure sehr leicht von der Hand. Das Display ist ein großer Touchscreen und auch auf der Rückseite hat man eine Touchfläche zur Verfügung.

 

Die Vita ist, ohne Frage, sehr hochwertig verarbeitet. Surfen, Youtube- Videos schauen und auch grafisch recht ansprechende Titel kann man mit diesem kleinen Allrounder sehr gut genießen. Das große Aber ist jedoch der mangelnde Spielesupport. Es gibt von jedem Genre, bis auf zahlreiche Import- Games und RPGs, noch ein großes Defizit.

 

Würde Sony die Vita hierzulande nicht so sehr vernachlässigen, und vielleicht sogar mit weitaus mehr Apps und Minigames aus dem Android/iOS - Sektor versorgen, dann wäre sie defintiv auch viel erfolgreicher. Bei der Vita wird jedoch deutlich, dass die Qualität eines Low- Price Tablets leider noch nicht einmal ansatzweise erreicht wird. Allein schon was die Surfgeschwindigkeit und auch die Qualität des Displays betrifft, und das, obwohl das OLED der PSV wirklich Spitzenklasse unter den Gaminghandhelds ist.

 

Doch können Handhelds künftig mit den Smartphones und Tablets mithalten, wenn auf diesem Markt schon alles billig kopiert wird, was man in unseren Kreisen schätzt und ehrt?

 

 

Ich gehe eher davon aus, dass die Vita Sonys letzter Handheld sein wird.  Ob Nintendo es noch einmal wagt gegen die Flut des iOS/ Android- Marktes anzukommen, steht nach der Wii U- Pleite noch in den Sternen. Eine weitere Baustelle kann sich Nintendo derzeit nicht mehr leisten. Schon gar nicht eine, die parallel zur schwächelnden Wii U verläuft.

 

Aber kann sich überhaupt noch jemand gegen diesen Markt behaupten? Eine Alternative wäre in meinen Augen eine Symbiose aus Tablet und Konsole. Und genau das schien man sich bei Nintendo damals auch gedacht zu haben. Jedoch hat Iwata wohl nicht ganz zu Ende gedacht. Selbst die günstigsten Tablets sind heutzutage schon kleine High- End Kisten. Dagegen wirkt das Gamepad der Wii U wirklich wie ein Fisher Price- Produkt, wodurch Nintendo sich dann selbst wieder an sein Kinderkonsolen- Image festgenagelt hat. Warum denn keine stylische Alternative? Sony hat es mit der PS Vita doch gezeigt, dass dieses Gerät, trotz der fehlenden Spiele noch zu etwas gut ist und auch Amazon verbindet seine Fire Tablets künftigt mit dem Fire TV:

 

 

Die Handhelds alleine können, auch wenn ich die PSV vergöttere, auf längerer Sicht nicht gegen die Smartphones und Tablets ankommen. Dazu sind die Spiele viel zu teuer. Für ein Animal Crossing New Leaf oder ein Killzone Mercenary zahlt man Unsummen im Vergleich zu Fishdom, Jewel Legends oder Final Fantasy III auf den iOS/Android- Systemen.

 

Zahlt sich all das im Endeffekt wirklich aus? Nun, ich denke es kommt auf den persönlichen Geschmack an, und auch darauf wie man aufgewachsen ist. Können die heutigen Kids etwas mit unseren Triple A- Titeln anfangen? Erhöht sich deren Herzschlag, wenn ein neues GTA angekündigt wird? Und wenn, würden sie ein abgespecktes GTA lieber auf dem Tablet oder Smartphone bevorzugen?

 

Unser Spielehobby ist schon seit einiger Zeit im Wandel. Die Games dauern im Schnitt zu lange, was die Entwicklungszeit betrifft. Wird jemals The Last Guardian erscheinen? Wann kommt endlich Final Fantasy Versus XIII Final Fantasy 15? Wird Nintendo noch dieses Jahr zur E3 ein Release- Datum zu The Legend of Zelda HD U ankündigen? All diese Games, auch das verschobene Drive Club oder Watch Dogs, brauchen Zeit. Sehr viel Zeit. Und wieviel Spielspaß kommt für uns nach all der Zeit im Endeffekt dabei heraus?

 

 

Oftmals ist die Frage, ob sich das Warten lohnt auch mit einer gewissen Leidenschaft für unser Hobby verbunden. Doch sind Smartphone- Zocker, welche die Games wechseln wie andere Leute die Schuhe, keine echten Zocker? Was ist eigentlich ein "echter Zocker" und wo führt uns unsere Zukunft hin?

 

All diese Fragen geistern mir immer durch den Kopf, wenn ich meine Frau begeistert mit ihrem Tablet zocken sehe. Und ihre Vita? Nun, die verstaubt nun vor sich hin und wird kaum noch genutzt. Und selbst die großen Konsolen hat sie seit da an nicht mehr angerührt. Ni No Kuni bleibt beim letzten Spielstand auf Eis gelegt . . . und das alles wegen Playrix- Spielen, sowie einer Flut an Renn- und Aufbauspielen für das Android- System.

 

Ich habe ihr Tablet noch nicht in die Hand genommen. Warum? Vielleicht weil ich Angst habe auch infiziert zu werden. Von einem Virus, welcher weitaus schlimmer ist als so manch eine Horrorvorstellung von einer Zombie- Apokalypse...


 

 

In diesem Sinne . . . behaltet Eure Controller fest in der Hand, ganz gleich wie lange es auch dauern mag auf die guten alten Triple A- Titel zu warten.


 

Aviator


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Früh am morgen habe ich nichts besseres zu tun als nun einen Blog- Eintrag über Drive Club zu verfassen. Ich muss echt verrückt sein. ^^ Aber sei es drum.

 

Drive Club, einst als Launch Titel für die Playstation 4 gedacht, entpuppt sich nun als eine Art zweites The Last Guardian oder gar noch schlimmer als ein Final Fantasy Versus XIII images/smilies/SC24.gif , welches dann zu Final Fantasy 15 wurde . . . wenn es denn überhaupt mal erscheinen sollte in diesem oder einem anderen Leben.


Hat Drive Club nun einen ähnlichen Weg vor sich? Oder hat Sony mit diesem Spiel noch etwas Großes vor? Darüber möchte ich mit Euch ein wenig spekulieren, wenn Ihr Bock habt.

 

Bevor wieder ein lieb gemeinter tl:dr Kommentar kommt, versuche ich mich (untermalt von Bildern) kurz zu fassen. Also, Drive Club war nun schon fast zum greifen nahe, wenn man an die Demo denkt:

 

 

 

 

Doch was ist passiert? Dachte man sich bei den Evolution Studios oder bei Sony, dass man Drive Club nicht einfach so auf den Markt schmeißen kann? Also so ähnlich wie es mit Forza Motorsport 5 für die Xbox One geschah? An Forza 5 haftet noch ein Hauch der alten Gen und es bietet nicht wirklich das von vielen erwartete „Next Gen- Flair“. Anfangs war es gar so, dass Drive Club und Forza 5 in eine Art Konkurrenzkampf der Fans und Zocker verwickelt wurden.

 

 

 

 

 

War dies vielleicht auch einer der Punkte, welcher letztendlich dazu führte, dass Drive Club zurück ans Zeichenbrett, so beinahe der O- Ton von Sony, geschickt wurde? Vielleicht will man nur die Grafik aufpolieren und somit vielleicht für ein exzellentes Carporn- Game sorgen? Das Drive Club Bild unter dem Forza 5 Footage sieht doch eigentlich schon recht ordentlich aus in meinen Augen. Aber reicht das Sony wirklich aus?

 

Um den ganzen Hype um schnelle Autos und glänzende Motoren einmal im Ansatz verstehen zu können, bette ich nun für alle Zocker, die kein Benzin im Blut haben, ein paar dieser Carporn- Exemplare in meinen Blog- Eintrag ein. Diese Autos sehen doch (bis auf das eine Funny- Tuning Bild ^^) doch allesamt heiß und sexy aus, oder? images/smilies/m-blushed.gif Nicht? Naja, manche sollten vielleicht wirklich mal Diesel intravenös tanken. images/smilies/m-wink.gif

 

 

 

 

Wieder weg vom RL und back to the Games. Mal ehrlich, was plant Sony? Liegt es vielleicht daran, weil ein neues Gran Turismo Drive Club sozusagen „bedrohen“ könnte? Immerhin war Gran Turismo für viele Jahre das Aushängeschild für Sony, wenn es um Racing Simulatoren geht. Das Spiel schlug damals auf der ersten Playstation ein wie eine Bombe und sorgte für ein neues Genre, neben den seit vielen Jahren zuvor schon bekannten und beliebten Arcade Racing Games.

 

 

 

 


Project Gotham Racing, kurz PGR, übernahm die Bürde gegen den Giganten Gran Turismo anzutreten. Und es behauptete sich recht gut, nicht zuletzt weil Gran Turismo von Spiel zu Spiel immer mehr an Glanz verlohr. Diese Marke war nun zum Mainstream mutiert und längst nichts Besonderes mehr. Doch könnte Gran Turismo Drive Club wirklich „gefährlich“ werden?
Ich denke das ginge nur, wenn man planen würde eine Simulation aus dem Spiel zu machen. Momentan steht Forza 5 noch immer in stummer Konkurrenz zu Drive Club, und vielleicht misst Sony intern Drive Club wirklich an Forza 5?
Oder Crash Team Racing 2, welches auf der E3 2014 angekündigt wird, ist derzeit der Drive Club – Killer. images/smilies/ugly.gif

 

 

 

 


Nein, keine Angst – oder keine Trauer? images/smilies/nixweiss.gif - es wurde noch nichts in dieser Richtung angekündigt, aber man weiß ja nie was in den sterilen Büros von Sony so vor sich geht. Und genau deswegen wurmt mich diese ganze Drive Club Geschichte auch so. Sony will, so wieder O- Ton, „das bestmöglichste Spieleerlebnis“ bieten. Aha, und wie sieht das aus? Mit einem Online- Racing Game, bzw Social Racing Game? Share the Greatness @ its best?

 

Schon seit Anbeginn der Racing Games wollte man das Fahrgefühl so authentisch wie nur irgend möglich gestalten. Sei es nun durch die neuwertige Grafik und Technik, welche in Gamingurzeiten eine Art Geschwindigkeitsgefühl vermitteln sollte. Oder aber, so wie es meist heute der Fall ist, mit Zusatzgeräten oder Peripherie- Einheiten wie Lenkräder und Fahrsimulatoren.  Was tut man nicht alles um das bestmöglichste, virtuelle Fahrgefühl auf das Real Life zu übertragen?

 

 

 

 

 

 

Wie kann man ein Erlebnis bei einem Rennspiel also noch aufbessern? Hm . . . mein erster Gedankengang führt mich automatisch zu Sony's GDC- VR Headset Ankündigung. Gibt es da eine Verbindung? Wie komme ich da drauf? Nun, bei der Drive Club Präsentation sieht man prima wie der Fahrer sich munter im Fahrzeug umschaut. Das gibt es zwar, wenn auch nur begrenzt und etwas erweitert bei der Kinect 2.0 Verbindung mit Forza 5, aber vielleicht könnte dies der Hinweis sein, wo Sony vielleicht hin will.

 

Kinect 2.0 mag ja ganz lustig sein, doch Sony könnte all dies nur als kindiche Spielerei aussehen lassen, wenn . . . ja wenn man es doch tatsächlich schaffen könnte ein optisch ansprechendes, nein mehr noch (!), ein bombastisch aussehendes Spiel mit einer VR- Brille zu verbinden.

Du bist der Fahrer! Greatness awaits!

 

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. . .

 

 

Vielleicht hat man sich Forza 5 angeschaut und dabei gedacht: „Stop! So können wir Drive Club nicht in Konkurrenz schicken. Wir brauchen für unser Flaggschiff, der PS4, etwas Einzigartiges!“ Und deswegen fusioniert man vielleicht das erste fotorealistische Racing Game mit der modernen VR- Technik.

 

 

 

 

 

Hm... vielleicht, denn ob diese Technik wirklich schon so weit ist, wage ich einmal zu bezweifeln. Kann die PS4 eine derartige Power tragen oder hat Sony genau deswegen noch ein Ass im Ärmel? Vielleicht ist aber auch alles ganz anders und Sony, sowie die Evolution Studios, sitzen gerade mit einem kollektiven Burnout in ihren Besprechungsräumen, nehmen Kopfschmerztabletten und realisieren, dass sie weder die Termine einhalten, noch die Erwartungen der Fans erfüllen können und schieben eine Einstampfung des ganzes Projektes einfach nur hinaus.

 

Nach der ganzen Heulerei präsentiert Sony dann mal schnell ein neues Gran Turismo für Mitte 2015 und hofft somit, dass Gras über die ganze Kacke wächst. images/smilies/SC21.gif Alles was danach noch übrig bleibt sind wunderhübsche Bilder eines Rennspieles, welches mal erscheinen sollte, aber es doch niemals tat.

 

Schlimm, und für mich das wirkliche Worst Case, wäre es nur, wenn Anfang 2015 oder doch noch 2014 irgendwann das Spiel erscheint und es ein Crap vom feinsten wird, sowie technisch, grafisch als auch von der Steuerung her. Dann doch lieber Gras drüber wachsen lassen. Doch was wäre, und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, wenn diese VR- Geschichte doch wahr werden könnte?

 

Würdet Ihr Euch über solch eine (R)evolution freuen oder braucht so ein Käse kein Schwein?


Haut in die Tasten, wenn Ihr gerade nichts Besseres zu tun habt und sagt mir Eure Meinung über Drive Club und Sonys Handeln. Seid Ihr heiß auf das Game oder ist der Hype, wenn er jemals vorhanden war, schon längst weg?

 

 

 

Der Avi schreibt diesmal nicht „In diesem Sinne“ und beendet in diesem Sinne diesen Blog- Eintrag . . . images/smilies/ugly.gif

 

 


Aviator

 

 

 

 

 

 

 

 

P.S.: Irgendwie kann ich diesen Blog- Eintrag nicht ohne Paul Walker beenden. Er gehört zu Rennwagen wie der Papst zur Kirche. Also, Bro. Rest in Peace!

 

 


 


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Nach dem euphorischen Next Gen Start der letzten Wochen, kann ich mich allmählich wieder an einen Blog- Eintrag wagen . . . auch wenn ich mit dem Titel nicht ganz zufrieden bin. Sei's drum. Meine Intentionen einen Beitrag über Mechs zu schreiben entspringt einer kaum zu bändigenden Leidenschaft in mir. Ich glaube das die zukunftsweisende Technik in meinen Genen verankert ist. Dumm nur, dass ich weder von Mathematik, Kybernetik oder gar simplen mechanischen Mechanismen eine Ahnung habe. Keine guten Voraussetzungen, aber nichtsdestotrotz ist eben die Kreativität und der Traum einer Welt, in welcher die Technik ein Teil von uns und wir von ihr werden, meine Motivation. Mensch und Maschine: Eine Symbiose des Schreckens oder des Erstaunens. Was es letztendlich ist, dass muss jeder selbst entscheiden.

 

Habe ich mich letztens schon mit den Cyborgs befasst, ergo Menschen gekoppelt an mechanischen Funktionen, so widme ich mich nun der Steuerung gewaltiger Roboter. Wenn man es ganz genau nimmt, so beherrschen schon Bauarbeiter mächtige Maschinen, wühlen mit unvorstellbaren Kräften im Erdreich oder transportieren Tonnen von Sandbergen. Bei diesen gigantischen Muldenkippern, wo einem beim Betrachten schon die Superlativen ausgehen, kann man schon von diesen haushohen Monsterreifen überrollt werden, wenn man nicht vorsichtig ist. Das sind wahrlich schon „kleine“ Mechs in dem Sinne.

 

Doch was heißt eigentlich Mech? Dieses Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet in seiner Urform mechos soviel wie Hilfsmittel. Später wurde daraus mechanes, welches man als Werkzeug oder Kriegsmaschine übersetzen kann. Wortverwandt ist natürlich auch das lateinische Wort machina, woraus im englischen dann verständlicherweise mechanical (in Deutsch: mechanisch) wurde. In japanischen Gefilden bediente man sich dieser Wortform und bezeichnete mit dem Wort Mecha (メカ) schlichtweg alles, was mit mechanischen Objekten zu tun hat. Darunter zählten Autos, Maschinen, Schusswaffen oder Computer. Mittlerweile ist diese Bedeutungsform in Japan jedoch schon wieder veraltet und man besinnt sich wieder auf die englische Ursprungsform, so dass Mech heutzutage nur noch durch Animes und Mangas seine Bezeichnung für Kampfroboter, welche von Piloten gesteuert werden, inne hat.

 

 

 

 

Obwohl ich nicht mal einen Computer bedienen kann, ohne das er irgendwann anfängt vehement gegen mich vorzugehen und zu streiken, habe ich mir als Kind oft gewünscht ich wäre ein Mech- Pilot. Wie fühlt es sich wohl an in der Kanzel einer gewaltigen Maschine zu sitzen und diese schier unbändige Kraft zu spüren? Ein tonnenschweres Skelett aus Stahl, meterhoch und mit dem fortschrittlichsten Know- How ausgestattet. Auf dem Kopf ein Helm, welcher vor den Stößen durch die Fortbewegung schützt und direkt im Visier viele Monitore, die ein gutes Bild von der Außenwelt präsentieren. Jede Bewegung, egal ob ein Finger oder die ganze Hand bewegt wird, setzt das Exoskelett geschmeidig um. Durch dieses Strahlgerüst, ausgestattet mit biegsamen Gelenken, ist es möglich enorme Lasten zu tragen und sich schnell fortzubewegen. Kein Mensch könnte jemals diese Kraft oder diese enormen Distanzen überbrücken. Vielleicht wären Mechs auch die ideale Lösung für Mars- oder Mondmissionen?

 

Mechs in der Raumfahrt wären in meinen Augen ohnehin die perfekte Lösung. Schwere Lasten können transportiert und hinderliches Gestein schnell beseitigt werden. Auf fremden Terrain sind diese Mechs, ausgestattet mit menschlichen Piloten, doch optimal. Natürlich kristallisieren sich umgehend Horrorvorstellungen von grausamen Unfällen heraus, wenn man sich vorstellt das der Pilot einen Fehler macht und die Kanzel zerstört wird. Halbtot und blutend versucht er aus der Maschine zu kommen, welche vielleicht noch Feuer fängt. Wenn es nicht die Flammen sind, welche den Körper des Piloten verzehren, so ist es die fremdartige Atmosphäre, welche es dem Piloten unmöglich macht ohne Sauerstoff zu überleben.

 

Doch Unfälle gibt es überall. Sei es nun auf einer Baustelle oder im All. Ich denke jedoch das Mechs die Ideallösung darstellen, sollte man tatsächlich aus finanziellen Beweggründen in Erwägung ziehen Mondbasen zu errichten, um kostbare Erze abzubauen. Wie sonst sollte man unter diesen lebensfeindlichen Bedingungen derart schweißtreibende Arbeiten verrichten? Ein Mensch in einem Skarpander alleine genügt dabei nicht. Auch wenn all das nur meine persönlichen Utopien oder Träumereien sind, so empfinde ich eine derartige Zukunft zumindest als möglich. Vorausgesetzt die Finanzen und die Motivation der jeweiligen Staaten stimmen, um sowohl die Mech- als auch die Mondbasenprojekte zu verwirklichen.

 

 

 

 

 

In den Animes werden Mechs gerne als Kampfroboter verwendet, um ebenbürtige Gegner aus dem Weg zu räumen. Im Mittelpunkt steht oft eine tapfere Crew, welche noch nicht einmal das Teenageralter erreicht hat. Auch in Neon Genesis Evangelion ist dies der Fall, jedoch zählen die EVAs, wie ich letztens im CW- Forum erfuhr, nicht zu den Mechs, weil es organisch- lebendige Wesen sind, welche von den Piloten gelenkt werden. Das Prinzip eines Battle- Mechs ist ähnlich, jedoch sollten diese Mechs vollkommen leblose Exoskelette sein, um die Voraussetzung für einen „echten“ Mech zu erfüllen.

 

Wo wir gerade bei den „echten“ Mechs sind, so kann man sagen, dass man heute schon fieberhaft daran forscht tatsächlich welche zu erschaffen. Das Capio Dual- Arm- Exoskelett , gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, stützt sich auf das Force- Feedback und hat als Ziel Rehabilitationen zu unterstützen. Bei diesem Typen werkelt man bereits auf medizinischer Ebene, so dass ein Mech nicht unbedingt alles zerstören muss, um cool zu sein oder gar zu imponieren. Ganz andere Ziele verfolgt jedoch die Firma Raytheon, welche die Premiere des „Iron Man“ - Films nutzte, um auf ihr Projekt Aufmerksam zu machen. Die Stärke, Ausdauer und Beweglichkeit sollen durch ein militärisches Exoskelett gesteigert werden, und wer in seiner Grundausbildung bei der Armee schon einmal mit einem 10 – 30Kg schweren Marschgepäck unterwegs war, wird vielleicht verstehen wie wichtig eine Reduzierung der Lasten für weite Distanzen oder im Kampf wirklich ist.

 

 

 

 

Bedeutet dies jedoch, dass Soldaten bald wirklich mit Exoskeletten und später in Battlemechs in den Kampf ziehen werden? Ja und nein, würde ich sagen. Momentan sind die Streitkräfte voll gespickt mit Technik und die Armee gibt heutzutage weitaus mehr Geld für Drohnenpiloten als für echte Piloten aus. Auf dem Schlachtfeld fahren kleine Rover und andere Maschinen, welche Minen entschärfen und für den Menschen tödliche Arbeiten verrichten. So ist es nicht selten, dass die Soldaten auch eine Art Nähe zu ihren mechanischen „Freunden“ aufbauen. So soll einmal ein Soldat vollkommen aufgelöst und mit Tränen in den Augen einen von einer Miene zerstörten Rover zu den Technikern gebracht haben, mit der dringenden Bitte diesen zu reparieren. Oft stellt diese Technik an der Front nicht einfach nur einen simplen Nutzen dar, sondern sie ist vielmehr derart integriert, dass man schon von einer innigen Kameradschaft sprechen kann. Battlemechs wären in der Armee also alles andere als undenkbar. Das einzige Hindernis stellt hierbei noch die Technik an sich dar. So hängen heutige Mechs noch mit langen Kabeln an Computern fest. Letzteres ist alles andere als geeignet für die Schlacht.

 

Nichtsdestotrotz leben vor allem in Japan viele Mech- Fans ihren Traum. Alles integriert mit Waffen und voll beweglich versteht sich:

 

 

 

 

 

 

Auch Hideo Kojima, Schöpfer von Zone of the Enders und dem Kampfroboter Metal Gear aus der gleichnamigen Reihe, hat eine Affinität für Mechs. Allein die detaillierte Darstellung des Metal Gear erstaunt mich jedes Mal auf's Neue. Es gibt im Bereich Modellbau sehr viele Hobbybastler, welche sich akribisch mit dem Zusammenbau solch komplexer Battlemechs beschäftigen. Viel Ruhe ist dafür erforderlich, wenn man die Lampe über die Kleinteile schiebt, die Pfeile hervor kramt und beginnt alle Kanten abzupfeilen, zusammenzukleben und letztendlich alles zu bemalen. Alternativ jagen die Model- Kit- Sammler jeden Mech – Modell hinterher, um letztendlich ihre Vitrinen zu füllen und diese pilotierten Kampfroboter gekonnt in Szene zu setzen. Dieser Leidenschaft liegt eine Vorliebe für Technik, Mangas oder Animes zu Grunde.

 

 

Dieses aufregende Thema findet in letzter Zeit immer mehr Anklang und nicht nur in asiatischen Gefilden ist man fasziniert von Mechs. Seien es nun die Mechs aus Star Wars, wie der berühmte AT- AT oder die Mechs in Pacific Rim. Neben Film und Fernsehen hat die Mechwelle jedoch auch schon lange von der virtuellen Welt Besitz ergriffen. Pazifisten oder alle, die nicht auf die schleppenden Entwicklungen der Kriegsindustrie warten wollen, greifen viel eher zu der Armored Core- Reihe oder den Zone of the Enders Spielen. Beide Mech- Spieleserien fanden ihren Ursprung auf der Playstation, wobei ZOE 1+2 heutzutage als HD- Editionen und Armored Core 4 für die Xbox 360 und Playstation 3 erhältlich sind. Ganz neu am Start befinden sich gerade die Spiele Titanfall, bald erhältlich für die Xbox One, und (das Projekt) „X“ von Monolith Soft für die Wii U.


 

 

In diesem Sinne . . . klettert in Eure Cockpits und lasst Euch mitreißen von diesen gigantischen Maschinen, dessen Herren Ihr selbst seid.

 

Aviator


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Wie könnte unsere Zukunft aussehen? Diese Frage stellte ich mir schon als kleines Kind und sie wird mein Leben lang ein Teil von mir sein. In der Grundschule (ich glaube es war die 4. Klasse) wurde im Deutschunterricht einmal das Thema Zukunft behandelt. Ich war umgehend Feuer und Flamme, doch das was ich dort auf der Kopie vorfand, welche die Klassenlehrerin für uns austeilte, enttäuschte mich.

 

In der Zukunft wird jeder Mensch einen eigenen Hubschrauber besitzen, stand dort auf dem Zettel als mögliche Zukunftsvision. Schon als Kind empfand ich etwas Derartiges als kompletten Unsinn und ganz und gar nicht fortschrittlich, geschweige denn aufregend. Mein Interesse galt, und das tut es heute noch, den Robotern, Androiden, Mechs und auch den Cyborgs. So stellte ich mir damals also unsere Zukunft vor. Eine Welt bevölkert mit Menschen, Maschinen und Mischwesen, welche ein neues Bindeglied der Evolution darstellen. Währenddessen das Missing Link noch im Verborgenen liegt, wäre dies nach meiner Definition das „Technical Link“.

 

Heute würde man wohl Body Hacking dazu sagen, wenn Menschen bewusst ihren Körper und die damit verbundenen Fähigkeiten aufbessern. Ein Gott spielt bei dieser Entwicklungsstufe keine Rolle mehr, hat dieser doch den Menschen nach seinem Bilde erschaffen und scheint in seinem Handeln und Tun nahezu unfehlbar zu sein. Jedoch gibt es Fehler in der Evolution, abgestorbene Entwicklungsstämme und Dead Ends. Ja sogar genetische Krankheiten gibt es, welche wohl kaum auf einen Gott zurückzuführen sein können. Und wenn, sollte man so jemanden gewiss nicht anbeten. Pimpt man dann auch noch den von „Gott gegebenen“ Organismus auf und gestaltet ihn somit besser und effektiver als ein möglicher Schöpfer, so ist für einen Gott ohnehin kein Platz mehr.

 

Früher, als ich noch sehr jung war, verwechselte ich oft die Begriffe Android und Cyborg. Doch ein kybernetischer Organismus, wo Mensch und Maschine eins werden, hat nichts mit einem Roboter zu tun, welcher nur das Aussehen eines Menschen besitzt. Androiden oder Gynoide (auf die weibliche Form bezogen) sind nichts weiter als Imitate; nicht mehr und nicht weniger. Währenddessen man bei diesem technologischen Zweig recht erfolgreich eine Menschenähnlichkeit mit Robotern nachzubauen versucht, verlinkt man beim kybernetischen Organismus den Roboter mit einem lebenden Wesen. So werden die vom Menschen erschaffenen Maschinen eins mit ihren Schöpfern.

 

 

Die Zukunft ist nun unsere Gegenwart, wenn es um die Cyborgs geht. Es gibt mittlerweile erstaunlich gute mechanische Hand- , Arm- und Beinprothesen. Und nicht nur das, sondern auch Retina – Implantate, welche es blinden oder sehbehinderten Menschen erleichtern zu sehen, indem die intakte Verbindung zum Gehirn bei einem Defekt der Netzhaut (Retina) wieder hergestellt wird. Es gibt natürlich auch Implantate, welche es normal sehenden Menschen erlaubt noch besser und schärfer sehen zu können. Man pimpt also seinen Körper und seine Sinne auf, wenn man viel Geld und das Know How zur Verfügung hat.

 

Es gibt bereits eine kleine Cyborgbewegung im Untergrund der Gesellschaft. So kann man sich heute in Piercingstudios Magneten unter die Haut implantieren lassen. Währenddessen dies nur eine kleine Spielerei ist, werkelt man schon an Chips und anderen Möglichkeiten, mit welchen man die menschlichen Fähigkeiten modifizieren oder gar modden kann. Auf der anderen Seite sind dann wieder Menschen, die unter einer Bradykardie (zu langsamen Herzschlägen) leiden auf die elektrischen Impulse zur Stimulation durch einen Herzschrittmacher angewiesen. Auch diese Menschen sind Cyborgs, verschmelzen hier doch wieder kleine Maschinen mit dem menschlichen Organismus.

 

 

Wo hört jedoch die Verschmelzung auf und wo fängt sie an? Ist ein Mensch, der eine Brille trägt auch schon ein Cyborg? Oder sind wir es, wo wir doch mit Tablets, Smartphones und dergleichen durch die Gegend laufen? Ich würde vielmehr sagen, dass man erst dann ein Cyborg wird, wenn das biologische Gewebe an die Technik gekoppelt ist.

 

Einer der "Vorzeige- Cyborgs" ist der sogenannte Eyeborg Neil Harbisson. Der britisch- irische Künstler kann seit Geburt an die Welt nur in schwarz- weiß- grauen Tönen (Anchromatopsie) wahrnehmen. Doch mit Hilfe eines Geräts an seinem Kopf kann er Farben zwar nicht sehen, jedoch hören. Das Gerät, der sogenannte Eyeborg, welcher 2004 den Preis für Innovation von Submerge in Bristol (England 2004) und den Europäischen Preis im Multimedia Interface Design EUROPRIX Top Talent Award in Wien 2004 erhielt, zeichnet Farben im Sichtfeld seines Trägers mit einem Sensor auf, welcher sich vor der Stirn befindet. Diese Farben werden dann in Schallwellen umgewandelt und zum Ohr weitergeleitet. So nimmt Harbisson zum Beispiel die Farbe Gelb als Note G wahr, sowie die Farbe Rot als F. Harbisson ließ sich dieses Gerät am Kopf implantieren, überzeugte jedoch schon 2004 die britischen Behörden davon, dass dieses Gerät ein Teil von ihm ist und folglich auf sein Passfoto gehört. Seitdem bezeichnet er sich als erster offizieller Cyborg.

 

 

Harbisson gründete 2010 auch die Cyborg Foundation, eine Stiftung die es sich zum Ziel gesetzt hat Menschen zu helfen Cyborgs zu werden. Die Kapazitäten des Körpers sollen erweitert und verbessert werden. Mit dieser Stiftung will man auch den Einsatz der Kybernetik an kulturellen Veranstaltungen fördern und für die Rechte der Cyborgs sorgen. Die Cyborg Foundation wurde mit dem Cre@tic Tecnocampus Preis ausgezeichnet.

 

Sind wir somit schon soweit, dass wir uns in einer Cyborg- Gesellschaft befinden?
Man sagt ja allein über die USA, dass bereits 10% der Bevölkerung in diesem Sinne als Cyborgs zu bezeichnen sind. Immer mehr Technik verschmilzt mit dem Körper, und wenn die Nanotechnologie noch mehr Fortschritte macht wie in den vergangenen Jahren, so werden wir bald kleine Roboter in uns tragen, welche Viren und Tumore gezielt und ohne Nebenwirkungen bekämpfen können. Technisch aufgebesserte Augen, Gelenke, erweiterte Sinne wären ebenso möglich. Die Body Hacker Szene werkelt derzeit an Geräten, welche die Größe eines Feuerzeugs besitzen und unter die Haut implantiert werden. Diese Geräte messen die Herzfrequenz, den Blutdruck und die Körpertemperatur und übertragen die Daten per Bluetooth auf ein Smartphone. Jedoch funktioniert eine derartige Kommunikation auch im umgekehrten Fall, womit Textnachrichten vom Smartphone auf das Gerät übertragen werden und kleine LED- Leuchten den Text unter der Haut des Trägers sichtbar machen. Es wäre demnach eine Art subkutanes Display.

 

 

Doch wie begann all das, was uns Furcht und Faszination zugleich bereitet? Ursprünglich entstammte die Idee eines kybernetischen Organismus aus den 1960'er Jahren, wo die Raumfahrt noch aufregend und die Ziele noch weitaus höher gesteckt waren als es heute der Fall ist. Der Mensch kann im All nicht leben, eine Maschine hingegen schon. Mondfahrzeuge sammeln Material auf dem Mond und senden dieses Mondgestein zurück zur Erde. Marsrover suchen nach Wasser und Leben auf unserem verdorrten Bruder, dem Planeten Mars. Ein Mensch könnte weder problemlos diese Distanzen überbrücken, noch fröhlich auf diesen fremden Himmelskörper arbeiten, geschweige denn leben. In diesem Sinne sind uns die Roboter um einiges überlegen. Das was uns daran hindert all das ohne Schutzmantel und Skaphander zu bewältigen ist unser Fleisch. Es ist hinderlich und es verdorrt viel zu schnell. Wir altern, die Zellen sterben und irgendwann werden wir das Zeitliche segnen und friedlich einschlummern. Doch was ist, wenn wir uns dem Leben im All oder auf fremden Planeten anpassen könnten? Wenn wir unsere alten Organe durch kybernetische Mechanismen und Maschinen austauschen könnten, um sozusagen unser Leben zu verlängern?

 

Bei 7 Milliarden Menschen auf unserer Welt, wo der Platz immer enger wird (es gibt kaum noch Weiße Flecken auf unserer Welt), und sowohl das Essen als auch die Wasserressourcen immer knapper werden, sollte man sich darüber eigentlich keine Gedanken machen. Doch was ist, wenn wir unsere Ressourcen eines Tages verbraucht haben und unsere Erde genau das wird, was der Mars schon heute ist? Ich meine einen tristen und leeren Planeten, fernab jedweder Lebensform. Wäre es da nicht sinnvoll sowohl unser als auch das Leben der Tiere zu verlängern und an neue, vielleicht vollkommen fremde Umweltbedingungen anzupassen? Wenn einzig Roboter in fremden Welten bestehen können, dann müssten wir selbst zu Robotern werden. Alternativ müssten Roboter menschlicher werden und somit verschmelzen zwei Welten, bis es eines Tages keine Grenzen mehr zu geben scheint.

 

 

So stelle ich mir jetzt, mit fast 31 Jahren, unsere neue Zukunft als eine Welt bevölkert von Mischwesen und Cyborgs vor, welche in hochtechnologisierten Monsterstädten (den sogenannten Molochs oder Megacitys) um ihr Überleben kämpfen - zwischen immer höher werdenden Müllbergen und wenig Platz, beobachtet von Kameras und beraubt jedweder Individualität. Nun, diese dystopische Zukunftsvision driftet so ziemlich von meinem ursprünglichen Bild einer Zukunft ab, als ich noch ganz jung war. Damals, als ich so auf die Kopie im Deutschunterricht starrte und mich innerlich über diese Hubschrauberhypothese aufregte, träumte ich von einer sauberen Welt mit Hochhäusern, Robotern und freundlichen Cyborgs, welche per Gedankenkraft die Hovercraft- Autos auf den Straßen steuern.

 

Welche Zukunft letztendlich wahr wird, liegt allein in unseren Händen. Eines ist jedoch Gewiss. Den Cyborg in unserer Mitte gibt es schon längst. Und in ferner Zukunft wird der Krieg, beziehungsweise der Cyber War, wohl nicht mehr nur mit Drohnen, dem Internet und Hacker- Spionen geführt werden, sondern mit modifizierten Cybersoldaten. Und vielleicht, nur vielleicht, haben einige von uns im hohen Alter dann bereits lebensverlängernde Implantate in unseren einst gebrechlichen Körpern - in einer Gesellschaft, wo der Mensch immer älter wird und länger lebt.

 


In diesem Sinne . . . Willkommen in der Zukunft schon heute

 


Aviator


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Cyborg Roboter Androiden Technik Zukunft Kybernetik


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Wenn ich zu der vorerst letzten Subkultur meiner Blog- Reihe komme, muss ich unweigerlich an die privaten Fernsehsender in Deutschland denken. Auf diesen Sendern präsentiert man nicht einfach nur irgend welche Programme, sondern man verkauft Produkte (indirekt auch in sogenannten „Reportagen“) und was beinahe noch schlimmer ist, man zeigt auf wie der Mensch zu leben hat.

 

 

Beim Schauen von RTL habe ich Folgendes festgestellt:
Der Durchschnittsbürger arbeitet als Handwerker, Tischler oder Schreiner. Er betreibt in seiner Freizeit gerne Klettersport und spielt abends mit seiner Familie Scrabble oder Mensch- ärgere- dich- nicht. Natürlich hat er viele Kinder, weil Kinder ja ein Segen sind. In der Nacht ist er dann sexuell sehr aktiv und betrügt auch sehr gerne, was natürlich von der Familie verziehen und toleriert wird.

 

 

Jene Leser, welche sich hier vielleicht in meinem Blog verirrt haben oder welche auf eine Fortsetzung der Reihe warten, beginnen sich nun möglicherweise zu fragen was all das nun mit  Visual Kei zu tun haben soll. Nun, in der deutschen Gesellschaft wird dieses Thema, sowie auch Cosplay, belächelt und als Fantasiewelt oder krankhafte Flucht vor der Realität angesehen. Dadurch das RTL, Sat 1, Pro7 und Co. ihre Reporter seit der Tsunamikatastrophe 2011 in Japan sozusagen ausgesetzt haben – nur für den Fall, dass es noch etwas über Fukushima zu berichten gibt – sendet man ab und an auch Kuriositäten aus Japan in peinlich moderierten Sendungen wie „Explosiv“ oder „Exclusiv“. Diese Sendungen sind das, was Wanderzirkusse in der Vergangenheit einst darstellten. So zeigt man dort gerne behinderte, entstellte und eingeschränkte Menschen . . . oder irre Japaner.

 

 

 

 

 

Jenseits von dieser oberflächlichen „Berichterstattung“ will ich einmal genauer auf die Subkultur des Visual Kei eingehen.

 

 

Es geht in aller erster Linie darum sich modisch einzukleiden. Ich empfinde diesen Stil als recht futuristisch, sind doch meist Kontaktlinsen und bunte Haare der Fokus. Die Haarfarbe hat, vor allem was die Anime- Szene betrifft, ihre eigene, ganz individuelle Bedeutung.

 

 

Hier mal ein kleiner Exkurs:

 

 

Rote Haare- temperamentvoll, meist Symbol für Helden und tapfere Haudegen
Grüne und Blaue Haare – weil das japanische Wort für Blau („aoi“ 青い) auch gleichzeitig Grün bedeutet, könnte man diese beiden Farben in etwa wie folgt zusammenfassen: Grün bedeutet demnach Ruhe und Gelassenheit und bei der blauen Farbe kommt noch die Kühle und Unnahbarkeit hinzu
Violett- gehoben und geheimnisvoll
Rosa Haare- starker Wille, naives Auftreten
Weiße Haare- bei älteren Menschen bedeutet es Weisheit und Lebenserfahrung und bei jüngeren Menschen hingegen gilt es als übernatürlich, kraftvoll, mit einem enormen Wissen ausgestattet und meist nicht von dieser Welt stammend

 

 

Was in Animes und auf Manga- Cover eine tiefere Bedeutung hat, wird beim Visual Kei meist als simples Stilmittel verwendet. In erster Linie geben Visual Kei- Bands diese Stilrichtungen vor. Die Entstehung des Visual Kei ist recht amüsant, wenn man bedenkt das die Japaner, welche in den 1980'er die westliche Welt für sich entdeckten, fleißig beim Style von David Bowie, der Band Kiss, sowie Twistet Sister abkupferten. Wie ein Bumerang ging somit dieser japanische Stil durch die westliche Welt und gelangte schließlich wieder nach Japan. Dabei liegen die Ursprünge, welche den oben genannten Künstlern als Inspiration dienten, in Japan selbst, nämlich im berühmten Kabuki- Theater, dessen Anfänge bis in das Jahr 1603 zurück zu verfolgen sind. In diesem kunstvollen Theater gab es damals, neben den Bühnenkomödien, auch den Kyōto Tanz, welchen die japanischen Frauen mit erotischen Gesten untermalten. Dadurch kam man auf den Namen Kabuki, was nichts anders als „schockieren“ bedeutet. Um daraus eine Konsequenz zu ziehen, verbannte man die Frauen aus dem Stück und überließ den jungen Männern das Feld. Letzteres war dann noch peinlicher als zuvor und wurde ebenfalls eingestellt. Doch später etablierte sich diese Kunstform unter „echten Männern“ und wurde recht beliebt.

 

 

Der Ursprung der sich schminkenden Männer entstand also in Japan, machte eine Frischzellenkur in westlichen Gefilden und endete letztendlich bei der jungen, japanischen Musikszene. Diese hat weder etwas mit Punk, noch mit Goth zu tun, weil es hier nicht um dunkle Elemente oder den Weltschmerz geht. Es ist eine stilistische Kunstform, welche vorwiegend Fans diverser Bands auch im Privaten ausleben. So schneidert man sich die Kleidung, trifft sich untereinander oder besucht die Konzerte der jeweiligen Lieblingsbands. Besonders beliebt sind derzeit unter anderem die folgenden Bands: The GazettE, X Japan, Malice Mizer, Moi dix Mois, sowie D'espairsRay.

 

 

 

 

In eine futuristische Zukunft passt der Visual Kei Style recht gut, was nicht zuletzt Lady Gaga sehr extrem veranschaulicht. Es wurde nie offiziell bestätigt, aber wenn man ihren Style sieht, dann erkennt man unweigerlich die Intonierung des Visual Kei- Styles. Kontaktlinsen und auffällige Outfits sind ihr Markenzeichen, welches von der westlichen Presse stets gelobt und bewundert wird. Nicht zuletzt auch von Sendern wie RTL, welche sich über den japanischen Stil offenkundig lustig machen, im Gegensatz dazu aber Lady Gaga für ihre gewagten Outfits loben.

 

 

 

 

Hierzulande versuchten die Bands Tokio Hotel (was eigentlich Tokyo Hotel heißen müsste … ) und Cinema Bizarre ihr Glück. Währenddessen Tokio Hotel, aufgrund von Bill Kaulitz' Visual Kei- Style überall, außer in Deutschland, recht erfolgreich auftraten, hatten Cinema Bizarre, vielleicht auch wegen ihrer mittelmäßigen Songs, nur einen mäßigen Erfolg in unseren Gefilden.

 

 

 

 

Diese kunstvolle Aufmachung auf den Straßen zu sehen, würde der grauen Gesellschaft in ihrem Einheitsbrei recht gut tun. Jedoch führen solche Subkulturen nur ein Schattendasein, obwohl die Beliebtheit stetig ansteigt. Großartig gegenzusteuern, sei es nun gegen Steampunk, Cyberpunk oder Visual Kei, versuchen mit einem relativ großen Erfolg die privaten Sender mit ihren Moral- Keulen. Das Gleiche war einmal bei Richter Alexander Hold zu sehen, welcher (laut Script) zum Thema Vampirismus einmal sagte, dass man im Hier und Jetzt leben soll, weil die reale Welt schon aufregend genug sei.

 

 

Doch ist sie das wirklich? Vor allem, wenn jeder fleißig seinem Handwerkerjob nachgeht, abends Monopoly spielt und sich laut Vox extasischen Sexfantasien hingibt? Soll so etwas wirklich das Bild unserer Gesellschaft darstellen? Ich hoffe eher nicht, denn Subkulturen sind nicht nur spannend, unser System ist auch davon abhängig. Freigeister, Querdenker und Kreative haben uns Fortschritt, Kunst und Kultur gebracht und nicht einheitliche Schafe, welche tagtäglich wie ein Schatten den vorgefertigen Wegen zur Arbeit gingen.

 

 

Visual Kei mag ungewöhnlich aussehen, keine Frage. Aber dennoch sollte man sich fragen wie blass man neben solch stylisch gekleideten Menschen doch aussieht. Will man selbst ein Leben lang ein Schatten bleiben oder will man sich auf irgend eine Art verwirklichen? Jeder Mensch macht dies im Leben auf seine eigene Weise. Aus diesem Grund sollte man auch alle anderen Lebensweisen, insofern niemand zu schaden kommt oder darunter leidet, akzeptieren. Und wer weiß, vielleicht findet man ja Gefallen an der ein oder anderen Subkultur.

 

 

 

In diesem Sinne . . . seit auffällig und zeigt Euch der Welt, denn ein jeder Mensch ist etwas Besonderes

 

 

 

Aviator


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Visual Kei Subkultur Japan Style Szene


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Nach meinem relativ kurz ausgefallenen Exkurs in Sachen Steampunk, werde ich mich nun dem Cyberpunk widmen. Währenddessen sich beim Steampunk schon eine kleine Subkultur zu entwickeln scheint, mitsamt unzähliger Ausstellungen, Schmieden, Schneidereien, Conventions und Feste, ist es um den Cyberpunk relativ ruhig bestellt. . . so glaubt man.

 

 

 

 

Dabei ist der Cyberpunk längst ein Teil unserer modernen Gesellschaft geworden und hat beinahe die Schwelle einer Subkultur übertreten. Wo immer wir uns auch umschauen, sehen wir fast schon eine Welt, wie sie einst in Ridley Scott's filmisches Meisterwerk Blade Runner zu sehen war. Vielleicht nicht auf dem Land, jedoch in heruntergekommenen Vorstädten oder mitten im Moloch einer Großstadt. Solche fast schon klassischen Cyberpunk- Städte gibt es bereits zu Hauf in unserer modernen Zeit. Die besten Beispiele bieten Dubai mit seinem berühmten Turm Burj Kalifa oder eben auch die Städte Seoul in Süd- Korea oder Tokyo in Japan. Leuchtreklame, düstere Viertel und jede Menge High- Tech ... Doch was bedeutet Cyberpunk denn nun genau?

 

 

 


 

 


Bei dem sogenannten Cyberpunk handelt es sich in erster Linie um eine dystopische Zukunftsvorstellung, womit dieses Genre im literarischen Sinne vielmehr der „Dark Future“ zugeordnet werden könnte. Helden, sowie Merkmale  dieser - ich nenne sie einmal - Szene sind meist Hacker, Cyberkriminelle oder all jene, die sich im Geheimen gegen das System auflehnen.

Aber warum sollte man sich gegen ein System auflehnen? Und was hat all das mit einem Cyberpunk zu tun? Bei Punks bleibt man automatisch gedanklich wieder bei den hochfrisierten arbeits- und heimatlosen Teenagern auf den Straßen hängen, jedoch ist ein Punk immer jemand, der sich gegen das System auflehnt oder welcher von der Gesellschaft ausgegrenzt wird. Bei dem Thema Cyberpunk spielt eben jenes System, und alles was damit zusammen hängt, eine sehr große Rolle. Die Welt eines Cyberpunk wird wie folgt beschrieben:

 

In dieser Dystopie werden die Staaten von großen Konzernen kontrolliert, die die staatliche Monopol-Macht für ihre Zwecke missbrauchen, wodurch die (in entwickelten Ländern zuvor vorhandene) physische und ökonomische Sicherheit des Individuums verloren gegangen ist. Das Versprechen einer besseren Welt durch den technologischen Fortschritt wurde nicht eingelöst. Die Hochtechnologie dient nicht dem Wohle der Menschen, sie wird zur allgemeinen Überwachung und zum Tuning lebender Organismen mittels Cyberware eingesetzt. (Quelle: Wikipedia)

 

Bis auf den letzten Satz könnte man alles, wenn man einen kritisch objektiven Blick auf den Kapitalismus wirft, auf unsere Gegenwart übertragen. Befinden wir uns somit bereits in jener Zukunft, wovon unter anderem in der Erzählung Neuromancer (1984) von William Gibson die Rede ist? Wenn ich mir unsere Gesellschaft so anschaue, würde ich tatsächlich sagen, dass wir bereits ein Teil dieser finsteren Zukunftsvorstellung aus längst vergangener Zeit geworden sind. So sind es doch die Großkonzerne, welche das Gefüge unserer Welt in den Händen halten. Es geht allein um das Geld und wenn die Wirtschaft zusammenbricht, so wie bei der Weltwirtschaftskrise ab 2007, so droht unsere Gesellschaft irgendwann noch einmal wie ein Kartenhaus zusammen zu stürzen. Unser Kartenhaus wackelt bereits und viele Länder kränkeln und schwächeln aufgrund des Kapitalismus und den daraus resultierenden gigantischen Schuldenbergen. Weil es in Griechenland keine soziale Unterstützung wie zum Beispiel ALG II (Hartz IV) in Deutschland gibt, stecken sich die Menschen dort gegenseitig mit HIV an, um so an ein geregeltes Grundeinkommen von 400€ zu gelangen. Doch nicht nur in Europa verarmt ein Land nach den anderem, währenddessen die Konzerne immer reicher werden. Amerika steckt ebenfalls in einem Finanzloch und längst sind es nicht mehr die Politiker und Parteien, die das Sagen haben, sondern die Konzerne. Was an Rufus ShinRa's Machenschaften aus Final Fantasy 7 erinnern mag, scheint hinter dem Vorhang des Alltäglichen längst Realität geworden zu sein.

 

 

 

 

 

Bezieht man sich nun auf den letzten Satz aus dem Wikipedia- Zitat, so kann man auch hierfür einige Hinweise finden. Tuning lebender Organismen gibt es bereits. Seien es nun Ohren, welche auf den Rücken von Mäusen wachsen, gezüchtete Organe und Embryonen oder aber künstliche Gelenke und Beine, gefertigt aus Weltraumstahl. Stephen Hawking ist durch seine Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems, ein vollständig gelähmter Mensch, welcher jedoch durch seine Apparaturen am mechanischen Rollstuhl mit der Außenwelt kommunizieren und gar Vorträge halten kann, und das, obwohl er einzig seine Augen bewegen kann. Ist er vielleicht der erste Cyborg überhaupt? Eine Mischung zwischen Mensch und Maschine? Oder sind es in technischen Laboren jene Versuchsobjekte, welche mit Hilfe ihrer Gedankenkraft Computer steuern und Gegenstände bewegen, oder gar andere Menschen manipulieren können? (Quelle: Golem.de)

 


Die Computertechnik vermischt sich immer mehr mit den Raffinessen der Natur, wodurch die Bionik entstanden ist. Heutzutage baut man, neben Bauwerken und Flugzeugen, auch Autos nach diesem Prinzip und hält sich an ein praktisches Stromliniendesign. Einzig die neuen Konsolen Xbox One und Playstation 4 scheinen mit ihren eckigen und kantigen Designs einen Stilbruch bewirken zu wollen. Die Konsolen, sowie die virtuelle Welt im allgemeinen, sind längst Teil unserer modernen Cybergesellschaft geworden. Der Mensch fährt und fliegt zwar noch immer in den Urlaub, doch viele nutzen schon jetzt die digitalen Welten, um dem Alltag und dem Arbeitsstress zu entfliehen. Aber nicht nur das, so tragen wir stets die Technik in Form von Smartphones, iPhones, Tablets und Laptops, sowie Handhelds mit uns herum. Wir sind somit mit der ganzen Welt vernetzt- zu jeder Zeit und egal wo wir uns befinden.

 

 

 

 

 

 

Aufgrund der Technik, unserem Denken und die Unterdrückung der Großkonzerne befinden wir uns folglich inmitten einer Cyberpunk- Welt. Das Setting stimmt, zumindest im Ansatz. Die Welten aus den Animes Bubble Gum Crisis oder Ghost in the Shell zeigen uns jedoch noch immer wohin uns der Weg, insofern unsere kapitalistische Gesellschaft nicht irgendwann implodiert, noch führen mag. Spiele wie Shadowrun oder Deus Ex entführen uns in eine Welt, die einen Schritt weiter geht. Eine Welt, in welcher die Technik vollends mit uns verschmilzt. Doch ist das wirklich möglich? Können wir mit der Technik oder der virtuellen Welt verschmelzen?

 

 

 

 

 

 

Ich denke schon, vor allem wenn man sich Nintendos erste Versuche mit dem Virtual Boy so anschaut. Dieses Produkt aus dem Jahr 1995 deutete nur an, was man heute mit Oculus Rift für den Massenmarkt tauglich machen will. Wohingegen noch Cyberbrillen ihre vorsichtigen Gehversuche in unsere Gesellschaft wagen, ist das HUD (Head- Up- Display) längst salonfähig geworden. Sei es nun bei Kampfjets oder in modernen Autos. Doch man werkelt schon an Brillen, welche wir auf der Straße tragen und somit unsere Freunde bei Facebook, Twitter und anderen Social Networks erkennen und mit Hilfe von Routenplanern unseren Weg finden können.

 


Es ist also nicht mehr weit bis zur vollständigen Verschmelzten zwischen Mensch und Maschine und somit ist diese Subkultur längst ein Teil von uns geworden, weil ein jeder von uns somit ein stückweit selbst zu einem Cyberpunk geworden ist.

 

 


In diesem Sinne … Willkommen in der Zukunft, setzt Eure Cyberbrillen auf und tauscht fleißig Daten über den Cyberspace aus

 

 

Aviator

 

 

 

 

Es folgt demnächst der 3. und letzte Teil mit dem Thema Visual Kei (ヴィジュアル系)


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Cyberpunk Virtual Boy Oculus Rift Cyberspace Subkultur Technik


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