Dark Side of the World

Das Magazin für alle Themen jenseits des stressigen Alltags

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Als die Menschen ausstarben


 

 

4. Ein stummer Fremdling

 


         Ungewöhnlicher Lärm vor ihrem Zelt weckt Ysa auf. Instinktiv hellwach geworden springt sie auf und öffnet den Vorhang. Draußen brennt die Sonne, aber so heiß wie in der Wüste jenseits des Tals der Riesenechsen ist es nicht. Dennoch sollte man nicht allzu lange in der Sonne sein. Trotz alledem treibt die Neugierde sie hinaus auf den heißen Asphalt, welcher von kleinen Zelten umsäumt ist. Im symbolischen Dorfzentrum (eine kleine Erhebung der Asphaltstraße) steht der alte Tarim umringt von einigen Dorfbewohnern. Es sind jedoch gerade einmal eine Handvoll Menschen, die hier leben. Tarim ist der Dorfälteste mit dem signifikanten Bart um Mund und Kinn. Die Sonne scheint grell auf seine hagere Statur und erst jetzt bemerkt Ysa, dass er etwas in den Armen hält.
        „Hab‘ ihn gefunden dort hinten bei den Dünen“, nuschelt er. „Ist verletzt, lebt aber noch, denke ich.“
Neugierig wird Tarim von den Bewohnern umringt und auch Ysa wirft einen Blick auf seinen Fund. Er trägt einen Jungen in seinen Armen. Dieser hat lange, dunkle Haare, sieht sehr mager aber scheinbar gesund aus, da sie keine Verformungen oder Beulen und dergleichen an ihm ausmachen kann.
„Was machen wir mit ihm?“ fragt einer von Ysa’s Nachbarn.
„Ich weiß nicht. Genug freie Zelte gibt es hier ja. Müsste vielleicht nur gepflegt werden, der Fremde.“ Tarim ist beinahe zahnlos, und die wenigen noch verbliebenen faulen Ruinen in seinem Mund bereiten ihm unverkennbar Schmerzen. Aus seinem Mund riecht es unangenehm und der Speichel tropft von seiner Lippe.
        „Ich mache das“, bietet sich Ysa an.
„Ich bring‘ ihn in dein Zelt.“ Als Tarim los schlürft, verschwinden auch die anderen wieder in ihre Zelte.
Ysa begleitet Tarim wortlos, bis sie ihn neugierig fragt: „Ist er durch das Tal gekommen?“
Tarim zieht eine Braue hoch. „Möglich“, sagt er. „Hatte wohl großes Glück gehabt. Kenne niemanden, der sich da durch wagt. Sind gefährliche Echsen dort. Kommen manchmal auch an unser Dorf vorbei. So.“ Er legt den Fremden auf ein schmales Lager in Ysa’s Zelt ab, bevor er dann wortlos geht.

       Ysa mustert den Jungen neugierig. Sein Körper ist zerschunden und eine große Wunde klafft auf seiner linken Wade. An einigen Stellen ist seine Haut verbrannt, was darauf schließen lässt, dass er aus der Wüste kommt. Seine Lippen sind spröde und aufgesprungen. Ysa weiß gar nicht wo sie zuerst mit ihrer Versorgung anfangen soll.

Zögernd greift sie nach einer Schüssel mit ihrer Tagesration Wasser und benetzt damit seine Lippen. Danach macht sie sich daran seine Wunden zu verbinden. Die große Wunde näht sie mit einer spitzen Nadel, welche sie vor wenigen Tagen in der Nähe des Zeltlagers, zusammen mit einigen anderen Dingen, gefunden hat. Den Faden entnimmt sie einem kleinen Koffer. Dieser Koffer gehörte einst ihrer Mutter, welche vor nicht allzu langer Zeit verstorben ist. Aufgrund der reichhaltigen Nahrung im Dorf, bestehend aus Schlangen, Käfern, Ratten und dergleichen, sowie der Tagesration Wasser ist Ysa‘s Mutter sehr alt geworden. Letztendlich war es eine Krankheit welche ihr am Ende das Leben gekostet hat. Ysa ist nicht traurig darüber, denn ihre Mutter sagte ihr einst, dass sie sich irgendwo jenseits der funkelnden Lichter am Nachthimmel wiedersehen werden. Aber bis dahin hat Ysa noch ein ganz großes Ziel.

 

 

 


       Der Fremde zuckt plötzlich zusammen, nachdem Ysa den letzten Stich gemacht und den dünnen Faden verknotet hat. Als er seine Augen öffnet, schenkt sie ihm ein herzliches Lächeln, welches ihn sichtlich irritiert. Er betrachtet kurz seine genähte Wunde, bevor er sich verwirrt im Zelt umschaut. Die Sonne beleuchtet den Stoff des Zeltes, so dass nun alles orangefarben ist.
„Du befindest dich im Dorf am Anfang der Halbwüste, und dies ist mein Zelt. Ich bin Ysa. Hast du auch einen Namen?“ fragt sie freundlich.
Der Junge nickt daraufhin eifrig.
      „Und?“ Sie ändert ihre Schneidersitzposition und stützt sich auf ihre zierlichen Knie. Es ist still im Zelt und der Junge blickt sie hilflos an. Als er noch immer nicht antwortet, fragt sie vorsichtig: „Kannst du sprechen?“
Traurig schüttelt er den Kopf.
„Kannst du vielleicht schreiben?“
Auch diesmal muss er den Kopf schütteln. Wie soll er ihr sagen das er Miko heißt? Seine Mutter hat ihn nur einmal beim Namen genannt, und das auch nur um ihn vor einer großen Kakerlake zu warnen, als er noch ganz klein war.
      „Macht nichts.“ Schon wieder dieses Lächeln. Miko hat noch nie in seinem Leben einen Menschen lächeln sehen. Obwohl die Hälfte ihres Gesichtes entstellt ist, wirkt sie durch diese Geste dennoch ungewöhnlich schön, empfindet Miko.
„Meine Mutter hat mir ein wenig Lesen und Schreiben beigebracht. Kaum einer im Dorf kann das. Meine Mutter war sehr gut darin.“
      Miko richtet seinen Oberkörper auf und hört dem Mädchen interessiert zu.
„Dinge die so kurz leben wie wir brauchen keinen Namen oder eine Bezeichnung, hat einmal ein Freund von mir gesagt. Jetzt heißt er Rodi, weil ich ihn so genannt habe.“ Schon wieder lächelt sie vergnügt. Unterdessen legt sie alle Verbände und Arztutensilien sorgfältig in den Koffer ihrer Mutter zurück.
„Selbst meine Tiere haben alle Namen.“

      Miko blickt daraufhin fragend auf. Ysa hebt eine kleine Kiste hoch und stellt sie neben sein Lager ab. Als Miko über den Rand der Kiste lugt, kommt er aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das Mädchen hat viele kleine Eidechsen gefangen, die faul auf Ästen oder unter Steinen liegen. Hungrig greift er in die Kiste und angelt sich eine.
„Hey, lass das!“ mahnt sie, als er sich eine in den Mund stecken will. Kurzerhand nimmt sie ihm die Eidechse ab und setzt sie sanft in die Kiste zurück. „Ich habe sie gerettet als sie mit ihrem Körper unter dem schwarzen Steinweg eingeklemmt war. Die anderen dort habe ich auch mal irgendwo gerettet“, erklärt sie fröhlich. „Man muss schnell sein, um eine Eidechse erwischen zu können. Manche verlieren sogar ihren Schwanz. Wusstest du das?“
     Als Miko die dunkle Schüssel mit Wasser neben ihr entdeckt, werden seine Augen groß. Ysa bemerkt seinen Blick.
„Hast du Durst?“ fragt sie, woraufhin er heftig zu Nicken beginnt. Ohne zu zögern reicht sie ihm die Schüssel und sieht zufrieden zu, wie er seine Hände in das trübe Wasser eintaucht und seinen Durst löscht. Sie weiß das er das Wasser nötiger hat als sie. Kaum zu Ende getrunken, reicht er ihr die Schüssel mit dem Rest Wasser darin. Als sie seinen schuldbewussten Blick bemerkt, winkt sie lächelnd ab. „Heute Abend gibt es neues Wasser. Und dann wirst auch du genügend abbekommen. Aber jetzt wird es Zeit etwas zu essen.“

 

 

 

 


       Miko blickt auf als sie einen Leinensack zu sich heran zieht, dort intensiv herum wühlt und eine kopflose Schlange hervorzieht. Diese legt sie auf eine Steinplatte, die sich im Zentrum des Zeltes befindet. Ein seltsames Gerüst steht daneben und unter diesem Gerüst befindet sich brennbares Material. Hat sie etwa vor diese kostbare Speise zu verbrennen? Miko beobachtet sie ein wenig mürrisch, wird aber ganz erstaunt als sie aus dem Sack noch eine kleine, jedoch recht fette Ratte hervorzieht. „Unter dem schwarzen Steinweg draußen verkriechen sich viele Kreaturen. Da hat man leichte Beute“, erklärt sie.
     Mit offenem Mund sieht er zu wie Ysa ein Feuer entzündet, die Schlange und die Ratte auf einen Metallstab aufspießt und diese knapp über dem Feuer aufhängt. Ab und zu beginnt sie die wertvolle Beute zu drehen.
Dieser Geruch! Miko schließt seine Augen und nimmt den Geruch von warmen Fleisch in sich auf. Ysa lächelt ihn erfreut an. „Es riecht sehr gut. Schmecken tut es noch besser, glaub mir.“ Ysa erkennt sofort das es Mikos Angewohnheit oder vielmehr Instinkt ist, alles vorher zu beschnüffeln. Gift riecht sehr intensiv, weshalb sie annimmt das er früher einmal jemanden durch Gift oder Ähnliches verloren hat, und aus diesem Grund nun sehr vorsichtig geworden ist. Doch was Ysa nicht weiß ist, das Mikos Geruchs- und Gehörsinn sehr stark ausgeprägt sind. Mehr als bei anderen Menschen. Nach einer Weile nimmt Ysa das Essen von der Stange und teilt es zwischen ihnen auf. Miko isst an diesem Tag das leckerste Essen seines gesamten, bisher jedoch recht kurzen Lebens.

 

 

 

 

        Es dämmert bereits als Ysa ihm das Dorf zeigt. Viele Zelte umrunden einen pechschwarzen Steinweg, der hinaus in die Halbwüste führt und sich dort irgendwo in der Ferne verliert. Nicht einmal mit zusammengekniffenen Augen kann Miko dessen Ende erkennen. Neben den vielen Zelten fällt Miko noch ein großes Ding auf. Es besteht aus Metall und ist fast so groß wie ein Haus. Es liegt jedoch waagerecht im Sand neben der brüchigen, schwarzen Asphaltstraße. In der Mitte ist es aufgebrochen, so dass man durch einen Spalt ins dunkle Innere schauen kann. Merkwürdig findet Miko die großen, zum Teil gebrochenen Dreiecke, welche links und rechts aus dem Rumpf herausragen. Am Ende dieses eigenartigen Gebildes ragt sogar ein kleineres Dreieck in die Höhe. Der Vogel aus dem Tal der Riesenechsen sah so ähnlich aus, erinnert sich Miko. Was er jedoch nicht weiß ist, dass es einmal ein Flugzeug gewesen ist, welches nun schon seit Jahren vor sich hin rostet und von den Bewohnern dieses Dorfes als Behausung genutzt wird.
       „In den Zelten haben einst viele Menschen gelebt. Und das da vorne“, sie deutet auf das große Flugzeugwrack im Sand, „war mal eine Krankenstation, hat mir meine Mutter erzählt. Aber als bei uns ein schweres Leiden ausgebrochen ist, an dem fast alle gestorben sind, wurde es nicht mehr genutzt. Meine Freunde Rodi und Fynn wohnen jetzt dort. Da hinten ist unsere Wasserquelle.“
      Miko sieht eine riesige Zisterne, die sich weit über das Wrack und die Zelte erhebt. „Es regnet nicht oft und vor allem nicht viel, aber das was runter kommt, wird hier aufgefangen und aufgeteilt.“ Sie bleibt auf den aufgerissenen schwarzen Asphalt, direkt neben einem verbogenen Pfahl aus Metall stehen. An dessen Spitze kann er ein verblasstes Dreieck erkennen, welches wohl einmal rot gewesen war. Ähnliche Pfähle mit Vierecken, Kreisen oder unbekannten Schriftzeichen kennt Miko aus der Stadt. Es gibt dort überall sehr viele seltsame Schilder, die er nicht versteht.
      „Es wird bald dunkel. Lass uns meine Freunde besuchen.“ Sie zwängt sich daraufhin durch die Öffnung im Flugzeugwrack und Miko folgt ihr neugierig. In dem Wrack erkennt Miko viele eigenartige Bettlager, die sehr weich aussehen und wo Menschen perfekt drin Platz finden können. Allerdings in einer komischen Position. Eine kleine Flamme hinter einer Glasscheibe zieht Mikos Aufmerksamkeit auf sich. Sie erhellt das dunkle Domizil in dem Ysa’s Freunde leben. Ysa folgend gelangt er an das vordere Ende der ungewöhnlichen Behausung. Der Weg mündet in einen verglasten Raum mit vielen Schaltern, Knöpfen und abgebrochenen Hebeln. In diesem ungewöhnlichen Raum befinden sich ebenfalls zwei der seltsamen aufrechten Liegeplätze. Auf einen der beiden Plätze sieht er einen Jungen in dieser komischen Haltung darin liegen. Er hebt müde den Kopf. Seine Haare sind ausgefallen und sein Blick ist trüb. „Rodi besorgt gerade was zu Essen“, sagt er.

 

 

 


       „Bist du wieder zu schwach um rauszugehen?“ fragt sie mitleidig. Miko kennt diese Fürsorge nicht. In der Stadt ist man verloren, wenn man nicht selbst für Essen sorgen kann.
„Hab‘ vorhin ein paar Riesenechsen gesehen.“ Er deutet mit seiner Hand in Richtung Horizont, welcher durch eine zerbrochene Scheibe hindurch zu sehen ist. Das Dämmerlicht umhüllt einige dieser dornigen (und für Miko durchaus wohl bekannten) Gewächse in weiter Ferne. „Ich habe Angst vor ihnen.“
„Sie verlassen nicht oft das Tal. Dort fühlen sie sich wohl. Ich glaube nicht das sie unser Dorf entdecken werden“, versucht sie ihn zu beruhigen.
„Früher oder später werden sie kommen“, murmelt Fynn seine düstere Prophezeiung.
        „Ich habe Essen gefunden!“
Miko wendet sich zusammen mit Ysa um und entdeckt einen Jungen mit wilden Haaren und einem aufgeweckten, bisweilen neugierigen Blick. Ihm fehlt jedoch ein Auge und seine linke Hand ist leicht verkrüppelt und nach außen verdreht. Er hält sie etwas seitlich am Körper. „Ysa, sei willkommen. Wen hast du da mitgebracht?“ fragt er freundlich.
Diesen Umgang unter Menschen kennt Miko nicht und so sieht er erstaunt zu, wie sie sich unterhalten.
„Ein neuer Freund. Er hat den Weg durch das Tal hierher geschafft.“ Als sie dies sagt, erntet er erstaunte Blicke von Rodi und Fynn, welcher nun über den gepolsterten Sitz lugt.
„Gibt es sehr viele Riesenechsen dort?“ fragt Fynn angstvoll.
      „Er kann nicht reden“, sagt Ysa sofort, bevor sein Schweigen vielleicht falsch verstanden werden kann.
„Sehr beeindruckend das du den gefährlichen Weg geschafft hast.“ Rodi mustert Miko anerkennend. „Das Essen reicht aber nur für zwei“, sagt er dann mit flüchtigen Blick in sein Netz, in welches Miko eine große Ratte erkennen kann.
„Wir haben schon gegessen.“ Ysa lässt sich in eines dieser ungewöhnlichen Lager plumpsen und lehnt ihren Rücken gegen die weiche Wand.
      „Nun haben wir wieder einen Bewohner mehr im Dorf. Das gleicht unsere vier Verstorbenen leider nicht aus.“ Fynn wendet sich wieder um und blickt hinaus in die Halbwüste, als wenn er wegen irgend etwas Wache halten würde. Vielleicht wegen der Riesenechsen, denkt sich Miko. Am Nachthimmel funkeln bereits die ersten Sterne.
„Ich bin mir sicher das es einen Ort gibt, wo man besser leben kann. Einen Ort, wo es nicht heiß ist und wo man nicht durch Krankheiten stirbt“, träumt Ysa mit sehnsüchtigem Blick hinaus auf das dezente Sternenmeer.
„Sicher gibt es diesen Ort, Ysa. Vielleicht irgendwo hinter den tanzenden Lichtern da oben. Aber hier unten wirst du so einen Ort wahrscheinlich nicht finden“, meint Rodi ernst. Er bereitet unterdessen die Ratte ebenso zu, wie Ysa zuvor.
     „Die großen Echsen da draußen werden sich hier prächtig wohl fühlen. Ich denke sie sind die einzigen die auf dieser grausamen Welt ungestört leben können.“
Miko kann Fynn hinter der weichen Wand nicht sehen, dennoch hört er die Verzweiflung in seiner Stimme.
„Ich habe Mutter versprochen nicht aufzugeben. Eines Tages werde ich einen schönen Platz zum Leben finden“, sagt Ysa entschlossen und beginnt zu lächeln. Miko mag dieses Lächeln. Er weiß nicht ob er überhaupt zu dieser Geste fähig wäre.
     „Da musst du dich aber beeilen, denn alt werden wir alle nicht“, murmelt Rodi, währenddessen er das Feuer schürt.
„Ich würde am liebsten sofort losgehen, aber ich weiß nicht ob ich es alleine schaffe.“ Ysa’s Blick wird nachdenklich.
„Ich würde mitkommen, wenn es bedeutet von diesen schrecklichen Ungeheuern fortzukommen“, kommt es unerwartet von Fynn.
     Rodi blickt daraufhin besorgt auf. „Das würdest du gar nicht schaffen.“
„Lieber an Erschöpfung sterben, als im Maul eines dieser Bestien zu landen!“
„Fynn wurde einmal von einer Riesenechse einen halben Tag lang gejagt“, flüstert Ysa Miko ins Ohr. Miko kann Fynn’s Angst verstehen, denn seine letzte Hetzjagd liegt noch nicht lange zurück. Er ist nur knapp dem Tod entronnen und es hätte nicht mehr viel gefehlt, dann wäre er als Mahlzeit im Rachen eines Monstrums gelandet, welches in einer finsteren Felsenhöhle gehaust hat.
     „Wenn du irgendwo hingehst, dann komme ich mit, um auf dich aufzupassen“, meint Rodi mit einem liebevollen Unterton. Rodi muss Fynn sehr gern haben, schlussfolgert Miko. Aber auch er hat jemanden lieb gewonnen: Ysa.
„Heißt das, ihr wollt mit mir nach einem besseren Platz zum Leben suchen?“ fragt Ysa erfreut.
     Fynn lugt von seinem Platz aus über die Lehne und nickt. Ebenso wie Rodi. Als Ysa Miko fragend anblickt, denkt er nach und lässt die letzten Tage Revue passieren:

Hunger, Durst, tödliche Verfolgungen . . . Miko nickt ebenfalls.
Wenn es auf dieser trostlosen Welt noch einen besseren Platz zum Leben gibt, dann will er ihn ebenfalls finden. Vielleicht gibt es ja doch noch Hoffnung, denkt Miko und zieht zum ersten Mal in seinem Leben die Mundwinkel nach oben und zeigt Ysa ein unbeholfenes Lächeln.
 

 

 

Kapitel 5 folgt demnächst.

 

 

Avi


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Als die Menschen ausstarben

 

3. Beute

 


           Es ist sehr schnell kühl geworden in dieser Nacht. Miko zittert am ganzen Leib als er sich mühsam über Sandhügel und Berge schleppt. Überall hört er es Zischen und Klappern. Außerhalb der Stadt ist es sehr gefährlich, weil im Wüstensand viele giftige und gefräßige Insekten und Reptilien hausen. Miko muss vorsichtig und sehr aufmerksam sein, wenn er nicht so enden will wie einer seiner früheren Freunde, welcher von einer großen Anzahl hungriger Ameisen verspeist worden ist. Stadtmenschen verlassen in der Regel die Stadt sehr selten oder nie. Und wenn, dann endet ihre Reise sehr schnell tödlich. Aufgeschreckt durch ein lautes Zischen jenseits der Sanddünen, sowie dem Geräusch von wühlenden Gliedern im Sand, sehnt sich Miko nach seiner schützenden Behausung zurück. Zitternd aus Angst und Kälte blickt er sich um. Wüstensand, soweit er in der Dunkelheit ausmachen kann. Als er zurückblickt, sieht er die vom Mond angeleuchtete Stadt mit ihren riesigen Betonruinen. Miko ist erstaunt wie groß sie ist. Er hatte sie nie zuvor verlassen müssen, doch nun hat er keine Wahl mehr. Der Durst treibt ihn an. Wie das Tal wohl sein mag? Und was hatte der Buckelige vorhin mit „gigantischen Kreaturen“ gemeint, fragt er sich nun. Meinte er etwa ein Tal voll mit Riesenkakerlaken oder Ratten? Würde Miko jedoch wissen was der Buckelige wirklich meinte, wäre er mit Sicherheit in der Stadt geblieben.

 

 

 


         Viele Stunden sind schon vergangen und noch immer schleppt sich Miko erschöpft durch den Wüstensand. Seine Glieder sind erschöpft und am liebsten würde er einfach liegen bleiben und sich alsbald von der Sonne verbrennen lassen . . . wenn da nicht dieses seltsame Gebilde im Sand wäre. Miko fällt erschöpft auf die Knie und nimmt dieses eigenartige Ding genauer in Augenschein. Es ist nicht sehr groß, hat aber einen langen Stil mit breiten, runden Auswüchsen an den Seiten. Miko hat so etwas noch nie gesehen und als er es berührt, muss er unweigerlich die Hand zurückziehen, weil sich kleine spitze Dornen von diesem Stil in seine Finger gebohrt haben. Miko mustert das Ding mit schiefem Kopf argwöhnisch, währenddessen er seine schmerzende Hand reibt. In der Stadt ist alles fest und hart. Das hier aber ist weich, biegsam- ja geradezu lebendig! Ob es vielleicht essbar ist? Miko wagt es und reißt eines der runden Auswüchse ab, welches keine Dornen oder Stacheln besitzt. Als er darauf rumkaut, benetzt sofort ein bitterer Geschmack seine Zunge. Miko spuckt es sofort wieder aus und setzt noch ein paar Speicheltropfen nach, um den grässlichen Geschmack loszuwerden. Diese Pflanze ist nicht für ihn bestimmt, sondern für andere Kreaturen, die schon sehr bald die Oberhand über diesen Lebensraum gewinnen werden, aber das weiß Miko nicht - und er wird es auch niemals erfahren.


          Der schwache Sichelmond beleuchtet sanft einen Steilhang, welchen Miko nun in Augenschein nimmt. Sich aufrichtend sieht er das der Hang hinab in eine Talsenke führt, wo unzählige dieser Pflanzen von einem dämmrigen Licht erhellt werden. Das muss das besagte Tal sein, denkt sich Miko erfreut. Er ist bereits die ganze Nacht hindurch gelaufen und ein leichter Schimmer am Horizont verrät ihn, dass die tödliche Sonne bald aufgehen wird. Erst jetzt wird Miko bewusst das ihm kaum noch Zeit bleiben wird, weshalb er plötzlich panisch zu Rennen beginnt. Als er den Steilhang erreicht, stürzt er auf einmal kopfüber hinab. Der weiche Sand auf dem er hinab rutscht wird immer härter und rauer, je näher er dem Grund kommt. Schon bald schabt sein Rücken auf harten Gestein, ehe ihn eine heranrollende Sandlawine bedeckt. Ein dumpfer Aufprall beendet seinen Sturz.
        Als er die Augen öffnet erblickt er eine wuchernde Landschaft mit unglaublich hohen Stielen und riesigem Blätterwerk, welche Miko in Gedanken noch immer als „Auswüchse“ bezeichnet. In einer ausgewogenen Formenvielfalt steht Miko seiner erst kürzlich gemachten Entdeckung gegenüber. In diesem Dickicht erklingen die merkwürdigsten Geräusche: lautes Schrauben, Tröten, Klacken, Rascheln, Stampfen, Surren und viele unterschwellige Laute, die Miko noch nie zuvor gehört hat. Hinzu kommen Gerüche von süßen, herben und saftigen Sekreten dieser Pflanzen. Miko sieht eine fremde Welt vor sich, doch viel Zeit zum Staunen bleibt ihm nicht, weil der Himmel sich langsam rot zu färben beginnt. Schon bald wird der Sand kochend heiß sein und wenn die Sonne seine Haut streift, wird sie anfangen sich zu pellen und zu lösen. Er wird verbrennen. Instinktiv sucht er unter eines der großen Auswüchse Schutz, als die Sonne blendend grell über die Horizontlinie zu wandern beginnt. Wieder einmal presst er ganz fest die Augenlider aufeinander, aus Angst zu sterben. Doch die tödlichen Strahlen der Sonne erreichen ihn nicht. Sie kommen kaum durch das Baumkronendickicht, erzeugen jedoch ein mattgelbes Licht im exotischen Wald. Erst jetzt kann Miko die atemberaubende Farbenpracht sehen. In der Stadt aus Beton gibt es nicht viele Farben, aber das was er hier sieht, lässt ihn für einen Moment erstarren. Nicht nur das es hier saftige gelbe und grüne Farben an den Stielen und Auswüchsen gibt und einige Blüten Farben besitzen, die Miko noch nie zuvor gesehen hat. Es ist auch noch wesentlich angenehmer hier als in der tödlichen Wüste oder der heißen Stadt. Es ist ein feuchtwarmes Klima hier unten im Tal zwischen den hohen Pflanzengewächsen.

 

 


      

        Immer noch staunend bemerkt er nicht, wie hinter ihm langsam ein Ast lebendig wird. Es ist eine Schlange, die sich um den Stängel gewickelt hat und Miko nun mit einem Fauchen wieder ins Bewusstsein ruft, in welch eine Gefahr er sich gegenwärtig befindet. Schlangen sind jedoch keine „gigantischen Kreaturen“, denkt sich Miko und atmet erleichtert auf.
Er bahnt sich behutsam tastend einen Weg durch das Dickicht, immer darauf achtend das er nicht gegen eines der scharfen Dornen stößt. Vor Miko schwirren kleinere und größere Insekten wie Fliegen, Libellen und Schmetterlinge mit wunderschönen Flügeln. Viel interessanter für Miko sind jedoch die vielen Käfer, welche an den Stielen der Gewächse hinauf und wieder hinab auf die kühle Erde krabbeln. Miko zögert nicht lange und schnappt sich eine Handvoll Käfer. Als er damit seinen Magen gefüllt und seinen Hunger gestillt hat, fragt er sich warum niemand von den anderen Menschen hier hergekommen ist. Doch schon bald erhält er eine Antwort.
       Ein gigantisches Brüllen zieht plötzlich sein Trommelfell zusammen und seine Ohren beginnen entsetzlich zu schmerzen. Er presst verzweifelt beide Hände dagegen, dennoch beginnen sie unter den Schwingungen des markerschütternden Gebrülls zu bluten. Kurz darauf gerät alles um ihn herum in Panik. Schlangen verkriechen sich, Käfer suchen rasch Schutz in den kleinen Ritzen und allerlei Fluginsekten schwirren davon. Die Erde beginnt zu beben und die Stiele mit ihren Auswüchsen wackeln unter dieser Erschütterung hin und her. Ab und zu dringen ungehindert heiße Sonnenstrahlen auf den kühlen Boden und bringen den Grund zum Qualmen. Die Druckwellen reißen Miko auf einmal zu Boden. Als er wieder aufschaut, steht plötzlich eine Kreatur vor ihm, bei dessen Anblick er vor Schock erstarrt. Sie ist weitaus größer als das höchste Betongebäude der Stadt und ragt beinahe über die Wipfel der Stiele hinaus, doch die gefährliche Sonne richtet keinen Schaden auf der schuppigen Haut dieses riesigen Ungetüms an.

      Miko sieht einen Schädel so groß wie ein Haus, Augen so gigantisch wie der runde Mond am Nachthimmel und Zähne, so lang und messerscharf, dass ein einziger Biss genügen würde, eine ganze Schar von Dunkelratten zu vernichten. Das gesamte Gewicht des Ungetüms lastet auf zwei mächtig starken Beinen, die in langen Füßen mit scharfkantigen Krallen enden. Verhältnismäßig kleine Arme mit ebenso scharfen Krallen an den schuppigen Händen werfen einen großen Schatten auf Miko. Sein wuchtiger Riesenkörper hat sich zuvor an großen Geäst und Gestrüpp vorbei gezwungen und sein enormer Schwanz verliert sich nun irgendwo im dichten Wald. Auf dem Rücken trägt das rot geschuppte Tier einen Kamm aus Stacheln, zwischen denen sich eine dünne Haut spannt. Der feingliedrige Stachelkamm ragt ein wenig über die Baumkronen hinweg in den heißen Tageshimmel hinein. Als das Ungetüm plötzlich anfängt zu schnüffeln, kann Miko dort unten den Wind spüren. Eine einzige Bewegung dieser Kreatur und Miko würde zerquetscht werden, so wie er zuvor die Käfer zerquetscht hat. Mit einem lockeren Happen könnte das Monstrum ihn unzerkaut herunter schlucken.

 

 

 

 


     Mikos Herz rast vor Angst, als er glaubt das mächtige Ungetüm habe ihn erspäht. Doch Sekunden später wendet sich das Blatt. Gerade als die mächtige Kreatur den Kopf herabsenkt und ihn tatsächlich mit einem finsteren Seitenblick mustert, taucht plötzlich ein weiteres Monstrum auf und attackiert es von hinten. Das Ungetüm reißt seinen Kopf herum und sieht sich einem noch gefährlicherem Monster gegenüber. Wildes Kampfgebrüll lässt die Erde erzittern.
Miko löst sich endlich aus seiner Erstarrung und sucht sein Heil in der Flucht. Mit ihm fliehen unzählige Arten Insekten und Reptilien durch das Dickicht. Darunter eine Schar kleiner Eidechsen, wovon es hier recht viele gibt - in verschiedenen Rassen und Gattungen. Ein buntgefiederter Vogel fliegt unbeholfen haarscharf an ihm vorbei und flieht panisch vor dem Gebrüll. Er gleitet fast mehr als das er fliegt, da sein Federkleid an seinen knöchernen Armen herabhängt. Miko schließt sich wie selbstverständlich den fliehenden Geschöpfen an. Hinter ihm kämpfen noch immer diese gigantischen Reptilien miteinander. Sie haben kein Auge für die anderen Lebewesen dieses exotischen Tals. Sie tragen ihren Disput aus und das bis zum bitteren Ende.


     Bei seiner rasanten Flucht bleibt Miko plötzlich wie angewurzelt stehen. In einer breiten Lichtung entdeckt er einen aufgeschütteten Erdspalt an dessen Eingang verrostete Kanister liegen. Drum herum ist alles tot und leer und kein Gewächs sprießt aus dem trockenen Boden. Auf den Kanistern ist noch blass und kaum erkennbar ein unheimlich schwarzer Schädel mit einem Strahlenkranz zu erkennen. Miko kennt dieses Zeichen. Es bedeutet das dieses Gebiet hochgradig verseucht ist! Aber wieso wächst und wuchert hier alles, wo andernorts Tod und Verderben herrscht? Vielleicht bringen diese Kanister nur den Menschen den Tod aber Kreaturen wie diese Eidechsen, welche sich um die Kanister scharen, sterben dadurch anscheinend nicht, sondern werden groß und zu diesen entsetzlichen Monstern, schlussfolgert Miko mit Grausen. Eines ist jedoch sicher, er muss diesen Ort so schnell wie möglich verlassen, weshalb er nun panisch losstürmt.

 

 

 

 


         Miko begegnet auf seiner Flucht mehrmals diese riesigen Kreaturen, an denen er sich im Unterholz verkriechend, vorbei schleichen muss. Er sieht auch Kadaver, an denen kleinere aber auch mal größere Kreaturen fressen. In einem riesigen, offenen Monsterleib kann er zwei große Herzen sehen. Vielleicht wuchert bei den Bestien auch alles durch die Kanister, nur eben von innen, denkt sich Miko. Er hat zuvor keine Wesen gesehen, die am Tage so aktiv sind wie diese Ungeheuer. Vielleicht schlafen sie nachts? Miko hat keine Zeit um darauf vielleicht eine Antwort finden zu können, denn plötzlich hat ihn eine Riesenechse im Dickicht erspäht. Sie ist nur halb so groß wie die anderen Monster zuvor, doch Krallen und Zähne sind dennoch tödlich und sie ist nicht weniger gefährlich als ihre gigantischen Geschwister. Allein die großen Füße könnten ihn problemlos zermalmen. Nicht auszudenken wie es wäre diesem Schädel mit den langen Zähnen zu Nahe zu kommen. Jenes Maul, welches nun nach ihn zu schnappen versucht. Miko stürmt los und flieht, von Todesangst begleitet, durch das Gestrüpp. Dornen reißen seine Haut auf, doch er darf jetzt nicht langsamer werden, weil die Kreatur unmittelbar hinter ihm ist. Miko sieht sich schon tot und zerquetscht als Mahlzeit dieses gigantischen Räubers, bis er plötzlich einen Unterschlupf erspäht.
      In letzter Sekunde kann er sich durch die Felsspalte im Talgebirge zwängen. Das messerscharfe Maul des Jägers prallt Sekundenbruchteile später gegen das harte Gestein, so dass die Wände des Talberges erzittern. Brüllend vor Wut weil sein Opfer entkommen ist, steht das Ungeheuer noch eine Weile vor der Felsspalte, bis es endlich im Dickicht verschwindet, um sich eine neue Beute zu suchen.
     Als Miko erleichtert aufatmet, bemerkt er jedoch nicht wie zwei große, funkelnde Augen ihn aus dem Dunkel der Höhle anstarren. Diese Flucht ist ihm gelungen und er ist sicher. Doch wie lange noch?

 

 

Kapitel 4 wird bald folgen

 

 

Avi


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Als die Menschen ausstarben

 

 


1. Miko


Die Sonne brennt heiß an diesem Tag. Doch wann lodern die flammenden Strahlen der Sonne mal nicht und drohen mit ihrer Hitze die mächtigen Bestonwüsten der Ruinenstadt zu verbrennen? An so einem Tag, vor allem am Nachmittag, ist es nicht ratsam die schützenden Schatten der Betonskelette, einst mächtige Hochhäuser einer blühenden Wirtschaftsmetropole, zu verlassen. Ein Schritt ins Freie würde den sicheren Tod bedeuten.
Das weiß auch Miko, der sich in eine verrostete Kiste verkrochen hat, um dort ein wenig Schlaf zu finden. Doch dies will ihm einfach nicht gelingen, da sein lautes Magenknurren ihn immer wieder aus den Schlaf reißt. Getrunken hat er seit gestern Nacht auch nichts mehr und es ist fraglich ob er an der Wasserquelle in der Stadt noch etwas abbekommt, bevor der Morgen graut und die Sonne den Wüstensand erneut zum Kochen bringt.
              ‘Einmal pro Nacht trinken, für Essen muss selbst gesorgt werden‘ lautet ein Schild an der Quelle. Miko kann nicht lesen aber auch ohne einen Blick darauf geworfen zu haben, weiß jeder was gemeint ist, da es an der Quelle mehrmals wiederholt wird. Dort herrschen strenge Gesetze und jeder hält sich daran, wenn er etwas abbekommen will.
Die Quelle. Das ist eine verrostete Wasserleitung, welche nur bedingt Wasser freigibt. Miko hat davon gehört das die Quelle zwei Jahre vor seiner Zeit für einige Wochen versiegt war und kein Wasser mehr aus dem dünnen Hahn tröpfelte. Viele Menschen aus der Ruinenstadt waren daraufhin verdurstet. Seit da an fürchten sich die Menschen jeden Abend vor einem erneuten Versiegen des Wassers oder einem Defekt in der Leitung, welcher vor vielen Jahren der Grund war das so viele Menschen sterben mussten. Aber auch an Nahrungsmangel und falscher Ernährung in Form von Unrat und ungenießbarem oder verstrahltem Essen sind schon viele Menschen gestorben.

 

 

 

 

           Es ist bereits drei Tage her seit Miko etwas Vernünftiges gegessen hat. Ihm ist schwindelig und er wird ab und an von Schwächeanfällen heimgesucht. Zudem kommt jeden Tag diese erdrückende Hitze, die seinen jungen Kreislauf belastet. Wie soll er in dieser Verfassung selbst für Essen sorgen, fragt er sich, zumal es doch kaum noch etwas gibt.
Am liebsten würde er einfach in dieser Kiste liegenbleiben und auf den Tod warten, der ihn früher oder später heimsuchen wird - genauso wie er schon zu all seinen Freunden gekommen ist, die er aus der Stadt kannte.

          Sich seiner Verzweiflung hingebend überhört er das leise Rascheln, welches nur allmählich in sein Bewußtsein vordringt. Es kristallisiert sich das Geräusch von spitzen Krallen heraus, die eifrig in einem Müllberg herumwühlen. Der Müllberg bestehend aus verrosteten Konservendosen (die schon dreißig oder vielleicht vierzig Jahre alt sind) und Metallteilen steht direkt neben seiner Kiste aufgetürmt. Es sind Dinge die Miko in der Stadt zusammengesucht hat, um vielleicht handeln zu können. Zuvor hatte auch er diese Dinge sorgfältig nach etwas Essbarem durchsucht. Die einzige Kreatur in der Stadt die eine ähnliche Affinität an den Tag legen kann wie er zuvor ist eine Dunkelratte. Dies ist ein, meist in Schatten und Untergründen hausender Parasit von enormer Größe und viel Fleisch, wie Miko in Gedanken ergänzt. Er öffnet abrupt die Augen, beflügelt von neuer Hoffnung heute vielleicht nicht mehr hungern zu müssen. Jagdbereit richtet er sich langsam in der Kiste auf und hebt vorsichtig den leichten Deckel an. Durch den Spalt erblickt er ein großes Getier mit struppigem Fell und durchdringenden Augen, welches energisch im Haufen herumgräbt. Es ist gefährlich für Miko sich mit einer Dunkelratte anzulegen. Das Untier mit den scharfen Zähnen reicht ihm bis zur Hüfte.

          Miko ist noch nicht sehr alt und er weiß das er ohne eine Waffe kaum eine Chance gegen diese Ratte haben wird. In dem diffus beleuchteten Betonraum kann Miko durch den Spalt in der Kiste an der gegenüberliegenden Wand einen Metallstab ausmachen. Er wäre eine perfekte Schlagwaffe, denkt sich Miko. Doch plötzlich beginnt sein Magen ganz laut zu Brodeln und die große Dunkelratte hebt ihren Kopf mit dem breiten Schädel und den funkelnden Augen. Ihre Nase wittert wild in alle Richtungen und ihre Schnurrhaare zucken nach vorn. Kaum merklich nimmt sie ihre Pfoten mit den scharfen Krallen aus den Haufen und stellt sich auf die Hinterläufe. Aufmerksam sieht sie sich um. Das riesige Ungetüm buckelt sich kurz darauf und beginnt in dem schattigen Betonzimmer suchend umher zu schleichen. Wenn Miko nicht aufpasst, wird sie ihn beißen oder mit ihren scharfen Krallen verletzen. Eine Verletzung, und sei sie auch noch so gering, könnte schnell zur Entzündung, einer gefährlichen Krankheit oder sogar zum Tod führen und dann wäre Miko das Opfer dieser struppigen Riesenratte.
            Der Kampf ums Überleben ist nicht einfach, aber Miko weiß worauf er sich einlässt. Wenn er nicht versucht die Ratte zu erlegen, wird er höchstwahrscheinlich an Hunger sterben. Miko hat keine Wahl, weshalb er es nun wagt trotz seiner Angst aus der Kiste zu steigen und lautlos Richtung Metallstange zu schleichen. Trotz seiner Leichtfüßigkeit hat das Untier ihn bereits gehört. Die kleinen Ohren zucken und plötzlich schnellt die Dunkelratte um ihre eigene Achse und stürmt auf ihn zu. Ihre Schnauze gibt nun zwei messerscharfe Schneidezähne frei und Miko weiß das sie ihn damit an die Kehle springen will. Panikartig schnappt er sich die Stange und wehrt im letzten Moment die Sprungattacke des Untiers ab, taumelt jedoch und prallt, weil seine Kräfte versagen, gegen den nackten Beton. Mit dem Rücken zur Wand weicht er einen weiteren Angriff nur knapp mit einer Drehung zur Seite aus, bei welcher das Untier mit dem stämmigen Körper hart gegen die Wand prallt. Fauchend richtet sie sich wieder auf, bereit erneut anzugreifen.

 

 


        Gegen so eine gewaltige Kraft hat Miko keine Chance, dass wird ihm nun schmerzlich bewusst. Kaum zu Ende gedacht, springt die Dunkelratte erneut auf ihn zu. Ihre Zähne verfehlen seine Kehle nur um Haaresbreite, als er die Stange im letzten Augenblick zur Abwehr erhebt. Mit enormer Kraftanstrengung, welche Höchstleistungen von seinem rasenden Herzen fordert, kann er das stinkende Ungetüm von sich stoßen. Miko bleibt nur noch die Flucht. Ohne weiter nachzudenken stürmt er los. Er verflucht sich dafür als Jäger so kläglich versagt zu haben. Letztendlich wird er sich erschöpft und hungriger als zuvor irgendwo verkriechen müssen. Miko ist wütend auf sich selbst und am Rande der Erschöpfung. Sich beinahe überschlagend stürmt er einen Trümmergang entlang, dicht gefolgt von der ebenso hungrigen Riesenratte, die ihre Beute nicht aufgeben will. Seine Beine lahmen bereits und er weiß das er diese Hetzjagd nicht überstehen wird. Seine Haut ist benetzt mit kühlen Schweiß und seine dunklen, langen Haare kleben in seinem Gesicht und am Hinterkopf. Es ist stickig heiß und er bekommt kaum noch Luft. Doch plötzlich hört er in dem diffusen Gebäude eine Stimme. „Da ist sie!“ ruft jemand.
        Er flüchtet so schnell er kann, doch das hastige Schaben von Krallen auf Beton hinter ihm im Gang wird immer lauter. Das Biest kommt unmittelbar näher. Miko kann nicht mehr. Seine Kräfte lassen nach und er bricht zusammen. Jetzt ist alles vorbei, denkt er sich bitter. Er schließt die Augen, damit er nicht mit ansehen muss wie er getötet wird. Ein lauter Knall, dicht gefolgt von einem dumpfen Aufschlag und ein lauthals zerberstender Schädel beenden diese Hetzjagd abrupt.
        Mikos Herz rast, was bedeutet, das er noch lebt!


Schwer atmend öffnet er die Augen. Vor sich sieht er eine Gruppe von Menschen, die nahezu in seinem Alter sind. Wieviele es genau sind kann Miko nicht einmal schätzen, da er nicht zählen kann. Für ihn sind es nur „viele“ Menschen - eine „Sammlung“. So nennen sich Gruppierungen, die gemeinsam jagen und nach Essen in den Trümmern einer Stadt suchen. Eine Stadt, welche einst Symbol für Reichtum und Fortschritt gewesen war.
Das diese Menschen im allgemeinen noch sehr jung sind, ist nicht verwunderlich, da Menschen in dieser Zeit nicht sehr alt werden. Männer sterben meist vor dem ersten Bartwuchs und Frauen haben in der Regel nicht mal die Chance ein Kind auszutragen. Und wenn ein Kind doch mal das lodernde Licht dieser heißen Welt erblickt, ist es meist missgebildet oder stirbt wenige Monate später an Hunger, Durst oder Krankheiten.

         An der Quelle hatte Miko einmal einen Mann mit Bart gesehen, doch er ist schon lange tot. Obwohl es jede Woche weniger Stadtbewohner gibt, sind die Chancen etwas Wasser an der Quelle zu bekommen dennoch schlecht, da es viele Pilger von außerhalb der Stadt gibt.
Doch Miko hat nun ganz andere Probleme. Wortlos muss er mit ansehen, wie die „Sammlung“ Teile der Dunkelratte unter sich aufteilt. Sie werden nicht mit ihm teilen, soviel ist sicher. Er wird weiter hungern müssen. Miko könnte sich natürlich auch der „Sammlung“ anschließen, aber als Neuling würde er kaum etwas zu Essen bekommen und in allem benachteiligt sein. Zudem wäre er dort nur der Prügelknabe und das will er nicht sein. Nein, allein hat er es besser, da ist er sich sicher. Erschöpft und hungrig richtet er sich auf, um zu seiner Kiste zurückzugehen, ehe jemand anderes darin Platz findet. Miko ist am Boden zerstört. Hätte er es geschafft die Dunkelratte zu erlegen, wäre sein Bauch nun mit einem Festmahl gefüllt. Aber jetzt machen sich die anderen darüber her und versuchen ihren Hunger zu stillen. Dies ist wieder einmal einer jener Tage in Mikos Leben, wo er nicht weiß warum er eigentlich auf dieser schrecklichen Welt ist. 

        Eine Welt bestehend aus Hitze, Feuer, Hunger, Durst, Krankheiten und Tod.
Doch er lebt.

 

 

2. Kein Tropfen Wasser

 


Bald wird es dunkel. Miko beobachtet aus seinem Zimmer durch einen Spalt im Beton wie die brennende Sonne langsam Richtung Horizont herabsinkt. Er kaut unterdessen auf den Rest eines großen Käfers herum, welcher seinen Magen etwas beruhigen wird. Nach dieser Mahlzeit wird er jedoch um so hungriger sein, da sein ausgehungerter Magen nach mehr verlangen wird. Doch dies ist der einzige Käfer den er hatte finden können. Miko betrachtet traurig den Rest in seiner Hand und schiebt ihn langsam in seinen Mund. Es knirscht und knackt und die Fühler fahren ihm ins Zahnfleisch, aber schon bald ist die Mahlzeit vertilgt und sein brodelnder Magen beginnt eifrig mit der Verdauung. Hungrig hält er nach weiteren Käfern Ausschau, aber viel Zeit wird ihm nicht bleiben, da er sich beeilen muss, wenn er an der Quelle noch etwas abbekommen will.

 

 

 


Ein langer Weg führt durch das Gebäude, welches nach außen hin immer mehr zu eine Art Gerüst wird, durch dessen Betonskelett und Planken aus Metall in den oberen Stockwerken bereits die ersten Sterne funkeln. Miko mag das Dach aus flimmernden Lichtern. Der brennende Tag bedeutet den Tod aber die Nacht ist lebendig. Jedoch wagen sich nachts auch allerlei Kreaturen heraus, die sehr gefährlich sind. Mächtige Riesenkakerlaken, Würmer, Schlangen und viele Arten gefräßiger Kriech- und Krabbeltiere machen die Nacht unsicher und suchen hungrig nach Beute. Einmal hatte sich Miko in dem Netz einer haarigen Riesenspinne verfangen, konnte zum Glück jedoch ohne ernstere Verletzungen entkommen. Dort war er einmal mehr einem grausamen Tod entkommen.
             Es ist noch immer heiß als er ins Freie tritt. Unter seinen nackten Füßen fühlt er harte, aufgesprungene Erde mit scharfen Rissen. Wie schwarze Riesen erheben sich die Betonruinen der großen Stadt in den Nachthimmel. Der silberne Sichelmond lugt an der Spitze eines Gebäudes vorbei und spendet ein wenig Licht auf den spröden Sandstraßen, die sich durch die gesamte Ruinenstadt ziehen. Aber auch ohne lichtspendendes Mondlicht weiß Miko wo er lang gehen muss. Er könnte den Weg zur Quelle auch blind finden. Ebenso wie die anderen Menschen der Stadt, die Miko nun über Trümmerhaufen steigen sieht. Auch sie haben nur ein Ziel in dieser Nacht: die Quelle.
Miko schreckt auf als er einen lauten Knall hört. Sich umdrehend erblickt er zwei Jungs die fast noch Kinder sind. Sie kämpfen erbittert gegeneinander. Immer wieder schlagen sie aufeinander ein und wenn einer zu Boden geht, tritt der andere brutal nach, mit dem energischen Versuch seinen Gegner zu töten. Meist jedoch erwischt es den Trümmerhaufen, was vor wenigen Sekunden diesen Knall erzeugt hat.

           Miko kann nicht sagen wie es geschehen ist, aber plötzlich ist einer von ihnen mit einem Stein bewaffnet und zertrümmert kurz darauf seinen Widersacher den Schädel. Der Gewinner nimmt eine fette und saftige Raupe an sich und beginnt sie hungrig zu verspeisen. Miko weiß nun, dass die nahrhafte Raupe der Grund für diesen tödlichen Disput gewesen ist. Der Kampf um Nahrung ist für Miko nichts Ungewöhnliches. Miko wendet sich ab und beginnt sich zu beeilen.
Er muss nur noch über wenige Trümmerteile steigen und schon hat er die Quelle erreicht. Es herrscht dort ein reger Andrang, wie Miko missmutig beobachten kann. Viele Menschen tragen Fackeln oder ähnliches Brennmaterial bei sich, so dass der Platz nun hell erleuchtet ist. Brennbar ist nahezu alles in der Stadt, denkt sich Miko, nur zu Essen gibt es nichts.

 

 

 


            Die Menschen die dort im Licht der Fackeln versammelt sind haben die schlimmsten Leiden. Mikos Nase vernimmt die verschiedensten Gerüche von Körperausscheidungen wie Schweiß und Blut, bis hin zu Eiterungen und verbrannter Haut. Sehr viele haben Beulen, geschwollene Glieder und Tumore. Die meisten Betroffenen sind Pilger die durch ein verseuchtes Gebiet gezogen sind, bevor sie die Quelle erreicht haben. Bei den vielen Missbildungen der Stadtmenschen ist es beinahe ein Wunder das Miko noch alle Glieder am Leib hat. Manch einer kann sich nur mit großer Mühe auf den Händen fortbewegen. Für Miko ist dies alles ein gewohnter Anblick, doch etwas ist heute anders. Das wird ihm mit einem Mal bewusst, als er sieht wie unruhig sich die Menge vor der Quelle verhält. Miko eilt flugs ins Zentrum des Geschehens und erhascht einen flüchtigen Blick auf den rostigen Wasserhahn. Er ist sehr klein und vom Rost nahezu zerfressen. Der Hebel auf ihn lässt sich nur schwer drehen. Wenn man ihn nach links dreht, kommt kein Wasser. Dreht man ihn jedoch nach rechts, tröpfelt er meist rapide. Der Hebel ist derzeit nach rechts verschoben, aber es kommt kein Wasser heraus!
          Mit offenem Mund steht Miko da und sieht zu wie die Menge langsam in Panik gerät. Er ist durstig und erschöpft und nun hat er keine Chance mehr an Wasser zu kommen.
Plötzlich fallen Fackeln zu Boden und ein wildes Gemurmel bricht aus. Einige missgebildete Gestalten stürmen vor, ziehen an dem Hahn und hämmern wild dagegen. In der Hoffnung ihn doch noch einige Tropfen zu entlocken. Doch es hat keinen Sinn, denn der Wasserhahn - die Quelle - ist versiegt.
Miko lässt sich verzweifelt zu Boden fallen, währenddessen viele Menschen aufeinander losgehen. Einige jedoch wenden sich wortlos ab und ziehen sich in die Betonruinen zurück, um dort auf den Tod zu warten.
„Ich habe von einem Pilger gehört, dass es noch etwas Wasser in der Halbwüste gibt. Einige Menschen haben sich dort niedergelassen“, hört Miko jemanden reden. Er schaut sich suchend um und erblickt zwei buckelige Gestalten, die ihre Köpfe zusammengesteckt haben.
         „Um dort hinzukommen muss man das Tal durchqueren. Unmöglich zu schaffen in dieser Nacht! Man kann im Tal nicht den tödlichen Tag entkommen, weil es dort gigantische Kreaturen gibt, die dich auffressen werden.“ Enttäuscht wendet sich einer der beiden Buckligen ab. Der Zurückgebliebene blickt mit einer Mischung aus Sehnsucht und Verzweiflung Richtung Horizont, welcher durch zwei Betonskelette der Stadt hindurch zu sehen ist. Damit verrät er Miko den Weg.
         Miko hat nun die Wahl hier zu sterben oder es zumindest zu versuchen diese Reise zu wagen. Er richtet sich entschlossen auf. Die zwei Buckligen hätten den Weg sicherlich nicht überstanden. Miko jedoch hat zwar eine geringe aber immerhin noch eine Chance. Zielsicher macht er sich auf den Weg.
Ein junger Mann, dem ein  Arm fehlt, schaut Miko wortlos hinterher. So lange bis Mikos Silhouette eins wird mit dem Nachtschatten der Betonruinen. Kurz darauf wendet er sich ab und nimmt neben den Wasserhahn Platz, um dort auf die morgendliche, brennend heiße Sonne und somit auf seinen Tod zu warten.


 

 

Fortsetzung der Kapitel 3 - 7 dieser Endzeitgeschichte werden bei Bedarf folgen.

 

 

Avi


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Kurzgeschichten Endzeit


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Was war das damals noch für eine Zeit? Auf dem Weg von der Schule nach Hause sah ich am Kiosk nach ob es mein Lieblingsmag schon gab. Meist kaufte ich mir die Bravo Screenfun. Sie war bunt und informativ. Ich habe immer wieder gerne darin geblättert und mir auch einige der Artikel ausgeschnitten und mit Klebeband an meine Kinderzimmerwand befördert. Die zusätzlichen Poster waren ebenfalls ein Segen. So landete dann noch die gute alte Lara Croft, Cloud Strife (in sehr groß mit Hartklinge und Wolkenhintergrund), sowie alle 3 Tekken 3 Poster aus einem Set an meiner Wand. Aber auch Aufkleber, welche oft der Zeitung beilagen, wurden sofort auf meine Playstation oder den Controller gekleistert. Das sah irre cool aus und ich habe mich jedes Mal auf solche kleinen Spielereien gefreut.

 

 

Ich weiß noch das es in der Screenfun bei den Leserbriefen ein Mädchen namens Denise gab, welche total in Squall Leonhart verknallt war. Das wurde in fast jeden Heft erwähnt, welches ich kaufte, und einige Zocker schickten einzig wegen ihr Fanarts von Squall. Dies ist mitunter einer der Gründe oder vielmehr ein Anstoß warum ich auf Final Fantasy 8 aufmerksam wurde, es kennenlernte und spielte, und es somit zu meinem liebsten Final Fantasy Teil wurde.

 

 

 

 

Von der OPM (Offizielles Playstation Magazin) habe ich durch ein Gewinnspiel, welches der Playstation Konsole beilag, ein kostenloses Abo für ein Jahr, inklusive kostenloser PSX – Demos jeden Monat gewonnen. Die Demos alleine haben mich schon beschäftigt ohne Ende und durch sie kam ich auch zu der ein oder anderen Perle wie Gran Turismo oder Tekken 3. Bei Letzteres trug aber auch ein Artikel der OPM einen Großteil dazu bei, weil es einen mehrseitigen Bericht darüber im Heft gab. Inklusive dem Interview eines Profikampfsportlers, welcher die Moves in Tekken 3 am realistischsten fand. Das hat mich damals so beeindruckt, dass ich mir das Spiel (mein erstes Beat'em up überhaupt) zum Geburtstag gewünscht und auch bekommen habe.

 

 

Games Magazine waren für mich (auch schon weitaus früher mit der PC Games und den Disketten) die Informationsquelle schlechthin. Das Internet gab es damals zwar schon, aber meine Eltern hatten keins. Einzig ein Kumpel war schon online und suchtete zusammen mit seinem Paps die erste berühmt und berüchtigte Casualgurke mit Suchtfaktor, kurz Moorhuhn. Ich musste damals hingegen einen ganzen Monat auf neue News aus der Spielebranche warten. Hinzu kamen spannende Berichte und im Idealfall auch eine Heft - CD oder gar DVD.

 

 

 

 

Von der Gamepro damals (durch Zufall im Kiosk entdeckt) war ich auf Anhieb extrem beeindruckt. Ab 2003 war ich dabei und währenddessen die Stammleser in den Leserbriefen zu motzen begannen weil sich anscheinend vieles zum Schlechten hin veränderte, staunte ich was für ein familiäres Verhältnis dort herrschte. Nirgends wurde dieses Hobby derart hervorgehoben und für cool befunden wie in diesem Magazin. Ich mochte die Redaktion, sowie die Art und Atmosphäre dieses Heftes. Ein Abo ließ nicht lange auf sich warten und jeden Monat auf's Neue folgte das gleiche Spiel. Ich lauerte vor dem Briefkasten, das Mag kam, ich nahm es mit nach oben, riss die Folie auf und verschlang gleich am ersten Tag die wichtigsten Artikel und legte dann die DVD ins Laufwerk der Playstation 2. Noch am Abend des gleichen Tages wurde mir dann umgehend schmerzlich bewusst das ich nun wieder einen Monat warten musste bis die nächste Ausgabe kam. Also blätterte ich den Rest des Monats über in interessanten, aber auch uninteressanten Berichten, sah mir immer wieder die DVD an und zählte schon die Tage.

 

 

Legendär und unvergessen bezüglich der Gampro ist natürlich Henry's Testcheck vom März 2005. Das muss man einfach gesehen haben. Nicht nur wegen seines Humors und den peinlichen Spielen, sondern auch deswegen weil es damals noch eine Zeit gab, in welcher Spiele in Hülle und Fülle vorhanden waren. Das ist heute leider nicht mehr der Fall. Heute gibt es zwar auch viele Spiele, aber sie kommen mir nicht mehr so massig vor. Die HD- Entwicklung braucht eben mehr Zeit als die Games von damals.

 

 

 

 

Währenddessen ich die OPM und Screenfun irgendwann gar nicht mehr kaufte, und die Screenfun mit einem Mal sang- und klanglos von der Bildfläche verschwand, veränderte sich auch die Gamepro. Irgendwie war die Lust raus und heute ist nichts weiter als ein Schatten ihrer selbst übriggeblieben. IGN hat das Magazin an einen französischen Verlag verkauft, soweit ich weiß, aber auch schon vorher gab es Streitigkeiten bezüglich der DVD- Hüllen oder der DVD selbst. Die Redakteure wechselten und verschwanden und alles was man heute noch sehen kann, ist ein steriles Magazin mit einem langweilig gestalteten Layout und Text. Keine Coolness mehr und kein Charme von damals, welcher es vermochte einen stolz zu machen das man ein Gamer war.

 

 

Zeiten gehen vorbei und die Absatzzahlen der Gameshefte sinken. Das Internet mag eine Teilschuld haben, aber dennoch könnte man ein Magazin parallel zu einer Onlineseite laufen lassen. Man muss eben nur dem Heft einen gewissen Charme verleihen und exklusive Inhalte auf die DVD packen. PC Magazine haben es hingegen ganz leicht, bieten diese doch Spielevollversionen zu Spottpreisen an. Das allein genügt schon als Kaufargument.

 

 

 

 

 

Das Internet ist für mich bezüglich Games Magazine ein kritischer Punkt. Heute muss ich nicht mehr einen Monat auf Informationen warten, was gut ist. Allerdings werde ich mit Gerüchten, Indizien, Leaks und dergleichen nur so zugemüllt. Ein oder zwei Mal sich enthusiastisch darüber auszutauschen mag spannend sein, aber irgendwann ist auch da mal die Luft raus und es nervt einfach nur. Was mich allerdings noch viel mehr stört sind die Kommentare. Gut, manchmal ist es richtig lustig wenn man weiß das es jetzt wieder losgeht, aber ehrlich gesagt muss das alles nicht sein. Man liest neue Infos und plötzlich behaken sich User Zer0MufFynn und Killerkrümel wer nun das bessere System oder die richtigere Meinung zu etwas hat. Das gab es damals nicht als man einfach nur sein Heft auf dem Schoß hatte und sich ungestört seine eigenen Gedanken machen konnte.

 

 

 

 

 

 

 

Damals war ich richtig stolz ein Gamer zu sein. Ich war mir auch nicht zu schade ab und an mal die Game Master zu kaufen. Diese war zwar vordergründig für Kinder gedacht, aber die Artikel waren spannend und die Gimmicks amüsant. Und gegen Tipps bezüglich Pokémon habe ich nie etwas, bin ich doch eher der Trainer und weniger der Sammler oder Top 4 Herausforderer. Heute jedoch ist es so, dass ich eine News lese und dann zu den Kommentaren scrolle und nach wenigen Guten beginnt dann der Zoff oder ellenlange, sinnfreie Diskussionen, welche nur peripher etwas mit dem Thema der News zu tun haben. Hier auf CW geht das noch, aber gerade die Gamepro Seite, welche irgendwie seit Jahren schon vor die Hunde geht, ist eine vogelfreie Zone mit Kommentaren ohne Rücksicht auf Verluste. Was hat Rassismus in einer Gaming News zu suchen? Bei solchen Momenten wünsche ich mir die gute alte Printmedienzeit zurück.

 

 

 

 

Natürlich kann ich die Zeit nicht zurückdrehen. Es gibt heute nun einmal das Internet als schnelle Infokost, sowie diverse Youtube Kanäle und Let's Plays. Die Zeiten klassischer Games Magazine sind so langsam vorbei, auch wenn es viele Verlage noch versuchen. Das lobe ich mir, doch wenn ich dann die Magazine in die Hand nehme und durchblättere, empfinde ich nichts mehr. Vielleicht mag es auch daran liegen, weil uns der Nachwuchs fehlt? Wen soll man mit Coolness noch ansprechen wenn die meisten Zocker ü30 sind?

 

 

 

 

Letztens habe ich auf dem Cover einer Tageszeitung so etwas gelesen wie „Daddeln macht dumm! Vorsicht!“. Das ist also wieder ein Appell an die Eltern, bezüglich ihrer daddelnden Kinder, dachte ich mir. Ich hatte beinahe schon ein gutes Gefühl als ich das laß. Anders als früher Wut, weil unser Hobby kritisiert wurde. Doch ich hatte mich bitter geirrt, ging es doch nur um Smartphones und Tablets. Da sind also die Kinder und Teens heute gelandet. Und für wen werden noch die letzten verbliebenen Games Magazine gedruckt? Für uns alte Hasen, obwohl die Atmosphäre von früher niemals wieder eingefangen werden kann?

 

 

Die Zeiten sind vorbei aber ich erinnere mich gerne daran. Der Geruch eines druckfrischen Heftes, das Prickeln wenn man die neusten News liest und sich in spannende und informative Artikel vertieft, sowie die Freude auf die Heft DVD. All das bleibt tief in mir verborgen und selbst wenn ich online nach News suche, um mich schnell zu informieren, werde ich dieses Gefühl und die Freude niemals wieder vergessen. Ein schöner Gedanke...

 

 

 


In diesem Sinne . . .  schwelge ich noch ein wenig wehmütig in Nostalgie, bevor ich wieder in die Gegenwart zurückkehre ^^




Avi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anbei noch eine kleine Spielerei meinerseits. Ein fiktives CW Magazin. images/smilies/m-razz.gif

 


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Games Magazine


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Lange hatte ich diesen Ninja – Blog im Hinterkopf. Bevor ich jedoch zu schreiben beginne, stelle ich mir einmal die Frage warum mich Mörder faszinieren. Ninja sind ja eigentlich auch nichts weiter als Attentäter, Spione und Saboteure. Was ist so toll daran? Ist es dieses typische Outfit in Schwarz, welches nur den Blick auf die Augen freigibt? Sind es die Waffen oder die Fähigkeiten der Ninja?

 

 

Ich denke mich faszinieren tatsächlich die Fähigkeiten der Ninja. Vor hunderten von Jahren, im alten Japan, waren die Ninja gefürchtet. Man sagte ihnen übersinnliche Eigenschaften nach. Die Kunst des Gecko, was so viel bedeutet wie an den Wänden kleben, war eine davon. Sie gibt es wirklich und wird auch heute noch vereinzelt im Bereich des Martial Arts verwendet. Dabei laufen die Kämpfer die Wände hoch und verweilen dort für einen kurzen Augenblick. Viele werden das sicherlich schon in den ein oder anderen Martial Arts Film gesehen haben.

 

 

 

 

Viel interessanter empfinde ich jedoch die Telepathie. Ninja sind für ihre Lautlosigkeit bekannt. Sie müssen eins mit dem Schatten werden, um nicht gesehen zu werden. Wofür heute Spezialtruppen wie die Navy Seals oder die Kommando Spezialkräfte (KSK) Handzeichen verwenden, sollen die Ninja einst hingegen in Gedanken kommuniziert haben. Ich halte diese übersinnliche Fähigkeit für durchaus möglich und es gab unter anderem in den 1970'ern viele Untersuchungen, welche sich näher mit der Telepathie befassten. Wie glaubwürdig die alten, wie auch neuere Studien und Versuchsreihen sind, bleibt jedem selbst überlassen. Ich könnte mir jedoch vorstellen das der Mensch, wie auch viele Tiere, dazu in der Lage wären über große Distanzen hinweg und noch dazu lautlos miteinander zu kommunizieren, um sich im Kollektiv abzustimmen.

 


Ninja sind ja, neben ihren sagenhaften Fähigkeiten, auch hervorragende Kämpfer und sehr bewandert in vielen Kampfkünsten. Das Ninjutsu ist eigentlich weniger die Ninja – Kampfkunst an sich, als vielmehr die Technik der Tarnung und Aufklärung. Die Ninja sind somit eigentlich nichts weiter als unsere Kommandospezialkräfte heute. Nur mit dem Unterschied das sie meist allein agieren. So konnten sie sich einst im alten Japan als Reisbauern oder Fischer tarnen, nur um dann aus dem Hinterhalt ihre Zielobjekte anzugreifen, heimtückisch zu vergiften oder heimlich und kaum gesehen zu meucheln.

 

 

 

 

 

 

Ninja waren somit körperlich wie geistig topfit. Kein Wunder also das ich sie so faszinierend finde. Aber niemand würde in der Haut eines Ninja stecken wollen, sollte dieser gefasst werden. Ninja starben, wenn sie es nicht rechtzeitig schafften sich selbst zu vergiften oder Harakiri zu begehen, einen schrecklichen Tod. Sie wurden gefoltert und zu Tode gequält, als Exempel an all jene Ninja, welche in ihren Missionen scheiterten. Auch Ishikawa Goemon, Volksheld, eine Art Robin Hood Japans und möglicher Begründer der Ninja – Tradition, musste laut Sage nach einem gescheiterten Attentat auf Toyotomi Hideyoshi einen qualvollen Tod in einem kochenden Ölbad sterben.

 


Ein berühmter Samurai, welcher auch in den Künsten der Ninja unterrichtet wurde, war kein geringerer als Hattori Hanzō. Er war ein glorreicher Samurai, welcher im Alter von 55 Jahren in einen Hinterhalt gelockt und von einem Ninja des Fūma-Clans (oder laut Sage gar vom Anführer selbst) getötet wurde. Heute ist sein Name in westlichen Gefilden wohl nur noch durch den legendären Schwertmeister in den Kill Bill – Filmen ein Begriff.

 

 

 

 

 


Ninja sind, obwohl sie nichts weiter als Assassinen waren, dennoch sehr beliebt. Ihre Präsenz, Stärke und die fast schon mystischen Fähigkeiten wissen zu gefallen. Welcher kleine Junge hat nicht einmal einen Ninja- Anzug getragen und sich mit Samurai Schwertern aus Plastik in den Händen wie ein echter Ninja gefühlt?

 

 

 

 

 

 

 

 


Einen eben solchen Effekt erzielen aber auch alte wie neue Games mit der Ninja Thematik. Ninja Gaiden, Shinobi, Shinobido und Raiden (aus den Metal Gear Solid Teilen als moderner Ninja) sind nur einige, wenige Beispiele von vielen. Ob nun in Trickfilmen, Videogames oder in erfolgreichen Anime Filmen und Serien wie Naruto - Ninja sind einfach der Hit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hierbei will ich einmal zwei meiner Lieblings- Ninjafilme ein wenig hervorheben. Zum ersten Mal kam ich mit der ganzen Mythologie der Ninja mit dem Film American Fighter (im Original American Ninja) in Berührung. Darin geht es um einen Soldaten der US Army, welcher sein Gedächtnis verloren hat. Er besitzt jedoch außerordentliche Fähigkeiten, welche es ihm ermöglichen selbst gegen eine Bande Ninja bestehen und diese am Ende gar besiegen zu können. Dieser westliche Trash des Ninja - Mythos wusste damals zu gefallen, obwohl er heute nichts weiter als ein B- Movie ist. Und dennoch wollte ich als kleiner Furz mehr über die Ninja erfahren. So kam es das ich vom damaligen Freund meiner ältesten Schwester einen ungeschärften Ninja- Stern geschenkt bekam und mit Nunchakus aus Plastik herumfuchtelnd vom Sportlehrer in meiner Grundschule angeschissen wurde. Meine Lieblings - Ninjawaffe ist jedoch die Kusarigama, welche ich zum Glück sehr viele Jahre später in einen anderen Ninjafilm bewundern konnte. In dem Film Ninja Assassin.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Ninja Assassin ist erstaunlicherweise ein sehr guter Ninjafilm. Der Name ist etwas overdose, aber der recht blutige Inhalt bleibt spannend und gut inszeniert. Auch wenn es für meinen Geschmack etwas zu viel CGI ist. Der Witz ist, dass dieser Film teilweise in meiner Heimatstadt Berlin spielt. Es ist schon ungewohnt Orte zu sehen, die man selbst besucht. Vor allem wenn dann durch einen Kreisverkehr in der Berliner City eine Horde Ninja kämpfend ihr Ziel verfolgen und ausschalten wollen. Die Schlagzeile im Berliner Kurier hätte ich nur allzu gerne einmal gelesen. images/smilies/xdsmileyvj7.gif
Der Film ist eigentlich eine kleine Beleidigung für die Japaner, wird der Ninja Raizō doch von einem singenden und tanzenden Süd- Koreaner verkörpert. Doch Bi Rain, der Michael Jackson Asiens, macht nicht nur eine sehr gute Figur in dem Slasher, er verkörpert auch die Rolle des gnadenlosen Ninjas perfekt. Sein jüngeres Pendant in dem Film wird von Lee – Joon , ebenfalls ein singender Süd- Koreaner aus einer Band namens MBLAQ, verkörpert. Kein Wunder also das im Film auch mal der Satz fällt: „Der sieht aus wie der Sänger einer Boyband.“


 

 

 


Die Anime Serie Naruto habe ich nie wirklich verfolgt, obwohl eine ganze Generation mit ihr aufwuchs. Die Fähigkeiten der Ninja dort mögen überzogen wirken, jedoch ist auch die japanische Mythen- und Sagenwelt voller Magie, Dämonen und seltsamen Fähigkeiten. Die Ninja selbst befinden sich am Scheideweg zwischen Sage und Wirklichkeit, ganz so wie ihre Fähigkeit in den Schatten zu tauchen und somit der hiesigen Welt zu entfliehen. Aber auch in westlichen Trick- und Animationsfilmen sind Ninja immer wieder gern gesehen. Als kleine, knuffige Kämpfer mit Herz oder als Oberschurken. Selbst mutierte Schildkröten können bisweilen die Disziplinen der Ninja erlernen.

 

 

 

 

 

 

Bei all den Filmen und Merchandise - Artikeln frage ich mich immer wieder ob es heute noch echte Ninja gibt. Vielleicht agieren sie im Verborgenen und meucheln, infiltrieren und sabotieren noch immer? Es gibt genug Konflikte zwischen den asiatischen Ländern. Vor allem Nord- Korea und Japan geraten immer wieder aneinander. Vielleicht wird dieses wackelige Gefüge nur dadurch zusammen gehalten, weil Ninja als Schattenkrieger ihre Aufträge durchführen? Ob sie auch in westlichen Gefilden unterwegs sind, so wie in American Fighter oder Ninja Assassin dargestellt, bleibt eine der vielen offenen Fragen über diese übernatürlichen Attentäter.

 


Ich weiß nur, dass sie auf mich ihre Faszination niemals verlieren werden. Dazu sind sie einfach viel zu cool, gewandt und bewundernswert. Einmal, nur für einen kurzen Augenblick, wäre ich selbst gerne ein Ninja. Jedoch will ich in diesem Moment dann nicht gerne in kochend heißem Öl mein Todesbad nehmen.

 

 


In diesem Sinne . . . betrachtet lieber zwei Mal den Schatten in der Nacht, denn in ihm könnte sich auch etwas Lebendiges verbergen.


 


Avi
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Meine Überschrift ist recht provokativ. Sie spiegelt jedoch vollends meine Gedanken wieder, wenn es um Nintendos neues Projekt namens „NX“ geht. Ich ertappe mich immer wieder dabei wie ich mir die Frage stelle, was Nintendo gerade für die Zukunft planen mag.

 


Nintendo steckt derzeit in einer äußerst schwierigen Situation, dessen Ursachen weit in der Vergangenheit zu finden sind. Das SNES habe ich noch in einer sehr guten Erinnerung. Ich spielte auf ihm NBA, Rise of the Robots, Illusion of Time und viele andere Perlen dieser Generation. Doch schon bald war für mich die Playstation interessanter und ich blieb dann eher der Firma Sony treu. Das N64 habe ich somit gar nicht mehr mitbekommen. Einzig in der Xbox/Cube/PS2 Ära hatte ich dann wieder alle Konsolen, wurde Multi und kam somit auch wieder mit einer stationären Nintendo - Konsole in Berührung.

 

 

 

 

 

 


Handhelds von Nintendo hatte ich, bis auf den Game Boy Color, bisher durchweg alle. Bevor ich also zum stationären Problem Nintendos komme, schreibe ich kurz etwas über die Handhelds. Abgesehen davon das ich das Wort Handheld irgendwie nicht mag, sind diese mobilen Konsolen recht praktisch. Als kleiner Furz habe ich immer auf langen Autofahrten sogenannte Telespiele gezockt. Das waren kleine LCD- Geräte mit simplen Schwarz/Weiß – Games. Eines davon hieß „Himmel und Hölle“, bei welchen man von Wolke zu Wolke hopsen und irgend etwas ausweichen musste. Falls jemand Bilder oder eine Idee hat was ich meine, nur her damit. ^^

 


Nintendos Game Boy jedoch war um Lichtjahre besser als diese nervig-piepsenden Telespiele. Plötzlich hatte man eine komplette Welt in seinen Händen. Tetris war genial, aber was mich wirklich umgehauen hat war The Legend of Zelda: Links' Awakening. Das habe ich gesuchtet ohne Ende, Link in diversen Posen aus dem kleinen Heftchen abgezeichnet und an meine Kinderzimmerwand gehängt, sowie angefangen kurze Geschichten über diese Welt zu schreiben. Eine Spielekonsole war klasse, aber ein Handheld konnte man überall mit hinnehmen. Obwohl ich für meinen Game Boy, ähnlich wie bei meinem Walkman, immer einen kleinen Beutel mit neuen Batterien in meiner Bauchtasche bei mir trug. Yup, dass waren die 1990'er. images/smilies/m-wink.gif

 

 

 

 

 


Ab dem Game Boy war mir klar, dass ich immer einen Handheld zu Hause haben musste. So kam es auch, dass ich mir vollkommen selbstverständlich den Game Boy Advance, den äußerst genialen Game Boy Advance SP (Tribal Edition), Game Boy Micro und natürlich den NDS kaufte. Damals überlegte ich noch fieberhaft ob es nun die PSP oder der DS sein sollte. Doch im Endeffekt hatte ich dann doch beide zu Hause und sie haben sich prima ergänzt. Ich weiß auch nicht, aber mit dem DS hat Nintendo so ziemlich alles richtig gemacht. Wario Ware Touch hat schon zu Beginn gezeigt was man mit dem Touchscreen alles anstellen kann und das Spiel machte Lust auf mehr. Kein Wunder das es auf diesem Wunderteil Spiele in Hülle und Fülle gab. Ich wurde mit der breiten Masse an Genres bestens bedient und alles war mehr als abgedeckt. Einfach klasse was Nintendo da gemacht hat. Innovation, ein fetter Spieleoutput und jede Menge Spaß. Es gab dann später zwar extrem viele Versionen des Geräts (welche ich mir alle, manche davon sogar mehrfach, gekauft habe), aber auch diese waren klasse und durch ihre Bezeichnungen beim Kauf auch nicht allzu verwirrend.

 

 

 

 

 


Bis hier hin war Nintendo eigentlich recht gut dabei. Viele schreiben immer das Nintendos Probleme schon mit dem Gamecube anfingen. Ich weiß auch nicht, aber damals in meiner Multizockzeit war ich recht zufrieden mit dem Cube. Ich spielte auf ihm Baten Kaitos, Smash Bros. Brawl, Mario Kart Double Dash usw. Einzig das Design fand ich etwas kindlich. Ich zog damals zusammen mit meiner damaligen Freundin (und heutigen Frau) in unsere erste gemeinsame Wohnung und da passte dieser Spielwürfel mit dem knuffigen Henkel, sowie dem Controller, welcher vielmehr an ein Plastikspielzeug erinnerte, nicht mehr recht ins heimische Wohnzimmer. Die Mini CD's fand ich jetzt nicht tragisch. Nur eben das Design wurmte mich ein wenig. Viele schimpfen auf den Cube, aber mehr habe ich persönlich wirklich nicht an ihm auszusetzen. Die Verkaufszahlen von dem kleinen lila Würfel waren aber eher mau.

 


Nintendo hatte mit Sonys Playstation seinen eigenen Konkurrenten geschaffen. Die Geschichte ist alt und muss nicht noch einmal durchgekaut werden. Aber dieser Konkurrent bediente sich ganz dreist an den von Nintendo eingeführten Innovationen, wie zum Beispiel dem Rumble- Feature und den Analogsticks. So wie Sony das damals fett vermarktete, ging ich eine sehr lange Zeit davon aus, dass es Sonys Erfindungen waren. Nintendo war aber nie besonders gut darin Dinge zu vermarkten. Sie hatten jedoch einmal extrem viel Glück. Ein Sechser im Lotto ist der passendste Vergleich, wenn man die Wii ins Spiel bringt. Die Wii … Segen und Fluch der Gamingindustrie.

 

 

 

 


Ein Segen, weil durch diese Konsole nun auch Hausmütterchen und ganze Familien, so wie Rentner anfingen zu zocken. Ein Fluch, weil durch die Wii die Gamergemeinschaft in Casual und Core gespalten wurden, und weil ein großer Teil der Casuals dann in Massen zum Mobilemarkt abwanderten. Die Wii hat sehr viel verändert. Doch der Ruhm war für Nintendo nur von kurzer Dauer. So ähnlich wie sich die Call of Duty und FIFA – Stammspieler bildeten, zockte man auf der Wii nur noch Partygames oder Wii Fit. Der übliche Rest der Games war eher zu vernachlässigen. Einziger Lichtblick waren Super Mario Galaxy oder Mario Kart Wii, sowie The Legend of Zelda Twilight Princess und dergleichen. Es gab schon einige Perlen, obwohl die Grafik im Vergleich zur starken Konkurrenz Xbox 360 und Playstation 3 eher blass, trist und die Technik veraltet war.

 


Nintendo verkannte die Zeichen der Zeit, sowie die drohende Bedeutungslosigkeit und preschte ungehindert voran. Auf dem DS folgte der 3DS. Ein einzigartiger 3D Effekt, welchen man zuvor nur vom Kino kannte, für die Hosentasche. Eigentlich eine super Sache, doch leider war Nintendo, wie wir bereits wissen, nie die helle Leuchte wenn es um eine groß angelegte Vermarktung ging. Der 3DS drohte ein Flop zu werden. Doch ein fettes Rettungsprogramm 2013 erhob den Phönix aus der Asche. Die Spiele sprachen für sich und die Absätze stiegen, obwohl der 3DS niemals die Verkaufszahlen des DS wird erreichen können. Aber 2013 hätte ein weiteres Projekt von Nintendo die Aufmerksamkeit ebenfalls bitter nötig gehabt: die Wii U.

 

 

 

 

 


Ein schlecht gewählter Name, eine noch schlimmere Vermarktung und sehr viele Fehler seitens Nintendo zeichnen diese Konsole aus. Die Wii U ist und bleibt Nintendos größtes Desaster in meinen Augen. Dabei ist die Konsole gar nicht mal so schlecht. Siehe meinen Wii U Blog. Ich mochte diese Konsole und die Spiele auf ihr sehr, jedoch waren die Spiele eher kurzweilig und meine Wii U begann schon alsbald wieder zu verstauben. Die Spiele konnten die Wii U nicht mehr retten. Womit etwas, dass beim 3DS so gut funktionierte, hier scheiterte. Ich denke aber das der Fehler insofern bei Nintendo liegt, weil man 2013 lieber das Jahr des Luigi feierte ( images/smilies/ugly.gif ) und den 3DS von oben bis unten fett versorgte. Die Wii U sah dabei jedoch ein wenig alt aus und gerade zu dieser Zeit hätte sie alle Starthilfe seitens Nintendo gebrauchen können.

 


Ein Fehler war auch das ZombiU ganz zu Beginn eine Zeit lang als eine Art Aushängeschild für die Wii U stand. Das war ein denkbar schlechter Starttitel. Das Spiel mag rocken und innovativ sein, aber es suggerierte einen fetten Third - Support, welcher jedoch niemals kam. Weder war die Wii U eine Konsole für Erwachsene in dem Sinne, noch eine Thirdparty Konsole, auf welcher man Nintendogames zocken konnte. Die Wii U bot am Anfang zu wenig. Peinlich war auch das Nintendo nichts mit dem innovativen Gamepad anzufangen wusste und es heute streckenweise immer noch nicht weiß. Immer wieder beginnt man sich zu fragen was all das überhaupt soll. Vielleicht habe ich ja auch einfach Nintendos Idee dahinter nie verstanden? Aber vielleicht hat es Nintendo nicht einmal selbst verstanden...

 

 

 

 


Wo steht Nintendo nun? Mit einem auslaufenden 3DS und einem Desaster namens Wii U weit abseits der Konkurrenz und ohne Hilfe der Thirds. Auf der E3 2015 wurde mehr oder minder deutlich das die Wii U nun so gut wie gestorben ist. Das ist ein Schlag in die Magengrube der Wii U – Käufer. Weitere Schläge waren der fehlende Fanservice seitens Nintendo, währenddessen man bei der selbst erschaffenen Konkurrenz aberwitzige Fanwünsche erfüllte. Nintendo macht lieber sein Ding, heute mehr als jemals zuvor. Dabei denkt man in der Chefetage weder an die Investoren, sowie an den Markt selbst und kaum noch an die Fans. Viel lieber bringt man nun überteuerte Amiibos (kleine Figürchen mit Chip, welche Nintendo Charakteten nachempfunden sind) und Karten in Massen unter die Leute. Was ist nur los mit Nintendo? Quo Vadis?

 

 

 

 


Nintendo lässt momentan die Puppen tanzen, bietet lustige Shows, denkt über Freizeitparks nach und eiert vollkommen wirr auf dem Gamingmarkt herum. So erscheint es mir zumindest. Was plant Nintendo jetzt eigentlich? Soll das extrem wichtige Spiel The Legend of Zelda, auf welches die Fans gebannt warten, nun noch auf der Wii U und/oder dem neuen Projekt „NX“ erscheinen? Wie soll das alles weitergehen?

 


Nintendo ist insofern in der Gegenwart angekommen, wenn es um schnell produzierte Games (wie das neue Star Fox), sowie um DLC's und Extracontent geht. Darin unterscheiden sie sich nun nicht mehr von der PS4One. Was fehlt ist ein einheitliches Accountssystem, aber dieses soll bald (mit Hilfe des Experten DeNa) kommen. Mal sehen wie gut es funktioniert. Dann ist irgendwann mal die Rede von Quality of Life gewesen. Jetzt ist die Rede von „NX“, um wieder im Gespräch zu bleiben und Spekulationen anzuheizen.

 

 

 

 

 


Ist „NX“ jetzt aber die neue stationäre Konsole, an welche ohnehin schon gearbeitet wird, oder ein New 3DS Nachfolger? Wir wissen bisher nur den Projektnamen und das es sich um etwas Innovatives handeln könnte, welches die Konkurrenz nicht wieder klauen soll. Letzteres finde ich ein wenig albern, weil sich das neue Prinzip erst einmal bewähren muss, bevor es von der Konkurrenz abgekupfert wird. Noch dazu kann man sich die Rechte dafür sichern lassen und gut ist. Doch was kann dieses Bahnbrechende - welches niemand bespicken soll – nun sein? Eine VR oder AR Technologie wie Oculus Rift, Morpheus oder HoloLens? Nein, dass wäre wohl viel zu teuer für Nintendo. Ein Handheld mit einem futuristisch gebogenen Sharp – Bildschirm? Nein, dass wäre nicht neu und gibt es schon auf dem Smartphone – Markt.

 


Was also will Nintendo da wieder aus dem Hut zaubern? Etwas das so innovativ ist wie einst die Wii? Kann das Gaming eigentlich noch einmal revolutioniert und die Gamergemeinde erneut gespalten werden? Oder glaubt Nintendo wieder so fest an etwas und will es um jeden Preis auf den Markt werfen wie einst das Gamepad der Wii U, wo heute noch kein Mensch weiß wozu das überhaupt an eine Konsole gepampt werden musste?

 

 

 

 

 


Ein Hybrid wäre spannend, aber das Konzept traue ich Nintendo irgendwie nicht zu. Noch dazu würden sie nicht so eine Heimlichtuerei um „NX“ machen, wenn es „nur“ das wäre. Ein Handheld wäre jedoch klasse, erklärt jedoch nicht warum man die Leiche Wii U noch eine ganz lange Weile mit sich herumschleifen will, sollte man den betagten New 3DS zu ersetzen gedenken. Und eine stationäre Konsole... Ich bekomme schon Bauchschmerzen beim Gedanken daran, ehrlich gesagt.

 


Nintendo ist nicht mehr gut darin, wenn es um stationäre Konsolen geht. Der Cube hatte einen schlechten Ruf, die Wii war ein Glücksgriff und die Wii U eine totale Katastrophe. Nintendo steht abseits vollkommen alleine da und müsste demnach schon wieder alles alleine stemmen. Doch HD – Games überfordern Nintendo derart, dass deren viel gelobte Seele da facto schon gar nicht mehr existiert. Die Spiele verlieren in meinen Augen an Glanz, auch wenn sie Spaß machen. Der Name Nintendo ist jedoch nicht mehr das was er vor vielen Jahren einst war. Einzig der Name Super Mario taucht noch ab und an in den Medien auf. Nintendo steht vor unsichtbaren Trümmern und wenn „NX“ ein Reinfall werden sollte, haben sie auf dem Gamingmarkt, ungeachtet ihres Vermögens, auch die letzten Karten verspielt.

 

 

 


Dadurch das sie der Weltöffentlichkeit den „NX“ - Brocken einfach so vor die Füße warfen, steigen jetzt natürlich die Erwartungen ins Astronomische. Man spekuliert derart intensiv, dass man fast nur noch enttäuscht werden kann. Vor allem wenn Nintendo wieder vollkommen begeistert eine hoch angepriesene Innovation vom Stapel lässt, welche die Leute - so Nintendo - wieder nicht checken werden.

 


„NX“ könnte Nintendos Hoffnung und Ticket zurück ins Spiel sein. Es könnte die Möglichkeit bieten sich wieder inmitten von Sony und Microsoft zu platzieren. Ja sogar wieder selbst die Führung zu übernehmen. Oder es wird Nintendos Sargnagel werden, weil dann auch die letzten Kunden das Vertrauen in diesen Konzern verlieren könnten. Was wird Nintendo dann tun? Spielzeuge oder Karten verkaufen, Freizeitparks mit Ausstellungen aus den guten alten Zeiten oder Produkte für die Quality of Life entwerfen?

 

 

 

 

 


Die Zukunft wird es zeigen und schon 2016 könnten die Weichen für Nintendos Zukunft gestellt werden. Nintendo is doomed oder ein fettes Comeback? Wir werden es sehen.

 

 


In diesem Sinne . . . bleibt es wieder einmal spannend und dafür liebe ich unser Hobby, welches sich stetig im Wandel der Zeit befindet.



 

Avi



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Nintendo NX Wii U Wii NDS 3DS New 3DS N64 GameCube SNES Zukunft


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Dieses Video sollte man gesehen haben, dann versteht man vielleicht wie sich Final Fantasy 7 Fans in diesem Moment gefühlt haben. Das muss man einfach auf sich wirken lassen.

 

 

 

 

 

 

(Ich mag den Typen mit den weißen Kopfhörern, welcher erst vollkommen regungslos erscheint und dann am Ende doch nicht mehr so taff wirkt. ^^ )

 

 

 

 

 

Es ist kaum zu glauben und ich kann es jetzt noch nicht fassen. Warum habe ich nicht auf Mudo und Prov in der CW Shoutbox gehört und bin für die Sony PK wach geblieben? Ich bin eine Viertelstunde vorher todmüde ins Bett gefallen. images/smilies/SC12.gif Das ich dieses Stück Gaming Geschichte nicht live miterlebt habe, werde ich mir wohl nie verzeihen.

 

Ich habe es dann am nächsten Tag erfahren und für einen Scherz gehalten. Viel zu oft wurde das ominöse Remake erwähnt. Viel zu oft wurden Fanboyträume einfach so zerschmettert. Erst die Playstation 3 Final Fantasy 7 Grafik Tech- Demo, dann dieser aufpolierte Witz von einem FF7 Port und jetzt das. Nein, dass musste ein Scherz sein. Ich wuselte dann kurz durch's Netz und fand die Meldung überall. Ich konnte es nicht glauben und noch weniger fassen, was ich da laß. Bitte was?! Das kann nicht wahr sein!!! Und dann sah ich den Trailer...

 

 

 

 

 

 

Ok, bei dem Advent Children Gedudel war auch ich noch verhalten. Könnte ja wieder so etwas sein wie Advent Children, Dirge of Cerberus oder Crisis Core, aber als ich dann die Blume sah (Aerith hat sich genau um diese Blumen in der Kirche und neben den Haus ihrer Ziehmutter gekümmert) und die Musik hörte, zeitgleich mit dem Auftreten von Cloud Strife, hatte ich eine Gänsehaut am ganzen Körper, Schnappatmung und beinahe einen Herzkasper. Ok, Cloud springt nicht vom Dach des Zuges in die Geschichte von Final Fantasy 7, aber dies ist nur ein erster Trailer, welcher uns sagt: "Hallo, ich werde entwickelt!"

 

 

Und genau dieser Aspekt trifft mitten ins Herz. Mehr kann man nicht machen. Mehr als die Fans glücklich zu machen, ihnen ihre sehnlichsten Träume und Wünsche erfüllen geht nicht.

 

 

 

 

 

 

The Last Guardian bombte mich genauso weg, keine Frage. Ich liebe ICO und Shadow of the Colossus. Ich freue mich tierisch, weil ich genau weiß das es so werden wird wie diese beiden Kunstwerke der Gamingbranche. Die Atmosphäre ist gegeben, der Flair stimmt und dieses riesige, gutmütige Tier berührt das Herz, währenddessen der Junge sich prima in die Ico und Wanda Riga einreiht.

 

Shenmue III... was für eine Ankündigung für Fans der Reihe! Ich habe es nie gespielt und weder einen Dreamcast jemals live gesehen, geschweige denn berührt, aber ich verstehe die Euphorie. Vor allem jene von Otacon (Ota), welcher die Hoffnung niemals aufgab, obwohl er von allen belächelt und immer wieder dafür aufgezogen wurde. Doch niemals hat er aufgegeben daran zu glauben. Das ist im übrigen ein guter Slogan für das Leben. Haltet Eure Träume fest und hört niemals auf zu glauben. Es kann nämlich auch passieren das scheinbar Unmögliches wahr wird. So wie im Fall von Ota's größten Traum.

 

 

 

 

 

 

The Last Guardian wird, genau wie seine indirekten Vorgänger, ein Nischengame bleiben. Da muss man sich nichts vormachen. Das ist kein Mainstreamtitel, jedoch wird er seine Fans finden. Ich zähle mich schon einmal dazu, vor allem weil ich Ico fast schon mit verbundenen Augen spielen kann. Und selbst Shadow of the Colossus rushe ich durch und halte nur ab und zu mal an, atme tief durch und lasse die weite Ödnis auf mich einwirken. Zerklüftete Felsen, sengende Wüsten, märchenhafte Wälder, plätschernde Bäche, hier und da durchs trockene Geäst huschende Eidechsen... das ist die ruhige Welt von SotC. Man fühlt sich in ihr frei wie in keinem anderen Spiel, währenddessen die Zitadelle von Ico ein Gefängnis darstellt. Einzig die Windmühle, einige sonnige Ecken auf denen Tauben im saftigen Grün des Rasens nach Nahrung suchen, verschaffen ein wenig Ruhe. Wenn diese Welten schon solche Kunstwerke des inneren Seelenfriedens und zugleich auch der Herausforderung darstellen, wie wird dann erst The Last Guardian?

 

Aber zurück zu meinem absoluten Highlight des goldenen Sony Triple...

 

 

 

 

... das Final Fantasy 7 Remake! In diesem Thread wird schon heiß darüber diskutiert. Es gibt so wahnsinnig viele Baustellen und so vieles was schief gehen könnte. Wird etwas Wichtiges entfernt? Kommt neuer Content hinzu? Letzteres wurde von Square Enix ja schon angedeutet, als man sich über die veränderte Story des FF7 Remakes äußerte. Gibt es DLC's, Mikrotransaktionen oder andere Horrorszenarien? Die Sorge und vielmehr die Angst ist groß. Final Fantasy 7 hat damals mitunter am meisten die Final Fantasy Serie im Westen berühmt gemacht.

 

Packende Story- Twists, viele WTF- Momente die einfach unvergessen bleiben und noch dazu den besten Bösewicht der Videospielgeschichte - inklusive passenden Mega-Soundtrack beim Endkampf. Das alles noch nicht genug, beschwört Sephiroth auch noch die Supernova. Dies ist eine Attacke, bei welcher er das gesamte Sonnensystem zerstört, nur um der Truppe extremen Schaden zuzufügen oder eine ungeübte Heldentruppe im schlimmsten Fall gleich postwendend zum Game Over Bildschirm zu befördern. Die Attacke ist dabei so lang, dass man zwischenzeitig mit dem Hund Gassi gehen (wenn man einen besitzt), den Kaffee aufbrühen oder sich eine neue Frisur verpassen kann. Kontern kann man diesen galaktischen Angriff natürlich mit einer nicht minder langen Attacke, bei welcher sich alle Ritter der Runde (Artus lässt grüßen) die Ehre geben. Und ich meine damit auch alle! images/smilies/xdsmileyvj7.gif

 

 

 

 

Final Fantasy 7 bot niemals das Schwarz/Weiß Schema, welches man von typischen Rollenspielen eben kennt. Bösewichte wie Rufus ShinRa sind nicht gleich böse. Jeder hat seine Facetten und selbst das Ende bietet eine unerwartete Wendung, wenn die Welt, welche man zu retten gedenkt, sich einfach mal selbst rettet. Das gab es bisher auch noch nie. Ebenso auch nicht den Tod einer wichtigen Person, die man mühevoll hochlevelt oder eine Organisation, welche man eigentlich hassen sollte, die durch ihre Mitglieder jedoch unfreiwillig sympathisch wirkt. Es gibt so unendlich viele Kleinigkeiten und Feinheiten, bei welche einem bewusst wird, dass man auch ein ganzes Buch über Final Fantasy 7 schreiben könnte.

 

Obwohl ich mit Final Fantasy 8 angefangen habe und es auf ewig meine Nr.1 bleiben wird, bombt mich die Meldung von diesem so lange ersehnten Remake noch immer weg. Meine Frau ist hingegen weltgrößter Final Fantasy 7 Fan und seit einiger Zeit nun kaum mehr ansprechbar. images/smilies/m-lol.gif Wir sind nun schon alle erwachsen und haben viel Lebenserfahrung hinter uns, aber dennoch erwachen bei solch atemberaubenden Momenten der Gaminggeschichte all die Emotionen, welche man empfand als man damals gebannt mit dem Controller vor der Röhrenglotze saß und Final Fantasy 7 das erste Mal erlebte.  Es ist als sei es gestern gewesen...

 

 

 

 

 

[SPOILER für alle Unwissenden!]

Square Enix hat sich eine Bärenarbeit aufgehalst. Feministinnen werden bei Cid, welcher seine Frau wie Dreck behandelt weil sie einst seinen Lebenstraum zerstörte (auch wenn sie es gut meinte), ihre feministischen Fähnchen schwingen. Die Transgenderszene wird jubeln, sollte Cloud auch diesmal im Frauenkleid Don Corneo einen Kuss geben wollen. Die USK wird geschockt sein über die Brutalität, wenn Barret seine Hand verliert, Aerith von Cloud verprügelt und von Sephiroth erstochen wird. Viele sterben auf dieser turbolenten Reise und es gibt Emotionen, welche mit Misstrauen und Hass einhergehen. Vor allem wenn man nicht weiß ob man z.B. Rufus ShinRa trauen kann oder nicht. Und dann gibt es da noch am Rand diese kleinen witzig verpackten Elemente. Dicht an dicht mit der Auslöschung eines gesamten Dorfes und einer Regierungsverschwörung, welche genau das zu vertuschen versucht.

[SPOILER Ende]

 

 

Wenn Square Enix auch nur einen Hauch dessen einfangen kann, haben sowohl SE, wir Gamer, sowie die Fans schon gewonnen. Und darauf hoffe ich aus tiefsten Herzen.

 


 

 

 

 

In diesem Sinne . . . liebe F-Zero Fans, gebt niemals Euren Glauben und Eure Hoffnungen auf, denn es könnte eines Tages doch noch wahr werden!



 

 

 

Avi


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Final Fantasy 7 Shenmue III The Last Guardian Sony E3 2015


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Eigentlich sollte ich jetzt keinen Blog schreiben. Ich habe jedoch das Gefühl das ich innerlich explodiere, wenn ich es nicht mache. Der Blog ist ein wenig abseits der Norm und ich schreibe gerade intuitiv drauf los. Ich habe diesmal keine Bilder vorbereitet, und ehrlich gesagt wüsste ich auch gar nicht was man hier visualisieren sollte und wie. Es existiert ja noch nicht einmal ein Titel, obwohl ich schon mehrfach versucht habe etwas in die Zeile dort oben zu schreiben.

 

Ich brenne innerlich und ich habe auch das Gefühl das ich kaum noch atmen kann. Das hier ist ein Gamesforum und dort sollte man sich kaum über solche Dinge austauschen, auch wenn nicht jeder von uns ... hm... sagen wir mal gesund ist. Körperlich oder seelisch. Ich schreibe bewusst nicht psychisch, weil dies einen unschönen Klang hat, welcher mir irgendwie Angst macht. Psychologen machen mir Angst, was wahrscheinlich an den ganzen negativen Erfahrungen liegen mag, welche ich durch Freunde, Verwandte und auch meiner Frau wegen mitbekommen habe. Kurzum, ich vertraue dieser Berufsgruppe nicht.

 

 

 

 

 

Irgendwie schaffe ich es immer wieder um den heißen Brei herumzuschreiben. Ist wie in der Schule, wo ich seitenlange Texte verfasst habe und vom Thema 0 Ahnung hatte. Den Lehrern hat es gefallen, Euch hingegen (oder all jene, welche neugierig auf diesen Blog geklickt haben) wohl weniger. Deswegen komme ich mal auf den Punkt. Ich bin gerade wieder kurz davor mich selbst zu verletzen.

 

Das ist scheiße und ich fühle mich gerade wie ein Alkoholiker, welcher eine Schnaps- oder Bierflasche anstarrt und sich fragt: "Soll ich oder soll ich nicht?" Mir geht es gerade ähnlich. Ich weiß, dass gehört wirklich nicht in ein Forum wie CW, doch diverse andere Seiten sind nicht sehr hilfreich. Allmystery habe ich mal versucht, doch dort sind manchmal solch kranke Leute, dass ich schon beginne an der Menschheit zu zweifeln. Ich habe dort kurz mit Leuten getextet, welche ihre Haustiere aus Spaß an der Freude gekillt haben oder noch schlimmere Sachen im Sinn hatten... Ich hab mich da sehr schnell wieder abgemeldet. In einem SVV - Forum, also für solch kranke Gesellen wie ich, war ich auch mal, doch das triggert so stark das ich den ganzen Tag nur noch mit Rasierklingen durch die Gegend laufen würde, sollte ich mich länger in solchen Foren aufhalten... was irgendwie kontraproduktiv ist.

 

Warum CW? Ich weiß auch nicht. Ich habe hier schon einige Blogs verfasst. Zu verschiedenen Themen und mein nächster Blog hätte das Thema Ninja behandelt. Vielleicht schreibe ich ihn später noch, wenn ich Zeit habe. Ich habe in letzter Zeit relativ wenig Zeit, doch jetzt ist es mir egal. Auch das ich morgen auf Arbeit muss und eigentlich schlafen müsste ist mir egal. Was mir jedoch nicht egal ist, ist dieser unbändigende Drang jetzt ins Bad zu laufen, meinen Rasierer auseinander zu nehmen, um dann die Klinge zweckzuentfremden.

 

 

 

 

Wenn ich hier schon mein Leid texte, nur um nicht rückfällig zu werden, kann ich auch gleich erzählen warum ich mit SVV so große Probleme habe, oder woher es kommt. (Irgendwie muss ich hier mal Bilder einfügen bei der drohenden Wall of Text... Mach ich später) Ich will das Thema nicht verharmlosen, denn es ist wirklich scheiße darunter zu leiden, und irgendwie habe ich das Gefühl das ich mein ganzes Leben damit zu kämpfen haben werde, auch wenn ich manchmal denke ich hätte es komplett überwunden.

 

Tja, warum tun sich Menschen eigentlich so etwas an? Ich kann da nicht für andere sprechen, sondern nur von meinen Erfahrungen. Es fing damals mit 15, glaube ich, bei mir an. Heute bin ich Ü30 und kriege es immer noch nicht gebacken. Ich stand damals unter einem enormen Druck. Meine Eltern haben gerne einen über den Durst getrunken und jeden Abend, wirklich jeden Abend, laut gestritten. Ich war in der Pupertät. Die Grenze zwischen Kind und Teenager ist so schmal, dass man manchmal den Übergang gar nicht merkt. Mich traf es umso heftiger und ich fühlte mich damals allein. Mit meinen Gefühlen, den ganzen Problemen die ich hatte.... Ich hatte auch nie Eltern, die jetzt sagten: "Hey, du bist was Besonderes und du schaffst das". Ich war eben einfach so da. Und genauso lebte und fühlte ich mich auch, bis zu jenen folgenschweren Tag damals.

 

Ich war im Bad als mir der Rasierer meines Vaters auf den Fuss fiel. Und flatsch hatte ich eine lange, blutige Furche auf meinem Fuss. Anstatt schnell mal die Blutung zu stoppen oder irgendwas zu unternehmen, tat ich nichts. Ich starrte nur auf das Blut und fühlte mich gut. Ja, sogar richtig befreit und ... glücklich. Das ist total abstrus und ich habe dieses Gefühl auch niemals wieder erlebt. Obwohl ich damals anfang mich zu schneiden, immer und immer wieder, habe ich nie wieder so gefühlt. Das war damals im übrigen zu einer Zeit, wo ich nicht mal wusste das dies "Ritzen", "Emo", "SVV" usw. genannt wurde. Das war meine eigene, private Angelegenheit, welche ich zu verstecken versuchte. Hat auch funktioniert... zumindest bei meinen Eltern sehr lange, aber die haben sich ohnehin nie für mich interessiert.

 

 

 

 

 

Das Ganze entglitt mir mit der Zeit recht schnell und ich hatte keine Kontrolle mehr darüber. Das Dumme war auch das ich immer tiefer schnitt, in der Hoffnung wieder diesen Frieden und das Glück zu finden, welches mich damals mit einem Schlag von all meinen Sorgen befreite. Das Gefühl kam nicht zurück, dafür blieben jedoch die Narben. Gott, ich versuche sie heute noch zu verstecken und gehe ganz selten kurzärmlig raus, auch wenn meine Frau sagt das ich es ruhig machen sollte. Vor allem im Sommer... welcher dieses Jahr bis jetzt noch recht kühl ist.

 

Manchmal habe ich das Gefühl das man, wenn man einmal angefangen hat, ein Leben lang damit zu kämpfen hat. Ich hatte schon oft Sorgen in meinem Leben. Manche davon waren auch sehr heftig und erdrückend. Sehr oft stand ich dann mit einer Schere, Messer oder einem Rasier bewaffnet im Bad, doch ich konnte wiederstehen. Es gab auch mal Jahre wo ich nicht daran dachte mich wieder zu verletzen, doch jetzt im Moment empfinde ich wieder so. Ich bin echt down und ich fühle mich, wie ich schon schrieb, als wenn ich innerlich verbrenne.

 

 

 

 

 

Jeder Mensch hat seine Last zu tragen und ein jeder geht auch anders mit Problemen um. Was den einen in die Knie zwingt, nimmt ein anderer locker. Kopf hoch und weitermachen. Diese Kraft schätze ich sehr und oft fehlt es mir an solch einer Kraft. Auch das Gefühl des Alleinseins in dieser Welt ist nicht gerade prickelnd. Gott, dass muss echt ätzend zu lesen sein, was ich hier abtippe. Was interessiert Euch das Leid fremder Leute oder Internet- Nicknames? Wer ist schon dieser Avi, welcher ab und an auf CW herumt(r)ollt?

 

Ich bin ein Mensch wie jeder andere und reihe mich in die Schlange der Alltäglichkeit ein. Auf der Straße sind wir alle Schatten, wenn wir uns begegnen. Kaum einer ist von Bedeutung oder gar wichtig. So denke ich manchmal, doch eigentlich darf ich nicht aus den Augen lassen, dass unsere Welt beides ist. Himmel und Hölle. Bei all den Qualen und dem persönlichen Leid, welches ein jeder mit sich herumträgt, gibt es auch die schönen Seiten im Leben. Ein sonniger Tag, ein guter Film oder der Erfolg in einem simplen Videospiel. Die Kleinen Dinge sind es, welche das Leben ausmachen.

 

 

 

 

Wir sind hier auf der Welt um zu leben. Mehr Sinn braucht es hinter der Lebensfrage nicht. Und glücklich sein können wir alle. Das passiert auch ab und an, ob wir es nun bewusst wollen oder nicht. Auch ich werde wieder glücklich sein, wenn auch gerade diese schreckliche Sucht wie ein Damoklesschwert über mir schwebt. Also heißt es jetzt... zusammenreißen, Kopf hoch und ich werde nicht ins Bad gehen. Ich werde jetzt einfach den Alkohol weit von mir schieben, diesen Blog hier irgendwie ansehnlich gestalten, ihn speichern und dann veröffentlichen. Ob es eine gute Idee war, weiß ich noch nicht. Das werde ich sehen wenn ich eine oder mehr Nächte darüber geschlafen habe. Für jetzt und in diesem Moment habe ich erst einmal meinen Frieden geschlossen. Mit der Situation und mit mir.

 

Ich danke Euch das Ihr das durchgelesen habt. Auch wenn es wirklich tl;dr und inhaltlich mehr als katastrophal war. Aufbauende Worte brauche ich nicht, denn es hilft mir schon das es Euch, CW und die Blogs gibt. Das alles zu schreiben  war im Moment schon sehr hilfreich, auch wenn ich eine Lösung meines Problems wohl viel lieber im RL suchen sollte. Wenn es eine Lösung geben würde, wäre ich dankbar, aber so versuche ich noch einmal stark zu bleiben. Thx.

 

 

In diesem Sinne ... keep fighting!



Avi


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SVV Psychologie


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Ich spüre eine Erschütterung der Macht! Bei Darth Vader, ich fühle mich wieder wie dreizehn! Nein. Ich war damals acht Jahre alt gewesen als ich an einem Samstag um 4 Uhr früh mit meiner Bettdecke ins Wohnzimmer watschelte, in den überfüllten Regalen über der Couch nach der Krieg der Sterne Videokassette suchte und es mir vor dem Fernseher bequem machte.

 

 

Gebannt verfolgte ich das Abenteuer eines Farmerjungen, der von einem alten Mann (welcher mich damals irgendwie an Disney's Merlin erinnerte) dazu überredet wurde eine Prinzessin zu retten und das Imperium zu stürzen. Auf dem abenteuerlichen Weg an der Seite des Space Cowboys Han Solo und seinem röhrenden Bettvorleger Chewbacca lernte er die Macht kennen. Jene Macht, welche durch den bösen Zauberer Darth Vader eher als gefährlich eingeführt wurde, doch Luke half diese Macht am Ende von Krieg der Sterne den Todesstern zu zerstören. Was für ein Moment! Ich jubelte innerlich – zu laut durfte ich ja nicht sein, weil alle Familienmitglieder noch süß und selig schlummerten.

 

 

 

 

 

 

Das Imperium schlägt zurück setzte noch mal eins drauf. Ich liebte Hoth und die Tauntaun's. Die Entwicklung die Luke durchmachte, wie er das Lichtschwert getrieben durch die Macht in seine Hände zog, die Schlacht auf Hoth als das Imperium mit den gigantischen AT-AT's ankam und dann die Jedi Ausbildung von Luke an der Seite des grünen Frosches waren einfach grandios! Mein Kinderherz strahlte. Alles wirkte so mystisch und noch mehr Sci-Fi als es Star Trek jemals erreichen konnte. Die spannende Dreiecksbeziehung zwischen Luke, Leia und Han, Yoda im Sumpf oder die Wolkenstadt Bespin mit Lando Calrissian waren weitere Aspekte warum es damals mein absoluter Lieblingsteil war. Und dann der mega fette Cliffhanger am Ende! „Ich bin dein Vater, Luke!“ Boa, das kann nicht sein, dachte ich. Und ebenso auch Luke, welcher nur noch schreien und sich dann in den vermeintlichen Tod stürzen konnte. Doch wait... Leia hat ihn gespürt? Es blieb spannend am Ende, nicht zuletzt weil Han Solo mit Hilfe von Darth Vader in die Hände von Jabba The Hutt geriet. Zum Glück habe ich damals nicht alles live erleben und somit lange auf den nächsten Film im Kino warten müssen, so wie Zeitzeugen der ersten Star Wars Ära. Nein, ich musste nur eine neue Videokassette in den Recorder stecken und schon ging es weiter.

 

 

 

 

 

 

Die Rückkehr der Jedi Ritter. Was für ein Titel! Ich hatte in der Tat gehofft jetzt viele Jedi zu Gesicht zu bekommen, jedoch waren meine Wünsche und Hoffnungen sofort vergessen als ich Luke, den einstigen Farmerjungen, als Jedi Meister sah. Was für ein Moment! Luke, in schwarzer Kapuze gehüllt, auf dem Weg zu Han Solos Rettung. Leider verpuffte meine Freude, als ich sah das Luke nicht auf den Putz haute und alle umnietete. Aber gut. Er war ein Jedi und nicht auf der dunklen Seite der Macht. Er war mehr so wie Obi-Wan Kenobi. Das Ende von Jabba und Boba Fett war lustig, aber es ging sofort weiter im Text. Keine Hänger im Film, so dass ich damals nicht mal dazu kam mir weiter weiche Weißbrotscheiben in den Mund zu stopfen. Keine Ahnung warum ich die damals in Massen gefuttert habe, aber irgendwie haben sie mir geschmeckt.
Luke war ein Jedi, Yoda lag im Sterben und dann der nächste Kracher: Leia ist seine Schwester! Wait! Hat er sie nicht im vorherigen Film geküsst? Egal. Weiter im Text, dachte ich. Warum erfährt er es jetzt erst? Keine Zeit, keine Zeit, denn der neue Todesstern war fast fertig und das Imperium musste gestürzt werden. Wer sonst als ein Jedi wäre dazu in der Lage, dachte ich. Nervige Ewok - Eingeborene (aka Kinder und Kleinwüchsige in Teddykostümen) und ein Hinterhalt im All später standen sich Vater und Sohn vor dem Imperator kampfbereit gegenüber. An drei Orten wurden Kämpfe ausgetragen. Auf Endor, im All und zwischen Vater und Sohn. Doch nicht die dunkle Seite der Macht siegte, sondern die Liebe von einem Vater zu seinem Sohn. Darth Vader schleuderte den Imperator direkt aus dieser epischen Geschichte hinaus ins All, wurde dadurch tödlich verletzt, der eifersüchtige Han erfuhr davon das Leia Lukes Schwester ist und er somit freie Bahn hatte und es gab zum Schluss noch eine fette Ewok- Trommelparty auf den Helmen der Sturmtruppler. Perfektes Ende in meinen Augen.

 

 

 

 

 

 

 

Das war eine großartige Star Wars Kindheit und es waren Filme die ich immer wieder gerne anschaute. Doch dann kamen die Prequels... George Lucas, warum hast du alles zerstört? Warum musstest du verdammt nochmal alles zerstören?! Midiclorianer, eine unsympathische, kleine, nervige Rotznase als Mini- Vader, ein computeranimiertes Pferdevieh auf zwei Beinen, dass viel mehr auf Super RTL seinen Platz hätte finden sollen, ein unsagbar langes Pod- Rennen mit nur einem einzigen Racer der das Ziel erreicht und immer wieder muss betont werden wie mächtig doch die Jedi sind. Und dann Darth Maul! Warum hast du ihn im ersten Film kaum zu Wort kommen und dann auch noch sterben lassen? Was soll das alles? Das ist doch kein Star Wars mehr!

 

 

 

 

 

 

 

 

Episode 2 war dann Vom Winde verweht auf Valium. Ich fand damals nur die Locations wie Kamino oder Geonosis genial. Steril, aber genial. Aber warum war Yoda keine verschrumpelte Puppe mehr wie in Episode 1? Warum hopste er wild fuchtelnd herum? Das war lächerlich. Die Liebesbeziehung zwischen Milchboy- Vader und Amidala war lächerlich. Überhaupt war der ganze Film lächerlich! Und dann auch noch die peinlich- platten Sprüche von C3PO. „Maschinen bauen Maschinen. Wie pervers!“ Hallo?! Wer soll sie denn sonst bauen, du Schrottkübel? Trendoshanische Gastarbeiter oder illegale Einwanderer aus dem Outer Rim? C3PO fand ich früher schon nicht gerade prickelnd, aber hier hat es George Lucas geschafft, dass ich ihn regelrecht hassen lernte. Danke.

 

 

 

 

 

 

 

Der dritte Teil dieser grausamen Trilogie hätte eigentlich der Erste sein und sich dann von Film zu Film steigern müssen. Doch leider war dies nur der dritte Film, welcher aus den Resten der ersten beiden Katastrophen das Beste machen musste. Die Atmosphäre war besser, jedoch die Schauspieler noch immer so derart eingeschränkt, dass alles so lieblos und aufgesetzt wirkte. Das war ein Theaterstück, mehr aber auch nicht. Und dann auch noch die an den Haaren herbeigezogene Handlung rund um die Order 66. Die Jedis waren dann plötzlich alle wie aus heiterem Himmel blind und taub. Na dann macht aus ihnen doch keine Übermenschen, verdammt nochmal! Das in Episode 1, wo die Jedi ja alle so mächtig und bla waren, war einfach zu viel. In den Krieg der Sterne – Filmen waren es nur Ritter mit telekinetischen und telepathischen Fähigkeiten, welche an eine altertümliche Religion glaubten. Nicht mehr und nicht weniger. Man stelle sich also die letzten verbliebenen Ritter im Mittelalter zu Zeiten von Ritter Götz von Berlichingen vor. Geht man in der Zeit dann ein wenig zurück, waren die stolzen Ritter auch nichts weiter als Adelige mit einem Schwert oder Söldner in einer Rüstung. (Je nachdem was der Geldbeutel eben hergab, wenn es um den Schutz des Körpers ging.) Aber in Episode 1 und 2 mussten die Jedi ja fast schon, Marvel like, wie Superhelden sein, deren Schüler noch dazu die Eigenschaft besaßen arrogant zu sein. Genau deswegen ist die Order 66 so hirnrissig. Mal von Padmé's Tod ganz zu schweigen, welcher das Gespräch zwischen Luke und Leia in Die Rückkehr der Jedi Ritter ad absurdum führt.
Nein, der dritte Teil geht, aber mehr auch nicht.

 

 

 

 

 

 

Aber vergessen wir, und zwar ganz ganz schnell, die Prequels. Ich könnte hier noch halbe Romane darüber verfassen, wenn es darum geht diese zu kritisieren, aber nein. Wir sind nun einen Schritt weiter und weit weit weg von George Lucas. J.J. Abrahms ist am Zug. Ich kenne ihn nicht. Ich weiß nicht was er drauf hat, aber er hat schon mal ein Händchen für packende Trailer und Teaser. Junge, Junge das wird was. Und ganz ehrlich... schlechter als die Prequels können die neuen Filme nicht werden. Deswegen geht die Kurve nur bergauf.


Ob es jedoch tatsächlich möglich wäre? An die alten Klassiker anzuknüpfen und diese mit dem heutigen, mit unserem Zeitgeist zu verknüpfen? Ich wünsche es mir so sehr.

 

 

 

 

 

 

Anfangs habe ich mich noch bekringelt vor Lachen bei diesem Kreuzlichtschwert von Kylo Ren, sowie über diesen rollenden Fussball mit Kopf. Das ging alles ein wenig in Richtung Jar Jar Binks und meine Befürchtungen waren das Disney doch zu sehr auf das Star Wars Universum Einfluss ausübt. Doch der neue Trailer hat mich umgehauen. Luke Skywalker erzählt der Tochter von Han und Leia, oder seiner eigenen Tochter, oder einem Sohn, oder wen auch immer, dass die Macht stark in der Familie ist. Und dabei schaut er auf den Helm seines Vaters! Auf Darth Vaders Überreste! Ich habe jetzt schon wieder eine Gänsehaut vom Feinsten!


Der Mittelteil des Trailers war weniger prickelnd, denn die hübsche Schwarzhaarige muss sich erst noch beweisen und dieser Boyega passt mal so gar nicht ins Star Wars Universum. Nein, nicht weil er schwarz ist. Er sieht aus wie ein Affe, sorry. Ich muss bei ihm immer unweigerlich an Planet der Affen denken und nicht an Star Wars. Als Miles Dyson's Sohn, wie ursprünglich vorgesehen, im Terminator Universum hätte ich ihn gefeiert. Doch in Star Wars passt er einfach nicht. Ich kann mich auch nicht mit ihm anfreunden und hoffe das er schnell von uns gehen wird.
Das Ende des Trailers . . . Tja, was muss man dazu noch sagen? Gänsehaut! Du meine Güte! Die alten Zeiten sind zurückgekehrt und ich hoffe echt das die neuen Schauspieler dieser Aufgabe gewachsen sind, wenn die Alten sich zurückziehen werden, um den Neuen das Feld zu überlassen.

 

 

 

 

 

 

Die Macht ist erwacht! In der Tat. In diesem Jahr geht es wieder los und eine neue Ära beginnt. Möge sie glorreich sein, an alte Zeiten anknüpfen, neuen Wind liefern und uns alle die lächerlichen Prequels vergessen lassen. Es geht hoffentlich wieder um jene Macht, welche nun von uns allen (zumindest von uns Fans) Besitz ergreift. Ich wünsche mir wieder, so wie damals als ich acht Jahre alt war und Star Wars zum ersten Mal erlebte, ein Abenteuer, welches sich zu einem packenden Epos entwickelt. Ich will wieder Sci- Fi der Extraklasse erleben und auch miterleben wie ein neuer Hype entsteht.

 

 

 

In diesem Sinne . . . ist die Macht stark in Euch!

 

Avi

 

 

 

 


 

 

 

"I want to come with you to Alderaan. There's nothing for me here now. I want to learn the ways of the Force and become a Jedi like my father." -  Luke Skywalker, Star Wars (1977)


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William hat es noch rechtzeitig geschafft. Er hat heute viel früher als gewöhnlich sein Tagewerk verrichtet und ist nun von der Schreinerei zum Richtplatz geeilt. Es war schwer für ihn sich durch die Massen zu drängeln, doch jetzt steht er in guter Sichtweite zum Schafott. Mürrisch schaut er nach oben. Die Wolken haben sich zusammengezogen. Bald wird es regnen. Heute ist kein gutes Wetter um vor die Tür zu gehen. Einen Platz am warmen Kaminfeuer würde er dennoch nicht gegen diesen ungemütlichen, von Wind umpeitschten Ort, und noch dazu eingequetscht in der Menge, eintauschen wollen. Nein, er will es sehen. Er will sehen wie diesem Räuber der Kopf abgeschlagen wird. Er will sehen wie er, von der Axt durchtrennt, zu Boden fällt. William ist aufgeregt und sein Herzschlag erhöht sich. Vorfreude. Grenzenlose Vorfreude.

 


Ganz anders als in diesem kleinen Szenario müssen sich Zuschauer eines Gladiatorenkampfes gefühlt haben. Hier ein bisschen Brot, dort Wein und Trauben und unten, inmitten des Kolosseums, tränkt sich der Sand mit Blut, währenddessen sich die Gladiatoren einen erbitterten Kampf auf Leben und Tod liefern.

 

 

 

 

Wir Menschen lassen uns immer wieder von solch blutigen Spektakeln begeistern. Auch heute noch, wenn man an die Untergrundkäfigkämpfe, Stierkämpfe und dergleichen denkt. Wir haben uns nicht geändert und wahrscheinlich gab es schon zu Zeiten der Urmenschen Schaulustige als sich zwei Kontrahenten die Köpfe einschlugen. Ist es die Gier nach dem Bösen, Grotesken und der Gewalt? Ich denke das ein jeder eine Art dunkle Seite in sich trägt. Schon als Kleinkinder schlagen wir um uns, ziehen anderen Kindergartenkindern an den Haaren oder sind schlichtweg frech. Es liegt uns im Blut auch einmal böse zu sein. Und dennoch schaffen wir es einen guten Mittelweg zu finden. Wir schaffen dies durch die Attribute Mitleid, Trauer, Mitgefühl und unser Gewissen. Die Waagschale steht in der Mitte und unsere Entscheidungen bringt sie entsprechend unserer Gesinnung zum Wanken.

 

 

Es gibt jedoch auch Menschen, welche weder Mitgefühl, Trauer, noch Leid kennen. Serien- oder Massenmörder leben frei in unserer Gesellschaft und sie tun und lassen was ihnen beliebt. Sie können ganz einfach einen Menschen töten, ihn verscharren und zu Mittag wieder die Eltern oder einen Freund besuchen und brav ein warmes Mahl einnehmen. Die Waagschale steht bei solchen Menschen immer auf der bösen Seite, so simpel es auch klingen mag. Ganz anders sind Amokläufer. Diese sind nicht wirklich böse, sondern meist nur verzweifelt. Sie stehen unter einem zu hohem Druck, fühlen sich wertlos, haben in der Regel auch viel Schande, Leid und Demütigungen ertragen müssen. Irgendwann entlädt sich alles, sollten ihre Sorgen niemals Gehör finden. Und dann gibt es da noch uns Gamer...

 

 

 

 

 

 

So aberwitzig es auch klingen mag, aber wir stehen sehr oft im Fokus der Medien als potentielle Mörder und Amokläufer. Warum? Weil wir spielen. Wir spielen oft auch Gewaltspiele, in welche man tötet. Politiker und besorgte Eltern beginnen sich nun zu fragen ob diese gewaltfördernden Medien uns zu Killern machen könnten. Viele glauben das tatsächlich und wollen sogenannte Killerspiele verbieten. Dabei gibt es das Schlechte in dieser Welt, auch wenn wir nicht gerade „Killerspiele“ konsumieren. Die Nachrichten berichten von Kriegen, darüber wie Menschen erschossen und in Massengräber verscharrt werden, von Morden und Religionskonflikten. Bei Letzteres genügt es schlichtweg schon das man eine andere Meinung über das Leben nach dem Tod hat, um sein Gegenüber dorthin zu befördern, damit er es womöglich noch schneller rafft das man doch Recht hatte. Es gibt so viele simple Gründe jemanden umzubringen. Da ist Mord im Affekt, gesteuert durch einen Hormonrausch und Wutausbruch, noch das Harmloseste von allen, so grotesk es auch klingen mag.

 

 

Wenn ein Durchschnittsbürger, dessen Waagschale ausgeglichen ist, heftige japanische Splatterfilme, Actionfilme oder Horrorfilme schaut, dann geschieht meist nichts weiter als das was in Williams Kopf vorgeht. Man ist schaulustig und will mitfiebern, sich in die Opfer hineinversetzen, aus sicherer Entfernung sehen wie andere Leute sterben. Es ist schlichtweg Neugierde, gepaart mit einem gewissen Kick. Doch wie ist es bei einem Videospiel?

 

 

 

 

 

Ich kann in diesem Punkt nur von mir sprechen. Als ich das allererste Mal eine virtuelle Figur "getötet" habe empfand ich nichts. In Prince of Persia (1989, DOS) habe ich das erste Mal ein Schwert in einen Kontrahenten gerammt und ich glaube das war in Tomb Raider II gewesen, als ich das erste Mal auf jemanden geschossen habe. Das war weder ein Kick wie ihn William verspürte, noch jener der Zuschauer in einem Kolosseum. Doch warum? Weil ich wusste das dies nur ein Spiel und nicht echt ist. Ich töte nicht wirklich. Und genau das ist der Punkt!

 

 

Realitätsverlust. Besorgte Minister und Familien gehen schlichtweg davon aus, dass Gamer Spiel und Realität nicht voneinander trennen und unterscheiden können. Doch das ist nicht so, und da bin ich mal so frei und spreche im Namen von uns allen. Wenn ich in Killzone Mercenary meinem virtuellen Feind das Messer in den Penis und dann in die Halsschlagader ramme, empfinde ich nichts. Es ist nur eine Spielfigur, welche weder Leid, Angst, noch Schmerz empfindet. Ich kann diese Spielfigur also bedenkenlos „töten“. Ich als eingefleischter Pazifist kann auf diese Weise auch Kriegsspiele konsumieren oder als Vegetarier Tiere töten und ausnehmen. Ich weiß das alles nicht echt ist. Ich weiß es einfach. Ich werde auch nicht zum Massenmörder, wenn ich jetzt in Hatred versuche so viele Menschen mit in den „Tod“ zu reißen wie ich kann. Es macht mich weder aggressiver, noch neugierig darauf das mal wirklich auszuprobieren. Ich könnte das niemals, weil ich Mitleid mit echten Menschen und echten Tieren empfinde.

 

 

 

 

 

Hierbei kommen wir zu einer weiteren Stufe des „modernen“ Tötens: die Drohnen. Diese fliegen in feindliche Gebiete und irgend jemand drückt irgendwo einen Knopf und schon sterben Menschen. Hierbei stellte sich der Künstler Florian Mehnert die Frage, ob folglich jeder Mensch dazu in der Lage wäre per Knopfdruck und einer Drohne einen fremden Menschen zu töten. Ähnlich wie beim Milgram Experiment stellte er einen eigenen Versuch auf die Beine und nannte ihn „11 Tage“ (Stern- Artikel). Eine angeblich geladene Waffe war auf einen Rattenkäfig gerichtet und die Klicks auf der Internetseite sollten entscheiden ob die Ratte in elf Tagen erschossen wird. Ein Voting für das Leben der Ratte gab es nicht, dafür jedoch viele User die für den Tod abstimmten. Immerhin war es ja nur eine Ratte und ein Schädling. Das Experiment aka „Kunstprojekt“ wurde natürlich gestoppt und Mehnert beteuerte das die Ratte niemals gestorben wäre, und dennoch hinterlässt es einen faden Nachgeschmack.

 

 

Ich tippte in der Zeit meine Finger wund, und das wo es mir gesundheitlich gerade echt dreckig ging, um diesen Idioten mitzuteilen das dieses Experiment nichts mit der Realität zu tun hat. Drohnen werden militärisch gesteuert und die Ziele werden schlichtweg als Feinde deklariert. Beim Militär gibt es kein Mitgefühl, sondern nur Befehle und eine in sich verschachtelte Befehlskette im Allgemeinen. Wenn eine Drohne also Menschen tötet, dann sind diese nichts weiter als Feinde eines Landes, des Militärs usw. Das betrifft uns Otto Normalbürger jedoch nicht und wir haben auch keinen Einfluss darauf was das Militär nun als wichtig erachtet oder als Feind betrachtet. Warum erwähne ich jedoch dieses makabere Beispiel? Nun, Mehnert meinte auch das er damit symbolisieren wollte, dass Gamer mal eben schnell auf Knopfdruck töten können. Warum dann also nicht auch bei einem echten Ziel? Hierbei vergisst er jedoch folgendes: Gamer leiden nicht unter Realitätsverlust. Wir wissen was virtuell und was real geschieht und wir würden niemals auf ein echtes Ziel zielen und auch abdrücken.

 

 

 

 

 

Ganz anders sieht es im waffenverrückten Land Amerika aus. Dort dreht sich beinahe alles, oder eben auch vieles (Sarah Palin lässt grüßen) um Waffen. Kleinkinder schießen mit Gewehren, Handfeuerwaffen oder gar MG's auf Ziele. Schon recht früh beginnen Kinder in den USA auch schon zu jagen. Deswegen sollte es nicht weiter verwundern, dass es dort auch mit Kameras ausgestattete Waffen in freier Wildbahn gibt, welche per PC abgefeuert werden können, sollte ein passendes Wild die Schussbahn kreuzen. Ich habe das nicht recherchiert, muss ich gestehen. Ich will die Bilder dazu nicht sehen, aber es wurde in den Kommentaren auf der Mehnert - Homepage erwähnt.

 

 

Doch auch das hat nichts, aber auch gar nichts mit Manhunt, Postal oder Hatred zu tun. In diesen Spielen tötet man, ja. Vielleicht auch sehr brutal, aber das überträgt sich gewiss nicht auf die Realität. Es hat viel mehr mit Neugierde zu tun. Und ja, es mag auch Spaß machen. Wir sind abgestumpft durch unsere Gesellschaft. Blut und Tod in den Nachrichten, Gewalt und Horror in den Filmen. Kein Wunder das uns spritzendes Blut und weg geschossene Köpfe in den Games nicht mehr jucken. Da geht dann das kindliche Räuber und Gendarm Spiel mit „Peng, du bist tot!“ in die nächste Runde. Nur das wir, ähnlich wie unsere Kindergartenkameraden bei dem lustigen Spiel, niemanden wehtun, verletzen oder gar töten. Das ist eben nur . . . ein Spiel.

 

 

 

 

Mein erster Gedanke damals bei Hatred war kein Schock. Nein, ich grübelte wie viele Menschen ich wohl mit in den Tod reißen kann, bevor ich selbst sterbe und ob es da ein Ranking gibt. Ich weiß das es nur ein Spiel ist, welches zur Unterhaltung dient. Ich war damals auch von meiner Mutter bei dem PSX Spiel Driver überrascht. Ich fuhr dort gemütlich durch die City und als ich den Passanten zu nahe kam, sprangen sie weg. Meine Mutter, die plötzlich hinter mir stand um mir zu sagen das mein Essen fertig war, haute plötzlich raus: „Kann man die Passanten nicht umfahren?“ Ich war baff und sagte ihr, dass es nicht geht. Einige Jahre später gab es GTA III, Vice City, San Andreas und GTA V. Ich glaube wenn meine Mutter eine Gamerin gewesen wäre, dann hätte sie mit diesen Spielen ihre wahre Freude gehabt. Sie würde wohl Autos klauen, Passanten umfahren und Dinge tun, die ich niemals über sie wissen möchte. Es steckt eben in jeden von uns drin. Diese dunkle Seite. Wir sind alle auf eine gewisse Art und Weise Schaulustige.

 

 

Aber was ist wenn doch jemand durch diese Spiele gewalttätig wird und Menschen umbringt, Amok läuft etc.? Ich denke, dass ist noch nie vorgekommen. Weder war Final Fantasy VIII laut Sat1 damals daran Schuld das ein Junge seinen Vater mit einem Schwert geköpft hat, noch hat Counter Strike bewirkt das Tim K. in Winnenden an seiner Schule zum Amokläufer wurde. Wie denn auch, hat er ja noch nicht einmal Counter Strike gespielt. Sein Vater hatte ein Gewehr. Erster Fehler. Es war ungesichert. Zweiter Fehler. Tim K. litt unter einer psychischen Krankheit: Erklärung des Amoklaufes. Oft blenden in diesem Fall die Medien, um einen Aufhänger und einen Schuldigen für die grässlichen Taten zu finden, die wahren Hintergründe gezielt aus. Dabei verdecken sie jedoch die wirklich relevanten Tatsachen, welche man im Keim ersticken und bei den Ursachen bekämpfen sollte. Psychosen, zu großer Druck in der Gesellschaft, Borderline, Mobbing... Das sind die Ursachen, aber gewiss keine Splatterfilme oder sogenannte Killerspiele, welche uns angeblich aggressiver und gewaltbereiter machen.

 

 

 

 

 

 

Beim Elitemilitär verwendet man hierfür reale Gewaltfilme oder die tatsächliche Ausübung von Tierquälereien, um die Soldaten abzustumpfen und für den Ernstfall in emotionslose Killermaschinen zu verwandeln. Solche Soldaten müssen handeln, ohne zu zögern. Mitleid, Trauer und Zweifel werden gezielt abtrainiert. Das ist ein langer und harter Weg. Genauso wenig wie man durch ein Flugspiel und Flugsimulator tatsächlich einen Jumbo- oder Kampfjet fliegen kann, kann man nach dem Spielen von Hatred einfach so rausgehen, einen fremden Menschen eine Waffe an die Schläfe halten, in seine ängstlichen Augen und ihn um sein Leben wimmern sehen und einfach so emotionslos abdrücken. Auch wenn Menschen, die sich nicht mit der Materie Videospiele beschäftigen, es nur allzu gerne glauben würden.

 

 

Wir sind nicht so. Und warum? Weil wir nicht unter einem Realitätsverlust leiden und durchaus Realität und Spiel voneinander unterscheiden können.

 

 


In diesem Sinne . . . spendiere ich Euch allen einen realen Mortal Kombat Fatality nach Wahl.

 

 

 

Avi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Killerspiele Hatred Manhunt Postal Psychologie Amoklauf


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Ich habe lange gebraucht, um Nintendo noch eine Chance zu geben. Nintendo war niemals meine Leadplattform gewesen, aber dennoch befanden sich fast alle Nintendo Konsolen und Handhelds in meinem Besitz. Nintendo gehörte für mich eben einfach in jeder Gen dazu.

 

Doch diese Gen scheint Nintendo noch weniger Glück zu haben als noch zu den tragischen Gamecube Zeiten. Der Gamecube war nicht schlecht und hatte tolle Games, jedoch krankte es meiner Meinung nach am Design der Konsole. Das Ding mit dem Henkel sah einfach aus wie ein Spielzeug und nicht wie eine Spielekonsole. Spielekonsolen waren seit jeher vom Design eher funktional. Der Cube hingegen wäre in einer Spielzeugkiste zwischen Feuerwehrauto, Teddy und Zinnsoldat vollkommen untergegangen.

 

 

 

 

 

Die Wii U ist aber anders als der Cube. Vollkommen anders. Doch ihr Vermächtnis – die Wii – hängt wie ein Damoklesschwert über ihr. Dieser teils uninspirierte Name, der Versuch krampfhaft eine Innovation schnell auf den Markt zu bringen und dann auch noch ein scheinbar überforderter Konzern, welcher weder mit dem innovativen Gamepad, noch mit dieser Konsole an sich etwas hatte anfangen können. Man war verunsichert und somit verunsicherte man auch die potentielle Kundschaft. Nintendo wirkte nicht mehr souverän. Und genau das ist der größte Fehler Nintendos bezüglich des Sorgenkindes Wii U.

 

All das, sowie etliche Diskussionen rund um diese Konsole und Nintendos Firmenpolitik, tat der Wii U gar nicht gut. Sie ist weit abgeschlagen und das Interesse der alten, sowie der neuen Kundschaft schwindet. Das ist so schade...

 

 

 

Ich muss gestehen, dass ich nicht ganz unschuldig bin und als kleines Zahnrädchen im Gefüge für ordentlich Zündstoff gesorgt habe. Anfangs, und alle die mich seit meiner Anmeldung auf CW kennen wissen das, habe ich gegen Nintendo und die Wii U gebasht bis zum geht nicht mehr. „Diese Konsole ist Schrott oder man sollte sie vom Markt nehmen. Ach was? Nintendo sollte am liebsten gleich ganz dicht machen...“ Was habe ich nicht alles für ein Blödsinn von mir gegeben? Doch immer wieder wurde ich irritiert weil ein jeder, welcher eine Wii U besaß, davon unaufhörlich schwärmte. Wie die UGamer anfangs beinahe schon verzweifelt ihre Konsole verteidigten, war für mich fast so beeindruckend wie ein Ritter in einem mittelalterlichen Krieg, welcher sein sterbendes Pferd beschützte. Obwohl ich die Wii U wirklich hasste, war ich dennoch fasziniert von diesen Menschen. Und ich begann mich ernsthaft zu fragen warum diese sogenannten Pikas, Nintendofans und UGamer so dermaßen für Nintendos Fehlschlag (und so sah ich die Wii U damals) einstanden.

 

 

 

 

Ich kann meinen anfänglichen Hass heute eigentlich schwer nachvollziehen oder gar erklären. Der 3DS hat mich damals gefrustet und Nintendo mit diesem Wii U Quatsch eher zum Schmunzeln angeregt. Weiter kam ich nicht mit meinen Gedanken. Dabei war ich in dem Moment blind und taub, so wie scheinbar viele Gamer derzeit wenn es um die Wii U geht. Es war nicht mal Absicht, denn Nintendo hätte mich ja auch mit einer fetten Werbekampagne umstimmen können. Doch alles was von Nintendo bezüglich der Wii U damals kam, war ein ganz trockenes: „Die Konsole mit dem Gamepad ist da.“ Toll, dass half mir natürlich weiter meine Antipathie zu vertreiben.

 

Doch wie verbissen kann ein Mensch eigentlich sein? Wir sind Gamer und was macht uns am meisten Spaß? Genau. Das Zocken. Die Plattform worauf wir spielen sollte eigentlich egal sein, aber dennoch kleben wir an Konzernen und suchen uns im Konsumdschungel einen Halt in Form von irgend welchen Marken und Firmen. Fast so als sei es das letzte Treibgut nach einem Schiffsunglück, an welches wir uns verzweifelt klammern. Das ist für unsere Gesellschaft, die aus Zwängen besteht, fast schon legitim. Aber deswegen von vornherein etwas ablehnen, nur weil es … unbeliebt ist?

 

 

 

 

Die Wii spaltete damals die Zockernationen. Die einen fanden sie toll und die anderen begannen Nintendo für dieses Stück mit Plastik ummantelter, alter Technik zu hassen. Casual und Core entstanden urplötzlich als hätte jemand die Singularität von ihrem Sein abgelöst und einen Urknall eingeleitet. Die Wii stand schon bald neben den Fernsehern vieler Familien und einstige schimpfende Mütter turnten nun mit einer Wiimote in der Hand vor dem Fernseher. Das war die Konsole im Herzen der Familien. Nintendos ultimative Cashcow war geboren.

 

 

 

 

Doch diese Casual und Core Spaltung brachte auch gravierende Nachteile mit sich. So wanderten die plötzlich zockenden Mütter, Schwestern und Großeltern ab und wurden von einem F2P/Play 2 Win Netz eingefangen – ohne Aussicht auf Wiederkehr. Nintendo hat dann einen fatalen Fehler begangen und diese Tatsache einfach nicht erkannt. Man hätte einlenken und den Core Gamern die Hand reichen müssen, doch man blieb auf dem Casualzug sitzen. Ein Zug welcher nun fast verlassen und leer war. Die Wii war megaerfolgreich und Nintendo heilfroh wieder ganz oben den Ton angeben zu können. Also warum nicht den direkten Nachfolger dieser Wunderkonsole enthüllen? Die Wii U. Was für eine Enttäuschung habe ich damals durchmachen müssen. Ja, ich wollte Nintendo diese Chance geben. Ich hatte mich gefreut auf eine moderne HD Konsole und dann kam die Wii 2.0 mit einem komischen Ding, wo ich nicht wusste ob dieses Tablet jetzt die Konsole sein soll oder nicht.

 

 

 

 

Man sagt ja immer das der erste Eindruck zählt. Und mein erster Eindruck bezüglich der Wii U war eher erschreckend. Ich sah nur das Pad, hörte diesen in meinen Augen dämlichen Namen und fragte mich was Nintendo eigentlich von mir will. Zum Glück haben mich deren Handhelds fast nie enttäuscht. DS und 3DS waren für Millionen Kunden immer top und boten ein weites Spektrum an hochkarätigen Games und Systemsellern. Doch mit der Konsolenhardware tat sich Nintendo plötzlich extrem schwer.

 

Das sind alles keine guten Voraussetzungen um die Wii U ins Herz zu schließen, doch das große Problem ist, dass diese Konsole trotz alledem eine Wucht ist. Nur machte Nintendo bisher nichts draus. Die Wii U bietet eine relativ gute Technik und zaubert sehr saubere und schön aussehende Spiele auf dem heimischen Full HD TV. Man kann sich ohne zu zögern in magische Welten ziehen lassen und hat noch dazu ein aufregendes Gamepad in den Händen, welches dieses einzigartige Gefühl noch intensiviert.

 

 

 

 

Ein jeder, welcher zum ersten Mal seine Wii U auspackt, sie anschließt, updatet, das Betriebssystem sieht und sein erstes Spiel startet, wird definitiv begeistert sein. Es ist einfach ein zauberhafter Moment, welcher Seinesgleichen sucht. Und ich habe schon viele brandneue Konsolen ausgepackt und angeschlossen.
Die Wii U schafft es uns wieder zum Staunen bringen. Und heutzutage staunt man nicht mehr oft. Dabei geht es nicht mal um die Grafik. Diese ist hübsch und mehr muss sie bei einer Nintendo Konsole auch nicht sein. Es geht um das Gefühl, welches uns wieder deutlich macht, warum man stolz darauf sein kann ein Gamer und Nerd zu sein.

 

 

 

 

Ich habe zusammen mit meiner Frau Mario Kart 8 gespielt und viele Male gegen sie verloren. In Super Mario 3D Wörld lachen wir viel, wenn wir gemeinsam zocken. Das haben wir z.B. bei Sacred 2 kaum bis gar nicht getan. Ok, sie hätte mir einmal den Hals umdrehen können als ich sie während eines Bossfights gepackt und ins offene Maul einer Schlange geworfen habe. Aber sie hat mir verziehen … und sich gerächt indem sie mich sehr oft laut lachend in einen Abgrund beförderte. Wir haben unsagbar viel Spaß im Ko-op an der Konsole und die Wii U machte uns einmal mehr deutlich das wir auch ein sehr gutes Team sein können.

 

 

 

 

Nintendo hat mich auch bezüglich des ordentlichen und sehr übersichtlichen eShops überrascht. Wir haben uns viele Demos heruntergeladen und waren baff als wir all die atemberaubenden Welten entdeckten. Mit einem Nanoschiff über eine Zelle fliegen, abgestürzt auf einem fremden Planeten halfen uns kleine Wesen zu überleben und ein Zauberer begleitete uns durch eine magische Welt, in welche man zu gerne selbst hätte leben wollen. Die Wii U bietet alles was man sich als Gamer nur wünschen kann: Spielspaß und saubere, sehr hübsche Welten zum Träumen.

 

Ich würde jedem Zweifler ohne zu Zögern zum Kauf einer Wii U raten. Es ist einfach darüber zu lesen oder knallbunte Let's Plays anzuschauen. Aber es ist etwas anderes das sehr griffige Gamepad mit dieser perfekten Haptik in den Händen zu halten und selbst in diese Welten einzutauchen. Im Idealfall nicht einmal alleine. Auch Online ist die Wii U sehr stark. Alles ist so schön einfach und vor allem auch diskret. Somit haben Groß und Klein eine Chance auf tolle Spielerlebnisse.
Die Funktion einige Spiele auf dem Gamepad weiterzuzocken ist ebenfalls etwas, dass man leicht mal überlesen und mit einem Achselzucken abtun kann. Doch wenn man, der Weihnachtsstimmung wegen, mal einen passenden Film im TV schauen möchte, währenddessen die Frau weiter Mario Kart 8 spielt, wird einem bewusst wie technisch innovativ und zeitgemäß diese Konsole doch eigentlich ist.

 

 

 

 

Nintendo hat noch keinen Weg gefunden den Menschen dieses atemberaubende Erlebnis schmackhaft zu machen, so war es bei mir auch eher die Propaganda in diversen Internetforen, welche mich zum Umdenken bewogen hat. Ich habe lange gezögert und den möglichen Kauf immer wieder nach hinten verschoben. Ist ja nur die Wii U. Wen kümmert es, wenn ich da noch ein bisschen warte? Ok, meine Frau wollte sie unbedingt haben, doch ich hatte da noch andere Prioritäten. Natürlich interessierte mich das ein oder andere Spiel, aber dafür jetzt gleich in den Laden rennen und sie kaufen?
Ich sage ja! Macht das, wenn Ihr auch nur ansatzweise in Betracht zieht eine Wii U „irgendwann mal“ zu kaufen. Es kann ja nicht immer, wie in meinem Fall, ein CW'ler wie Harlock da sein, welcher ein ordentlich in den Hintern tritt und dem eigenen Glück somit auf die Sprünge hilft. (Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Harlock. ^^)

 

 

 

 

Nintendo ist derzeit auf dem richtigen Weg, und das es niemals zu spät sein kann um die Kurve zu kriegen zeigte schon eine Konkurrenzkonsole. Die E3 2014 hat in meinen Augen gezeigt, dass sich Nintendo wie ein Phoenix aus der Asche erheben kann. Der Rennwagen hat neue Reifen erhalten und kann somit wieder auf die Strecke. Man nimmt jetzt im Windschatten von Disney Infinity und Skylanders ordentlich Fahrt auf, indem man etwas schafft, was von vielen heiß und von anderen ja geradezu besessen erwartet wird: die Amiibos.

 

 

 

 

Diese Figuren sind günstig und man kann mit ihnen Kostüme in Spielen freischalten oder sie gar zum Trainieren (z.B. in Super Smash Bros. Wii U) verwenden. Noch größer ist jedoch der Sammlerwert. Ein Wii U – Berater im Berliner Saturn Elektromarkt sagte mir, dass die Figuren immer wieder sehr schnell vergriffen sind. Vor allem Kirby ist eine der begehrtesten Figuren. Dieser Zug, auf welchen Nintendo nun aufgesprungen ist, scheint diesmal alles andere als leer und verlassen zu sein. Nintendo schafft so heimlich, still und leise einen neuen Hype. Und ein Hype ist gut, könnte er doch auch diese wundervolle Wii U pushen.

 

 

Die Wii U ist es Wert, dass man um sie kämpft. Es gibt nicht viele Spiele, weil Nintendo vieles falsch gemacht hat und die Thirds viel lieber bei den großen, erfolgreichen Fischen mit schwimmen wollen, um das schnelle Geld machen zu können. Das heißt aber nicht, dass die Wii U deswegen keine Spiele hat. Vor allem wer jetzt zuschlägt hat viel nachzuholen. Noch dazu stehen noch Captain Toad, Yoshi's Woolly World und eines der genialsten GotY's unserer Zeit in den Startlöchern. Ich habe bei The Legend of Zelda für die Wii U ein sehr gutes Gefühl. Einst habe ich mir ein Open World Zelda gewünscht und nun bekomme ich genau das was ich will, und noch dazu in einem atemberaubenden Stil verpackt. Schon seit The Legend of Zelda: Link's Awakening mochte ich dieses Abenteuerfeeling, welches durch das neue Zelda zur Superlative erhoben werden könnte. War Twilight Princess für den Cube und die Wii noch blass und trist, so möchte man beim neuen Machwerk Aonumas am liebsten die Augen schließen und selbst in diese wundervolle Welt eintauchen. Dieser Traum wird zum Glück früher oder später wahr werden … für all jene, die eine Wii U ihr Eigen nennen können.

 

 

 

 

Auch wenn Nintendo nicht weiß wie man diese wundervolle Konsole souverän am Markt platziert oder gekonnt in Szene setzt, so sollten wir Gamer uns wieder auf das besinnen was wir einst waren: Freaks, welche mit ihrem verpönten Hobby ein Nischendasein fristeten. Als solche haben wir unermüdlich um Anerkennung gekämpft und uns wie Don Quijote an den eigenen Haaren aus den Sumpf gezogen. Nun wird unser Hobby respektiert und ist in vielen Ländern gar zu einem Kulturgut geworden. Warum sollten wir also dann nicht Nintendo ebenfalls aus diesem Nischendasein befreien und etwas nachhelfen mit dem Herausziehen aus dem Bash-, Hater- und Abgneigungssumpf? Wir haben so etwas doch schon einmal geschafft. Gemeinsam.

 


In diesem Sinne . . .  hoffe ich, dass die Wii U einen Platz in den Herzen vieler Gamer wird finden können.


 


Avi

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 


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Unter fremden Sternen

 


Die Sterne sind das einzig Tröstliche in diesem einsamen und von Felsen zerklüfteten Ort. Tailor presst seinen Kopf gegen die Scheibe bis seine Stirn zu schmerzen beginnt. Je länger er diese fremden Sternbilder betrachtet, desto stärker wird die Sehnsucht nach der Heimat. Wehmütig denkt er an den stolzen Orion mit seinen Hunden, welchen er einst durch sein Kinderteleskop von der Erde aus betrachtet hat. Schon seitdem er denken kann wollte Tailor Raumfahrer werden. Das war zu einer Zeit, wo die Sterne noch funkelten und wo alles noch aufregend und neu war. Er wollte mit seinem ambitionierten Traum Raumfahrer zu werden der Menschheit dienen. Doch alles worauf er jetzt blickt ist sein Grab.

 


An den Absturz kann er sich gar nicht mehr erinnern. Er weiß nur noch wie er aufgrund einer technischen Panne am Schiff vom Kurs abgekommen und mitten in dieses Asteroidenfeld geraten ist. Hier draußen ist nichts. Nur Felsen und ewige Finsternis. Die Sonne (im Sternenkatalog als S_34A-7 bezeichnet) ist zu weit entfernt, um dauerhaft Licht spenden zu können. Diese Aufgabe übernehmen nun die Außenscheinwerfer des Raumschiffes. Doch alles was sie anleuchten sind silberfarbene Felsen. Am Unheimlichsten sind jedoch die Schatten, welche sich über die kleinen Krater legen und diese vollkommen ausfüllen. Drei Tage lang hat er sie intensiv beobachtet und ab und an glaubt er sogar Gestalten darin erkennen zu können. Er weiß das es nur Suggestionen seines Gehirns sind, doch wenn er länger auf die Schatten starrt, wird er früher oder später nicht mehr wissen was nun real und was Einbildung ist.

 

 

 

 

„Hör auf diese beschissene Aussicht anzustarren“, knurrt sein Bruder. Russel ist ziemlich angespannt in letzter Zeit. Kein Wunder, hat er doch fieberhaft nach einem Ausweg aus dieser Katastrophe gesucht. Russel ist eigentlich Techniker, doch für diese Mission hat er sich (genau wie Tailor) freiwillig gemeldet. Sie sind zwar Brüder, doch seitdem sie die 30 weit überschritten haben und vollends von ihren Jobs eingenommen werden, haben sie sich kaum mehr gesehen. Dieser kleine Ausflug mit Tailors Transitraumschiff der Klasse Behemoth sollte sie näher bringen. Das hat es in der Tat, jedoch auf eine andere Weise wie es sich deren Vater wohl gewünscht hätte. Tailors Vater ist stolzer Besitzer zweier Linienraumschiffe, welche regelmäßig zwischen Mars und Erde verkehren. Seine Söhne sind zu ehrbaren Männern herangereift. Einer ist Raumpilot und der andere ein Techniker der Flotte. Das ist etwas, auf das man stolz sein sollte. Doch Tailor wüsste nicht wie sich sein Vater nun fühlen würde, wenn er wüsste das er für dieses Unglück verantwortlich ist.

 


Ja, es war Tailor. Er hätte vor dem Abflug den Druck checken und das beschädigte Rohr, welches er bei der letzten Inspektion entdeckte, doppelt abdichten oder gar austauschen müssen. Eine ganz simple Sache bei so einem alten Transitschiff. Er hat es jedoch nicht getan, weil er an Marissa denken musste. Die Trennung, der Schmerz . . .
Der Auftrag einen Techniker und einen Biologen zur M5 Kolonie zu fliegen war so einfach. Und er hätte damit seinen Kopf vollends von all diesen schmerzlichen Gedanken befreien können. Aus diesem Grund riet ihm auch sein Vater seine Lethargie abzulegen und dieses Unterfangen wahrzunehmen. Nicht zu vergessen war auch die Tatsache das er seinen Bruder nach sieben Jahren Funkstille wieder hatte sehen können. All das wäre so einfach gewesen, doch seine Unachtsamkeit hat das Raumschiff abstürzen lassen. Der stetig ansteigende Druck hat den hinteren Antrieb zerrissen. Ein Großteil der Technik an Bord ist ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Ganze Rettungsaktion mit den flüchtigen Reparaturen an Bord, dem Abwurf des Ballastes, sowie ein Flüchtigkeitsfehler in der Neuberechnung einer Alternativroute in Richtung der nächstliegenden Raumbasis Ceta_6, hat sie zudem vollkommen vom Kurs abkommen lassen. Und jetzt sitzen sie auf diesem Asteroiden fest. In einer Ruine, welche einst sein Raumschiff gewesen ist.

 

 

 

 

Tailor wendet sich vom Fenster ab und schaut zum Biologen Seb. Ein ziemlich ausgemergelter Schatten von einem Mann, geht es Tailor durch den Kopf. Eifrig schraubt er an der Funkanlage, währenddessen sein Bruder Russel daneben steht und ihn grimmig beäugt.
„Den Kupferdraht würde ich noch ein bisschen mehr verzwirbeln.“ Alles was Russel sagt, klingt wie ein Befehl, auch wenn er es nicht so meint. Russel ist ein ziemlich harter Kerl, welcher einst bei der Armee gedient hat. Doch als er seine Freunde hat sterben sehen, reichte er seine Kündigung ein. Diese Situation hat ihn noch härter werden lassen als er ohnehin schon war. Tailor weiß nicht wieso, aber er erinnert sich gerade an dem Moment als sie beide noch Kinder waren und Russel ihn vom Baumhaus gestoßen und beinahe das Rückgrad gebrochen hatte. Ein kleiner aber vollkommen legitimer Unfall unter Kindern, hieß es später.
„So müsste es gehen.“ Seb lehnt sich zurück, betrachtet sein Werk und atmet kaum hörbar auf. „Jetzt können wir wieder funken. Ich hatte schon Angst, weil es ausgefallen war.“
„Funken, pha! Was bringt uns das? Hier ist niemand der es hören könnte. Wir sind so weit ab vom eigentlichen Kurs und noch dazu in diesem Gott verlassenen Asteroidenfeld, dass uns kein Schwein findet.“
„Wir können den Antrieb nicht reparieren“, wendet Tailor besorgt ein. „Das Schiff ist in der Mitte komplett auseinander gebrochen. Und selbst wenn es nicht beschädigt wäre, so wäre ein Start nicht möglich. Das ist ein Raumschiff und kein Shuttle.“
„Erzähl mir was Neues, Kleiner“, knurrt Russel.
„Das heißt, wir sind auf Hilfe angewiesen.“ Seb zieht das Mikrofon zu sich heran und spricht abermals, wie schon eine Woche zuvor beinahe jede halbe Stunde, seinen verzweifelten Hilferuf.
„Das bringt doch alles nichts.“ Russel ballt seine großen Hände zu Fäuste. „Wir können nicht einmal hören ob uns jemand antwortet, weil der Transmitter kaputt ist.“
„Sollen wir etwa Leuchtfeuer aussenden?“ fragt Tailor wie zum Hohn. Russels Blick ist so durchdringend, dass Tailor bald selbst glaubt, er könne ihn damit töten, wenn er auch nur länger hinschaut. „Was sollen wir denn sonst machen? Alles was wir tun können ist um Hilfe zu rufen.“
„Auf einer Frequenz die Monate lang brauchen wird, bis sie auf einen Empfänger trifft. Ich will dich nicht noch einmal daran erinnern wie wenig Transitschiffe hier durchfliegen.“
Tailor würde noch viel mehr sagen. Er würde diskutieren und sich gegen Russels schlechte Stimmung zur Wehr setzen, doch lohnt sich all das überhaupt noch? Russel hat Recht. Es wird keine Hoffnung geben. Die Vorräte sind fast aufgebraucht und sie trinken seit zwei Tagen das Kühlwasser um überleben zu können. Transitschiffe sind seit Erfindung des Hyperraumfluges nicht mehr für lange Reisen geschaffen. Für den Notfall gibt es Rationen für einen Monat. In diesem Raumschiff, für welches er hätte verantwortlich sein müssen, hat er weit weniger deponiert. Dass sie abgestürzt sind und nun verhungern werden ist allein seine Schuld.

 

 

 


Zweiter Gang links. Weiße, sterile Wände und blaue LED- Leisten soweit das Auge sehen kann. Tailor folgt den Gang. Ende. Hier ist der Schott dicht, weil das Schiff ab diesen Punkt in der Mitte zerrissen ist. Umdrehen und zurück gehen. Er geht an einem Fenster vorbei, stoppt und macht einen großen Rückwärtsschritt. Er presst seinen Kopf gegen die Scheibe. Da draußen sind sie. Diese Sterne, welche ihn wie zum Hohn anschauen. Lachen sie ihn aus? Nein. Das machen die Schatten. Sie verbergen sich zwischen den Kratern und silbernen Felsen des Asteroiden. Tailor starrt auf einen schwarzen Fleck. Er schreckt auf als er zwei rot leuchtende Augen erkennen kann. Verwirrt wischt er über seine schmerzenden Augen. Er presst kurz darauf ganz fest seine Lider aufeinander. Da sind sie wieder... diese roten Augen. Tailor ist erleichtert. Es ist doch nur eine Einbildung. Da draußen sind also keine Monster. So wie damals in seinem Schrank, wo sein Vater nachgeschaut hat und nichts weiter als seine Jacken und Shirts vorgefunden hat.
Warum erinnert er sich plötzlich an solch banale Dinge aus seiner Kindheit? Tailor weiß es nicht. Sein Magen beginnt plötzlich laut zu brodeln. Hunger... Er hat heute kaum etwas getrunken, doch all das Wasser reicht nicht aus, um seinen Magen zu füllen. Die letzte Konserve wurde gestern aufgebraucht. Ab jetzt läuft ihnen die Zeit davon, denn sie werden mit großer Sicherheit verhungern. Wegen ihn. Ja, jetzt weiß er es. Diese Augen draußen vor dem Raumschiff und in seinem Innern gehören zu ihm. Er ist dieser Dämon, der sie alle ins Verderben gestürzt hat. Es ist seine Schuld. Seine Schuld. Mit diesen Gedanken im Kopf zieht Tailor weiter seine Runden in den engen Gängen dieser halbierten Raumschiffruine.

 

 

 

 


Das Perpetuum arbeitet unaufhörlich und erzeugt Strom und Licht. Kleinste Teilchen ziehen sich an, prallen aufeinander und lösen eine nie endende Kettenreaktion bestehend aus Geburt und Teilchentot aus. Ähnlich wie bei einer Supernova entstehen aus der freigesetzten Energie neue Teilchen, welche wiederum aufeinander prallen. Dieser atomare Prozess, in einem Prexilanus erzeugt, wird von Laien gerne als Perpetuum bezeichnen. Wenn doch der menschliche Kreislauf ebenfalls aus dem Nichts Energie erzeugen könnte... Tailor kann sich kaum noch auf den Beinen halten. Müde beobachtet er den Streit zwischen Russel und Seb.
„Es gibt noch Hoffnung!“
„Was redest du da? Wir sind verloren und verhungern hier genauso wie einst Leika in der russischen Raumkapsel. Mit uns geht es qualvoll zu Ende. Wo ist da noch Hoffnung?“
brüllt Russel mit all seiner noch verbliebenen Kraft.
„Überall dort wo es Leben gibt, sollte auch die Hoffnung existieren. Das habe ich schon auf meinen zahlreichen biologischen Forschungsreisen gelernt.“
„Wir sind aber nicht auf einer beschissenen biologischen Forschungsreise“
, spuckt er seine Worte mit einem Schwall Speichel dem armen Biologen ins Gesicht. „Hier draußen gibt es nur Stille, Kälte und den Tod.“
„Das mag sein, doch wir dürfen nicht aufgeben.“ Er sieht so erbärmlich aus in seinem weißen Kittel und mit dem Wildwuchs als Bart in seinem Gesicht. Auch Tailor hat sich seinen Bart stehen und wachsen lassen in der Zeit, weil es wichtigere Dinge gab. Doch so wie Seb jetzt aussieht, ähnelt er eher einem verrückt gewordenen Wissenschaftler. „Wie oft stand ich schon vor der Sauerstoffanlage?“ kommt es kraftlos über seine schmalen Lippen. Er wischt sich Russels Speichel aus seinem Bart und atmet tief durch. „Ich habe sehr oft überlegt, ob man nicht einfach unseren Tod beschleunigen kann. Doch es hat keinen Sinn das Letzte aufzugeben was der Mensch noch an Wert besitzt. Ich meine damit unsere Hoffnung.“
„Beschleunigen . . .“ Russel überlegt kurz. Dann schaut er auf, greift auf die Platte eines Tisches, welcher neben der Schiebetür steht, und umschließt mit seinen fleischigen Händen einen Schraubenschlüssel. „Ich kann dir zeigen wie schnell sich Hoffnung in Luft auflösen kann.“
Seb reißt erschrocken seine Augen auf, doch es ist zu spät. Zu spät für Tailor einzugreifen und zu spät für Seb auszuweichen. Der Schraubenschlüssel trifft mit voller Wucht auf seinen Schädel. Es knackt, und auch als Seb zusammenbricht und leblos zu Boden sackt kann Tailor das Geräusch noch als Nachhall in seinen Ohren hören. Russel lässt geschockt den Schraubenschlüssel fallen, weicht zurück und prallt mit seinem Rücken hart gegen die Bordwand. Er sackt zu Boden, um dort über fünf Stunden hinweg regungslos sitzen zu bleiben.

 

 

 

 

 

Linker Flurgang. Geradeaus, an der Kombüse vorbei. Stehenbleiben. Tailor schaut aus dem Fenster. Die glühenden Augen zwischen den Schatten werden immer mehr. Kein Wunder, sind die Dämonen jetzt auch im Schiff. Tailor atmet tief durch. Er hat Sebs Tod zu verantworten und nicht sein Bruder. Wie es Russel wohl gerade gehen mag? Tailor macht sich auf den Weg. Links, Rechts, eine kleine Leiter hinauf, am Maschinenraum vorbei und geradeaus zum Cockpit. Dort sitzt er noch immer. Diesmal jedoch direkt neben der Leiche.
„Russ?“ Seine eigene Stimme kommt ihn nun so fremd vor.
„Schleichst du immer noch durch die Gänge oder schaust raus?“ Russel blickt nicht einmal auf. „Du solltest das lassen, sonst verlierst du noch deinen Verstand.“
„Steh auf und lass die Leiche in Ruhe.“
„Leiche? Er hatte einen Namen und dieser war Seb! So wie meine gefallenen Kameraden im Krieg auch Namen hatten. Greg, Warder, Buck, Jester ...“
Russel erhebt sich mühsam. „Seb glaubte doch tatsächlich das wir noch Hoffnung haben.“ Er lacht kurz humorlos auf. „Was für ein Trottel.“
„Wir sind verloren.“
„Ja, Bruder. Du weißt das. Wie damals als wir noch klein waren und wussten das unsere Mutter sterben wird.“
„...ja.“
„Unser Tod wird nicht qualvoll sein. Seb hat es hinter sich. Wir sollten es auch beenden.“
„Wie willst du das machen? Den Schott öffnen?“
„Nein, Tailor. Wir gehen mit einem Feuerwerk.“
Russel schaut sich um und als sich ihre Blicke treffen, weiß Tailor was er vorhat. „Bist du dabei?“
Tailor nickt.

 

Seit einigen Stunden arbeiten sie nun schon eifrig daran den Prexilanus umzuprogrammieren. Russel hat den Transfaktortransponder aus der Funkanlage entfernt und verwendet nun dessen Bauteile, um eine Überbrückung zwischen dem Hypermotor und dem noch verbliebenen Teil des Schiffswracks herzustellen. Wenn es zündet, soll es durch das gesamte Schiffsinnere gehen. Somit muss die Druckwelle durch die Rohre und Kabel geleitet werden, ehe das Schiff (ähnlich wie eine Flasche unter zu hohem Druck) nach außen zerspringt. All das würde von einem gewaltigen, wenn auch recht lautlosen Knall auf dem Asteroiden begleitet werden.
Tailor macht die Arbeit Spaß. Endlich wieder etwas Sinnvolles tun. Er hatte schon vollkommen vergessen was es heißt glücklich zu sein. Ab und an wünscht er sich, dass sie niemals fertig werden würden, doch was kommt dann? Tailors Stimmung trübt sich wieder. Ein qualvoller Tod durch Verhungern ist die bittere Realität und somit auch die Antwort auf seine unausgesprochene Frage.
„Fertig.“
Es ist nur ein Wort von Russel, aber es versetzt Tailor in Angst und Schrecken. Jetzt ist es vorbei. „Nur noch den Schalter umlegen“, haucht er angstvoll.
„Sei doch kein Schisser.“ Russel lacht. „Wir legen den Schalter um und dann ist es innerhalb von 30 Sekunden vorbei. Erst kommt die Leitung durch das Schiffsinnere, dann die Druckwelle und letztendlich die freigesetzte Entladung der Restenergie aus dem Perpetuum“, erklärt er fast schon begeistert.
Es ist nicht zu übersehen, dass sich Russel nach dem Ende sehnt. Doch Tailor wird erst jetzt bewusst, dass er doch lieber warten würde. Vielleicht noch eine oder zwei Nächte drüber schlafen... wenn es der Hunger und sein ausgemergelter Körper zulässt. Er hat jedoch keine Zeit mehr, weil Russel nun auch Tailor die Entscheidung über Leben oder Tod abnimmt. Russel legt vollkommen emotionslos den Schalter um. Ab jetzt beträgt Tailors Lebenszeit nur noch 30 Sekunden . . .
„Wir haben alle Schuld, weiß du? Ich habe durch eine unüberlegte Entscheidung auf dem Schlachtfeld damals meine Kameraden auf dem Gewissen . . . und du, mein lieber Bruder, Seb und mich.“
Tailor schaut erschrocken auf, doch nicht wegen Russels Worte.
Hinter dem Fenster sieht er ein Landungsschiff der Weltraumrettungsorganisation SAVe7. Der gesamte Asteroid ist nun in fließend grelles Licht gehüllt. Da sind keine finsteren Schatten und rote Augen mehr. All das Unheimliche ist nun verschwunden und es ist so atemberaubend schön und hell. Der Funkspruch . . . Er wurde erhört. Aber . . .
„Sie dürfen nicht näher kommen! Sie dürfen nicht neben uns landen!“ schreit Tailor aus vollem Halse. Er hämmert verzweifelt mit seinen Fäusten gegen die Scheibe, doch es ist zu spät.
Gerade als das Landungsschiff direkt neben Tailors Transitraumschiff aufsetzt, wird die Druckwelle freigesetzt und zerfetzt alles Metall, sowie einen Großteil des Felsgesteins auf dem Asteroiden. Nichts bleibt mehr übrig. Nichts, bis auf die ewige Stille und eine unvorstellbare Weltraumkälte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

~ Überall dort wo es Leben gibt, sollte auch die Hoffnung existieren ~


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Weltraum Universum Asteroiden Kurzgeschichten


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Schon seit dem ich denken kann, bin ich von Computern fasziniert. Die digitale Welt ist ein fester Bestandteil meines Lebens. Mein Vater war damals Operator in der Siemens Computerabteilung, und von daher schon selbstverständlich ein Computernerd gewesen. Ganz begeistert brachte er den ersten Heimcomputer mit zu uns nach Hause, und obwohl er viele Nächte zum Tag werden ließ, durfte ihn jeder aus unserer Familie wie selbstverständlich benutzen.

 

Ganz gebannt stand ich immer hinter meinem Vater, wenn er programmierte. Das war sein Beruf, und eine Zeit lang auch seine Berufung. Nur leider hat er es versäumt mir seine mathematischen Gene zu vererben. Ich verstehe nichts von Zahlen oder Größen und pendelte in der Schule immer zwischen der Note 4 und 5. Da zerplatze also meine Seifenblase, als ich erkannte, dass ich niemals Hacker werden oder mit dem Computer arbeiten konnte. Jedenfalls nicht so wie ich es mir immer vorstellte. Aber dennoch vergesse ich den Moment niemals als mein Paps, welcher zufällig noch aussieht wie Chuck Norris himself, einen Wurm (soweit ich mich entsinnen kann) programmierte und sagte: „Im Prinzip ist das ganz leicht. Jeder kann das.“ Tja, jeder … außer ich.

 

Mein Vater wurde damals von einer Entlassungswelle bei Siemens getroffen und landete, abgestempelt als unbrauchbar und zu alt für die Berufswelt, im ewigen Kreislauf der Weiterbildungen und der Arbeitslosigkeit. Heute ist er Alkoholiker. Die Realität ist sehr bitter, da sieht es in der Fernsehwelt zum Glück ganz anders aus. Ich möchte Euch einmal auf eine kleine Reise mitnehmen. Eine Reise in die Faszination Computerfilme.

 

 

 

Wargames

 

 

 

 


Ich beginne mit einem Film, bei welchen ich schon mitsprechen kann. Die VHS war die mitunter Ramponierteste von allen, und ab einer gewissen Zeit auch kaum noch abspielbar. Ich weiß auch nicht, was mich an diesem Film so fasziniert. Ist es die Tatsache, dass darin ein Junge vorkommt, welcher hoch intelligent agiert und schon mit einem einfachen Telefonhörer technische Wunder vollbringen kann?

 


Fasziniert war ich auf jeden Fall von dieser kaum greifbaren Bedrohung, welche den gesamten Film ausmacht. David Lightman (Matthew Broderik) ist ein ganz normaler Teen. Er daddelt an Spielautomaten (wer in der Collage genau hinsieht, erkennt einen TRON - Automaten im Hintergrund images/smilies/m-wink.gif ) und ärgert seine Lehrer.

 

 

Film-Quote schrieb:

Lehrer: „Wer kann mir etwas über die Fortpflanzung ohne Sex verraten?“
David: „Ähm... Ihre Frau?“

 

David kann sich nicht nur in den Schulcomputer hacken, nein, er hat etwas weitaus Größeres im Sinn. Nachdem er ein Werbeprospekt des Spielentwicklers PROTOVISION entdeckt hat, wird er auf ein neues Spiel aufmerksam, dass er unbedingt spielen möchte. Warum für etwas bezahlen, wenn man es auch kostenlos zocken kann, fragt er sich und wählt sich in sämtliche Leitungen und Netzwerke ein. Postwendend landet er bei NORAD direkt im Computer des WOPR (War Operation Plan Response).

 

 

 

 

 

Tja, was würdet Ihr wohl aus der Liste wählen? Schach? Nein. Natürlich ist es der weltweite thermonukleare Krieg. Ist doch logisch. Dumm nur, dass David nicht weiß, dass dieser Computer eine lernfähige K.I. ist, welcher dafür eingesetzt werden soll Atomsprengköpfe zu zünden... Nachdem bei einem Test viele menschliche Probanden versagten und den wichtigen Knopf nicht drücken konnten, soll nun WOPR eingesetzt werden. Ein Computer, welcher nicht zögert oder nachdenkt, sondern einfach nur handelt, ganz ähnlich dem Terminator.

 

 

 

 

David spielt also fröhlich Krieg, ohne zu bemerken das er die Welt an den Rand eines atomaren Abgrundes treibt. Als er es durch schockierende Nachrichtenmeldungen bemerkt, versucht er die Leitungen zu kappen und das Spiel und die K.I. zu stoppen. Doch „Joshua“, wie WOPR von seinem „Vater“, dem Programmierer Dr. Falken, genannt wird, will das Spiel zu Ende spielen. Um jeden Preis. Es gilt also die verrückt gewordene K.I. zu stoppen, bevor die Raketen auf Russland abgefeuert werden, und somit einen 3. Weltkrieg auslösen. Doch „Joshua“ ist zum Glück lernfähig, wie Ihr in dieser bedeutenden Spoiler - Szene sehen könnt:

 

 

 

 

 


Hackers

 

 

 

 

 

Cooler Name für einen Film, ohne Frage, jedoch ist dieser Film übertrieben auf Cool getrimmt, was man schon bei dem einstigen Nickname des Protagonisten Dade Murphy merkt, welcher sich früher Zero-Cool nannte. Überhaupt haben alle Hacker Teens beschränkte Spitznamen und der Film ist dermaßen überzogen, dass es schon schmerzt. Wenn Ihr dennoch einen Blick wagen wollt, dann vielleicht nur, weil Ihr auf Angelina Jolie steht (zumindest da, wo sie noch Fleisch auf den Rippen hatte, jedoch auch mit einer grottenhässlichen Haarpracht bestückt) oder für Fans von Wipeout. Denn ohne diesen Film würde es Wipeout wohl nicht geben.

 

Die Entwickler programmierten eine Videosequenz, bei welcher die Schauspieler dann so taten als würden sie es in echt zocken. Die Grafik war damals noch nicht so weit, weshalb man auf diese Weise improvisieren musste. Man sieht in der Szene die typischen Wipeout – Boliden wie man sie heute kennt. Psygnosis hat dieses Konzept dann später für ein Videospiel auf der Playstation verwendet und somit die Geburtsstunde von Wipeout eingeleitet. Eine Serie, welche hoffentlich auch ihren Weg auf die Playstation 4 finden wird.

 

 

 

 

Worum geht es in diesem Film eigentlich? Supergenie- Hackerkind darf eigentlich keinen Computer mehr anfassen, nachdem er mit 11 Jahren 1507 Systeme lahm legte. Dumm nur, dass es auch das Wall-Street Rechenzentrum erwischt hat. Dade macht später die Bekanntschaft mit einer Gruppe von Hackern, die alle einen an der Waffel haben, und gerät mit dem Sicherheitschef einer Mineralölfirma aneinander. Dieser Typ ist natürlich ultra fies und er muss mit den Mitteln einer Hackergemeinschaft bekämpft werden. Der Film ist in etwa so sinnfrei wie der zweite Teil von Wargames und ich habe ihn, ehrlich gesagt, nur wegen Wipeout erwähnt. images/smilies/ugly.gif

 

 

 

Der Rasenmähermann

 

 

 

 

 

Dämlicher kann ein Filmtitel nicht klingen, doch dahinter steckt so viel mehr. Jedes Mal, ganz gleich wie schlecht die CGI – Effekte heute auch sein mögen, klebe ich gebannt an diesem Film. Mich fesseln dabei zwei Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dr. Lawrence Angelo, verkörpert durch Ex – Bond 007 Pierce Brosnan, will um jeden Preis sein Ziel erreichen. Mit Drogen und der virtuellen Realität strebt er eine kognitive Leistungssteigerung an. Was bei seinen Versuchsaffen beinahe schief gegangen ist, versucht er nun beim zurückgebliebenen Aushilfsgärtner Jobe Smith. Die Gelder wurden Dr. Angelo gestrichen, also forscht er auf eigene Faust weiter.

 

All das entgleitet ihm jedoch, als Jobe tatsächlich seine Leistung steigert und von einem sabbernden und geistig eingeschränkten Gärtner zu einem Mann mit Sexappeal und später zu einem Mörder mit übersinnlichen Kräften mutiert. Doch nicht nur das, so wird er bald eins mit der VR, welche anfangs sein Gehirn stimulierte und ihn übermächtig werden ließ. Jobe wird in der digitalen Welt zu einer K.I., welche sich ins World Wide Web klinken, und von dort aus die ganze Welt kontrollieren und beherrschen will. Das Ende dieses Films, obwohl die Effekt wirklich zum Schmunzeln anregen, erzeugt bei mir jedes Mal eine Gänsehaut.

 

 

 

Das Netz

 

 

 

 

 

Was beim Rasenmähermann damals noch die Telefonleitung war, ist in diesem Film schon beinahe unser Alltag. Ich meine natürlich das Netz, unser Internet was Ihr auch jetzt gerade in diesem Moment benutzt, um meine Zeilen zu lesen.

 

Mitte der 1990'er war das Internet noch Neuland und kaum einer hat es benutzt. Die Benutzeroberfläche war verpixelt, Grafiken waren ein Witz und es dauerte eine halbe Ewigkeit bis eine Seite gefunden werden konnte, geschweige denn geladen wurde. Noch dazu bekam man Tinitus, wenn man sich mit dem Router irgendwo einwählte. Aber dennoch erkannte die Fernsehwelt schon damals die Zeichen der Zeit, den Fortschritt und dessen Schattenseiten.

 

Der gläserne Mensch. Ihr alle kennt diese Bezeichnung. Heute juckt es niemanden mehr. Vielleicht schreckt man noch bei der Cloud kurz auf, doch Angst hat niemand mehr vor dem Internet. Man lädt mal eben schnell Musik runter, streamt Filme oder mopst Bilder aus dem Netz. Das geht ganz schnell, ohne zu bedenken, dass man damit seinen Standort (bis auf die Straße genau), sowie seine persönlichen Vorlieben Preis gibt. Was ist jedoch, wenn irgend jemand das ausnutzt? Wenn man Menschen auf der Straße begegnet, die alles über einen wissen? Oder wenn all die Daten, Geburtsort, Krankenakte usw. aus dem Netz verschwinden und niemand mehr in einer Behörde nachweisen kann, dass man existiert? Genau darum geht es in dem packend - spannenden Film mit Sandra Bullock.

 

Angela Bennett steckt tief in der Scheiße. Eine Hackerorganisation will an Firmen und Behörden ein sogenanntes Schutzprogramm verhökern, welches sich jedoch als Trojaner entpuppt. Es ist jener Trojaner, welcher auch Angelas Leben vollkommen auf den Kopf stellt. Viele Menschen, die ihr etwas bedeuten, sterben und auch ihr droht das gleiche Schicksal, wenn sie nichts unternimmt. Das grandiose Ende des Films erinnert mich immer ein wenig an den sehr lesenswerten Roman „Ypsilon Minus“ von Herbert W. Franke.

 

 


Sneakers

 

 

 

 


Sneakers – Die Lautlosen, wie der Film im deutschsprachigen Raum genannt wird, ist ein echter Geheimtipp. Er ist spannend, amüsant und sehr unterhaltsam. Da gibt es zum einen den Zwist zwischen zwei alten Freunden. Sie waren Kommilitonen am College und Hacker aus Leidenschaft. Als Martin „Marty“ Brice (Robert Redford) und „Cosmo“ (Ben Kingsley) 1969 von Richard Nixon's Bankkonto Geld zum Nationalen Komitee zur Legalisierung von Marihuana transferieren wollen, werden sie erwischt. „Marty“ entkommt der Verhaftung nur deswegen, weil sie vorher eine Münze geworfen haben, um herauszufinden wer die Pizza holt. „Cosmo's“ Beschiss bei diesem kurzen Glücksspiel hat zur Folge, dass er in den Knast kommt, währenddessen sein Freund „Marty“ sich aus dem Staub machen und untertauchen kann.

 

Viele Jahre später hat „Marty“, welcher sich nun Martin Bishop nennt, eine Firma, die in andere Firmennetzwerke einbricht, um somit die Schwachstellen herauszufinden und diese gegebenenfalls zu beseitigen. Als sich plötzlich die Ereignisse überschlagen und er auf den Spuren seines alten Freundes „Cosmo“ zu wandeln beginnt, erfährt er von einem Chip, welcher nahezu jeden Code knacken kann. Es wäre damit also möglich sich in jedes amerikanische Netzwerk zu hacken. „Cosmo“ will diesen Chip haben, ebenso wie Bishop, welcher die Pläne seines Freundes, diesen Chip für persönliche Zwecke zu missbrauchen, nicht tolerieren kann. Ein erbitterter Kampf beginnt. Es ist jedoch ein Kampf, welcher mit Intelligenz und List geführt wird.

 

Bishop ist nicht allein, so helfen ihm ein blinder Hacker, mit dessen Gehör sie „Cosmo“ ausfindig machen, ein begnadeter Verschwörungstheoretiker (gespielt von Dan Aykroyd), welcher den Ex- CIA Mann Crease (Sydney Poitier) beinahe zur Weißglut treibt, sowie einen jungen Hacker namens Carl (River Phoenix) und Bishops Ex Liz, welche später noch einen fatalen Fehler begehen wird. Zusammen ist dieses Team einfach nur lustig aber auch gewitzt, wenn es darum geht Rätsel zu lösen und an den Chip zu gelangen.

 

Ich mag diesen Film sehr, jedoch bereitet mir ein Dialog heute leichte Magenschmerzen. Weil ich den Film lange nicht mehr gesehen habe, versuche ich diese Szene so genau wie möglich zu rekonstruieren.

 

Film – Quote schrieb:

Cosmo: „These: man sagt eine Bank ist pleite. Das Resultat?“
Bishop: „Die Leute ziehen ihr Geld zurück“
Cosmo: „Ganz genau. Die Bank geht pleite. Stell dir das mit großen Banken und Regierungen vor.“
Bishop: „Was ist mit kleineren Ländern?“
Cosmo: „Korrekt.“

 

Ich werde dabei unweigerlich an Standard and Poor's, sowie Moody's usw. erinnert, welche zuletzt nicht nur den Konzern Sony, sondern auch schon Länder wie Griechenland oder Portugal ins Ramschniveau herabgestuft haben. Das was „Cosmo“ und „Marty“ da ansprechen, ist heute schon längst Realität geworden.

 

 

 

Vernetzt – Johnny Mnemonic

 

 

 

 

Aber lassen wir die bittere Realität hinter uns und tauchen einmal dort ein, wo es so richtig spannend wird. Ich meine damit die virtuelle Welt. In diesem Film betritt der Protagonist nicht nur einmal mit Hilfe eines Oculus Rift/Morpheus artigen Visors und seiner Data Gloves die virtuelle Welt. Was damals noch ferne Utopie war, ist heute selbst in der Spielebranche fast zum Alltag geworden. „Vernetzt – Johnny Mnemonic“ ist in diesem Punkt eine Art visionärer Vorreiter und als kleinen Bonus gibt es gleich noch Takeshi Kitano obendrauf, welchen einige noch von der lustigen, japanischen Spielshow Takeshi's Castle kennen dürften.

 

Keanu Reeves hingegen scheint eine Affinität für virtuelle Welten zu haben. In „Vernetzt – Johnny Mnemonic“ ist er ein mnemonischer Kurier, welcher ein Teil seines Gehirns zur Verfügung stellt, um Daten zu speichern und zu übermitteln. Durch diesen Prozess gehen jedoch auch Erinnerungen verloren. Johnny will aussteigen, doch sein aktueller und letzter Job verlangt alles von ihm. Die Datenmenge in seinem Kopf ist zu groß. Flashbacks aus seiner längst vergessenen Kindheit peinigen ihn, und wenn er den Chip nicht innerhalb von 24 Stunden los wird, stirbt sein Gehirn in Folge einer Überlastung.

 

Das nicht genug, ist auch noch ein Pharmakartell hinter ihm her. In seinem Kopf befindet sich nämlich die Information über ein Heilmittel gegen NAS (Nerve Attenuation Syndrome), eine Krankheit, an welcher die Hälfte der Weltbevölkerung wegen ihres Umgangs mit Elektronik und Kybernetik leidet. Ein Heilmittel wäre jedoch wirtschaftlich gesehen eine mittlere Katastrophe für die Pharmaindustrie, womit wir dann auch schon wieder in der Gegenwart bei Ebola (welches eigentlich nur eine Form der Grippe ist), der Schweine- und Vogelgrippe, sowie BSE und all die unzähligen Impfstoffe dagegen wären. Also schnell weiter im Text.

 

 

 

Tron

 

 

 

 

 

Als Kind habe ich diesen Film vergöttert. Wo ich heute unter epileptischen und psychedelischen Zuckungen leide, wenn ich diesen Film schaue, klebte ich damals geradezu am Bildschirm, um Flynn's Reise in die Computerwelt gebannt zu verfolgen.

 

Da war diese faszinierende Welt aus Bits und Bytes, wovon ein Bit sogar recht gesprächig war. Naja, zumindest, wenn man „Ja“ und „Nein“ als gesprächig betrachten kann. Alles ist neongrell und erfüllt mit Energie. Kein Wunder, benötigen Programme auch Energie, um zu „leben“. Und genau darum geht auch in diesem Film. Um eine Computerwelt voller Leben.

 

Flynn (Jeff Bridges) ist ein Programmierer, welcher Videogames für Spielautomaten entwickelt. Doch Ed Dillinger, Präsident der Firma ENCOM, stahl seine programmierten Computerspiele, vermarktete sie als seine eigenen und bestieg somit den Chefsessel der Firma. Flynn will Beweise dafür sammeln, dass die Programme gestohlen wurden. Dazu muss er ins MCP (Master Controll Program), ein Programm welches die Daten der Firma verwaltet. Um das MCP auszuschalten, hat er das Programm TRON geschrieben. Seine beiden Freunde Lora und Alan Bradley (Bruce Boxleitner), welche noch immer bei ENCOM arbeiten, währenddessen er geflogen ist, helfen ihm dabei TRON zu aktivieren und das MCP lahm zu legen. Doch es geht etwas schief und ein 3D- Scanner, ein Projekt woran Lori gerade arbeitet, erfasst Flynn und verpackt ihn wie eine Art Winzip- Datei, um ihn postwendend in die virtuelle Welt zu befördern (und dort zu entpacken).

 

Mitten in der digitalen Welt ist es alles andere als leicht MCP zu bekämpfen. All die Programme sehen aus wie Menschen und agieren mit Hilfe der Befehle ihrer USER. Flynn hat anfangs Schwierigkeiten sich zurecht zu finden. Noch dazu bangt er um sein Leben als er Protagonist in eines seiner Spiele wird. Denn sollte ein Programm „sterben“, so wird es gelöscht und ist quasi nicht mehr existent. Ein Glück das TRON, mit dem Aussehen seines besten Freundes Alan, bereits aktiv ist und ihm dabei hilft MCP zu besiegen.

 

Währenddessen in TRON ein Disney typisches Happy End wartet, sieht es im Nachfolger schon ein wenig anders aus.

 

 

 

Tron - Legacy

 

 

 

 

 

Kevin Flynn (Jeff Bridges) verschwindet eines Tages in einer Computerwelt, welche er selbst erschaffen hat, und hinterlässt Frau und Sohn. Sam Flynn (Garett Hedlund) ist noch ein Kind, als er erkennen muss, dass sein Vater niemals wiederkehren wird. Die wilden Geschichten über das Raster, einer digitalen Welt erschaffen von Kevin Flynn, hat er längst vergessen als er später (Sam ist bereits ein junger Erwachsener) in ENCOM, der Firma seines noch immer verschollenen Vaters einbricht, um den CEO zu ärgern. Dieser bringt ein Programm nach dem anderen auf dem Markt, wohingegen sich kaum etwas ändert, außer vielleicht die Zahl hinter dem Produktnamen . . . ein kleiner aber feiner Seitenhieb auf Bill Gates' Windows. images/smilies/m-wink.gif

 

Sam hat eigentlich das Recht selbst CEO der Firma zu werden, jedoch ist er ein Hitzkopf und hat kein Interesse daran. Alan Bradley (Bruce Boxleitner), welcher noch immer in der Firma arbeitet, versucht ihm verzweifelt ins Gewissen zu reden. Noch dazu erzählt er Sam von einer seltsamen Pager - Nachricht, welche von Flynn's alter Spielehalle aus gesendet worden ist. Lustlos macht sich Sam auf den Weg. Dort findet er jedoch nicht nur verstaubte Automaten, sondern auch einen Geheimgang zu einem Computerterminal und einem Laser.

 

Sam gerät, wie einst sein Vater, in die digitale Welt und hat es Fortan mit CLU (CGI Jeff Bridges) zu tun, einem Programm, welches geschrieben wurde um diese Welt zu kreieren. CLU ist ein Ebenbild seines Vaters, und er hat nur ein Ziel: die Perfektion. In der Welt von Flynn sind plötzlich neue Programme entstanden. Eine neuartige, künstliche Lebensform mit einer kreativen K.I. CLU hat sie fast alle vernichtet, weil sie sein Bild der Perfektion zerstört haben. Noch dazu ist es CLU's Plan die reale Welt, aus welcher sein User Flynn stammt, zu zerstören, weil sie nicht perfekt ist. Sam und sein Vater Flynn haben nun, mit Hilfe der mysteriösen Quorra, alle Hände voll zu tun, um zu verhindern das CLU mit Heerscharen an Programmen (in Form von Kriegern) in die reale Welt gelangt.

 

Ich liebe packende Geschichten, welche auch noch in ein Daft Punk Musikvideo gepresst werden. Dieser Film ist, nicht zuletzt der coolen Light Cycles wegen, ein audiovisueller Genuss der Extraklasse. Und Sams Missverständnis bezüglich des nicht vorhandenen Laserschwertes, bringt mich immer wieder zum Schmunzeln.

 

 


Matrix - Trilogie

 

 

 

 


Nachdem ich aufgrund meiner Faszination eher die Inhalte der Tron- Filme wiedergegeben habe, sieht es mit der Matrix- Trilogie ein wenig anders aus. Die heutige Generation ist damit aufgewachsen und ich schätze darüber muss man nicht mehr viele Worte verlieren. Fast jeder weiß worum es in Matrix geht. Nämlich um die Frage nach der Realität. Ist unsere Welt nur Schall und Rauch? Nur ein Traum, wie Platon einst vermutete? Die Antwort ist noch immer, dass wir es nicht zu 100% sagen können. Unsere Realität wird durch unsere Sinne gesteuert. Wir nehmen die Welt durch Sehen, Riechen, Hören, Schmecken und Fühlen wahr. Doch was ist, wenn unsere Sinne, oder unser Gehirn als solches, uns nur etwas vorgaukelt? Was ist, wenn die Welt um uns herum nicht real ist?

 

In dem Film Brainscan mit Edward Furlong fokussierte man sich ebenfalls auf diese spannende Thematik. Der Junge geht da durch die Hölle, nur um am Ende festzustellen, dass alles nur ein Spiel und faktisch nicht real gewesen ist. Ähnlich sieht es auch in Total Recall (der Klassiker mit Arnold Schwarzenegger) aus, als Quaid am Ende fragt: „Was ist, wenn all das nur ein Traum ist?“

 

Mit der Realität habe ich mich einst in einem anderen Blog von mir befasst. Und dennoch ist es immer wieder aufs Neue faszinierend. Sensoren könnten unser Gehirn manipulieren und wir sehen, riechen und schmecken gar Dinge, die gar nicht existieren. Auf diese Weise könnte man auch komplett in eine virtuelle Welt eintauchen. So ähnlich wie in Tom Clancy's Special Netforce Romanen. Und dann zerfließen Traum, Vorstellung und Realität zu einem einzigen nebulösen Gebilde, welches wir Realität nennen.

 

Der Film Matrix hat damals viele Menschen bewegt, und einige mögen meinen auch „aufgeweckt“. Immer mehr Leute, darunter auch viele Teenager, begannen sich zu fragen was nun real ist. Gibt es eine Matrix und leben wir gar darin? Der Spuk hörte dann schlagartig auf als „Reloaded“ und „Revolutions“ nachgeschoben wurden. Durch diese Nachfolger wurde Matrix seiner Magie beraubt und zu einem ganz normalen Sci- Fi Film degradiert. Bis dahin war Neo für viele gar eine Art Jesus gewesen.

 

 

 

 

Aber auch heute kenne ich noch Geschichten von Leuten, die felsenfest daran glauben wir würden in genau dieser Matrix leben. Als Resultat bringen sie sich an ihre Grenzen oder laufen wie bekloppt durch die Gegend, in der Hoffnung doch schon bald zu erwachen.
Matrix hat schon einiges verändert. Neben den 360 Grad Kameras und dem grün- diffusen Grundton, waren es vor allem Morpheus' Worte, welche die Menschen zum Nachdenken bewegten und dem Film zu mehr machten, als er eigentlich war.

 

Dabei war diese Thematik bis dato ja nicht einmal ein Neuland in der Filmwelt. Fassbender's Welt am Draht hat es in den 1970'ern bereits vorgemacht.

 

 

 

 

In dem Film geht es um das Computerprogramm SIMULAKRON, welches eine digitale Stadt mit K.I. - Bewohnern simulieren soll. Direktor des Instituts, welches dieses Programm gehört, ist Fred Stiller. Er hat den Posten des verstorbenen Professors Henry Vollmer übernommen. Dieser sprach vor seinem Tod von einer „ungeheuren Entdeckung“. Und das ist es in der Tat, findet Fred doch später raus, dass er Teil dieser Simulation und seine Welt nicht real ist.

 

Währenddessen Fred im Film in unsere Realität gelangt, ist diese in der Buchvorlage „Simulakrum-3“, nur eine weitere Computerwelt. Das ist somit ein ähnliches Ende wie bei dem Roman „Die Wächter des Glücks“, in welchen die Protagonisten am Ende die Maschine besiegen und in die Realität aufsteigen, nur um sich dann am Ende zu fragen ob dies nicht auch nur ein Trick des Computers ist.

 

Nun, all diese fesselnden Gedankenspiele kann man bezüglich des ersten Matrix - Films nicht mehr machen, weil dieser durch die anderen zwei Filme nahezu zerstört wurde. Da gibt es nichts mehr wildes zu spekulieren, außer vielleicht über die Regiefehler und den kitschigen Sonnenaufgang am Ende.

 

Das Spannende an den Computerfilmen ist meist das Nachdenken und Philosophieren darüber. Ein Computer ist nicht gleich ein Computer, denn hinter dem Monitor und den Schaltkreisen steckt so viel mehr. Es geht um eine für uns fremde Welt aus Energie und Entscheidungen. „Ja“ und „Nein“, wie das Bit aus Tron. Die rote und die blaue Pille aus dem ursprünglichen Matrix – Film. Unsere Entscheidung ins Internet zu gehen, oder es sein zu lassen. Zu spielen oder nicht zu spielen. Tun wir es, dann blicken wir auf eine weitere fremde Welt. Zum greifen nah, und doch so fern. Sie ist nicht real, und doch sehen wir sie. Unser Sehsinn ist bereits involviert. Welche Sinne folgen als Nächstes?

 

Und wann werden wir uns inmitten dieser Welten zu fragen beginnen ob die Welt, in welcher wir gerade wandeln und dessen Düfte wir riechen, wo wir Gegenstände berühren und Nahrung aufnehmen, vielleicht real ist? Wenn . . . ja wenn wir uns mit unseren Kriegsspielen nicht früher oder später selbst vernichtet haben. Einst spielte David Lightman mit dem Computer, später spielen Hacker vielleicht mit Drohnen oder gar wirklich mit Atomsprengköpfen. Und was ist, wenn unsere Identität in einer Welt, welche immer digitaler wird (iWatch, Smartglas, Oculus Rift, Smartphones, elekronische Geldkarten, PayPal, digitale Ausweise etc.), vollkommen aufgelöst wird, wie einst im Netz, welches Angela Bennett zu ersticken drohte?

 

Diese Filme mögen Fiktion sein, jedoch sind sie auch ein Spiegel unserer Realität, wenn . . . wir überhaupt wissen was wirklich real ist. images/smilies/m-wink.gif

 


In diesem Sinne . . . hoffe ich keinen wichtigen Computerfilm vergessen zu haben.



Avi


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Dieser Blog ist unsichtbar!

 

 

Vielen Dank an Murdered, XfrogX und auch an ingoeins für den Support bei meinem ersten Kurzgeschichtenversuch hier auf CW. Ein zweites, und vorerst auch letztes Mal werde ich mich an das Projekt Kurzgeschichte wagen.


 

 

In diesem Sinne . . . ein weiteres Mal viel Spaß beim Lesen.

 

 


Avi

 

 

 

 

 

Das Tor

 

 

„Diese Welt kann nicht alles sein. Da muss es noch mehr geben.“
„Du spielst zu viele Videospiele, Phillip.“
Phillip kann es nicht leiden, wenn sein sogenannter bester Freund die Augen verdreht und ihn nicht ernst nimmt. Schon seine Eltern nehmen ihn nicht ernst. Sie sagen auch er zockt zu viel und sollte lieber raus gehen und mit anderen Kindern spielen. Das hat Phillip mit 8 oder 9 Jahren gemacht, doch nicht mehr jetzt, wo er schon 12 Jahre alt ist. Nein, er weiß einfach das dieser Alltag nicht alles sein kann. Die Schule langweilt ihn und seine Eltern nerven einfach nur noch. Er soll gute Noten schreiben, lernen und sich auf das Wesentliche konzentrieren, sonst … Ja, sonst... Phillip wird wütend. Sie wollen ihm doch tatsächlich seinen 3DS wegnehmen. Das ist gemein, denn er war sein Weihnachtsgeschenk. Das hat Phillip genau ein Jahr lang Betteln und Flehen gekostet. Er dachte schon, dass sein Traum niemals wahr werden wird. Doch jetzt, wo er den 3DS hat, ist er unsagbar glücklich. Fremde Welten liegen direkt in seinen Händen. Das ist anders als Papas PC Spiele, welche er meist ohnehin nicht versteht.
„Phillip?“
„Hm?“
Er schaut müde auf. Sein sogenannter bester Freund sieht nachdenklich aus. Das ist ein komischer Anblick, weil Roman ihn immer irgendwie an ein Äffchen erinnert. Das liegt an seinen großen, abstehenden Ohren. Irgendwann sollen sie einmal operativ angelegt werden, doch Roman hat auch irgendwie Angst davor.
„Du warst früher so anders.“
„Wie meinst du das?“
Phillip versteht nicht.
„Naja, wir haben früher gemeinsam gelernt, dann waren wir auf Bäumen klettern. Siehst du den da drüben?“
Phillip folgt seinem Blick und ja, da ist er. Der große „Baumwächter“, wie sie ihn früher einst genannt haben. Er steht mitten in einem Wohngebiet und ist zwischen all den kleinen, frisch gepflanzten Bäumen der älteste und größte aller Bäume. Er sieht schon majestätisch aus, wie er so seine Äste gen Himmel reckt. Der Himmel ist grau und trüb. Kein Wunder, denn es ist Winter und noch dazu bitterkalt. Aber immerhin ist es windstill. Der Schnee knirscht ab und an unter seinen Winterstiefeln. Ein Geräusch, welches Phillip irgendwie mag. Es war letzte Nacht jedoch so kalt, dass selbst der Schnee auf den Fahrzeugen, Dächern, der Straße und auch auf den Ästen dieses Baumes gefroren ist.
„Ich will wieder mit dir auf Bäumen klettern oder irgendwas Verrücktes machen. Aber seitdem du dieses Gerät hast, beschäftigst du dich nur damit. Du schaust ja nicht einmal auf, wenn man mit dir redet.“
Nicht er jetzt auch noch! Phillip wird leicht wütend. Immer diese Vorwürfe, welche er auch schon beinahe Wort für Wort von seinen Eltern kennt.
„Na, ich muss doch sehen, was ich mache. Außerdem ist es jetzt zu kalt, um auf irgend welchen Bäumen zu klettern. Ich will lieber nach Hause. Die Schule ist vorbei und ich habe Freizeit. Die will ich nicht hier draußen verbringen. Es ist außerdem arschkalt!“
„Ja, aber wir könnten Rodeln gehen.“
„Rodeln?“
Phillip verzieht sein Gesicht zu einer Grimasse. „Sind wir dafür nicht schon viel zu alt?“
„Du spinnst!“ Roman schüttelt seinen Kopf und beschleunigt seine Schritte. Er ist wirklich sauer, doch das ist Phillip im Moment egal. Wieso versteht ihn einfach keiner? Hier in dieser Welt macht es ihm keinen Spaß. Nichts macht hier Spaß. Weder spielen, lernen, noch sonst irgend etwas. Er fühlt sich hier so fehl am Platz. Das ärgert ihn. Viel mehr noch als die ständigen Vorwürfe seiner Eltern und neuerdings auch seines vermeintlich besten Freundes.

 

 

 

 

Es sind nun schon zwei Stunden vergangen, Phillip ist vollkommen durch gefroren (bis aufs Mark) und Roman hat noch nicht genug. Spielen. Draußen im Schnee. Wieso macht er das mit? Um Roman einen Gefallen zu tun? Phillip hätte schon längst ein paar Level seines Lieblingsspieles auf dem 3DS spielen können. Das hätte viel mehr Spaß gemacht als Schneemänner zu basteln, dämliche Schneeengel zu malen und sich mit Schneebällen zu bewerfen.
„Schau mal! Da drüben sind S- Bahn Schienen!“
„Ja und?“
Phillip will nur noch nach Hause.
„Komm mit!“
Er beißt auf seine Lippen, reibt seine steif gefrorenen Hände und folgt seinem Freund. Sie laufen vorsichtig, immer mit der Absicht nicht gleich auszurutschen, einen schmalen Weg an den Hochhäusern vorbei in Richtung S- Bahn Gleisen. Der Bereich ist eingezäunt, jedoch entdeckt Roman sehr schnell eine Schwachstelle im Zaun.
„Bist du bekloppt? Du willst doch nicht da durch kriechen . . . oder?“
„Komm schon! Das ist Abenteuer. Wenn du überhaupt noch weißt was das ist“
, entgegnet er vorwurfsvoll.
Es wirkt, denn Phillip folgt ihm zähneknirschend und zwängt sich ebenfalls durch das kleine Loch.
Die Sonne steht hoch am Himmel. Ein kleiner gelber Kreis quält sich durch die dichte Wolkenfront. Wären die Wolken nicht so dicht, wäre es ein recht sonniger Wintertag. Gegen etwas Wärme hat Phillip jetzt nichts einzuwenden. Seine Gedanken werden jäh unterbrochen, als er Roman auf die Schienen laufen sieht.
Hey! Spinnst du? Was machst du da?“
„Das ist doch cool. Wir gucken ob ein Zug kommt, und wenn wir ihn sehen, dann springen wir schnell zur Seite.“
„Was soll denn der Scheiß?“
Hat Roman jetzt total den Verstand verloren? Phillip kann es nicht fassen.
„Das habe ich mal in einem Film gesehen und finde das voll cool.“
„Ich geh lieber nach Hause und zocke etwas.“
„Schisser!“
„Ja, dann bin ich eben ein Schisser.“
„Ach, komm schon. Das ist genial.“
Vielleicht in deiner Welt
, denkt Phillip grimmig. Phillip erstarrt und beobachtet eine Weile wie Roman auf den Gleisen steht und friert. Ein Bahnhof ist nicht in Sicht, aber Phillip weiß wo er ist. Zwei Querstraßen weiter, direkt neben Edeka, wo seine Eltern immer einkaufen gehen. Phillip muss zum Glück nicht mit der S- Bahn fahren, wenn er zur Schule muss. Sie ist fußläufig direkt in seiner Nähe.
„Ich bin ein Agent. Und ich werde die Feinde bekämpfen.“
Was brabbelt der da? Der schaut zu viele Filme, da ist sich Phillip sicher.
„Hey, komm schon. Oder ich erzähle allen in der Schule, dass du ein Schisser bist. Die denken schon das du ein Nerd bist, also wäre das noch schlimmer. Ein Schissernerd!“
„Hör doch auf!“
„Schissernerd!“
Phillip hat die Schnauze voll. Er könnte sich jetzt einfach umdrehen, sich erneut durch den Zaun quetschen und nach Hause gehen. Doch irgend etwas hält ihn davon ab. Es ist ein Gefühl. Ein Gefühl, welches er schon einmal beim Spielen mit seinem 3DS bemerkt hat. Hier gibt es noch mehr als nur diese Welt. Früher ist er in Bücher eingetaucht, doch da waren die Welten nicht ganz so plastisch wie in den Videospielen. Wenn Gedanken und Ideen lebendig werden, hat er sich seit da an gefragt, was ist dann real in dieser Welt? Sind denn die Gedanken nicht selbst die Realität? Genau diese Gedanken begleiten ihn auf den Weg zu den Schienen. Er stellt sich direkt neben Roman und schaut in Richtung Horizont.

 

 

 

 

Irgend etwas schimmert am Ende der Schienen. Was ist das? Es wirkt so unwirklich, so surreal? Phillip kneift seine Augen zusammen, um mehr erkennen zu können. Das kann doch nicht . . . Phillip erkennt ein Tor. Ist dies eine Pforte in eine andere Welt? Eine Pforte wie er sie in den Videospielen gesehen hat? Phillip hört plötzlich Roman schreien, er versteht jedoch nicht was er sagt. Er sieht nur dieses Tor. Ein Zug rast heran und direkt durch dieses milchig- schimmernde Tor hindurch. Es ist ein weißer ICE, welcher beinahe eins mit seiner Umwelt wird. Der Zug rast auch auf ihn zu, jedoch, genau wie beim Tor, direkt durch ihn hindurch. Was ist geschehen? Phillip weiß es nicht, und er will es auch gar nicht wissen. Alles was er sieht, ist dieses Tor.
Phillip macht sich auf den Weg zum Tor und als er es erreicht hat, spürt er diese fließende Wärme. Es ist ein eigenartiges Gefühl. So schön beruhigend. Als er seine Hand ausstreckt, verschwindet sie im Tor. Was wohl jenseits dieser Pforte liegen mag?
„Nein!“ Er hört plötzlich seine Mutter schluchzen und weinen. Komisch... aber das Tor. Diese Wärme und Glückseligkeit. „Phillip! Es kann doch nicht...“ Die Stimme seiner Mutter wird immer leiser und als er durch das Tor tritt, verschwindet sie vollends.

 

 

 

 


Diese Welt ist so atemberaubend. Alles glitzert und schimmert blau, violett und auch in Farben, welche Phillip noch nie zuvor gesehen hat. Er hätte nicht einmal Worte, um sie beschreiben zu können. Es ist ähnlich wie mit dem Wort, welches beschreiben soll, dass man nicht mehr durstig ist. Das gibt es einfach nicht. Niemand hat sich da etwas für ausgedacht. So ist es auch mit den Farben hier in dieser Welt. Sie fließen, sind fest und manchmal singen sie auch. Wenn sie singen, empfindet es Phillip als besonders schön.
„Du hast dich hier sehr gut eingewöhnt.“
Er schon wieder. Oder ich schon wieder? Phillip weiß es nicht. Er sieht hier immer einen Jungen, der aussieht wie er selbst, es aber irgendwie auch wieder nicht ist, weil er Dinge weiß, von welchen er noch nie in seinem Leben gehört oder etwas erfahren hat.
„Die Kristalle sind gewachsen.“
Phillip deutet auf die neue Säule, die neben dem Schloss entstanden ist. Das Schloss ist für ihn unerreichbar. Leider, aber irgendwann will er da mal hin. Es erinnert ihn an ein Schloss, welches er mal in einem Spiel gesehen hat. Jedoch verschwinden die Treppenstufen, sobald er drauf tritt. So ist es auch mit den Kristallen. Phillip geht auf zwei schwebende Kristalle zu. Es knirscht unter seinen nackten Füßen. Es prickelt dabei ein wenig zwischen seinen Zehen. Kaum hat die schwebenden Kristalle erreicht, lösen sie sich plötzlich auf. Am komischsten sind jedoch die Spiegel. Hier in dieser Welt gibt es Spiegel, und wenn er hindurch sieht, kann er die Gesichter seiner Eltern sehen. Sie sehen traurig aus. Vielleicht liegt es auch daran, weil Phillip sie nicht vermisst. Hier in dieser Welt vermisst er ohnehin nichts. Er ist glücklich.
„Ja, dass bist du so lange bis alles weg ist.“
„Du sprichst wieder in Rätseln.“
„Rätsel gibt es nicht, Phillip.“
„Doch. Sonst gäbe es nicht so viele Fragen.“
„Was sind Fragen?“
Phillip will antworten, doch plötzlich hat er tatsächlich vergessen was Fragen sind. Was haben sie für eine Bedeutung und warum sind sie da? Gedanken sind real. Aber Fragen? Er denkt, aber fragt nicht. Er denkt und weiß. Er weiß auch jetzt warum Fragen da sind. Sie sind die Antworten, die man sich gibt, ohne die Antwort selbst auszusprechen. Sie sind wie Spiegel der Antworten. Fragen sind nicht real, aber dafür die Antworten. Die Bedeutung liegt im Innern. Warum ist die Welt rund? Weil sie eckig ist. Warum gibt es die Zeit? Weil nichts existiert. Warum existiert nichts, wenn doch so vieles real ist? Weil nichts real ist. Was ist dann real? Das was du fühlst und denkst. Hörst du auf zu denken, dann ist nichts mehr real. Weder die Gedanken, die Fragen, die Zeit, noch die Welt. Phillip lächelt. Diese Welt ist so schön, warm und ruhig. Überall entstehen Dinge, und sie vergehen auch wieder, um neuen schönen Dingen Platz zu machen. Er sieht Kristalle, hört dem Gesang kleiner Feen zu und wenn er eine Wiese sieht, auf welcher große Bären liegen, weiß er dass alles gut ist. Hier ist alles gut.
„Sieh da! Es beginnt alles zu sterben.“
Eine große schwarze, bedrohlich Wand beginnt alles zu verschlingen. Wie ein Schleier oder ein Leichentuch werden das Schloss, die Wiesen, Kristalle und Spiegel überdeckt. Alles verschwindet ihm Nichts und das macht ihn traurig. So unsagbar traurig... Er mag dieses Gefühl nicht. Trauer ist hier so falsch. Trauer gehört hier nicht her.
„Nein. Das soll nicht geschehen.“
„Ich will das nicht.“
„Das ist nicht gut.“
„Hier habe ich mich wohl gefühlt und will noch länger hier sein.“
„Sie wissen nicht das ich hier glücklich bin. Hier wollte ich schon immer mal hin. Das ist mein Ort.“
„Macht ihn nicht kaputt...“
„Macht ...“
„...ihn...“
„nicht ...“

 

 

 

 

 

 


„Es war die einzig richtige Entscheidung, mein Schatz.“ Frank schaut seine Frau bestürzt an. Diese Entscheidung war wirklich nicht leicht. Aber sie musste getroffen werden.
„Das wäre doch kein Leben für ihn gewesen“, schluchzt sie.
„Nein. Du hast Recht.“
„Er war doch praktisch schon tot, oder?“
„In der Tat. Sie brauchen sich keine Vorwürfe zu machen. Er war hirntot und nur noch die Maschinen haben ihn am Leben erhalten“
, versichert ihnen der Arzt. Wie ein Halbgott in weiß steht er neben Phillips Krankenbett. Phillip liegt dort und schläft. Für immer. Der Schlauch seiner Beatmungsmaschine schaut noch aus seinem Mund, obwohl sie längst abgeschaltet ist. Er wirkt tot. Er . . . ist tot. Eingeschlafen für immer. „Man sagt, dass Bewusstsein entstehe im Gehirn und genau das bildet unser "Ich". Auch wenn einige Spinner meinen, das Bewusstsein existiert abgekoppelt davon.“ Er unterdrückt sein Schmunzeln, denn diese Eltern leiden gerade sichtlich unter dem Verlust ihres Sohnes. „Ich kann ihnen jedoch versichern, dass ihr Sohn schon tot war bevor wir die Maschinen abgeschaltet haben.“
Frank nimmt seine schluchzende Frau in den Arm und nickt. Er stimmt ihm zu, versucht stark zu sein, doch ein fader Beigeschmack bleibt. Haben sie wirklich die richtige Entscheidung getroffen?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 


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Dieser Blog ist unsichtbar!

 

Nach meinem letzten Blog, welcher eher visueller Natur war, haue ich diesmal richtig in die Tasten und versuche mich nun an einer Kurzgeschichte. Wenn diese halbwegs lesenswert ist, schreibe ich bei Bedarf vielleicht noch eine weitere Kurzgeschichte. In diesem Sinne . . . viel Spaß beim Lesen.

 

 

 

 

Fliegen


Mark hat schrecklichen Durst. Es ist spät am Nachmittag und er hat seit Stunden weder gegessen, noch getrunken. Erschöpft wischt er sich mit seinem behandschuhten Handrücken den Schweiß von der Stirn und hinterlässt dabei eine dreckige Spur auf seiner klebrigen Haut. Mark's Blick verfinstert sich als er die Berge der Müllhalde so betrachtet. Meter um Meter wachsen diese tagtäglich an. Alles Zivilisationsdreck, welcher nun von der Nachmittagssonne in einen grellen Schein gehüllt wird. Seine Augen beginnen zu tränen, je länger er dort hinschaut.
„Was für ein scheiß Job“, murmelt er. Doch was soll er machen? Er hat dieses Jahr schon wieder keinen Ausbildungsplatz bekommen und noch ein Jahr sinnlos rumsitzen bringt doch nichts. Der Job auf dieser beschissenen Mülldeponie ist alles andere als reizvoll, doch er wird gut bezahlt.
           Mark ist 19 Jahre alt und schon in der Schule nicht besonders gut gewesen. Es reichte gerade einmal für einen Hauptschulabschluss. Schlecht genug, dass sein Vater noch mehr Gründe hat ihn fertig zu machen, aber immerhin besser als gar kein Abschluss. Wenn er diesen ganzen Schrott so sieht, verteufelt er sich dafür das er den noch härteren Job auf dem Bau nicht angenommen hat. Aber dieser wäre bloß ein Praktikum gewesen und das was er braucht ist Geld und keine Beschäftigung. Seine kleine Einraumwohnung, sowie diverse Rechnungen müssen bezahlt werden. Das er nun von oben bis unten nach verfaulten, abgestanden und verrotteten Zeugs stinkt, gefällt ihn absolut nicht. Er hätte heute bis Mittag ausschlafen können, um dann in Ruhe den Tag zu beginnen. Heute jedoch ist der erste Tag seines neuen Lebens, wie seine Mutter am Telefon euphorisch zu ihm sagte. Super, Toll, Applaus. Um halb sechs aufstehen, duschen (wofür eigentlich bei diesem Dreck?) und ab in die Straßenbahn zum Müllplatz.
Mies gelaunt macht er sich auf dem Weg zum kleinen Personalhäuschen. Es ist viel mehr ein kleiner Container, in welchen eine alte Couch, ein paar Spinds und ein Bürotisch seines Chefs stehen. Auf dem Weg dorthin stolpert er beinahe über eine kleine Blechdose.
         „Fuck!“ Wütend kickt er sie weg, so dass sie lauthals gegen einen Berg aus Altmetall prallt. Das wiederum schreckt einen Schwarm Fliegen auf, welcher sich dort niedergelassen hat. Mark schenkt ihnen keine Beachtung. Viel mehr ärgert er sich darüber was für Zeugs doch die Menschen wegwerfen. Das was er heute alles gesehen hat, wird ihn noch bis in seine Träume verfolgen. Halbierte Ratten, entsorgte Haustiere, benutzte Kondome, sowie ein defekter Dildo waren unter all dem noch die witzigsten Sachen gewesen.
Kaum im Container angekommen, öffnet Mark seinen Spind und greift nach seiner Cola Flasche. Die dunkle Zuckermasse fließt durch seine Kehle, doch ganz gleich wie viel er auch trinkt, es löscht einfach nicht seinen Durst.
„Handschuhe ausziehen, wenn du Essen und Trinken willst! Ich hab dir doch alles erklärt wie es hier abläuft!“ schimpft sein Chef.
          Scheiße, was will der denn jetzt hier? Mark schraubt die Flasche zu und murmelt eine Entschuldigung.
„Morgen wieder zur gleichen Zeit, aber vorher will ich noch was mit dir besprechen. Sei pünktlich!“ Kaum hat er das ausgesprochen, ist er auch schon wieder weg.
„Vielen Dank das du mir einen schönen Feierabend gewünscht hast.“ Mark holt seinen Rucksack aus dem Spind und knallt wütend die metallene Tür zu. „Wichser!“
         Sein Chef ist ein untersetzter Gnom mit dem Aussehen einer Robbe. Letzteres liegt an seinem beschissenen Bart. Mark kann ihn echt nicht leiden. Sein Chef macht eben kein Geheimnis draus, dass er ihn für einen Assi hält, aber wenn er so denkt, dann kann sich Mark auch ruhig wie einer verhalten. Aus diesem Grund lässt er provokativ seine dreckigen Sachen und Handschuhe an, und macht sich auf dem Weg nach Hause. Das Tor erscheint ihm beinahe wie die Pforte in eine andere Welt. Nein, dass ist übertrieben. Wie der Weg zurück in die Freiheit. Eigentlich hätte er auch in den Knast gehen können, denkt er grimmig.
         Er zuckt erschrocken zusammen als sich eine Fliege auf seine Wange setzt. Er wischt sie weg und greift nach der Klinke. Die Fliege jedoch lässt nicht locker und setzt sich auf seinen dreckigen Overall, welcher einmal blau gewesen ist. Jetzt ist er grau und mit allerlei Zeugs verklebt. Eine zweite Fliege scheint Gefallen an seinen stinkenden Sachen zu finden, und nimmt auf einer Falte seines rechten Hosenbeines Platz. Egal, er will jetzt nur noch nach Hause.

 

 

 

 

 

 


          Was für ein Spaß. Mark kann sich unter der Dusche ein Lächeln nicht verkneifen. Er hat gestunken wie ein abgelaufener Joghurt als er in die Straßenbahn gestiegen ist. Die Gesichter der Fahrgäste waren unbezahlbar. Eine alte Oma hat sogar ihr Tuch vor die Nase gezogen. Einfach herrlich. Mark grinst vergnügt, seift sich ein und duscht kurz darauf alles ab. Nachdem er das Wasser abgestellt hat, verharrt er noch einmal kurz in dem heißen Dampf. Ist dies wirklich sein Leben? Er hat eine eigene Wohnung, aber keinen guten Job. Immerhin hat er jetzt einen Job, und er muss sich nicht mehr anhören das er bloß ein arbeitsloser Taugenichts ist. Seine Freundin hat ihn verlassen, weil er zwar sehr süß (vielen Dank für die Blumen) jedoch vollkommen orientierungslos im Leben ist.
Mark verlässt die Duschkabine und trocknet sich flüchtig ab. Orientierungslos. Blödes Wort, empfindet er. Was Frauen immer alles wollen. Er ist gut im Bett. Reicht das nicht? O.K., er kann sich zwar nicht immer alles leisten und Frauen auch nicht immer alles kaufen, aber ist Geld denn wirklich alles im Leben?
         Scheiße. Er hasst solche Momente, wo er sein Leben und sich selbst in Frage stellt. Einfach vor sich hin leben und nicht nachdenken. Einfach die Vorwürfe seines Vaters und seiner Ex vergessen. Ja, so will er es machen. Mark atmet tief durch, verscheucht eine Fliege von seinem Waschbecken und beginnt sich die Zähne zu putzen.

 

 

 

 

Es dämmert bereits und die Sonne wirft ihr dreckig gelbes Licht in sein kleines Wohn- und Schlafzimmer. Seine Wohnung ist eine unaufgeräumte Baracke im 6. Stock eines Plattenbaus. Diese Häuser sind saniert und somit sieht dieses Gebiet nicht mehr ganz so nach Slum aus. Der Penner, welcher es sich eine Straßenecke weiter gemütlich gemacht hat, sowie einige Läden, deren Fenster mehrmals eingeworfen worden sind, sprechen eine viel deutlichere Sprache. Mark kann es drehen und wenden wie er will, aber er wohnt scheiße. Dafür ist die Miete jedoch sehr günstig und es gibt einen Müllschlucker im Treppenhaus.
          Gelangweilt streckt er seine Beine auf seinem Klappbett aus und schaut auf seinen Fernseher. Er zockt gerade, wenn auch sehr halbherzig, Skyrim. Er hat schon gar keine Ahnung mehr, was er in dem Spiel alles machen wollte. Eine Fliege setzt sich plötzlich auf seinen Controller. Er muss den Controller mehrmals schütteln, damit die Fliege endlich weg fliegt. Gerade als ihm endlich wieder einfällt, was er in dem Spiel als Nächstes machen will, setzt sich dieses Mistvieh auf seine Hand und reibt sich die Beine.
„Fuck!“ Er schüttelt seine Hand heftig, bis sie endlich abzischt. Mark beginnt sich nun zu fragen, ob er diese Viecher von seiner Arbeit mitgenommen hat. Ziemlich anhänglich diese Kackbratzen, denkt er grimmig. Er will weiter zocken, doch das Summen seines auf stumm geschalteten Smartphones schreckt ihn auf. Ohne den Controller loszulassen, greift er nach dem Smartphone, drückt auf den grünen Hörerknopf und nimmt das Gespräch an.
„Ja“, knurrt er lustlos.
„Wie war dein erster Arbeitstag?“

„Jenny?“ Mark richtet sich auf seinem Bett auf. Kaum zu glauben das ihm seine Ex Jennifer anruft. Um sich noch einmal davon zu überzeugen, wirft er einen Blick auf's Display. Tatsächlich. Da steht ihr Name. „Weswegen rufst du mich noch mal an?“
„Es interessiert mich wie es dir so ergangen ist und wie die Arbeit so war.“
„Hm... Naja, es war O.K.“, lügt er.
„Das ist ja toll. Wollen wir uns mal wieder treffen?“
           Ich arbeite auf einem beschissenen Müllplatz und werde über die Hälfte eines jeden Tages stinken, geht es ihm erzürnt durch den Kopf. Ist es das was sie sich wünscht?
„Warum sollten wir das tun? Du hast Schluss gemacht.“
„Ich dachte ja nur...“
„Ja, du sollst nicht denken!“
„Mark, ich will dich doch einfach nur treffen.“
„Warum? Weil ich jetzt wieder eine Perspektive habe?“ fragt er gehässig und mit starker Betonung auf das Wort Perspektive.
„Warum bist du denn so wütend?“

„Ich bin nicht wütend. Ich habe einfach nur keinen Bock mehr auf dich!“ Er kann ihre liebliche Stimme nicht mehr ertragen. Als Konsequenz aus der ganzen Scheiße, legt er auf. Was hat sich diese Tusse nur gedacht? Er feuert das Smartphone wütend zu Boden und atmet tief durch. Dabei fliegt ihm jedoch eine Fliege in den Hals, er hustet, wirft den Controller beiseite und versucht nun panisch nach Luft zu japsen. Die Luftröhre scheint blockiert zu sein und er bekommt einfach keinen Sauerstoff mehr. Mark beugt sich nach vorn und hustet so laut und angestrengt, bis sein Kopf rot anläuft. Als er schon glaubt ersticken zu müssen, lässt der Druck endlich nach und er kann wieder atmen.
              „Fu. . .“, presst er mühsam hervor und greift nach seinem Cola Glas. Er schüttet dieses warme Getränk, dessen Kohlensäure sich bereits vollständig aufgelöst hat, in einem Zug herunter. Ist das schön wieder Luft zu bekommen und atmen zu können. Mark lehnt sich erschöpft zurück, doch als er eine weitere Fliege erspäht, welche es sich auf seiner Socke bequem gemacht hat, verliert er seine Fassung.
„Ihr scheiß Viecher!“ Mark schüttelt energisch seinen Fuß, bis die Fliege weg fliegt, und richtet sich auf. Er rollt die Tageszeitung vom letzten Freitag zusammen und geht auf die Jagd. Diese kleinen Biester mit ihren Facettenaugen und diesen haarigen Beinen... Mark will sie alle vernichten und somit seine Wohnung von dieser Plage bereinigen!

 

 

 

 

 

 

Es ist zum Verzweifeln. Drei Viecher hat er bereits erwischt, doch eine schwirrt hier immer noch irgendwo herum. Die drei Fliegenleichen liegen im Bad, auf der Spüle und auf seinem TV Tisch. Doch eine fliegt hier immer noch fröhlich durch die Gegend. Da sitzt sie! Mark sieht diesen kleinen, schwarzen Fliegenkörper auf seiner Heizung sitzen. Sie reibt ihre Hinterbeine und als er sich ihr langsam nähert, zuckt sie ein wenig zusammen. Es ist fast so, als würde sie ihn sehen. Als würde sie ahnen was gleich geschehen wird. Und so ist es auch, denn als er mit seiner Zeitung ausholt, erhebt sie sich und fliegt an die Decke. Kopfüber starrt sie ihn an und reibt sich nun die Vorderbeine.
Dieses Insekt muss sterben, geht es Mark immer wieder durch den Kopf.
             Sein Jagdtrieb ist angeheizt und er will es beenden. Dieses eine Mal will er siegen und es sich selbst beweisen, dass er es drauf hat. Das er wer ist. Mark holt den kleinen Hocker aus seiner Küche, oder vielmehr aus der Kammer, denn viel größer ist seine Küche auch nicht. Er platziert ihn vorsichtig genau unter dieser Fliege, steigt hinauf und muss verzweifelt mit ansehen wie die Fliege Reißaus nimmt und sich auf den Türrahmen der Flurtür setzt.
„Du bist tot! Du weißt es nur noch nicht!“ Mark steigt ab und schleicht vorsichtig in Richtung Türrahmen. Er kommt sich zwar richtig dämlich vor, aber bis nicht die letzte Fliege gefallen ist, kann er heute Nacht nicht mehr ruhig schlafen. Und da ist sie. Direkt vor ihm. Sie scheint ihn anzusehen. Diese kleinen, utopischen Augen wie aus einer anderen Welt. Ja, genau das ist es. Diese Viecher sind keine Erdlinge.
           „Pff...“, macht er und fragt sich was ihm gerade für einen Scheiß durch den Kopf geht. Er holt aus und erwischt die Fliege. Ihr toter Körper fällt zu Boden und bleibt dort mit nach oben gestreckten Beinen regungslos liegen.
Mark ist zufrieden. Er lächelt, geht in die Hocke und betrachtet dieses leblose Vieh. „Jetzt ist klar, wer hier der King ist!“ Kurz darauf erhebt er sich wieder und tritt mit seiner Socke auf die tote Fliege. „So. Zeit fürs Essen“, meint er mit Blick auf sein halbes Käsebrötchen, welches auf dem kleinen Tisch neben seinen Klappbett liegt.

 

 

 


Schon seit über einer Woche fühlt er sich schwach und heute hat er gar so etwas wie Fieber. Dieser Job macht ihn krank. Mark klettert über den Bauschutt und schaut grimmig zum trüben Himmel hinauf. Da kommt heute noch was runter, so viel ist sicher. Die Wolken sind fast schwarz und irgendwo jenseits dieser dicken Wolkenfront wetterleuchtet es. Nicht mehr lange und es donnert und blitzt. Nein, heute wird er diesen Job hinschmeißen. Ist doch egal was alle denken. Er wird etwas anderes finden. Scheiß auf seinen Vater und scheiß auf Jenny. Ein starker Krampf zwingt ihn auf einmal in die Knie.
           „Nicht schon wieder diese Schmerzen.“ Er verzieht sein Gesicht zu einer Grimasse und ballt seine Hand zur Faust.
„Hey, Bauwer! Du hast keine Pause, also geh rüber und lade den Müll auf die Karre!“ brüllt sein Chef, welcher ihn vom Westhügel aus erspäht hat.
Diese verkackte Robbe, denkt er, doch ein weiterer Krampf unterbindet jedweden Gedanken. Alles was er denken kann ist nur noch Schmerz. Mühsam und seinen schimpfenden Chef ignorierend, schleppt er sich aufs Klo. Er weiß gar nicht mehr wie er es geschafft hat, doch kaum ist er dort angekommen, spuckt er Blut neben der geschlossenen Kloschüssel. Kurz darauf wird er ohnmächtig.

 

 


Es ist ein ruhiger Vormittag. Besonders viele Menschen sind nicht gekommen, aber Mark kannte auch nicht mehr so viele Leute. Vor allem nach seinem Schulabschluss sind es immer weniger geworden. Jeder ging seines Weges, um Familien zu gründen oder im Job, der Ausbildung oder der Karriere voran zu kommen. Nur er blieb auf der Strecke.
Die Blicke der Menschen sind nicht besonders betroffen. Hier und da schnieft jemand. Allen voran seine Mutter. Die Miene seines Vater hingegen ist eiskalt. So wie immer. Jenny weint auch. Aber die anderen flüchtigen Bekannten schauen schon auf die Uhr. Zeit ist kostbar heutzutage.
             Der Priester klappt sein Buch zusammen, sagt noch ein paar tröstende Worte und lässt kurz darauf die Trauernden mit einem gespielt - mitleidigen Blick alleine am Grab zurück.
„Ich hätte niemals gedacht das er mal an einem Virus sterben würde“, murmelt einer der Trauergäste.
„Wie kann so etwas denn passieren?“ Fragende Blicke überall.
„Er hat sich wohl durch Insekten angesteckt. Bei dem aggressiven Erreger kein Wunder. Wäre er früher zum Arzt gegangen, würde er vielleicht noch leben. Echt schade.“
„Schade? Er hat doch eh nichts erreicht im Leben. Ich meine, wer war er denn schon?“
„Nicht so laut. Seine Eltern!“
„Na, ist doch wahr.“
               Es dauert nicht lange bis sich die Trauergäste von Mark's Grab entfernt haben. „Geliebter Sohn“ steht unter seinem Namen in silbernen Lettern. Die Sonne umhüllt sein Grabstein mit einem warmen Schein. Es riecht nach aufgewühlter Erde und den Blumen diverser Trauersträuße. Ab und an weht ein starker Fliedergeruch am Grab vorbei. Alles ist ruhig und selbst die Vögel auf diesem Friedhof scheinen nun zu schweigen. Eine Fliege umschwirrt die Blumen, dreht ein paar Runden und setzt sich schließlich auf sein Grabstein. Genüsslich beginnt sie ihre Vorderbeine aneinander zu reiben.

 

 


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Kurzgeschichten Fliegen


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