Dark Side of the World

Das Magazin für alle Themen jenseits des stressigen Alltags

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Die erfolgreichste Konsole dieser Generation ist nun offiziell die Playstation 4.  Nach mehreren Jahren wurde der 3DS abgelöst. Aufgrund der Switch flauten die Verkaufszahlen des 3DS ab, wodurch die PS4 letztendlich an dem Nintendo Handheld vorbeiziehen konnte.

 

 

 

 

Mit über 70 Millionen stellt die PS4 einen neuen Rekord auf. Der 3DS liegt bei 68 Millionen. Das erste Mal seit dem Game Boy ist innerhalb einer Generation eine Heimkonsole erfolgreicher als ein Handheld.

 

Der Siegeszug der Playstation 4 ist Dank der Switch nicht mehr aufzuhalten. Immerhin wird sich die 3DS - Familie nun weiterhin schlechter verkaufen, währenddessen die PS5 noch auf sich warten lässt. Somit heißt es: Bahn frei für die Playstation 4.

 

 

 

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Kaum hat das Jahr begonnen, spendiert Sony den koreanischen Playstation 4 - Fans einen großen Werbespot bezüglich der Neuerscheinungen 2018, welcher jedoch Days Gone, Spider-Man und Ni No Kuni 2 vermissen lässt. Aber seht selbst:

 

 

 

 

 

Mit dem koreanischen Rapper Dok2 beendete Sony das Jahr 2017 mit dem Musikvideo "Only On" 

 

 

 

und legt nun mit dem aktuellen Werbespot nach. Das Jahr 2018 wird somit wieder einmal ein Fest für jeden Playstation 4 - Fan werden, und dass nicht nur in Südkorea.

 

 

 

 

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Auf dem Playstation Blog veröffentlicht Sony unter anderem die Top PSVR - Downloads des Jahres 2017. Hier ist die Liste der besten 10 VR - Titel:

 

1. Job Simulator
2. SUPERHOT VR
3. PlayStation VR Worlds
4. I Expect You To Die
5. Batman: Arkham VR
6. The Elder Scrolls V: Skyrim VR
7. Fruit Ninja VR
8. Keep Talking and Nobody Explodes
9. Until Dawn: Rush of Blood
10. Driveclub VR

 

 

 

 

Skyrim VR startete mit Mitte November 2017 recht spät, und landete deswegen wohl nur auf dem 6. Platz. Das Fehlen von Farpoint kann durch das Bundle mit dem Aim Controller erklärt werden. DriveClub VR war bei den Downloads wohl beliebter als Gran Turismo Sport, und das Resident Evil 7 nicht vertreten ist, dafür jedoch das Puzzle - Spiel I Expect You To Die deutet darauf hin, dass die PSVR viel mehr von Gelegenheitsspielern als Core - Gamern genutzt wird.

 

 

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Wer Motocross, den Sound von Enduro - Motoren und (ähnlich wie querly und Co.) das Leben am Limit liebt, wird auch zu dem ein oder anderen Motocross - Game nicht nein sagen. 

 

 

Das italienische Entwicklerteam Milestone, dass auch schon unter anderem mit der MXGP - Reihe ihr Können zeigten, veröffentlichen erst kürzlich ein Enwicklertagebuch, welches sich mit der Grafik von Monster Energy Supercross – The Official Videogame befasst:

 

 

 

 

Das Spiel erscheint am 13. Februrar für PC, PS4, Xbox One und Switch.

 

 

 

 

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Fans befürchteten schon das Shenmue III sich auf 2019 verschiebt, doch Entwickler Cedric Biscay gibt in einem Tweet Entwarnung:

 

 

Bleibt bei all der Euphorie nur noch die brennend heiße Frage was die vielen anderen Überraschungen sein werden? 

 

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Der "Comfortable Hands-Free Stand" ist ein geniales Zubehör für die Nintendo Switch. Damit ist es möglich sich die Switch über die Schultern zu hängen, um somit beispielsweise problemlos mit dem Pro - Controller zu zocken. Wer sich kaum bis gar nichts darunter vorstellen kann, sollte gründlich dieses Bild studieren:

 

 

Zusammen mit dem Strohhalm - Trinkhut, wäre dies der ultimative Hit auf jeder Gamerparty. Und unterwegs in der Bahn? Was sagt ihr? Würdet ihr dieses abgedrehte Zubehör auch für unterwegs verwenden? 

 

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Shigeru Miyamoto (Mario - Schöpfer) sprach in einem Interview mit der New York Times darüber nach welchen Kriterien er Nachwuchsdesigner aussucht:

 

So heißt es im Original:

 

 

Zitat:

"Ich suche immer nach Designern, die keine super-leidenschaftlichen Spiele-Fans sind. Ich lege großen Wert darauf, dass sie nicht nur ein Gamer sind, sondern dass sie jede menge unterschiedliche Interessen und Skills besitzen."

 

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Der Countdown zum Start der Ataribox auf Indiegogo wurde offiziell pausiert.

 

 

Um die Plattform und das Ökosystem zu erschaffen, welches die Atari - Gemeinschaft verdient, brauchen die Entwickler mehr Zeit. Der Bau von Ataribox ist unglaublich wichtig und man werde alles tun, um sicherzustellen, dass sich das Warten lohnt. Ein aktualisierter Einführungsplan ist im Gange und detailliertere Informationen werden in Kürze verfügbar sein. Man wird die Gemeinschaft über jeden Schritt auf dem Laufenden halten. 

 

 

Quelle: Eine E - Mail vom Ataribox - Team in meinem Postfach

 

 


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Skyrim VR erwacht zum Leben.

 

Viele Drachenkrieger machten sich in den vergangenen Jahren bereits auf zum Kampf. Es wurden Quests erfüllt, heimtückisch gestohlen, Eistrolle, Wölfe, Mammuts, Skeever und natürlich Drachen bekämpft, sowie geheiratet, Kinder adoptiert, Haustiere wieder ausgesetzt, Häuser gebaut oder als übernatürliches Wesen ganz Himmelsrand unsicher gemacht.

 

Doch was ist schon ein Abenteuer wenn man nur zusieht? Mitten drin, satt nur dabei heißt hier Dank der VR - Technologie das Motto. Wer möchte nicht Aug um Aug einem Bären gegenüberstehen oder seine Phobie auf die Probe stellen, wenn eine Frostbissspinne auf einen wartet?

 

Wer diesen Drang verspürt, kann Skyrim VR ab dem 17.11.2017 für 60 bis 70 Euro erwerben.

 

 

Nachfolgend seht ihr von Bethesda Softworks den "Comes to life" - Launchtrailer:

 

https://youtu.be/QT1httL_ZNc

 

 

 

Quelle: Bethesda Softworks


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Dieser Blog ist vom 20.01.14 (0:33). Weil ich nun endlich eine Playstation 4 besitze und das alles beim Lesen noch einmal mit einem Schmunzeln revue passieren lasse, habe ich mir gedacht das ich wieder Bilder einfüge und ein wenig Tippfehlerbeseitigung betreibe. Die Bilder wurden durch meine Accountlöschung bei Imageshack natürlich komplett entfernt, doch jetzt habe ich alles ein wenig erneuert. Meine Gedanken von damals sind recht amüsant und auch heute noch erstaunlich zutreffend. Aus diesem Grund habe ich beschlossen diesen Blog noch einmal aus der Versenkung zu holen. Viel Spaß beim Lesen. ^^


Avi

 

 

 

 

Dies ist mal wieder ein sehr ungewöhnlicher Blog- Eintrag von mir. Neben Cyborgs, Steampunk und dergleichen wirkt meine subjektive Sicht auf den Technik- Riesen, sowie meine Kindheitserinnerungen, beinahe schon befremdlich. Viele CW- User eröffnen ähnliche Blogs und ich habe mir geschworen niemals so einen Blog- Eintrag zu verfassen. Das hielt ich dann so lange durch, bis ich das letzte Mal (es war letzten Sonntag) durch meinen Schrank wuselte und dort die gute alte Playstation mitsamt ihrem ersten Controller wieder entdeckte.

 

 

Die Grey- Lady . . . Wie schön sie doch aussah und immer noch aussieht. Genau genommen ist es nur ein kleiner, grauer Kasten, wo man die runde CD- Klappe mit der „Offen“- Taste aufschwingen lassen kann. Der erste Controller, noch ganz ohne Sticks, hat auch etwas. Er ist leicht, fässt sich aber unsagbar gut an – auch heute noch. Er liegt, anders als damalige Konkurrenz- Controller, derart gut in der Hand das man ihn beim Spielen gar vergessen und vollends in fremde Welten eintauchen konnte. Dieses Gefühl . . . ich mit dem uralten Controller und der Playstation vor mir liegen, zwischen einem Berg aus Müll. Ich hatte ganz vergessen das ich eigentlich meinen Rümpelschrank ausmisten wollte.

 

 

So saß ich dann da, und machte gedanklich beinahe einen Sprung in die Vergangenheit. Ich weiß es noch ganz genau. Es war ein ziemlich heißer Tag und ich musste in der Grundschule dieses nicht gerade einfache Gedicht vortragen, dessen Namen ich heute zwar nicht mehr weiß, wo mir aber noch die ein oder andere Zeile im Kopf herumschwirrt. „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind“, oder wie auch immer es ging. Gelernt habe ich es von meinem damals besten Kumpel Christian in der Schule, beziehungsweise auf dem Weg zur Schule. Einen lieben Gruß an dieser Stelle an Christian. Ich weiß leider nicht mehr wie du aussiehst.
Ich war (nicht nur in der Grundschule) ein Hausaufgabenverweigerer. Warum seine spärliche Freizeit auch noch mit Schulthemen füllen? Einzig Bücher lesen, Aufsätze schreiben und alles was mit Deutsch im Allgemeinen zu tun hatte, habe ich gerne gemacht. Allein deswegen weil ich das Schreiben und das geschriebene Wort schon seit jeher liebte. Alles was darüber hinaus ging wurde entweder in der Schule oder gar nicht erledigt.

 

 

 

 

An jenen Tag kam ich also vollkommen erschöpft nach Hause. Unterwegs habe ich mit Christian und einem anderen Jungen, dessen Name ich gar nicht mehr weiß, noch einen Abstecher beim Bäcker gemacht. Hm . . . yummi. Lecker weiche Schrippen für unterwegs.
Kaum zu Hause angekommen, schloss ich auf und ließ, als ich mein Zimmer betrat, den Alltag und die stressige Grundschule mit einem Schlag hinter mir. Das Zimmer war voller Poster und überall lag Müll herum. Ich war noch nie der Sauberste gewesen, doch ich liebte mein Chaos. Immerhin wusste ich wo alles lag, und das war sehr tröstlich. Der Mittelpunkt meines Kinderzimmers, was schon damals eher einem Jugendzimmer glich, war mein Fernseher und meine . . . jetzt müsste man eigentlich einen Engelsgesang einspielen . . . Playstation.
Ich zog meinen Stuhl, welcher eigentlich für meinen Lernschreibtisch gedacht war vor den Fernseher und schaltete die Playstation sofort ein. Was lag im Laufwerk? Gran Turismo – The Real Driving Simulator. Ich war dabei noch einige Lizenzen freizuschalten. Und genau das tat ich, und zwar so lange bis es draußen dunkel wurde, meine Eltern nach Hause kamen und mich mit solch unbedeutenden Dingen wie Essen zu nerven begannen.

 

 

Ich war nie das Kellerkind gewesen, welches sich die Medien vielleicht gewünscht hätten. Oft war ich mit meinen Freunden draußen. Christian liebte Basketball genauso wie ich, also hingen wir oft auf Basketballplätzen in Berlin ab. Skateboarden war auch cool . . . bis zu dem Punkt, wo ich mir einmal meinen Fuß gebrochen habe, und einige Monate auf Krücken angewiesen war. Gott, wie ich Krücken hasse! Doch präsent in meiner Grundschulzeit war immer meine Playstation. Was bin ich eingetaucht in diese Welten, wo man aufgrund der puristischen Grafik vor allem Fantasie brauchte, um dort so etwas wie Atmosphäre zu erleben. Es gab sie jedoch, die Spiele die selbst Fantasie und Atmosphäre erzeugten. Ich erinnere mich an dieser Stelle immer wieder gerne an das Weihnachtsfest, wo sich meine Eltern verkrachten, meine Schwestern regelrecht zu ihren Freunden flohen und ich alleine neben dem warmen Schein der Elektrokerzen des Weihnachtsbaumes saß und mein Geschenk ausprobierte. Weil ohnehin niemand mehr im Wohnzimmer war, schloss ich dort meine Playstation an und legte die erste CD von Final Fantasy VIII in das Laufwerk. Glaubt mir, es gibt diese Momente die man niemals vergisst! Dies war so ein Moment. Ich tauchte in die atemberaubende Welt aus Fantasy und Sci- Fi ein und konnte mich ihr kaum mehr entziehen. Fast ein ganzes Jahr lang zockte ich FF8 und es war großartig!

 

 

 

 

Bevor ich hier jedoch jedes einzelne Spiel durchnehme, bei welchen ich ähnliche „Wow“ - und Nostalgiemomente empfand, komme ich einmal ganz kurz zum Unternehmen hinter der Playstation. Sony brachte den Walkman und die CD auf den Markt, und somit die Technik in der Gesellschaft ein stückweit voran. Die CD war der heilige Gral der Musikindustrie und Sony mitten im Zeitgeist der 90'er. Nintendo (das ist bereits ein altes Lied) hat diese Zukunftsvision - durch Sturheit würde ich fast schon behaupten – schlichtweg verpasst. Das war der Beginn der Playstation, ein Wort das hierzulande auch langweilige Beamte und Burotippsen kennen. Ich weiß noch wie meine älteste Schwester auf ihrem „ich will erwachsen werden“ - Trip war und mein Hobby belächelte. Letztendlich, als die PS2 schon längst draußen war, überließ ich ihr meine Playstation 1 und sie hatte . . . O Wunder! . . . unsagbar viel Spaß damit. Mit meinem Game Boy oder meinem alten SNES konnte sie nie etwas anfangen. Als sie jedoch Silent Hill für sich entdeckte, wurde sie ein Fan. Als sie dann Jahre später Geburtstag hatte legten meine andere Sis und ich zusammen und schenkten ihr eine PS2 zusammen mit Silent Hill 2. Ich habe sie noch niemals so sehr vor Freude weinen sehen!
Heute hat sie sich leider vom Spielehobby abgewandt und arbeitet sich derzeit bis an den Rand eines Burnouts. Sie hat kaum noch Zeit für sich, aber das ist ein anderes Thema.

 

 

Die Playstation hat auch in meinem Freundeskreis viele Menschen bewegt. Was ging Aerith's Tod in Final Fantasy VII doch wie ein Lauffeuer durch meine gesamte Clique! Ich konnte meinem Kumpel damals echt nicht glauben, als er mich anrief und sagte das Sephiroth Aerith getötet hat. Ich meine, ich war erst bei Costa del Sol als dieser Död mich am Telefon extrem spoilerte! Ich sagte ihm nur das er sich irren muss. Immerhin arbeitete ich gerade fleißig an Aerith' Limit Breaks. Sie konnte und durfte einfach nicht sterben! Doch ich hatte mich geirrt . . . Es gibt unzählige solcher Playstation- Momente. Sei es nun meine total dämliche Speicheraktion bei Tomb Raider II, wo ich genau bei ihrem Todessprung aus dem Fenster speicherte (und beim Laden immer wieder mit Lara's Todesschrei begrüßt wurde, kurz bevor sie mit ihrem Gesicht auf den venezianischen Boden knallte), oder mein nervenaufreibender Endkampf bei Heart of Darkness, wo ich zum ersten Mal überhaupt verstand, warum am Anfang bei den Spielen immer Epilepsiwarnungen ausgegeben wurden.

 

 

 

 

Die Playstation war für mich weitaus mehr als nur eine Spielekonsole. Es war schon damals - ja so könnte man es nennen - Lifestyle. Musikhören, spielen und in digitale Welten eintauchen. Mir ist bewusst, dass es Menschen gibt, die ähnlich bei Nintendo - Konsolen empfunden haben. Doch für mich hatten Nintendo - Konsolen immer etwas Kindliches an sich, lange bevor Nintendo offiziell als Kinderkonsole verschrien war. Dabei war das SNES meine erste Spielkonsole. Ein bedeutendes Wow - Erlebnis hatte ich jedoch immer nur bei der Playstation. Klar, Illusion of Time, NBA und das Crysis unter den N- Games Rise of the Robots haben mir sehr gefallen, doch ein Gefühl von Coolness hatte ich bei Nintendo nie. Das liegt wohl daran, weil ich einst mit dem PC anfing zu zocken. Das waren sozusagen meine ersten Schritte auf diesem Gebiet. Mein Vater, der inoffizielle Zwillingsbruder von Chuck Norris, war damals Operator in der Computerabteilung von Siemens und folglich ein Computernerd wie er im Buche steht. Das ich mich von seiner Begeisterung für Technik, Chips, Computergrafik und dergleichen mitreißen ließ, lag auf der Hand. Nachdem Siemens damals ausmistete und meinen Dad, zusammen mit vielen anderen Schicksalsbrüdern, entließ, ebbte seine Leidenschaft allmählich ab. Bei mir jedoch blieb sie bis heute bestehen. Nintendo war demzufolge immer ganz nett in meinen Augen, jedoch niemals mehr.

 

 

 

 

Das Kuriose an all dem ist jedoch, dass ich niemals ein Fanboy in dem Sinne war. Nicht zuletzt besaß ich in der PS2/Xbox/GameCube - Ära ohnehin alle gängigen Konsolen, inklusive mehrere Game Boy - Varianten. Das kam jedoch deswegen, weil ich endlich die Möglichkeiten hatte mir alles zu kaufen. Ungehindert zocken und auch das was ich zocken will . . . ein Traum! Die Xbox war eine nette Idee und bot eine sehr gute Grafik. Ich weiß noch wie ich damals ganz kurz davor stand mir Halo zu kaufen, aber ich entschied mich dennoch für Unreal Championship 2: The Liandri Conflict, weil ich die Unreal - Spiele schon vom PC her kannte. Mit Xbox und PS2 konnte ich ganz gut leben, nur der GameCube wirkte, vor allem mit dem Henkel und diesem komischen Controller schon wieder wie ein Spielzeug in meinen Augen. Vom Computer war und bin ich hochwertige Produkte gewöhnt und mit dem Cube in meiner ersten eigenen Wohnung fühlte ich mich ein wenig . . . unwohl. Das war aber auch damals - das muss ich zugeben - die Phase wo ich unbedingt erwachsen sein wollte. Zumindest sollte man mich endlich als einen erwachsenen Menschen ansehen. Da kam so eine auf Spielzeug getrimme Konsole ungelegen in meinen Augen.

 

 

Es war für mich auch eine sehr schwere Zeit. Durch private und familiäre Probleme begann ich meinen Halt zu verlieren und das Ritzen half mir ein wenig darüber hinweg. Heute trage ich tiefe Narben, die mich noch immer an diese Zeit erinnern. Doch viel lieber denke ich dabei unter anderem an Final Fantasy X und ICO, Kingdom Hearts, Shadow of the Colossus , Need for Speed: Underground 2, sowie Champions of Norrath. Eine schöne Zeit war es damals nur, weil es die Playstation 2 gab die mich vergessen ließ.

 

 

 

 

Beruflich gesehen war die PS3 - Zeit bei mir damals recht turbulent. Nicht nur das, so zerstörte Sony alles woran ich einst zu glauben schien. Sony wurde arrogant und verlor das Wichtigste aus den Augen: uns Zocker. Dieser Cell - Ship, ganz großkotzig gefertigt, war ein Hindernis für die 3rd - Studios. Aber das alles nicht genug, war der Zauber der Playstation plötzlich verpufft. Warum? Ich war wirklich erschüttert. Noch dazu überschwemmte eine Casualwelle den Markt, Dank Nintendos Innovationskonsole Wii. Die Spielelager waren gespalten, die X360 hatte einen leichten Imageschaden durch den ROD und Sony stand auf dem Abstellgleis. Zurecht! So saß ich dann mit der Wii - Mote vor meinem damals neu gekauften HD Fernseher und fragte mich was ich da tat. Klar, Super Mario Galaxy war das erste Mario - Spiel was mir wirklich Spaß gemacht hat und Mario Kart Wii mit dem Lenkrad der Hammer, aber ich kam mir nicht mehr wie ein echter Zocker vor. Was für eine verkehrte Welt . . . Es dauerte Jahre um mich mit der Situation abfinden zu können. Plötzlich war eine Kluft zwischen den Zockern entstanden. Es gab dann auf einmal die schnelllebigen Casual - und die echten Core - Gamer. Toll. Und gerade wo ich anfing nicht nur auf der X360 meinen Spaß zu haben, kam der Anonymous - Hack - Angriff auf Sony. Und was machte das arrogante Unternehmen? Sie schwiegen!

 

 

 

 

 

 

Die PS360Wii - Zeit war schon recht holprig und in meinen Augen auch über viele Jahre hinweg von Frust untermauert. Lustig war nur der Anfang mit der Wii, muss ich gestehen. Die Wii war etwas Neues, was wirklich jeder einfach ausprobieren musste und ich weiß noch genau, wie ich damals meine Schwester ärgerte.

 

„Wii heißt die neue Konsole von Nintendo.“
„Na wie denn?“
„Wii heißt die  neue Konsole von Nintendo.“
„Hör' auf mit dem Scheiß. Wie heißt sie denn?“
„Na Wii!!!“

 

Das war genauso genial wie bei Dude und Sweet von „Ey, Mann wo ist mein Auto.“ ^^
Die letzte Konsolenära ging mit einem Knall zu Ende und Sony erhob sich scheinbar wieder wie ein Phoenix aus der Asche. Währenddessen Microsoft schon begann die Xbox 360 zu vernachlässigen und die Wii schon lange in der Scheintotphase war, bäumte sich die PS3 noch einmal auf und präsentierte einen Spieleknaller nach dem anderen. Hatte Sony es wieder geschafft? Ich war noch skeptisch. Auf dem Handheldmarkt tat sich auch so einiges. Nintendo ließ sich immer von den Handhelds stützen und bei der großen Innovationswelle der Wii, surfte auch der totgeglaubte Game & Watch mit, woraus dann ein Nintendo Double Screen, kurz DS, wurde. Nintendo stand plötzlich wieder für Innovation und Fortschritt, und man pfefferte wirklich alles auf einmal raus. Sonys PSP lief dennoch gut und wurde durch Spiele wie Tales of Eternia oder Final Fantasy VII: Crisis Core eine solide JRPG- Mobile- Konsole.

 

 

 

 

 

Kommen wir in der Gegenwart an, so kann ich sagen das Nintendo all sein Pulver verschossen zu haben scheint. 3D ist eine nette Idee, nicht zuletzt Dank der Welle, welche James Cameron's Film „Avatar“ losgetreten hat. Doch auf dem kleinen Handheld des 3DS schien es anfangs eher ein Wackelbildglücksspiel zu sein, bis man einen ähnlichen Effekt wie im Kino erlebt. Die Innovation ging auf Kosten der Grafik, weshalb sich das Gerät anfangs schleppend und später nur aufgrund einer Spieleflut im Jahr 2013 besser verkaufte. Der 3DS ist jedoch noch weit vom Erfolg des DS entfernt. Die Lachnummer PS Vita, welche Sony ins Rennen schickte, nachdem der kurze Exkurs der PSP Go vom Sog der Zeit in die Vergessenheit katapultiert wurde, mausert sich allmählich zu einem soliden Handheld. Nicht zuletzt weil sie ein gutes Zusatzgerät zur vierten Playstation darstellt.

 

 

Aber mal langsam. Wir sind jetzt in der aktuellen Gen angekommen. Die Xbox hat mich schon mit dem Namen 360 verwundert und setzte mit One plötzlich noch eins drauf. Das Anfangskonzept failte, nicht zuletzt Dank des Widerstandes der Zockergemeinde und der unzähligen, gecancelten Vorbestellungen. So wurde aus einem Always On - Produkt eine Pseudo - All in One - Spielekonsole. Mal sehen wie weit Microsoft mit dem Teil und der komischen Kamera noch kommt. Vor allem in heute kritischen NSA - Zeiten, welche für die "Weltpolizei" USA wirklich ihre Finger in jedes noch so kleine Loch stecken. Die Wii U, also die Wii für dich . . . als wenn meine alte Wii für meinen Nachbarn gewesen wäre . . . wollte wieder innovativ sein, fällt derzeit jedoch mit Nintendos Ideenlosigkeit, der Halsstarrigkeit und diesem fehl entwickelten Tablet - Konzept gewaltig auf die Schnauze. Die PS Vita steht langsam immer besser da, und das in Zeiten von Smartphone und Tablets. Die Playstation 4 rettet sie, aber auch geniale Games wie Dragon's Crown, Gravity Rush oder eines der innovativsten Games der Geschichte Tearaway. NIS Amerika beschenkt auch hierzulande die Vita- Besitzer reichlich, so dass sie, ähnlich wie einst die PSP zu einer kleinen JRPG- Konsole avanciert.

 

 

 

 

Aber wenn ich mir jetzt nach all den Jahren die Playstation 4 so ansehe, dann muss ich sagen das es ihn wieder gibt. Diesen Zauber, den ich einst spürte als ich die Grey Lady einschaltete. Der Playstationzauber ist zurück, in dem Maße wie Sonys Arroganz gewichen ist. Ich habe noch keine Playstation 4 bekommen. Die Läden sind wirklich leer und die Preise ab 600 € aufwärts im Internet sind mir noch zu teuer. Aber sobald es sie wieder im Laden oder über Amazon gibt, werde ich definitiv zuschlagen. Es gibt in der Tat zu wenig Spiele beim Launch, doch das stört mich nicht. Ich sehe mir die Bilder und Videos an, welche die Playstationzocker geshared haben und ich bin sprachlos. Ich fühle mich wieder wie damals, als ich von der Grundschule nach Hause kam und die Playstation angeschaltet habe. Dieses Feeling ist zurück. Ein Feeling, welches nicht mal die PS2 so richtig erzeugen konnte. Es ist beinahe alles perfekt für mich, selbst die für viele störende Lightbar. Ich weiß noch das ich sowohl meine PS2, als auch meine PS3 immer mit einer Lightbar nachträglich aufgepimpt habe. Noch dazu liebe ich leuchtende Controller. Hinzu kommt die geniale Grafik der PS4, welche Fortschritt suggeriert. Sicher, ich komme ursprünglich aus der PC - Sparte und weiß das Welten zwischen den neuen Konsolen und den Spiele - PC's liegen, aber dennoch atmen selbst die PC'ler langsam auf, weil die neuen Konsolen die PC Games nicht mehr ausbremsen. Naja, alle bis auf die Wii U, doch diese ist ohnehin kaum noch relevant.

 

So werde ich wohl Dank Sony nach all den Jahren wieder zum Ursprung zurück finden und kein Multiplattformzocker mehr sein. Ich habe wieder alles, was ich zum glücklich sein benötige. Allen voran den längst verloren geglaubten Playstationzauber.


 

In diesem Sinne . . . seid Ihr wirklich verrückt, wenn Ihr Euch all das hier tatsächlich durchgelesen habt. ^^


 

 

 

Aviator

 

 

 

 

 


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Playstation Nostalgie Sony


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Mein letzter Blog ist schon ein Weilchen her und bald folgt auch wieder eine Kurzgeschichte. Diesmal werde ich versuchen euch das Gruseln zu lehren. Im Moment ist jedoch viel los und ich komme fast zu nichts mehr, weshalb auch die Blogs lange auf sich warten lassen. Doch jetzt hau ich einfach mal in die Tasten und überlege nicht lange. Ich behandle somit kein spezifisches Thema, sondern vielmehr etwas das mich schon ein Weilchen beschäftigt.

 

 

Das Zocken wird bei mir immer weniger, die Backlog hingegen immer größer. Hätte nie gedacht das ich auch mal so enden würde. Ich will noch so viel kaufen und zahlreiche liegengebliebene Games spielen. Doch Stress, meine nicht vorhandene Gesundheit und kleinere, sowie größere Problemchen verhindern das ich mich überhaupt fokussieren kann. Doch woran liegt das? Werde ich etwa älter? Ich frage deshalb, weil ich früher eine stressige Schulzeit hatte, meine Hausaufgaben sträflich behandelte, mich mit Freunden traf und dennoch Zeit fand in virtuelle Welten zu versinken.

 

 

 

 

Irgendwie war das früher alles lockerer. Oder war ich einfach nur lockerer? Ich hab mich auch durch kaum etwas ablenken lassen, wenn ich gespielt habe. Selbst komplexe Rollenspiele waren für mich kein Ding und heute schiebe ich so etwas wie Oddworld New 'n Tasty auf, obwohl ich schon so lange auf die Vita Version gewartet habe.

 

Vor einer Woche war ich bei meinen Eltern zu Besuch. Ich habe sie lange nicht mehr gesehen, doch zu meinem Schreck musste ich feststellen das sie sehr alt geworden sind. Mein Paps ist längst in Rente und meine Mom folgt Ende des Jahres. Sie sehen schon sehr alt aus und selbst die Hauskatze ist schon eine Seniorenmieze. Ich saß dann da, trank meinen Cappuccino der mir schwer im Magen lag, und sah mich um. Dabei begann ich mich an frühere Zeiten zu erinnern. Zeiten die nicht immer gut waren, keine Frage, aber dennoch wurde ich unweigerlich nostalgisch. Viele Dinge die schon lange her sind, kommen mir immer vor als wäre es erst gestern gewesen. Doch bei meinen Eltern zu sitzen und mit dem Alter (oder dem Älter werden) konfrontiert zu werden, hat mir sehr zu denken gegeben.

 

 

 

 

Ich begann noch in der gleichen Nacht mit einer schmerzhaften Selbstreflexion. Bin ich zufrieden und glücklich mit meinem Leben? Hm... irgendwie nicht wirklich. Ich lebe, ja. Das ist alles was ich sagen kann und alles darüber hinaus hat mich bisher auch nicht groß gekümmert. Habe ich immer die richtigen Entscheidungen getroffen? Definitiv nein. Ich habe sehr viele Fehler gemacht und ich bereue vieles. Würde ich dieses Leben gerne noch einmal leben wollen - ein Restart sozusagen? Ja. Ich würde es noch einmal versuchen wollen. Doch welche Rolle spielen die Games darin?
Unter vielen Erinnerungen auf die ich zurückblickte, mischten sich auch Erinnerungen an die Games die ich zu diesem Zeitpunkt gezockt habe. Meine Gameboy – Zeit als meine Familie noch jeden Sommer auf dem größten Grundstück eines Zeltplatzes in Brandenburg verbrachte. Die SNES – Zeit, in welcher meine älteste Schwester mit ihrem ersten Freund von zu Hause auszog. Die Playstation – Zeit, in welcher ich sozusagen als Gamer so richtig erwachte und mich auch als Nerd bezeichnen konnte. Oh, und lange davor war ja noch (kleiner Fratz wie ich war) die MS-DOS Games – Zeit als Paps den ersten Computer mit nach Hause brachte.
Paps... Früher sah er aus wie Chuck Norris, doch jetzt ist sein Haar dünn und ergraut. Er hat viele Falten, obwohl er noch immer so strahlend lächeln kann. Meine Mom hat viele körperliche und auch seelische Beschwerden. Das Alter macht mir irgendwie Angst.

 

 

 

 

Wenn es nach mir ginge, dann würde ich mit spätestens 50 sterben wollen. Früher wäre mir noch lieber, denn ich will nicht miterleben müssen wenn enge Familienmitglieder vor mir sterben. Und ich bin der Letzte, ergo Jüngste im Bunde und habe somit die A- Karte gezogen.
Eine lange Zeit habe ich vor vieles die Augen verschlossen und das Leben einfach nur gelebt. Doch reicht das aus, vor allem wenn man ab und an mit der bitteren Realität konfrontiert wird? Arbeiten, Ehefrau und die Hobbies waren stets mein Lebensmittelpunkt gewesen. Mein größtes Lebensziel hingegen ist irgendwann ein Buch herauszubringen. Aber auch das schiebe ich immer wieder vor mir her . . . und das schon seitdem ich 15 Jahre alt bin. Doch für das Schreiben habe ich streckenweise noch weniger Zeit (und kaum einen Kopf) als für das Zocken. Motiviert werde ich zum Glück von einem CW'ler namens Sawbones und vielleicht überwinde ich ja in dieser Hinsicht mal meinen inneren Schweinehund?

 

 

 

 

Ein befremdliches Gefühl habe ich dennoch bezüglich der Games. Verschwendete Lebenszeit wird es oft genannt. Und als ich von meinen Eltern wieder nach Hause fuhr, geisterten eben diese beiden Worte tatsächlich in meinem Kopf herum. Was bedeutet ein Gaming- oder Zockerleben wenn man eines Tags alt und grau ist? Worauf blickt man zurück? Auf Clouds Kampf gegen Sephiroth, Squall's Lächeln am Ende von Final Fantasy 8, Weebam-Na's Aufreger über das Rattenragout mit paniertem Hirschpenis, Marcus Fenix Coolness, die unterirdischen Tropeninseln mit den singenden Meerjungfrauen aus Champion's of Norrath, mein Endkampf (mein Erster überhaupt) in Heart of Darkness der meinen Herzschlag derart erhöhte das meine Brust schmerzte wie die Hölle, die sanfte Melodie der Feiyaner aus Space Rangers 2, meine 200 € die ich in Eden Eternal für Outfits, Ingame - Währung und Mounts investiert habe, meinen mutwillig im Wutanfall zerstörten Controller wegen Devil May Cry 3, die atemberaubende Halle mit den Sonnenstrahlen in Kameo, mein Haus in Knothole Glate, die Atmosphäre auf der Citadel, CTF in Unreal Tournament 2004, sowie (um das hier mal abzukürzen) meine Giga Games Abende und die Games Convention in Leipzig, auf welcher ich die Jungs alle live traf.

 

 

 

 

Nachdem ich das so aufgeschrieben habe und jetzt noch mal lese, empfinde ich nichts dergleichen als wirklich negativ. Irgendwie verspüre ich bei der ein oder anderen Erinnerung gar ein Kribbeln, weil es eine schöne Erinnerung ist. Dies bringt mich auf den Gedanken das es eigentlich nicht so schlecht sein kann sein Leben als Gamer zu verbringen. Irgendwie erlebt man ja, abseits vom RL, auch eine ganze Menge. Im Gespräch mit meiner Frau kommen auch schon mal Floskeln und Phrasen wie: „Weißt du noch als wir damals das und das gezockt haben?“


Ich denke nun das ich mit Stolz zurückblicken kann, sollte ich doch einmal alt und grau werden. Bleibt unterm Strich eben nur noch meine Angst vor dem Verlust. In der virtuellen Welt stirbt man oft und man wird auch oft mit dem Tod konfrontiert. Ganz aktuell und nicht minder schmerzvoll gerade in Story of Seasons. Der Tod gehört zum Leben dazu und schwer ist es letztendlich nur für die Hinterbliebenen. Doch die Erde dreht sich weiter und somit fließt die Zeit und nichts steht still. Vielleicht sollte man selbst auch nicht stehenbleiben, sondern nach vorn blicken? Ohne Angst, Zweifel und Bedenken.

 

 

 

 

 

Wenn ich das alles hier so schreibe und auch lese, wird mir einiges klar. Alles geht einmal zu Ende und man kann vergangene Zeiten und somit auch die Jugend nicht zurück haben. Das ist vorbei. Was wichtig ist, ist der Blick in die spannende Zukunft. Und bei all dem (was mir jetzt auch gerade bewusst wird) waren es die Spiele selbst die mich jung gehalten haben. Ich bin kein langweiliger 32 Jahre alter Mann, sondern ein verspielter Kerl, der manchmal auch ein wenig albern sein kann. Ich liebe ferne Welten und möchte gerne Abenteuer erleben. Klar, im RL erlebt man auch welche, doch wenn ich so an Griechenland (war damals auf Kreta, Korfu und Chalkidiki), sowie Ibiza, Hamburg, Österreich, der Harz usw. usf. zurückblicke, dann war ich zwar im Urlaub und auf Reisen, aber frei war ich nicht wirklich. Habe ich dort Abenteuer erlebt? Mitnichten.

 

 

 

 

In der virtuellen Welt jedoch war ich auf fernen Planeten, in den Mägen eines Wals, auf dem Mond, im All, unter Wasser, am Ende der Welt, inmitten einer bedrückenden Postapokalypse, im Mittelalter, in feucht-kalten Dungeons, in schnellen Autos, in Mega- Citys, Robostädten, habe einen Salzsee durchquert, Lava fließen sehen, mich mit Monstern und Übergegner angelegt, bin gesegelt, mit Jets geflogen, habe Krieg geführt, Städte aufgebaut, neue Technologien entdeckt und habe unzählige Dinge erlebt und Taten vollbracht, mit welche man ganze Bände füllen könnte. Natürlich alles in einer virtuellen Welt, welche jedoch manchmal so viel besser ist als die reale Welt mit ihren irrationalen Politikern, grausamen Straftraten, Tierquälereien und der ganzen Maßlosigkeit.

 

Ok, meine Backlog mag angewachsen sein, aber angesichts dieses Resümees, welches ich nicht allein nur um meinetwillen verfasst habe, werde ich jedes für mich interessante Spiel angehen und mir immer die Zeit zum Spielen nehmen. Was bedeutet es also ein Gamer zu sein? Das bedeutet ein erfülltes und aufregendes Leben gelebt zu haben. Und wenn meine Zeit gekommen ist, werde ich mit Freuden auf mein Leben zurückblicken.

 

 

 

In diesem Sinne   .  .  . wünsche ich Euch allen viel Spaß beim Zocken.

 

Avi

 

 

 

 

 


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Weil bisher alle meine Geschichten ein trauriges oder bedrückendes Ende fanden, gibt es diesmal eine Geschichte frei von Drama oder Tragik. Diesen Blog werde ich von ganzen Herzen den CW'ler zzz79 widmen. Diese Kurzgeschichte ist für dich, Bro. ^^

 

 


Das Alpha – Programm

 

 


- Prolog -

 


Dickflüssig wird die schäumende Gischt gegen die verrosteten Stahlmauern gespült. Das Wasser ist dreckig braun. Kein schöner Anblick, doch Isaac mag es hier oben auf den verrosteten Rohren am großen Wall zu sitzen und den Wellen zuzuschauen. Es gibt nicht mehr viel Wasser auf der Erde. Die Ozeane sind zu kleinen Seen geworden und tote Landmassen haben den Planeten eingenommen. Die Ozonschicht ist fast vollständig verschwunden und an manchen Tagen herrschen Temperaturen von weit über 40 Grad. Hier in der Gegend von Rostadt gibt es zwar keine Wüsten, dafür aber karges Felsgestein so weit das Auge reicht. Jenseits der Sennberge erheben sich Vulkane, deren Lava und heiße Luft für alle tödlich sind.
Die Welt geht zu Grunde denkt sich Isaac, währenddessen er auf das Wasser unter seinen Füßen schaut. Er hat die Beine angewinkelt und seine Arme um die Schienbeine geschlungen. Isaac hasst sein Leben, die Welt und die Tatsache das er überhaupt existiert.

 

 

 

 

 


- Rostadt -

 

 

Sein integrierter Wecker schrillt heute wieder eine Stunde später als geplant. Ein Defekt den Vaucanson unbedingt noch beheben muss, aber er findet dafür einfach keine Zeit. Die letzten Monate über drehten sich seine Gedanken nur um eine Sache: Das Alpha – Programm, eine von ihm entwickelte Möglichkeit der Energiegewinnung. Sonnenenergie war eine lange Zeit hinweg die ultimative Lösung gewesen, doch seitdem es immer wieder heftige Sommerstürme und schwarze Wolkenmassen gibt, welche die Sonne über Monate hinweg verdecken, wird es langsam brenzlig. Ohne Energie kann die Zivilisation nicht fortbestehen. Vaucanson hatte jedoch die rettende Idee als er eines Morgens aufstand und sich, genau wie heute, für die Arbeit fertig machte.
Jetzt sind schon vier Jahre vergangen und das Alpha – Programm befindet sich in der Endphase.

 

 

     Gehetzt eilt Vaucanson über die viel befahrende Straße, auf welcher die Vekrons, metallene Vehikel auf Schienen, mit hoher Geschwindigkeit an ihm vorbei zischen. Ein Blick über seine Schulter offenbart sein Heim. Er wohnt im 503. Stock des T - Turmes in Rostadt. In dieser Stadt leben10 Millionen Einwohner auf engstem Raum, aber die Luft ist frei von Schadstoffen. Man fährt elektrisch und lebt elektrisch. Fossile Brennstoffe sind in nahezu allen Bereichen überflüssig geworden. Aber dennoch gibt es unschöne Nebeneffekte des Großstadtlebens. Vaucanson eilt über den Bürgersteig und schaut kurz zu den Abflussrohren die sich in der Unterstadt befinden. Gallertartige Fäden tropfen von der Rohrdecke auf den Boden. Um diesen giftig grünen Schleim zu beseitigen tun kleine Säuberungsroboter ihr Bestes. Vaucanson kann sie nur bemitleiden, aber viel Zeit bleibt ihm nicht. Er ist in großer Eile, also rennt er die Straße entlang zu einem Bahnhof des CF- Elevators. Alle vier Minuten fährt dieser hinauf und hinab, um Arbeiter in die Ober – oder Unterstadt zu befördern. Vaucanson muss hinauf in sein Büro. Ein Treffen mit den Vorsitzenden der GeroTech steht an. Jenes Unternehmen, welches für sein Alpha – Programm zuständig ist.

 

 

 

 

 

 

 

Vor dem CF – Elevator hat sich eine kleine Menge versammelt, so dass er sich mühsam durch drängeln muss, um noch den nächsten Aufzug erreichen zu können. Dabei entdeckt er Capek, einen alten Freund und Arbeitskollegen. Als dieser ihn in der Menge erspäht, zwängt er sich an den Wartenden zu ihm durch.
„Vauc, alter Freund. Du wohnst in der Oberstadt. Warum wartest du hier mit uns unten am Bahnhof?“
„Die Zugangsstraßen in meinem Wohnturm sind wegen Wartungsarbeiten gesperrt.“
„Immer noch? Ich dachte der Schaden wurde nun endlich mal behoben.“ In Capek's Stimme klingt Unverständnis mit.
Vaucanson ist selbst genervt von dem Umstand jedes Mal in die Unterstadt zu müssen, aber was soll er machen? Zusammen warten sie nun auf den Aufzug, welcher sich gerade in Sichtweite bewegt.
„Wie geht es deiner Frau?“
Vaucanson hält kurz inne bevor er sagt: „Nicht so gut.“
„Ist Vomisa noch immer traurig wegen Isaac?“
„Er war unser Wunschkind und wir haben ihn uns selbst ausgesucht. Von uns beiden trägt er die signifikantesten Merkmale.“ Der Fahrstuhl erreicht mit einem lauten Zischen den Boden und öffnet seine einladenden Türen. Die Masse drängt hinein, wobei einige neugierige Köpfe zu Vaucanson und Capek wandern.
„Isaac distanziert sich jedoch von uns und er schwänzt die Schule. Tag um Tag sitzt er auf den verrosteten Rohren am Stadtrand.“
„Er ist ein Teenager. Wir waren alle mal so“, versucht ihn Capek zu beruhigen.
Auch Vaucanson hatte einst seine Existenz beklagt und alles und jeden verteufelt. Wenn er so darüber nachdenkt dann ist ihm Isaac sogar ähnlicher als er einst zu hoffen wagte.
„Du hast Recht“, gibt er schließlich zu.
„So gefällst du mir. Und Vomisa wird das auch noch irgendwann verstehen. Vielen Müttern ergeht es ähnlich. Vielleicht sollte sie eine Selbsthilfegruppe aufsuchen?“
„Ich werde mit ihr darüber sprechen.“
Der Fahrstuhl bringt die beiden Freunde in den Plazabereich des Technologiezentrums der Stadt. Hoch oben über der Unterstadt blickt Vaucanson nun auf das geschäftige Treiben der winzigen Figuren und Vekrons auf Schienen herab. Die Türme der Oberstadt sind mit gläsernen Rohren miteinander verbunden, auf welchen sich Straßen, kleinere Parkanlagen und Freizeitgeschäfte befinden. Vaucanson und Capek jedoch bleiben im Technologieturm, in welchen sich Capek jedoch umgehend von ihm verabschiedet. Sein Ziel ist Sektor 34/B, wo er zusammen mit Fließbandmaschinen an neuen Chips und Platinen für den Massenmarkt arbeitet. Vaucanson hofft darauf, als er ihn so hinterherschaut, das auch seine Technologie zur Energiegewinnung bald massentauglich sein wird.

 

 

 

 

 

 


- Energieproblem -

 

 

    Vaucanson starrt nachdenklich auf die Hologrammprojektionen an seinem Arbeitsplatz. Die mittlerweile hochstehende Sonne und die Stadt, eingetaucht in diesem beinahe schon friedlichen Licht, nimmt er kaum noch wahr. Die Konferenz verlief mehr als gut, denn es wurde dem Bau der ersten Alpha - Anlage zugestimmt. In zwei Stunden wird er sich mit dem Architekten treffen, doch bis dahin will er seine Berechnungen noch einmal überprüfen.
Er kennt die Formeln auswendig, aber dennoch liest er sie immer und immer wieder. Er will nicht versagen. Nein, er darf einfach nicht versagen. Im Notfall muss Energie her, um einen totalen Blackout zu vermeiden. Der letzte Blackout hat seinem Vater das Leben gekostet. Dieser Verlust schmerzt Vaucanson noch immer. Seine Mutter war mit ihm damals auf Reisen gewesen, deswegen hatten sie Glück. Aber sein Vater . . .


    Traurigkeit ist eine Emotion, die er niemals wirklich wird verstehen können. Warum trauert man, wenn man sich doch vielmehr auf das Wesentliche konzentrieren sollte? Und genau das versucht Vaucanson nun wieder. Die Formeln die er selbst entworfen hat bedeuten für seine Zivilisation nicht einfach nur Zahlen, Symbole und Zeichen. Nein, sie bedeuten eine gesicherte Existenz. Hätte er nicht diese Eingebung von den Hyperkomolotonen gehabt, welche ein statisches Energiefeld erzeugen, das in Zentrifugalkraft Nanotransmitter zur Spaltung von Flexibulstabilisatoren freisetzt, dann müssten sie auch heute noch Tausende oder gar Millionen Verluste miteinberechnen. Denn letztendlich sind es die gefürchteten schwarzen Stürme, welche über Monate hinweg die Fotovoltaikanlagen ad absurdum führen. Blackouts haben in vergangener Zeit schon ganze Siedlungen lahm gelegt. Das darf es einfach nicht mehr geben, denkt Vaucanson entschlossen und er wird wütend wenn er über die Verluste nachdenkt. Das ist so unnötig. Warum muss erst eine Existenz unerwartet oder gewaltsam beendet werden, damit man den Sinn des Lebens zu erkennen glaubt?
Vaucanson wird derzeit von einem Tohuwabohu an Emotionen heimgesucht. Angst, Trauer, Wut, Verzweiflung . . . Er empfindet allesamt als unnötig, doch waren es genau diese Emotionen die für ihn die Nächte zum Tag werden ließen, damit er das Alpha – Programm, die Lösung für all diese Probleme, entwickeln konnte.

 

 

 

 

 


- Die Ahnen -

 


„Herr Uncul'i!“ Vaucanson steigt über den felsigen Boden hinweg und streckt dem Architekten seine Hand entgegen.
„Nennen sie mich Hom.“ Der Architekt lächelt und zerdrückt mit seiner Kraft beinahe seine Hand. „Es ist gut das sie gleich vorbeigekommen sind, denn wir haben die ideale Baufläche für die Alpha – Anlage gefunden. Hier können wir den Boden mit Steinplatten ebnen und mit herausgelaserten Felsgesteinen die Wände und Türme hochziehen.“
„Sie verwenden Gestein? Warum denn kein Beton?“ Vaucanson ist sichtlich verwundert.
„Kommen sie mal mit.“ Hom stolpert unbeholfen an zwei wuchtigen Baumaschinen vorbei einen kleinen Felshang entlang. Vaucanson hat große Mühe ihm zu folgen. Der Weg ist mühsam bei dem ganzen Schotter. Zu mühsam für seinen Geschmack, doch schon bald weiß er welches Ziel Hom ansteuert. In einer Talsenke kann er sie sehen. Die Ruinenstadt einer vergangenen Zivilisation.
„Sehen sie was von Beton übrig bleibt?“ fragt Hom. „Nicht viel. Die Städte verrotten vor sich hin und die Natur, in diesem Fall karges Gestein und Schotter, erobert sich das Terrain zurück. Anders sieht es mit Stein aus.“
„Unsere Vorfahren waren primitiv, aber wenn ich mir diese gigantischen Städte so anschaue, kann ich mir kaum vorstellen wie sie dazu fähig sein konnten.“ Er blickt auf die Skelettruinen einer Stadt der Altvorderen herab. Ihre Städte waren groß und es gab auf der ganzen Welt eine globale Verkehrsverbindung und einen stetigen Handel mit Gütern. Aber dennoch waren sie einfältig, weil sie sich selbst vernichteten. Sie bauten Waffen, welche deren gesamte Zivilisation auslöschte und die Erde heute beinahe unbewohnbar gemacht hat.
    „Ich denke nicht das unsere Vorfahren wirklich so primitiv waren. Sie mögen vielleicht das Gleiche von ihren eigenen Vorfahren und Ahnen gedacht haben, aber ich glaube das sie es einfach nicht besser wussten“, meint Hom. „Sie haben uns diese schreckliche Welt hinterlassen, und das ist ihr einziger Fehler. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir ohne sie niemals existieren würden.“
„Ja, dass mag sein.“
    „Das mag nicht sein, dass ist so.“ Hom lacht. „Wir sind jedoch nicht so verblendet, anders als unsere Vorfahren als sie auf Stonehenge und die Pyramiden blickten, um das nicht anzuerkennen.“
Vaucanson hat sich noch nie intensiv mit der alten Zivilisation beschäftigt. Warum auch, umfasst sein Themengebiet doch vielmehr die Mathematik, Physik und die Sorge um die Zukunft. Sie müssen im Hier und Jetzt sehen wie sie mit den Schwierigkeiten umgehen und Probleme lösen. Sein Vater wollte das er diese Aufgaben übernimmt, deswegen sind Mathematik und Physik seine primären Fähigkeiten.
„Aber eine Sache ist dennoch interessant.“
„Welche?“ harkt Vaucanson müde nach.
    „Ihr Glaube.“ Hom's Blick hält ihn gefangen als er sagt: „Sie glaubten an einen Weltenerschaffer, an einen Messias, sowie an Wesen jenseits des festen Körpers. Viele Jahrtausende lebten sie mit diesen Vorstellungen und Traditionen.“
„Darin gibt es keine Logik.“
„Unsere Vorfahren lebten auch nicht allein durch die Logik, sondern mit ihren Gefühlen.“
„Das kenne ich“, gibt Vaucanson leise zu. Er weiß wie es ist, wenn Gefühle die Herrschaft über die logischen Gedanken übernehmen. Er hat das heute schon einmal erlebt und am liebsten wäre er dafür das Gefühle abgeschafft werden, so wie es die Partei der Analytiker fordert.
„Gefühle sind nützlich, auch wenn sie der Logik stets widersprechen, aber Gefühle erschaffen Kunst. Ich baue Objekte und beteilige mich somit auch an der kostbaren Kreativität. Die Alpha – Anlage wird nicht nur praktisch sein, sondern auch schön aussehen.“
    „Aber darum geht es nicht.“ Es geht um Energiegewinnung und das Überleben, denkt er grimmig.
„Doch darum sollte es gehen. Sieh dir dieses verrottete Gebäude da unten an. Es war einmal ein Krankenhaus, haben Archäologen bei ihrer Expedition letztes Jahr festgestellt. Das war sogar in den Nachrichten“, fügt Hom schnell hinzu. „Es wurde jedoch nicht nur praktisch errichtet, sondern in einer wunderschönen symmetrischen Form. Die Grundrisse kannst du noch deutlich erkennen.“
Vaucanson versucht vergeblich in dem Chaos der verrosteten Ruinenskelette unter seinen Füßen irgend eine Ordnung zu erkennen. Doch diese Gabe obliegt wohl nur Architekten, so glaubt er.
„Die Schönheit ist ein Teil dieser Welt. Oder zumindest war sie das mal. Lange bevor unsere Ahnen alles vernichtet und zerstört haben.“
    „Wenn sie die Schönheit liebten, warum waren sie dann so grausam und zerstörerisch?“
„Das sind Widersprüche, welche die Forscher auch heute noch zu enträtseln versuchen.“
„Wie dem auch sei, ich will nur das mit der Anlage alles klappt. Wenn die Apparate installiert werden und das Netz zu Rostadt, als erster Feldversuch überhaupt, verlegt wird und alles erfolgreich läuft, dann können wir diese Anlagen in andere Siedlungen und Städte expandieren.“
„Das wäre die Hoffnung und Rettung“, bestätigt Hom mit heiterer Stimme. „Aber dennoch gibt es auf der Welt noch andere Dinge die es zu bewahren gilt.“

 

 

 

 

 


- Golem Bar -

 


    Ein harter Arbeitstag liegt hinter ihm. Es wurde viel beschlossen und in die Wege geleitet. Vaucanson hat ein gutes Gefühl. Dieses trübt sich jedoch wieder als er an sein zu Hause, seine traurige Frau und seinen rebellischen Sohn zu denken beginnt. Mürrisch schaut er sich in der Bar um.
Es ist düster und einige Lichter flackern direkt über der Theke. Sie müssten einmal ausgetauscht werden, genau wie sein interner Wecker, den er vor den nächsten Morgen endlich einmal reparieren sollte. Doch man kommt einfach zu nichts mehr. Die Atmosphäre in der Bar gefällt ihm. Es dudelt leise Musik aus einer digitalen Box, Holoprojektoren zwischen den Tischen zeigen die neusten Nachrichten und die Kellner rollen eifrig von Tisch zu Tisch, um die Bestellungen aufzunehmen. Sie sind stets freundlich, aber für seinen Geschmack manchmal ein bisschen aufdringlich. Ihre Rechte sind beschränkt, aber dennoch gibt es bereits Verhandlungen ihnen mehr Freiraum und auch, was besonders kostbar ist heutzutage, mehr Persönlichkeit zu gewähren.
    „N'abend Vauc. Willst du wieder das Übliche?“ Der Barkeeper lehnt seinen wuchtigen Körper auf die kupferfarbene Theke, so dass sie bereits unter seinem Gewicht zu knarzen beginnt. Hinter dem Barkeeper türmen sich eiserne Fässer auf, welche Vaucanson allesamt in Augenschein nimmt.
„Ja, aber diesmal etwas dünnflüssiger heute.“
„Hast du wieder viel Stress, du alter Weltenretter?“ lacht er und dreht sich zu den Fässern um.
„Immer, Lem. Aber das wird sich bald legen, wenn mein Projekt gebaut wird.“
„Ist es diese unerschöpfliche Energie, von der du immer gesprochen hast?“ Lem dreht einen Hahn auf und kurz darauf fließt eine glänzend – schwarze Flüssigkeit in den Krug.
    „Du wirst dich noch wundern. Vor allem wenn du in der Zeit der Dunkelheit und Stürme mit Energie versorgt sein wirst, ohne das du gleich fluchtartig die Stadt verlassen und in Notcamps umsiedeln musst.“
„Das klingt für mich nach Utopie.“ Lem knallt ihm lauthals den Krug auf die Theke.
Vaucanson schaut kurz hinein. „Lange wirst du das Zeug nicht mehr verkaufen können.“
    „Das sind auch mitunter die letzten Reserven. Hab sie einem fahrenden Händler abgekauft. Der Typ hat echt Wucherpreise dafür verlangt, aber verübeln kann ich's ihm nicht.“
„Ja, weil ich dir dafür jetzt nun Wucherpreise bezahlen werde“, lacht Vaucanson.
„Du kannst es dir doch leisten.“
„Ja, meine Frau will schon lange das wir umziehen. Vielleicht in ein Haus?“
„Ich könnte niemals weg aus der Stadt.“
„Ich eigentlich auch nicht. Mir gefällt die Stadt, aber ich habe eine Familie.“
    Lem mustert ihn mit eingefrorener Miene. „Du bist zwar reich, hast eine beispiellose Intelligenz und noch dazu gerade unseren Arsch gerettet, aber tauschen möchte ich nicht gerne mit dir.“
„Wir haben alle unsere Lasten zu tragen.“ Vaucanson leert den Krug mit einem Zug, knallt ihn nun ebenfalls auf die Theke und fügt hinzu: „Man hat es eben nicht leicht . . . als Roboter.“

 

 

 

- Ende -


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Kurzgeschichten Sci-Fi


Dieser Blog ist unsichtbar!

 

 

Die Inspiration für diesen Final Fantasy 8 Blog lieferte mir der journalistisch hochbegabte CW User MeanMrMustard (Zum Blog: Senfs Gelaber über dies und das). Wenn man Zocker/Gamer aus Leidenschaft ist, dann hat man in seinem Besitz (oder in seinen Erinnerungen) natürlich die ein oder andere Spieleperle, an die man sehr gerne denkt. Oft jedoch sind bestimmte Spiele weitaus mehr als nur Spiele. Ich vergöttere zum Beispiel die Kunstwerke (und genau das sind sie) Tearaway, Ico und Shadow of the Colossus. Das waren so Erlebnisse, die ich einfach nicht vergessen kann. Aber jenseits all der Spiele, die mich fesselten, gibt es da dieses eine Spiel. Es hat meine Jugend geprägt und mir so viel gegeben.

 


Als Teenager las ich sehr gerne Games Magazine, und dies ist auch der Anfang meiner Geschichte rund um Final Fantasy 8. Ich kaufte mir regelmäßig die Bravo Screenfun am Kiosk. Darin wurde über unzählige Spiele für jedes erhältliche System berichtet. Natürlich gab es auch Poster von Final Fantasy 7 mit dem Protagonisten Cloud Strife. Ich kannte damals weder Final Fantasy 7, noch das Genre der Rollenspiele. Bisher spielte ich immer nur Rennspiele, Jump'n Run oder Actionspiele auf dem SNES, dem Game Boy oder meiner Playstation. Zur gleichen Zeit wie ich das Poster von Cloud anstarrte und überlegte wo ich es an meiner Wand hängen könnte, war meine heutige Frau die ich damals noch nicht kannte, mit ihrer Clique extrem im Final Fantasy 7 Hype. Ich fand zu dem Zeitpunkt nur Cloud irgendwie cool. Doch die Vorabberichte im Heft zum Nachfolger von Final Fantasy 7 machten mich weitaus neugieriger.

 

 

 

Quisties, Selphie, Rinoa, Squall, Cifer, Irvine, Xell

 

 


Ich fand das Wort „Garden“ witzig, vor allem weil es nichts weiter als Garten heißt. Und die „Seeds“ entlockten mir dann doch eher ein Schmunzeln, aber die Grafik und den Stil fand ich sehr ansprechend. Von Heft zu Heft steigerte sich meine Neugierde zur Vorfreude. Letzteres mag auch daran liegen, weil es bei den Leserbriefen ein Mädchen namens Denise gab, die total in Squall Leonhart verknallt war. So trudelten von anderen Lesern immer mehr Squall Fanbildchen in die Leserbriefsektion ein, einzig und allein nur für Denise. Das fand ich richtig cool.

 

Weihnachten 1999 war es dann endlich so weit. Es war ein Tag wie jeder andere, könnte man fast meinen. Draußen lag ein wenig Schnee und es war kalt, währenddessen drinnen unser hübsch geschmückter Weihnachtsbaum für eine gemütliche Stimmung sorgte. Es gab mal wieder langweilige Weihnachtsfilme im Fernsehen, sowie eine nervige Verwandschaft mit noch schlimmeren Essen. Ich habe Weihnachten als Teenager immer gehasst, und wenn ich ehrlich bin ist das heute nicht anders. Aber dieses eine Mal war es das bis dato beste Weihnachten in meinem Leben. Als ich das Spiel auspackte und das interessante Cover anschaute, war ich richtig glücklich. Ich wünsche mir nicht oft etwas. Eigentlich kommt das kaum vor, aber bei Final Fantasy 8 war meine Vorfreude derart astronomisch, dass ich es unbedingt haben musste.
Natürlich habe ich, kaum dass alle im Bett waren und ich im Wohnzimmer am großen Fernseher (das war ein Röhrenfernseher im Colani Design) meine Playstation angeschlossen habe, das Spiel sofort ausprobiert. Ich wurde umgehend von einer (für damalige Verhältnisse) atemberaubenden Introsequenz weggeblasen.

 

 


 

 


Nach dem Intro hatte mich das Spiel. Ich saß mit dem Controller in den Händen auf der Couch, neben mir noch der unordentliche Festtagstisch, und war wie gebannt. Bedächtig schien das Licht der Weihnachtslichterkette, reflektierte sich in den zahlreichen Kugeln und erhellte somit lange nach Mitternacht das Wohnzimmer. Irgendwo auf der Couchgarnitur schlief unsere Katze und ließ sich, genau wie ich, durch nichts stören. Mitten drin in einer magischen Sci- Fi Welt ging ich durch eine Schule, die so viel besser war als meine lumpige Gesamtschule damals. Ich lernte Squall kennen und musste dabei sehr lange an Denise denken. Alles was dann folgte, den ganzen Winter und das nächste Jahr über, will ich euch gerne erzählen, jedoch vollends bezogen auf dieses wunderschöne Spiel, welches mich auch heute noch einfach nicht loslässt.

 

 

 

Seed Abschlussball

 

 


Im Mittelpunkt von Final Fantasy 8 steht Squall Leonhart. Jüngere Semester dürften ihn aufgrund von Kingdom Hearts viel eher unter den Namen Leon kennen. Squall ist kein typischer Held. Er zieht sich eher von der Gesellschaft anderer zurück und denkt viel nach. Reden ist nicht seine Stärke und am liebsten hat er es, wenn man ihn in Ruhe lässt. Warum ist gerade so ein Typ der Held in einer Geschichte? Das hängt damit zusammen, weil er alle Kriterien für einen perfekten Protagonisten erfüllt. Wenn man gerne liest oder selbst schreibt, dann lernt man eine universelle Faustregel für eine perfekte Geschichte kennen. Nämlich folgende Definition: Eine Geschichte ist eine Schilderung von folgenschweren Ereignissen, an denen bemerkenswerte menschliche Figuren beteiligt sind, die sich infolge dieser Ereignisse verändern.
Squall verändert sich in der Tat, muss er doch lernen plötzlich für andere Verantwortung zu übernehmen, Mitgefühl zu zeigen und Menschen nah an sich herankommen zu lassen. Am Härtesten hat er jedoch mit der Liebe zu kämpfen, welche er durch die hübsche Rinoa erlebt. Sie erobert sein Herz, obwohl er nicht bereit dazu ist. Warum ist Squall aber so verschlossen?
Das hat einen Grund. Nachdem seine Mutter starb, kam er zusammen mit einem älteren Mädchen in ein Waisenhaus. Sie war wie eine Schwester für ihn, doch dieser Halt - sein einziger im Leben - ging verloren als sie das Waisenhaus verließ und er allein zurückblieb. Anstelle weiter zu weinen, beschloss er nun es alleine zu versuchen. Und fortan lebte er nur durch diese Stärke es ohne die Hilfe anderer im Leben zu schaffen. Bis . . . ja bis er Rinoa kennenlernte.

 

 

 

Final Fantasy 8 Wallpaper

 

 

Final Fantasy 8 ist, anders als die meisten Rollenspiele, eine Liebesgeschichte. Es geht darum wie Squall und Rinoa zueinander finden und wie Squall lernt das er auch wieder Vertrauen in andere Menschen fassen kann. Er ist nicht allein, etwas dass wiederum auch Rinoa für sich selbst lernen muss zu verstehen. Squall und Rinoa sind noch zusätzlich durch das Schicksal miteinander verbunden, denn beinahe wären ihre Mutter Julia und sein Vater Laguna ein Paar geworden. Julia hat diesen verrückten Kerl namens Laguna nie vergessen können und er half ihr auch sich zu öffnen und sich endlich zu trauen für das von ihr selbst geschriebene Klavierstück ein Lied einzusingen. Jenes Lied, ich meine natürlich „Eyes on me“, welches im Hintergrund läuft als Squall und Rinoa sich auf dem Raumschiff der Ragnarok im All näherkommen.

 

Die Wege von Laguna und Julia trennten sich durch den Krieg. Währenddessen Laguna mit seinen Kameraden Kiros und Ward um die halbe Welt in Kriegsgebiete geschickt wurde, heiratete Julia einen Oberst aus Deling City. Nach der Flucht von der mysteriösen Lunatic Pandora, in welcher fremde Soldaten aus einem bisher unbekannten Land ihr Unwesen trieben, landete Laguna schwer verletzt im idyllischen Dorf Winhill. Seine Freunde hatte er längst aus den Augen verloren, aber Raine, eine hübsche Frau aus dem Dorf, versorgte ihn liebevoll. Raine war eher ruhig und in sich gekehrt, anders als das aufgeweckte, kleine Mädchen namens Ellione, die im Krieg ihre Eltern verloren hatte. Laguna lebte sehr lange sehr glücklich bei Raine und Ellione im Dorf, bis ihn schließlich Kiros wiederfand und ihm unter anderen erzählte das Julia geheiratet hat.
Laguna heiratete daraufhin die überglückliche Raine. Aber dennoch zog es ihn wieder in die Welt hinaus, wo er nach dem Krieg dann als Reisejournalist für die Timber Maniacs schrieb. Raine verstarb während seiner Abwesenheit, weshalb ihr kleiner Sohn Squall, sowie auch Ellione in Edeas Waisenhaus kamen. Ein Ort, wo Squall auch das erste Mal auf seine späteren Freunde Quistis, Selphie, Xell, Irvine und Cifer traf. Natürlich wurde auch Julia von Oberst Carway schwanger und brachte das kleine Mädchen Rinoa zur Welt. Doch auch Julia starb, so dass Carway fortan alleine für seine Tochter sorgen musste.

 

 

 

 

Laguna, Raine, Ellione (erwachsen und klein), Julia, Kiros, Ward, Squall (unten rechts auch mit Rinoa, Quisties & Irvine)

 

 


Lagunas Spuren verlieren sich mit der Zeit, doch Squall findet später noch heraus das er eine bedeutende Rolle für die Rasse der Shumi's gespielt hat und später dann (wahrscheinlich als er erfuhr das Raine tot war) zum Präsidenten der Sci- Fi Stadt Esther wurde. Dort schließt sich auch der Kreis. Final Fantasy 8 hat als tragendes Element die Zeit im Fokus. Nicht umsonst ist auch die Endgegnerin Artemisia eine Magierin der Zeit. Und auch das Mädchen Ellione besitzt die Gabe Ereignisse in Raum und Zeit zu verknüpfen. Aus diesem Grund ist sie auch abgeführt worden und hat den kleinen Squall nicht einfach so im Waisenhaus alleine zurückgelassen.

 

Die Story von Final Fantasy 8 ist nicht leicht zu verstehen, wenn man sich nicht intensiv darauf einlässt. Dabei beginnt alles ganz normal auf einer Militärschule, wo man als Spieler Squalls Aufstieg und die Beförderung vom Kadett zum ausgebildeten Seed erlebt. Bald schon geraten Squall und seine Truppe zwischen die Fronten der Rebellen, sowie der Macht einer Hexe und ihrer Armee. Es droht Krieg, so dass sich auch die Militärschulen gegenseitig bekriegen und es zum Kampf Balamb Garden versus Galbadia Garden kommt. Rinoa beauftragt von ihren Gil Seeds, Söldner des Balamb Garden, für ihre Mission und sie merkt schon bald das nicht nur ihr die ganze Situation als Rebellin zu entgleiten droht. Squall findet sich unterdessen in der unfreiwilligen Rolle des Anführers und bald auch schon als oberster Seed und beinahe auch Leiter des Balamb Garden wieder. Doch nichts ist wie es scheint. Gut und Böse spielen keine Rolle, so dass es auch nicht verwunderlich ist, dass der knallharte Macho - Scharfschütze Irvine nicht die Kraft hat abzudrücken, wenn er die Gelegenheit dazu hat. Edea ist wie eine Mutter für ihn. In dem Moment weiß er es nicht mehr, aber sein Unterbewusstsein kennt die Wahrheit.

 

 

 

Die Garden: Balamb Garden (blau), Galbadia Garden (rot) und der zerstörte Trabia Garden in der Vicke Eisebene


 

 


Squall und seine Freunde haben vergessen das sie sich kennen und sie haben auch vergessen das sie die „böse“ Hexe Edea kennen. Diese Erkenntnis erlangen sie auf dem Sportplatz des vollkommen zerbombten Trabia Garden, den Heimatgarden von Selphie. Doch weswegen haben sie alles vergessen? Diese Frage ist eine perfekte Überleitung zum Kampfsystem, denn aufgrund der G.F. (Guardian Forces) leiden sie unter diesem Gedächtnisverlust. Immer dann wenn sie sich an diese Avatare koppeln, leidet ihr Gedächtnis. Die G.F. sind mächtige Beschwörungen, die es in nahezu jeden Final Fantasy Spiel gibt, doch in keinem anderen Spiel haben sie eine derartig gewichtige Bedeutung.
Die Story warnt den Spieler eigentlich schon das man keine G.F.'s benutzen sollte. Doch was heißt das? Das bedeutet das man G.F.'s nicht beschwören und sinnlos seine Zeit mit ihnen im Kampf verplempern sollte, denn spätestens die feindliche G.F. Griever wird dem Spieler deutlich machen, dass er so nicht weiter kommen wird. G.F.'s sollte man nur ihrer Abilitys wegen nutzen. „Karte“, „Kartenwandler“ und all die Zauberwandler sind besonders wichtig. Zauber sind insofern wichtig, weil die Statuswerte der Charaktere an sie gekoppelt sind. Aus diesem Grund sollte man auch Zauber nicht im Kampf einsetzen, weil die Werte sich dadurch zum Negativen verändern können. Ja wie soll man denn nun kämpfen, wenn man weder beschwören, noch zaubern sollte?
Ratsam ist es die Zauber an die Attacken (Element und Zustand) zu koppeln, so dass man beispielsweise mit dem Zustand „Tod“ den simplen „Angriff“ - Befehl auswählt, und ein dafür anfälliges Monster mit einem Instant Kill sofort tötet.

 

 

 

Alle G.F. (Guardian Forces) im Spiel

 


Mit Hilfe der G.F. Diabolus empfiehlt sich jedoch die Ability „Gegner 0“, damit man überhaupt keine Monsterbegegnungen mehr hat. Ok, man sollte also nicht zaubern, nicht beschwören, ja nicht einmal Kämpfen und somit Leveln und Grinden? Nein, denn das braucht man nicht unbedingt. Im Idealfall sollte man sich, und dadurch vor allem auch die Gegner, auf einem möglichst niedrigen Level halten. Dadurch werden Endkämpfe zu einem Kinderspiel.
Das Kampfsystem ist beinahe genauso kompliziert zu verstehen wie die Story, aber wenn man viel probiert, kann man auch viel herausfinden. Vor allem dürfte sich somit auch die Frage klären wie man denn nun koppeln soll, wenn man nicht einmal kämpfen und somit auch den Befehl „Draw“, bei welchen man Zauber von den Gegner klaut, nicht anwenden kann.

 

 

Das Triple Triad Spielbrett, Bildschirm beim CD Wechsel, Hauptbild in der Bildergalerie (Artemisias Schloss)

 

 


Das Geheimnis ist das Kartenspiel Triple Triad. Mit diesem Kartenspiel gelangt man an alle Zauber, auch alle Hochwertigen, die man zum Koppeln benötigt. Aber nicht nur das, kann man mit dem Umwandeln der Karten in Zauber und Items auch seine Waffen recht früh im Spiel auf die höchsten Stufen umbauen und somit für die härtesten Aura Fertigkeiten (Limit Breaks) sorgen, mit welche man alle Endkämpfe locker bewältigen kann.
Und bei diesen (einzig bedeutsamen) Kämpfen kann man auch ruhig mal „Draw“ anwenden, um von einigen Bossen wertvolle G.F.'s zu ziehen oder gar gleich apokalyptische Zauber, denn erst da lohnt sich dieser Befehl überhaupt erst.
Es gibt aber nicht nur diesen Kniff im vielseitigen Kampfsystem. Man kann natürlich auch Standard mit G.F. - Beschwörungen und alle Charas und G.F.'s auf Level 100 zocken. Es ist nur ein wenig schwieriger zu spielen in meinen Augen. Wichtig, und dass sollte man nie aus den Augen verlieren ganz gleich wie man sich entscheidet zu spielen, sind die Parameter der Charas. Also Stärke, Körper, Geist, Treffer etc. Diese sollte man alle maxen mit den richtigen Zaubern. Einer Party mit max. Parameter kann so leicht niemand etwas anhaben.

 

 

 

 

Einige Ortschaften von Final Fantasy 8

 

 

 

Final Fantasy 8 ist in vielerlei Hinsicht sehr komplex. Sei es nun die Story, das Kampfsystem oder all die kleinen, charmanten Dinge am Rande und die Liebe zum Detail. Eine fette und faule Katze in Timber, ein Transsexueller in der Kneipe von Dollet, ein UFO mit einem mysteriösen Alienwesen namens Koyo Koyo, welches man töten oder ein Elixier geben kann oder eben all die liebevoll ausgearbeiteten Randcharaktere und Partymember. Die eigenen Partymitglieder sind, ein jeder für sich, auch sehr vielschichtig. Sei es Quisties' unerfüllte Liebe zu Squall, Xells fataler Fehler, welcher viele Menschenleben kostet, Selphies Trauer über ihre verstorbenen Kameraden im Trabia Garden oder gar Irvines Schwäche bei einer äußerst wichtigen Mission. Für Auflockerung und Humor sorgen zum Glück die Nebencharas Fu-Jin und Rai-Jin, sowie Biggs und Wedge (zwei alt bekannte Namen alter Final Fantasy Spiele, sowie aus den Star Wars Klassikern) und Lagunas Freunde Kiros und Ward. Auch ungemütliche Gesellen wie Cifer sind nicht immer nur böse, denn Final Fantasy 8 entfernt sich sehr weit vom typischen schwarz/weiß Schema gängiger Rollenspielklischees. Noch dazu spielt es mit der Zeit und den Ereignissen, so dass selbst Dr. Who und Doc Brown neidisch werden könnten. Somit ist nämlich durch eine Paradoxonverknüpfung das Ende von Final Fantasy 8 auch gleichzeitig dessen Anfang, weshalb sich der Wiederspielwert darin begründet es schlichtweg noch mal spielen zu wollen.

 

 

 

o.l. Introsequenz Squall versus Cifer, ein wenig vom Kampfsystem, sowie ein nerviges und ein amüsantes QTE

 

 

Hat man das Spiel erst einmal durch und ist vielleicht von seinem Charme verzaubert, so öffnet sich ein Schwall an Fragen und Vermutungen, denn geklärt ist noch längst nicht alles. Warum hat Squall den Ring mit der Abbildung eines Löwen, der Griever heißt? Warum ist Artemisias G.F. eine Löwengestalt die ausgerechnet den Namen Griever trägt? Warum sehen sich Rinoa und Artemisia so ähnlich und haben als Symbolik die Federn? Ist Rinoa als unsterbliche Hexe gar selbst Artemisia, welche über all die Jahre durch die Benutzung der G.F. vergessen hat wer sie ist? Besitzt sie deswegen Griever, das einzige Überbleibsel von Squall, welcher ihr einst mit Xells Hilfe den Ring gab? Haben die Centra Ruinen etwas mit den Ceta aus Final Fantasy 7 zu tun? Warum ähneln sich die Karten beider Spiele so sehr und ist der große Krater im Norden, bei welchen man nicht mit den Garden rüberfliegen kann, eine Anspielung auf den Nord Krater aus Final Fantasy 7? Ist Squall durch die Ereignisse in der Zeitachse letztendlich gar selbst der Initiator der Garden und Seeds? Das sind alles spannende Fragen, die mich auch heute noch beschäftigen.

 

 

Squall Leonhart vor dem Grieveremblem

 

 

Ich habe mit dem Spiel so viel Zeit verbracht und bin gar Monate lang darin versunken. Auch heute noch spiele ich es ab und an auf meiner Vita. Die Musik, ob nun wunderschön und melodisch wie beim Großen Salzsee vor Esthar Stadt oder gar verrückt und irre wie bei der Konfrontation mit Norg, vergessen wird man den OST garantiert nicht so schnell. So werde ich bei sanften Gitarrenmelodien sehr oft an Balamb Stadt erinnert. Unvergessen und süchtig machend ist auch das Kartenspiel Triple Triad, bei welchen es so viele Kniffe gibt, wenn es darum geht ungeliebte Regeln loszuwerden, Karten zu bekommen, die CC Freaks herauszufordern und am Ende noch eine fette Überraschung zu erleben. Die Atmosphäre in der Übungshalle des Balamb Garden ist für mich Jurassic Park pur und wenn Kiros, Ward und Laguna durch das Feld in der Nähe von Deling City laufen, werde ich immer wieder an die Velociraptor Szene aus Jurassic Park 2 erinnert. Ob nun weite Wüsten, einsame Raketenbasen oder zauberhafte Orte, Final Fantasy 8 bietet in Sachen Locations so wahnsinnig viel Abwechslung, dass es niemals langweilig wird. Die zwei Zeitebenen, bei welchen man zwischen Squall und Laguna hin und her springt, empfinde ich zudem als große Bereicherung für das Rollenspiel. Edea ist, obwohl sie später durch andere abgelöst wird, am Anfang eine sehr gute Antagonistin. Neben meiner virtuellen Liebe zu Fang aus Final Fantasy 13 und Liara T'soni aus Mass Effect, findet natürlich auch Edea Kramer aus Final Fantasy 8 ihren festen Platz in meinem Fanherzen. ^^

 

 

Meine kleine Sammlung: FF8 Original, Platinum, Lösungsbuch und Downloadversion auf meiner Vita

 

 

 

Für alle, die dieses Spiel einmal probieren möchten, empfiehlt sich die Downloadversion aus dem PSN und für Retrofans gleich die 4'er CD Retail Version für die PSX, wenn es diese noch irgendwo günstig zu kaufen gibt. Vielleicht, aber dass will ich wirklich nicht hoffen, wird es ja irgendwann ein Remaster oder Remake geben? Aber Final Fantasy 8 ist in meinen Augen auch so sehr gut gealtert, so dass andere Spiele wie Final Fantasy 12 es weitaus nötiger hätten.

 

 

 

In diesem Sinne . . . habe ich jetzt irgendwie wieder derbe Lust drauf bekommen. ^^


 

Avi

 

 

 

 

 

 

 

 




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Als die Menschen ausstarben

 

 

 

6. . . . für Menschen unbewohnbar

 

 


       Bedacht scheint die silberfarbene Mondsichel auf das helle Gebäude. Die Sterne funkeln und eine Sternschnuppe zischt mit ihrem leuchtenden Schweif über das Firmament des Nachthimmels. Einen Augenaufschlag später ist sie bereits wieder erloschen. Die Nacht hier draußen ist sehr laut. Man hört eine Schlange zischen und selbst ein kleiner, schwarzer Skorpion ist nicht gerade leise als er im bereits abgekühlten Sand nach Nahrung zu suchen beginnt. Beinahe schon friedlich liegt das Gebäude mit den Glasfenstern hinter den Dünen auf einer felsigen Erhöhung. Zerbrochen, aber noch als solche erkennbar, liegen gigantische Satellitenschüsseln im grobkörnigen Sand vergraben. Ein Stacheldrahtzaun, welcher einst neugierige Besucher fernhalten sollte, ist schon seit vielen Jahren umgefallen und derart verrostet das man ihn kaum anfassen kann. Metallskelette von kleineren Fahrzeugen stehen hier überall herum und auf dem Dach des Gebäudes befinden sich noch intakte Fotovoltaik- Platten, sowie Antennen und weitere zerbrochene Sat- Schüsseln.
       Im Innern des Gebäudes wandert ein kleines Licht umher. Es stammt von Rodi, welcher sich aus vertrocknetem Geäst und Leinenfetzen eine Fackel gebastelt hat. Er führt nun, immer sorgsam das Licht in seiner gesunden Hand haltend, seine Freunde durch weiße und kahle Gänge. In einigen Räumen die vom Flurgang abzweigen können sie merkwürdige Gerätschaften ausmachen, deren Nutzen und Bedeutung ihnen vollkommen fremd sind. Das Gebäude an sich ist noch relativ gut erhalten, stellt Miko verwundert fest. Dennoch sind einige Scheiben der verglasten Fassade zersprungen oder fehlen komplett. Die Räumlichkeiten im Innern jedoch sind in einem guten Zustand und nicht so leer und ausgehöhlt wie die Skelettruinen in den großen Betonstädten. In den Räumen befinden Tische, auf welche merkwürdige Apparaturen platziert sind, sowie große Schränke mit Schaltern, Kabel und vielen Knöpfen. In einem anderen Raum sieht er eine große Apparatur isoliert hinter einer Glaswand stehen. Als Miko das so betrachtet, beginnt er sich zu fragen warum ein einziger Raum nur für diese Apparatur gebaut worden ist. Er fühlt sich bei diesem Anblick ein wenig an das Kinderzimmer (und Miko vermutet immer noch das es mal ein solches war) erinnert. In einigen Schränken sieht er nun weiße, jedoch recht verstaubte Kleidungsstücke hängen. Überhaupt scheint hier alles weiß zu.
       „Ein . . . merkwürdiger . . . Ort“, keucht Fynn erschöpft.
„Hier kann man auf jeden Fall prima Unterschlupf finden.“ Rodi mustert Fynn besorgt.
„Ich weiß nicht. Dieser Ort ist mir irgendwie unheimlich.“ Ysa schaut sich nervös um.
Mikos Ohr zuckt plötzlich als er einen schrillen Klang vernimmt. Er fährt herum und hört nicht nur ein leises Rascheln jenseits der Schränke, er kann die kleinen Mäuse auch kurz erkennen. Mäuse hat er in seinem Leben nicht oft gesehen, aber er weiß das sie ungefährlich sind. Sie sind ja auch sehr klein und besitzen nicht so einen Riesenwuchs wie die Dunkelratten. Miko findet sie manchmal sogar recht niedlich. Er muss plötzlich über seine eigenen Gedanken schmunzeln. Doch seine gute Laune vergeht sofort wieder als er Fynn's Zustand bemerkt.
Fynn ist schwach. Sehr schwach und auch recht ausgemergelt im Gesicht. Selbst im gelbfarbenen Schein der Fackel wirkt Fynn's Gesicht aschfahl. Seine tiefen Augenringe, dass mühsame Japsen nach Luft und auch die Tatsache das er sich kaum noch auf den Beinen halten kann, machen Miko Angst. Dabei ist es ihm gestern doch noch so gut gegangen, denkt er traurig.

 

 

 

 

 


        „Da vorne könnten wir endlich Glück haben.“ Rodi deutet auf eine halboffene Tür am Ende des Ganges, kurz bevor der Flur einen Knick macht und tiefer in das Gebäude hinein führt. Ein langer Stab, um welchen sich zwei Schlangen wickeln, hängt als Symbol neben der Tür. Die Menschen damals müssen wohl Schlangen sehr gemocht haben, vermutet Miko. Er weiß jedoch, genau wie Rodi, dass man mit etwas Glück in der Nähe solcher Zeichen sehr oft Verbandszeug finden kann. Rodi hat wohl von Anfang an, kaum das sie das Gebäude betreten haben, wegen Fynn nach einem solchen Ort gesucht.
        Vorsichtig drückt Ysa die Tür nach hinten und gibt somit den Blick auf viele verstaubte Bettlager frei, die recht bequem aussehen. „Das Schlangenzeichen, die Lager . . . Das hier war einmal eine Krankenstation“, stellt Ysa aufgeregt fest.
      Fynn lässt sich schwer atmend auf eines dieser Lager nieder und berührt seinen Brustkorb. Sein Gesicht ist derart verkrampft, dass Miko seinen leidvollen Anblick kaum ertragen kann.
„Fynn. . . .“ In Rodi’s Augen spiegelt sich eine tiefe Trauer wieder.
„Alles . . . in . . . Ordnung“, keucht er erschöpft. „Es . . . ist nur wieder ein Schwächeanfall.“ Mühsam hebt er seinen Kopf, um Rodi ein Lächeln zu schenken, welches ihn sehr viel Kraft kostet.
Ysa legt ihr Bündel ab, hockt sich auf den Boden daneben und beginnt darin nervös nach ihrer Wasserflasche zu suchen. Sie wird schnell fündig, aber die Flasche ist nur noch bis zur Hälfte gefüllt. Die Sorge um neues Wasser haben sie bisher gut zu verdrängen gewusst, und auch jetzt in diesem Moment versucht Miko nicht daran zu denken.
      „Hier.“
Miko nimmt Rodi schnell die Fackel ab, damit er Ysa's Wasservorrat entgegen nehmen kann. Rodi hat im Moment jedoch keinen Kopf für Höflichkeiten. Er ignoriert sowohl Ysa als auch Miko als er sich um Fynn zu kümmern beginnt. Er hockt sich vor das Bettlager und setzt die Flasche an Fynn's Mund. „Hier, trink! Aber nur ganz langsam und in kleinen Schlücken.“
        Fynn trinkt gehorsam, aber auch diese Aktion fällt ihm sichtlich schwer.
„Mach . . . dir . . . keine Sorgen um mich.“ Fynn schaut auf und legt ganz sanft eine Hand auf sein Knie, um Rodi mit dieser Geste ein wenig Trost zu spenden. Rodi's Blick jedoch bleibt besorgt und Miko glaubt im Schein der Fackel gar Tränen in seinen Augen erkennen zu können.
„Er sollte vielleicht etwas schlafen“, schlägt Ysa vor.
„Das ist eine gute Idee. Ich bleibe bei ihm. Ihr könnt euch hier noch etwas umsehen. Vielleicht findet ihr etwas Nützliches für Fynn?“
„Sollen wir euch die Fackel hier lassen?“

 

 

 

 

 

 


        Rodi schüttelt den Kopf und deutet kurz auf das Fenster. Erst jetzt bemerkt Miko das man die Sterne und den Mond sehen kann. Es ist jedoch der Schein der Fackel, welcher alles überstrahlt.
Ysa nickt und entfernt sich zusammen mit Miko. Sie wissen beide das Rodi mit Fynn alleine sein möchte. Fynn braucht jemanden (jetzt mehr als jemals zuvor) der an seiner Seite ist. Miko bricht seine weiteren, recht traurig werdenden Gedanken ab und versucht sich stattdessen auf das Gebäude zu konzentrieren.
Es ist von innen größer als von außen, so kommt es Miko so langsam vor. Die Gänge sind schmal und sehr verwirrend. Als Mikos Fackel zersplitterte Fotorahmen beleuchtet, bleibt er kurz stehen. Neben den leeren Rahmen hängen Metallplatten mit merkwürdigen Schriftzeichen. Miko kann nicht lesen, Ysa hingegen schon. Sie tritt an seine Seite und versucht im flackernden Schein etwas zu erkennen.
        „Das ist die Sprache einer längst ausgestorbenen Zivilisation“, sagt sie. „Ich kann sie leider nicht entziffern.“
Währenddessen Miko weiter die Umgebung erkundet, erzählt Ysa etwas über die alte Zivilisation. Zumindest das was sie noch weiß und in Erfahrung bringen konnte. Es gab einmal recht viele Menschen und sie lebten auf der ganzen Welt zusammen. Es gab keine Territorien oder Nomaden. Sie wurden scheinbar sehr alt, denn es muss sehr lange gedauert haben so riesige Häuser zu bauen. Ysa's Geplauder hilft Miko beinahe die Sorge um Fynn zu vergessen. Aber nicht nur um Fynn, denn der schwindende Wasservorrat bereitet ihm schon lange ein großes Unbehagen. Woher sollen sie Wasser nehmen, wenn alle Flaschen leer und der letzte Tropfen getrunken ist? Kaum zu Ende gedacht, läuft er beinahe in eine massive Tür hinein. Er hält inne, bekommt jedoch einen unschönen Hackentritt von Ysa.
       „Tut mir leid.“
Mit Blick über seine Schulter fällt ihm auf das er gar nicht mitbekommen hat das sie nun hinter ihm läuft. Die massive Stahltür jedoch macht ihn irgendwie neugierig. Sie ist beinahe bedrohlich und die vielen Hebel und Gewinde davor erscheinen ihm so, als wollen sie ihn warnen die Tür nicht zu öffnen. Würde Miko doch nur auf sein Gefühl achten . . .
Seine Neugierde siegt, doch Ysa ist schneller.
       „Was ist das für ein Raum?“ fragt sie und dreht an den Windungen, zieht die Hebel zurück und öffnet somit mühsam die Tür. Miko muss ein wenig nachhelfen, doch ganz bekommen sie dieses schwere Ding nicht auf. Der Spalt jedoch genügt, damit sie beide hindurch huschen können.
        Der Fackelschein beleuchtet einen verwüsteten Raum, in welchen allerlei Gerümpel herum liegt. Es scheint beinahe so als wäre hier in großer Eile alles fluchtartig verlassen worden. Tische und Stühle sind umgeworfen. Sie rosten vor sich hin, währenddessen an den Wänden schon die weiße Farbe, mitsamt der Tapete abperlt. Dahinter verbirgt sich nackter Beton. Ein alt bekanntes Bild für Miko. Er beginnt sich nun zu fragen ob es in den Flurgängen auch schon so gewesen ist. Doch gigantische, schwarze Glasflächen an den Wänden unterbrechen seine Gedankengänge. Sie sind sehr matt und anders als Glas spiegelt sich nichts in ihnen. Miko hat in den letzten verbliebenen Müllbergen jenseits seiner alten Stadt schon oft solche schwarzen und gebogenen Flächen gesehen, in denen sich kaum etwas widerspiegelt. Verstanden hat er deren Sinn jedoch nicht.

 

 

 

 

 

 


          Es liegen hier überall Gerätschaften herum, sowie Papier, Kabel, lauter kleine Sticks und runde, bunt glänzende Scheiben. Mit der Fackel in der Hand geht Miko zu einer auffallenden Platte an der Wand. Er hat sie schon oft in der Stadt gesehen und manchmal (aber sehr sehr selten, so dass er es nur einmal beobachten konnte) gehen verschlossene Türen damit auf, wenn man die Hand darauf legt. Miko versucht sein Glück, doch es geschieht nichts.
       „Versuch es doch mal mit Fynn's Methode“, schmunzelt sie.
Miko versteht nicht, doch plötzlich beginnt er sich daran zu erinnern wie Fynn vor einiger Zeit mit seiner Faust auf die Panzerarmatur gehämmert hat. Miko tut es ihm gleich und kurz darauf beginnt sich nun der Raum derart hell zu erleuchten, dass Mikos Augen anfangen zu tränen. Nicht alle Lichtquellen sind angesprungen, aber Miko wird nun bewusst das seine Fackel nun unbrauchbar geworden ist. Er klemmt sie zwischen zwei Apparaturen auf einem Tisch, überprüft kurz ob sie hält und wendet sich dann suchend zu Ysa um.
      Diese starrt fasziniert auf die Monitore. Ein seltsames Logo, deren Bedeutung Miko nicht versteht, ist nun beinahe auf allen Wänden zu sehen. Die matt - schwarzen Glasscheiben sind lebendig, ähnlich der Armatur im Panzer.
Ysa ist sehr aufgeregt als sie all das sieht. „In dem Gefährt letztens gab es auch so ähnliche Dinger.“ Sie berührt neugierig einen der großen Bildschirme und urplötzlich verändert sich das Bild. Miko eilt zu ihr und stellt sich an ihre Seite. Was ist das nur, fragt er sich nervös.
      Mehrere Symbole erscheinen auf der Glasfläche. Symbole mit denen sie nichts anfangen können, doch Ysa drückt einfach auf das Symbol unten links – das Einzige das sie aufgrund ihrer Körpergröße erreichen kann.
Das Bild verändert sich wieder und ein Mann ist plötzlich überall zu sehen. Miko und Ysa können kaum mehr atmen als sie in sein Antlitz blicken. Er hat keinerlei Missbildungen und seine Haut ist so rein. Ein Stoppelbart ziert Mund und Kinn und zwei große, blaue Augen hinter kleinen Glasscheiben, schauen sie freundlich an. Sein Kopf ist voll mit glänzenden, fülligen Haaren. Er hat unsagbar kräftige Arme und einen ungewöhnlichen, dicken Bauch. Miko ist jedoch von seinen hellen Zähnen fasziniert. Sie leuchten beinahe so weiß wie das Gebäude selbst . . . Das muss ein fremdes, vielleicht sogar auch ein höheres Wesen sein, denkt sich Miko ehrfürchtig. Ein Mensch kann niemals so aussehen. Niemals! Und dennoch ist es einer. Mit offenen Mündern starren sie auf diese seltsame Erscheinung, welche nun pausenlos und mit einer tiefen Stimme zu erzählen beginnt. Es sind jedoch Worte, die Miko und Ysa nicht verstehen.
      Hinter diesem faszinierenden Wesen . . . hinter dem Mensch, korrigiert Miko schnell seine Gedanken, erscheint auf einmal ein blauer Ball mit vielen weißen Wolken drauf. Fremde Schriftzeichen erscheinen pausenlos. „Die Sprache der alten Zivilisation“, flüstert Ysa. „Sie ist schwer zu lesen, weil es keine Bildzeichen sind.“

 

 

 

 

 


        Miko kann sich kaum auf ihre Worte konzentrieren, denn all das was auf den Wänden vor ihnen erscheint, läuft so wahnsinnig schnell ab. Der komische Mann sieht auf einmal besorgt aus und er zeigt mit einem Stock auf den Ball.
Plötzlich verschwindet der Mann, zusammen mit dem blauen Ball, urplötzlich. Ein Mann in einem weißen Kittel erscheint stattdessen und deutet auf eine Ansammlung kleiner Kügelchen in einem Haufen. Als ein kleines Kügelchen auf den Kugelhaufen zu rast, trennt sich die bunte Kugelsammlung geschlossen und viele kleine Kügelchen lösen sich davon. Kurz darauf wird es blendend hell. Unzählige Kugelgruppen schwirren durch die Gegend mit kleinen, grellen Feuerstrahlen. Miko versteht nicht was dort alles geschieht, doch kurz darauf kann er auf der Glaswand eine riesige Wolke sehen. Diese Wolke ist nicht minder unheimlich wie die Wolke mit dem sauren Regen draußen jenseits der Dünenwüste. Wie mehrere Hüte stapeln sich die Wolken übereinander, ehe ein langer Stiel und ein großer und sehr mächtiger Wolkenhut sich in den Himmel erhebt. Unter dieser furchterregenden Erscheinung brodelt alles, die Erde erbebt, ein Feuer steigt auf und plötzlich wird es blendend hell. Miko und Ysa kneifen sofort ihre Augen zu.
     Als er sie wieder öffnet, sieht er entsetzt mit an wie alles in der Umgebung dieser Detonation zu Asche zerfällt. Es wird weiß in dieser einst roten Wüstenlandschaft. Kurz darauf erblickt Miko etwas Vertrautes, welches sein Herz schneller schlagen lässt. Er blickt auf ein zerstörtes und verseuchtes Gebiet. Sand wird zu Glas, die Häuser sind nur noch Trümmer und alles ist voll von Staub und einer gefährlichen Luft, welche man nicht atmen darf. Ysa und Miko schauen sich entsetzt an. Doch es geht noch weiter. Sie sehen Gebäude, welche viele zisternenartige Bauten besitzen, aus denen grauer Rauch empor steigt. Miko weiß im Moment nicht was faszinierender ist. Das bedrohliche Gebäude mit den rauchenden Hälsen oder diese üppige Landschaft mit den grünen Berghängen, den Blumen und den Bäumen – alles Dinge, die er noch nie zuvor gesehen hat. Miko schnüffelt und stellt sich beinahe schon deren wundervolle Düfte vor. Friedliche Kreaturen fliegen über das Grün, sowie über das bedrohlich qualmende Gebäude mit den vielen Türmen hinweg. Am Himmel ziehen weiße Wolken entlang und das einzig Unschöne an diesen Aufnahmen sind die finsteren Rauchsäulen.

 

 

 

 

 

 


       Mikos Atem stockt bei all den Eindrücken, die so plötzlich auf ihn einbrechen. Gibt es auf dieser Welt tatsächlich einen Ort der so schön und so lebendig ist, fragt er sich aufgeregt. Mit Blick auf Ysa wird ihm bewusst, dass sie das Gleiche denken muss. Kurz darauf sieht er eine lebendige Stadt mit hohen Häusern, die bei Nacht taghell erleuchtet sind. Alles ist beleuchtet, auch die Wege und unzählige Fahrzeuge, welche Miko bisher nur als ausgebrannte Wracks kannte. Diesmal jedoch fahren sie emsig durch die Gegend. Mikos Mund steht weit offen als er die einstige Behausung von Fynn und Rodi in vielfacher Ausführung durch die Lüfte fliegen sieht.
     In der Stadt ist viel los und es ist laut. So viele Menschen hat Miko noch nie gesehen. Es grenzt beinahe an ein Wunder das sie sich nicht alle über den Haufen rennen, staunt Miko. Doch stattdessen laufen sie in Reih' und Glied ganz brav auf ihren unsichtbaren, jedoch scheinbar vorgefertigten Wegen. Diese Menschen sind gesund und sie essen. Überall wo sie sich gerade befinden essen sie irgend etwas. An nahezu jeder Ecke der Stadt gibt es einen Ort, wo die Menschen Nahrung zu sich nehmen können. Auch Wasser ist in großen Mengen vorhanden. Woher stammt all das ganze Essen, fragt sich Miko fassungslos. Zusammen mit Ysa, die nun Tränen in den Augen hat, sieht er die Antwort: Massen von Tieren werden zusammengepfercht, geschlagen und zum Töten abtransportiert. Hübsche Tiere mit großen Augen, interessantem Fell oder gar Federn werden eng zusammengedrängt und gefüttert, um dann irgendwann getötet zu werden. Die Menschen hingegen lachen vergnügt, trinken und essen viel. Manch einer wirft sogar etwas davon weg!
     Entsetzt starrt Miko auf eine Stadt, in welcher Menschen in Fahrzeuge steigen und durch die Straßen fahren, sich unterhalten oder streiten und sich mit etwas bewerfen. In dieser Masse gibt es große und kleine Menschen, dicke sogar und auch dünne. Ja, sogar Menschen die gebeugt laufen, sich auf rollende Wagen stützen und Falten haben. Sie müssen unvorstellbar alt sein, schlussfolgert Miko. Er wird verbittert, wenn er all das sieht. Überall sind Menschen und sie essen und machen komische Sachen, die Miko nicht versteht. Ysa weint leise.

„Wenn das der perfekte Ort zum Leben ist, will ich ihn gar nicht finden“, schluchzt sie. Miko nimmt ihre Hand und drückt sie ganz sanft.
    Das Bild schwenkt um und zeigt die Stadt von oben. Nach einem gewaltigen Zoom aus dem Bild folgen ebenso große, besiedelte Landstriche mit grünen Einsprenkelungen und dann kommt das Wasser. Soviel Wasser hat Miko noch nie zuvor gesehen! Die Landstriche wirken nun im Vergleich zum Wasser sehr klein. Plötzlich wird alles winzig und dann erscheinen Wolken und kurz darauf kommt der blaue Ball wieder. Auf ihn sind noch immer diese großen, grünen Flächen und das viele Wasser zu erkennen.

   Der stoppelbärtige Mann mit den Gläsern auf der Nase (keine Seltenheit wie Miko eben in dieser schrecklichen Welt gesehen hat) erscheint wieder und er deutet mit seinem Stock auf das Bild einer überladenen Stadt und wenige Augenblicke später wieder auf den Ball, welcher von einem großen, leuchtenden Feuerball erhellt wird. Miko kommt schnell darauf das die Sonne gemeint ist, die er tagtäglich fürchtet. Um den blauen Ball herum flimmert hauchdünn eine Schicht, an welcher die Sonnenstrahlen abprallen, doch an einem Ort hat diese Schicht eine Öffnung und die altbekannten Strahlen der Sonne dringen ungehindert durch und verbrennen den Grund und Boden darunter. Miko kennt dieses Bild aus der Wüste, welche seine alte Stadt umschließt. Ist dort etwa auch so ein Loch am Himmel, fragt sich Miko entsetzt. Kurz darauf sehen sie komisches weißes Zeug im Wasser, dass durch die Sonnenstrahlung schmilzt und zerfließt. Große Tiere mit einem dicken, weißen Fell und schwarzen Knopfaugen finden darauf keinen Halt mehr.

 

 

 

 


      Ein Schild mit einem gelben Blitz erscheint. Ein Zeichen, dass Miko schon oft in der Stadt gesehen hat. Danach sehen sie gigantische Räder, vom Wind angetrieben. Ebensolche drehen sich auch unter Wasser, in diesem kostbaren Nass. Kurz darauf erscheinen schwere Maschinen, die mit einem gewaltigen Lärm schwarze Steine anheben.
     Der Mann blickt wieder besorgt und deutet auf den Weltenball. Auf diesen brechen plötzlich schreckliche Stürme aus, Wasser überschwemmt ganze Landstriche und grüne Wälder trocknen aus. Ein heftiger Krieg um Ressourcen beginnt und Panzer überrollen Städte. Bemannte und unbemannte Flugzeuge schwirren umher, zerbomben alles – auch die Gebäude mit den rauchenden Zisternen. Menschen kommen in gigantischen Explosionen um, einige von ihnen werden einfach so zerfetzt und fortgerissen. Zurück bleibt oft eine karge Landschaft in welcher alles Leben erlischt, welches sich länger dort aufhält. Die grünen Landstriche verdorren, Seen und Flüsse trocknen nun gänzlich aus und das Loch im Himmel wird immer größer. Es wird heißer und an manchen Orten befindet sich nur noch Staub in der Luft. Großflächige Wüsten entstehen und nach und nach verwandelt sich das Bild zu dem, was sie heute kennen und mit einem Blick aus dem Fenster sehen können.
     Fassungslos und Entsetzt starren Miko und Ysa auf die bildgewaltige Glasscheibe an der Wand. Doch der Weltenball wird wieder blau und schön. Dennoch blickt sie der Mann hinter seinen Augengläsern traurig an und sagt etwas, was sie nicht verstehen können. Ganz gleich was es auch ist, aber für Miko klingt es nach einer Warnung. Kurz darauf ist alles wieder still und die vielen Symbole kehren zurück.
    Ysa schweigt betroffen und noch immer hat sie Tränen in den Augen. Die Menschen haben es wohl schon lange vorher gewusst was geschehen wird und sie haben es ignoriert, denkt Miko fassungslos. Alles was sie getan haben hat es nur noch weiter verschlimmert. Die Menschen jedoch lachten nur und gingen ihren täglichen Vergnügungen nach. Das Resultat ist nun eine verbrannte, öde und menschenfeindliche Welt. Miko schaut betroffen zu Ysa, die nun zu Boden sinkt und zu weinen beginnen. „Es gibt keinen Ort mehr, an dem man noch schön leben kann. Diese Welt ist für Menschen unbewohnbar“, wimmert sie.
     Miko hockt sich neben ihr und nimmt sie fest in den Arm. Auch sein Herz ist gebrochen. Eine sehr lange Zeit sitzen sie noch so da, verzweifelt und weinend. Es sind zwei Kinder, die keine Hoffnung auf ein besseres Leben mehr haben.

 

     Als sie später zu Fynn und Rodi zurückkehren, stehen sie einer weiteren entsetzlichen Tatsache gegenüber: Fynn ist gestorben.
Rodi befindet sich in einem Zustand, in welchen keine Geste und keine Worte mehr Trost spenden können. Zum Glück hat Fynn nichts von ihrer schrecklichen Entdeckung erfahren, denkt Miko bitter.

 

 

 

 

 

 


7. Die letzten Menschen

 


     Rodi hat Fynn’s Tod nicht verkraftet. Er hat kein Wort mehr gesprochen, nicht mal als Ysa vorschlug zum Dorf zurückzukehren. Auf dem Rückweg zum Dorf sind sie in der Stadt mit dem Spielplatz angekommen. Dort kletterte Rodi auf ein Betonskelett und stürzte sich in die Tiefe. Er war sofort tot. Sie hätten ihn nicht retten können, weil Miko und Ysa in dem Moment damit beschäftigt waren Proviant für die Rückkehr zu sammeln. Rodi wollte jedoch nicht gerettet werden, da ist sich Miko absolut sicher.
     Er schaut nun ausdruckslos auf seinen Leichnam herab. Seine Wirbelsäule ist durch den Sturz gebrochen und Blut benetzt seine Lippen.
„Jetzt sind sie wieder zusammen, jenseits der funkelnden Lichter“, kommt es leise über Ysa's Lippen. „Dort wird er auch seine Geschwister wiedersehen und alle, die ihn etwas bedeutet haben.“ Ysa hockt sich nieder und schließt ihm vorsichtig die Augen. Seitdem sie zusammen die Wahrheit über diese Welt erfahren haben, hat Ysa nie wieder gelächelt.

 

 

 

 

      Auf dem Rückweg haben sie das Kettenfahrzeug wiedergefunden. Miko weiß nicht wieso er es tat, aber er probierte einfach noch mal die „Fynn- Methode“ aus und schlug kräftig gegen die Armatur. Und wie durch ein Wunder ist das Gefährt wieder angesprungen. Sie sind sehr langsam vorangekommen, so dass Miko um den schwarzen Wasservorrat bangen musste. Doch am nächsten Tag war schon das Dorf in Sichtweite.

 

     Das was sie jetzt vor Augen haben ist jedoch ein entsetzlicher Anblick. Überall sind Fußspuren von großen Echsen. Sie haben die Zelte verwüstet, die Bewohner gefressen und die Zisterne umgeworfen. Alles ist zerstört und das Dorf ist zu einem weiteren verlassenen Ort auf dieser Welt geworden.
„Fynn hat Recht gehabt mit den Riesenechsen. Nun sind sie doch gekommen. Zum Glück ist er nicht durch sie gestorben.“ Ysa’s Miene ist gefroren.
    Die letzte Hoffnung vielleicht noch auf Menschen zu treffen ist Mikos Heimatstadt jenseits des Tals. Miko braucht nicht mehr mühsam zu gestikulieren, weil es nun Ysa ist die ihm wortlos folgt. Er klettert zusammen mit ihr in den Panzer zurück und fährt los. Größflächig umrundet er, geschützt vor den tödlichen Sonnenstrahlen, das Tal der Riesenechsen. Das Vehikel rollt auf dem Kettenzug mühsam durch den brennend heißen Wüstensand, ehe es gänzlich und diesmal für immer zum Stehen kommt. Ganz gleich was Miko und Ysa auch versuchen, aber der Panzer bleibt stumm und dunkel. Somit sind sie gezwungen den ganzen Tag in diesem stickigen und sehr heißen Panzer zu verweilen, wenn sie sich vor der tödlichen Sonne schützen wollen. Währenddessen Miko unter seinem Sitz die verwesten Tierkadaver ertastet, stellt Ysa fest das der Wasservorrat verbraucht ist. Sie versucht noch einige Tropfen Wasser aus den Flaschen heraus zu bekommen, doch ihre Mühen sind vergeblich. Resigniert gibt sie auf.
    „Jenseits der Sterne spielt Wasser keine Rolle“, sagt sie. „Ich will meine Mutter wiedersehen. Und ich will das du sie auch kennenlernst.“
Miko weiß was das bedeutet, weshalb er nun wieder behutsam ihre Hand festhält. Auf dieser Welt ist nichts mehr für ihn von Bedeutung. Einzig Ysa, und mit ihr möchte er überall hin gehen. Wie wohl der Ort jenseits der Sterne aussehen mag? Ob dort auch seine Mutter auf ihn wartet?
     Als es draußen dunkel wird, wagen sie sich aus dem Panzer und verbrennen sich beinahe an dem heißen Metall. Der Weg zurück zur Stadt ist beschwerlich und sehr lang. Nach einer gefühlten Ewigkeit haben sie die ersten Stahlruinen erreicht. Miko kennt sich hier bestens aus, was er jedoch nicht kennt ist diese Stille am Abend. Alles ist verlassen und leer. Einzig die Leichen sind noch da, welche zuvor in der tödlichen Sonne gebraten haben. Unter dem Mondlicht erkennt Miko viele bekannte Gesichter. Neben dem versiegten Wasserhahn sitzt noch immer der junge Mann mit dem fehlenden Arm. Seine Leiche ist verschmort und teilweise lugen die blanken Knochen unter seiner Haut hervor. Sein Blick ist noch immer mit Sehnsucht in die Ferne gerichtet.
     Es ist eine trügerische Sehnsucht, begleitet von Hoffnung die es nicht mehr gibt, denkt Miko bitter. Er sieht seine Heimatstadt nun mit anderen Augen. Dieser Ort ist ihm fremd geworden und er fühlt sich hier nicht wohl.

 

 

 

 

 

    Als es bereits zu Dämmern beginnt, nehmen Miko und Ysa neben der verrosteten Quelle Platz. Die Sonne wird jeden Augenblick aufgehen. Es wird wehtun, doch das spielt jetzt keine Rolle mehr. Miko hält Ysa‘s Hand und ihre Blicke begegnen sich.
    „Wenn wir sterben wird es dann nach uns noch weitere Menschen geben, oder sind wir die letzten Menschen?“ fragt Ysa, währenddessen am Horizont langsam die brennend heiße Sonne empor steigt.

 

 

 

~Ende~

 

 

Avi


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Als die Menschen ausstarben


 

 

5. Eine Reise ins Ungewisse

 


         Miko blickt auf die vielen Säcke und Beutel herab, in welche die Vorräte für die Reise verstaut sind. Vier Tage und Nächte lang haben sie einen beachtlichen Wasservorrat ansammeln können. In der Halbwüste hinter trockenen Pflanzen und Steinen hat Rodi Glasbehälter mit langen Hälsen gefunden. Sie sind wie dafür geschaffen, um Wasser darin aufzubewahren. Einige tote Schlangen und Ratten sind ebenfalls im Gepäck verstaut. Fynn hockt davor und sortiert diese sorgfältig. Miko schaut mit Fynn zusammen plötzlich auf als Ysa sich ihnen nähert. Sie trägt ihre Kiste mit den Echsen in den Händen. Wortlos schauen sie mit an wie Ysa ihre Eidechsen freilässt. Kaum hat sie die Kiste auf den Boden gestellt und zur Seite gekippt, huschen sie über den heißen Wüstensand.
        „Wir hätten diese kleinen Monster lieber töten sollen. Als Vorrat wären sie viel besser geeignet gewesen“, meint Fynn mürrisch. Doch Ysa lächelt nur. Sie weiß das Fynn vor jeder Art von Echse Angst hat. Als Miko Ysa's Gesicht mustert, fällt ihm jedoch auf das ihr der Abschied von den kleinen Kriechtieren eben nicht leicht gefallen ist. Ysa ist nett zu allen Geschöpfen, was Miko sehr an ihr bewundert. Er kennt nur das Prinzip von Fressen und Gefressen werden. Ein Prinzip, welches er in der Stadt gelernt hat und das ihm half so lange zu überleben. Freundlichkeit und Verantwortung anderen Menschen, und auch Tieren gegenüber hat er jedoch nur im Dorf, und vor allem durch Ysa kennengelernt. Es ist eine Eigenschaft die ihm sehr gefällt.

 

 

 

 

 


       Viele Tage der Vorbereitung liegen nun hinter ihnen. Fynn fühlt sich kräftig genug um aufzubrechen. Das ist auch der Grund, warum sie nun zu viert, Schulter an Schulter auf einer kleinen Düne stehen und hinaus auf die schier endlos erscheinende Halbwüste blicken, in welcher irgendwo die Asphaltstraße des Dorfes im Sand verläuft. Kaum ein Lüftchen weht hoch oben auf der Düne und die Sonne brennt heiß. Um sich vor ihr zu schützen haben sie sich Kopfbedeckungen gebastelt. Rodi hat Fynn’s kahlen Kopf mit Leinen, ähnlich eines Turbans, umwickelt. Er selbst trägt eine dünne Kapuze. Ysa's Kopf ziert ein Strohhut, welcher einst ihrer Mutter gehörte und Miko trägt ein Kopftuch. Beim Durchstöbern der leeren Dorfzelte hat er es entdeckt. Auf ihre Rücken tragen alle, bis auf Fynn, die Bündel mit Nahrung und Trinkwasser. Rodi übernimmt Fynn’s Last, da Fynn schon genug Probleme hat sein eigenes Körpergewicht durch die Wüste zu tragen.
       Von hier oben aus betrachtet liegt das Dorf seitlich in der Tiefe und sie können auf die gelbfarbenen Zelte herab schauen. Das Zeltlager mit dem Flugzeugwrack, der Asphaltstraße und der großen Zisterne, macht von hier oben aus einen friedlichen Eindruck. Aber auch das Tal der Riesenechsen mit den hohen, stacheligen Pflanzen können sie von hier aus erspähen und gut einsehen. Weiter hinten liegt die todbringende Wüste, an welche sich Miko nur sehr ungern erinnert.
       „Können wir endlich gehen?“ fragt Fynn mit einem angstvollen Blick auf das Tal der Riesenechsen.
„Ich denke wir sollten, die Sonne im Rücken, dort lang gehen.“ Rodi deutet mit seiner gesunden Hand in die Ferne. „Am Horizont sieht es so aus, als wenn dort Berge oder dunkle Steine wären. Dort finden wir Unterschlupf.“
Ysa nickt daraufhin mit angestrengtem Blick, weil sie von der grellen Sonne geblendet wird. „Gute Idee, Rodi. Na dann, auf geht’s.“

 

 

 

 

 

 

         Fröhlich erzählend laufen sie durch die Halbwüste. So erfährt Miko das Rodi einst viele Geschwister besessen hat. Sein Bruder, der genauso aussah und auch zur selben Zeit zur Welt kam wie er, starb durch eine Giftschlange und seine Schwester ist tödlich gestürzt als sie noch ganz klein war. Zu seiner Schwester hatte er keine enge Bindung, aber von seinem Bruder träumt er ab und an noch. Seine Familie hat hinter der großen Wüste gelebt, jenseits eines Gebirges aus messerscharfen, schwarzen Gestein. Von dort aus konnten sie in der Ferne Stürme von entsetzlichen Ausmaßen beobachten. Als Ysa neugierig nachfragt wo dieser Ort ist, erklärt er: „Wir sind in einer großen Gruppe über weite Täler, Berge und Dünen gezogen, bis wir dieses Dorf dort durch Zufall entdeckt hatten. Es war eine endlos lange Reise mit vielen Verlusten und wir kamen ungefähr von dort.“ Er deutet auf einen unbestimmten Punkt hinter ihnen in der Ferne, wo Miko nichts weiter als dürre Baumskelette ausmachen kann. „Dort gab es Felsen, Schutz und viele Menschen. Bis eine Krankheit ausgebrochen war und das Wasser versiegte.“
        „Ist das nicht immer der Grund, warum Menschen weiterziehen?“ fragt Fynn.
„Na wir haben jetzt einen anderen“, sagt Ysa mit einem aufheiternden Lächeln.
„Wir suchen nach etwas, dass es nicht gibt. Ich habe oft von Menschen gehört, die weitergezogen sind. Und was haben sie gefunden? Nichts.“ Fynn zieht seinen Turban zurecht. „Aber solange es heißt, dass wir von den Riesenechsen wegkommen, soll es mir immer noch recht sein.“
„Meine Mutter sagte immer zu mir, dass man ganz fest an etwas glauben soll, wenn man will, dass es in Erfüllung geht.“
        Ysa‘s Mutter muss sehr weise gewesen sein, denkt sich Miko. Er hat noch nie zuvor fest an etwas geglaubt.
„Ich bin mir sicher, dass wir zumindest einen besseren Ort als diese Halbwüste finden werden. Eine unerschöpfliche, unverseuchte Wasserquelle und genug Nahrung ist das Höchste, was man erwarten oder erhoffen kann.“ Rodi hat langsam die Führung übernommen und Fynn, Ysa und zuletzt Miko folgen ihm in die unbestimmte Ferne.
„Ich glaube das es irgendwo mehr zu finden gibt als das, Rodi.“
       Miko ist der Erste, welcher plötzlich Fynns schwerfälliges Atmen hört. Doch die anderen merken schnell das etwas mit ihm nicht stimmt. Fynn lahmt, prustet und bleibt letztendlich zurück.
„Alles in Ordnung mit dir? Sollen wir umkehren?“ fragt Rodi besorgt.
„So ein Quatsch! Mir geht es gut.“ Der Schweiß perlt jedoch beinahe wie ein Sturzbach von seinem Gesicht. Sein Mund ist geöffnet und Miko bekommt großes Mitleid, wenn er ihn so keuchen sieht. Das ist nicht einfach nur Erschöpfung, denkt er bitter.
        „Da hinten kann ich eine kleine Felsengruppe sehen. Dort können wir rasten.“ Ysa hält die Hand über ihre Augen, um mehr erkennen zu können.
„Wir haben uns doch kaum vom Dorf entfernt“, protestiert Fynn. „Ich . . . werde euch nur aufhalten.“
„Wir werden dich nicht zurücklassen. Auch wenn das bedeutet, dass wir viele Pausen einlegen werden.“ Rodi geht auf ihn zu und nimmt nun eine weitere Last auf sich, indem er Fynn behutsam stützt.
„Dann kommen wir aber sehr langsam voran“, presst Fynn mühsam hervor.

 

 

 

 

 

         Und so ist es in der Tat. Die ersten zwei Tage kommen sie kaum vorwärts. Noch immer sind die dunklen Gebirgsketten am Horizont in weiter Ferne. Die Vorräte verbrauchen sich zu schnell, so dass sie bald wieder auf Nahrungssuche gehen müssen. Fynn kostet auch sehr viel Wasser. Jeder weiß das, doch niemand spricht es aus.
      Am dritten Tag (die Sonne steht sehr hoch am Himmel) entdeckt Ysa etwas in den Weiten der Halbwüste. Es ist ein alter, verrosteter Panzer. Überall auf der Welt sieht man solche Vehikel. Selbst in der Stadt, erinnert sich Miko plötzlich. Manchmal fahren sie noch, wenn noch genügend schwarzes Wasser vorhanden ist. In der Stadt erzählte man sich oft, dass sich die Menschen einst darum gestritten haben. Das war zu einer Zeit als es noch viel mehr Erwachsene gab. Doch irgendwann wurde der Kampf um Nahrung und Trinkwasser wichtiger.
Ysa und Rodi untersuchen derweil neugierig das Gefährt. Währenddessen Ysa auslotet wie man dort rein kommt, interessiert sich Rodi viel mehr für die wuchtigen Ketten.
       „Das wird sich niemals fortbewegen. Wir sollten einfach weitergehen.“
„Wir könnten es zumindest versuchen“, drängelt Ysa.
„Wir haben schon genug Zeit verschwendet.“
        Miko schließt seine Augen und schnüffelt. Da ist es! Dieser beißende, unverkennbare Geruch von schwarzen Wasser. Miko umrundet das Gefährt und klopft wild gegen den Panzer, sowie gegen einige Kanister, in welche noch kleine Pfützen schwimmen. Miko weiß nicht wie viel davon in dem Panzer ist, aber er weiß das da etwas drin ist.
Als Ysa Mikos Aufregung sieht, lächelt sie. „Siehst du? Da ist noch jemand meiner Meinung das wir es versuchen sollten.“
       Rodis Blick gefriert. „Na gut.“
Miko und Fynn bleiben zurück als Ysa und Rodi in den Panzer klettern. Das gefällt Fynn gar nicht. Miko soll auf ihn aufpassen, aber was soll er machen, wenn dieser plötzlich alleine los geht und auf den Panzer zu klettern versucht? Miko eilt ihm schnell zu Hilfe, stützt ihn ab und zusammen klettern sie ebenfalls in das dunkle Innere.
In dem Panzer ist es stickig und es riecht dezent süßlich und zugleich auch unangenehm beißend nach Tierkadavern.
„Fynn!“ Rodi schnaubt als er Fynn in dem diffusen Licht erkennen kann.
„Ich warte doch nicht draußen“, röchelt er.
      „Wäre aber besser gewesen.“ Ysa tadelt nicht oft, aber diesmal scheint sie sich richtig Sorgen um ihn zu machen. Miko kommt sich nun so schuldig vor, weil er Fynn nicht hatte aufhalten können, doch als er plötzlich ihre Hand spürt, welche sich in die Seine legt, lösen sich all seine Sorgen in Luft auf.
„Ich habe keine Ahnung ob es noch rollt.“ Rodi überprüft flüchtig die Schalter und Hebel. Doch letztendlich ist es Fynn, welcher mit einigen Schlägen gegen die Armatur die Mechanik zum Leben erweckt. Der Panzer beginnt von innen wie von selbst zu leuchten und zeigt plötzlich das komplette Bild der Außenwelt auf einem großen Monitor.
      „Unglaublich was es alles gegeben hat“, staunt Fynn.
„Viel wichtiger ist, dass wir nun schneller vorwärts kommen. Weit weg von diesen Echsen, und das willst du doch, oder?“ Rodi mustert seinen Freund mit einem verschmitzten Blick.
Fynn lächelt. Als Rodi daraufhin einen Hebel nach hinten zieht, beginnt das Gefährt mit einem ohrenbetäubenden Lärm zu fahren. Mit seinem schwerfälligen Kettengewinde zieht er tiefe Furchen durch den Wüstensand.
„Das ist ja unglaublich. Wir fahren!“ Ysa’s Lachen wird durch Rodi’s Freudenschreie untermalt. Miko würde jetzt ebenfalls vor Freude jubeln und lauthals lachen, wenn er sprechen könnte.

 

 

 

 

 


        Durch dieses Gefährt gelangen sie äußerst schnell in die Nähe der schwarzen Felsen. Doch mit jeden weiteren Meter wird deutlich das es sich dabei um Behausungen, und somit um eine verkommene Ruinenstadt handelt. Rodi stoppt das Fahrzeug und als seine Freunde gut gelaunt aus dem Panzer ins Freie klettern, bleibt Miko nachdenklich zurück. Städte können sehr gefährlich sein, dass weiß er nur zu gut. Dort gibt es allerlei Gesindel und auch riesige Insekten und Ungeziefer.
      „Wir werden vorsichtig sein.“
Miko schreckt auf. Als er nach oben schaut, sieht er Ysa, welche durch die Luke zu ihm ins Cockpit hinab schaut. Ysa versteht ihn immer sofort und ihr zuversichtliches Lächeln gibt ihm Mut. Miko klettert mit ihrer Hilfe aus den Panzer und folgt den anderen zögernd in die Stadtruinen.
      Die Stadt ist verlassen. Hier gibt es nichts als ausgebrannte Betonruinen und im Sand vergraben auch menschliche Knochen und Schädel. Zwischen einem dieser menschlichen Gebeine krabbelt ein Tausendfüßler, welcher nach einiger Zeit Unterschlupf unter einem Wangenknochen findet. Hier müssen einst sehr viele Menschen beinahe zur gleichen Zeit gestorben sein, vermutet Miko. Noch nie in seinem Leben hat er so viele Skelette gesehen. Währenddessen Miko angstvoll nach Hinweisen auf eine tödliche Strahlung Ausschau hält, haben seine Freunde längst etwas Neues, und noch dazu recht Seltsames entdeckt.
      Auf einem Platz umringt von Betonskeletten befinden sich kleine Miniaturhäuser, die zum Teil zerstört und eingestürzt sind. An einigen hängen Seile, die sogar noch intakt sind. Ein etwas größeres Haus hingegen zieht die besondere Aufmerksamkeit der Vier auf sich. Eine schmale Leiter, an welcher einige Sprossen fehlen, befindet sich an der Seite und aus einer Öffnung weit oben ragt ein metallisches Gebilde herab. Es mündet am unteren Ende in den aufgeplatzten Betonboden. Rodi ist der Erste, der neugierig die Sprossen hinaufsteigt und sich auf dieses glatte, metallische Etwas setzt. Er verliert jedoch auf einmal seinen Halt und rutscht mit großer Geschwindigkeit hinab. Ysa und Miko eilen sofort zu ihm, doch Fynn ist bereits zur Stelle.
      „Ist dir was passiert?“ fragt er voller Sorge, doch Rodi lacht nur.
„Das hat Spaß gemacht. Fynn, das musst du auch mal probieren.“
„Ich bin doch nicht verrückt!“ Fynn berührt erschrocken mit seiner Hand seine Brust, unter welcher er sein pochendes Herz spüren kann.
„Wenn man sich da rauf setzt, rutscht man runter“, erklärt Rodi begeistert.
       Neugierig geworden und von seiner Euphorie ein bisschen angesteckt, erklimmt Miko die Sprossen und setzt sich auf das glatte Metall. Er rutscht sofort runter und vor Schreck beginnt sein Bauch recht eigenartig zu kribbeln. Ein ungewohntes, jedoch sehr schönes Gefühl, empfindet er. Unten angekommen rast er direkt in Rodi hinein, welcher nicht mehr rechtzeitig ausweichen kann. Miko klatscht in die Hände vor Freude und sein Gesicht strahlt. Das war eben so schön, dass er am liebsten noch mal hochklettern will, aber Rodi ist schon vor ihm oben.
      „Ihr seid doch verrückt!“
„Probiere es doch mal aus, Ysa, dann weißt du wie toll das ist“, ruft Rodi, währenddessen er lachend hinunter rutscht. Miko ist bereits wieder oben.
„Also das hier macht auch viel Spaß.“
      Alle wenden sich verwundert um. Fynn hängt sitzend zwischen zwei Seilen und schaukelt auf und ab, währenddessen Miko noch einmal rutscht. Auch Ysa kann sich nun nicht mehr zurückhalten und klettert die Sprossen hinauf, um kurz darauf lachend herabzurutschen. „Ich habe noch nie zuvor so etwas Sinnloses gemacht, aber es macht Spaß“, lautet ihr entgeistertes Fazit.
     Spielend und lachend vergessen die vier Freunde vollkommen die Zeit. Sie schieben Sorgen, Angst und Hunger weit von sich. In diesem Augenblick haben sie einfach nur Spaß und sie können wieder Kinder sein. Kinder in einer Welt, welche gnadenlos und menschenfeindlich geworden ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

       Miko ist schon sehr früh wach geworden. Diese Stadt bereitet ihm noch immer großes Unbehagen und sie sollten nicht allzu lange hier verweilen. Er entfernt sich ganz leise vom Lager, welches sie in der Nähe des lustigen Platzes aufgebaut haben. Er will auf die Jagd gehen.
In der Ruinenstadt gibt es Käfer und Insekten. Die Verseuchung könnte hier also nicht allzu hoch sein, hofft er. Mühsam zwängt er sich durch den Eingang eines Hauses. Hier liegen überall Trümmer, Gestein und auch zersplittertes Glas. Es ist schwarz, was kein gutes Zeichen ist. Schwarzes Glas bedeutet eine Strahlengefahr. Miko muss es den anderen zeigen, damit auch sie die Gefahr erkennen, welche von diesem Ort ausgeht, doch ein lautes Zischen hält ihn plötzlich davon ab.
      Ganz langsam dreht er sich um und entdeckt im Augenwinkel eine aggressive Schlange, welche sich in ihrer Behausung gestört fühlt. So eine Schlange ist schwer zu jagen. Vor allem wenn sie nicht träge, sondern angriffsbereit ist. Miko beschließt nun sich zurück zu ziehen. Dazu geht er ganz langsam einige Schritte rückwärts, aber die wachsamen Augen der Schlange haben ihn stets im Visier. Sie braucht nur einmal nach vorn zu schnellen und ihn mit ihrem Gift zu erwischen, und schon ist es vorbei. Miko hält plötzlich inne. Zwischen den Trümmern und neben einem zerbrochenen Gitterbett entdeckt er eine kleine Stoffpuppe. Sie ist vollkommen verdreckt und ihr fehlt ein Bein. Die Puppe sieht hier so verloren und deplatziert aus, empfindet Miko. Ob das hier einmal ein Zimmer nur für Kinder gewesen ist? Miko hat davon gehört, dass es früher so etwas gegeben haben soll. Doch es jetzt zu sehen und zu erleben, ist sehr ungewohnt für ihn. Das Zischen der Schlange bewegt Miko endlich dazu diese Ruine zu verlassen. Hier wird er ohnehin nicht mehr fündig werden.
     Abseits der Behausung jedoch kann er unzählige Käfer und Krabbler sammeln. Einen passenden Behälter findet er auch schon recht bald. Es ist eine sehr große und recht schwere Schüssel, welche zwischen verdorrten Gestrüpp und einer hohen Betonwand halb im Sand vergraben liegt. Miko zieht es aus dem Sand heraus, säubert es kurz und beginnt nun darin seinen Fund zu legen.

 

 

 


      Nach einiger Zeit des Sammeln kehrt er zum Lager zurück, nur um dort eine Überraschung zu erleben. Die anderen sind auch schon wach und gerade in eine hitzige Diskussion vertieft. Ysa schaut kurz auf als sie Miko sieht. Ihr Lächeln erwärmt abermals sein Herz.
„Das Ding fährt nicht mehr. Ich habe es probiert.“ Rodi atmet tief durch und läuft aufgebracht hin und her. „Ich hab es immer wieder versucht, aber es geht einfach nicht.“
„Dann laufen wir wieder zu Fuss weiter.“
Ysa's Vorschlag missfällt Rodi sichtlich. Vor allem sein Blick in Richtung Fynn verrät was ihm gerade durch den Kopf geht. Fynn sitzt auf den Boden, währenddessen sein trüber Blick ins Leere gleitet. Er sieht sehr krank aus, bemerkt Miko sofort. Fynn atmet schwer, aber nachdem er sich scheinbar gesammelt hat, schaut er entschlossen auf. „Ich pack das schon.“
      Als Fynn sich erhebt ist Rodi wieder sofort zur Stelle. „Wir werden jetzt aufbrechen. Und bitte Rodi, sag' jetzt nichts dagegen.“
Ysa's Blick haftet sich unterdessen auf Miko und seiner riesigen Schüssel in den Armen.
Miko kippt diese leicht an, um ihr die Käfer darin zu zeigen.
„Proviant. Das ist sehr gut. Vielen Dank.“ Sie lächelt erfreut. Miko mag es von ihr Aufmerksamkeit geschenkt zu bekommen. Jeder Moment mit ihr ist schön. Viel bedeutender ist jedoch, wenn sie fröhlich ist. Ihr Auge, ein Ohr, die Wange und Teile ihrer Nase und des Mundes sind deformiert. Miko kennt solche Verformungen, doch Ysa's liebevolles Inneres überstrahlt alles. Ganz gleich wohin sie auch gehen mag, er wird immer an ihrer Seite bleiben. Das wird ihm jetzt mehr als zuvor bewusst.
     Die vier Freunde brechen auf. Sie bleiben jedoch noch einmal stehen und schauen wehmütig – ein jeder für sich - auf den Platz zurück, welcher ihnen gestern soviel Freude bereitet hat.

 

 

 

 

 

 

 


      Jenseits der Stadt erheben sich gigantische Sanddünen. Die Luft wird stickiger und sie ist bereits so warm, dass es schwer fällt zu atmen. Die neue Wüste umschließt ein weitläufiges Gebiet, welches sich irgendwo in der flimmernden Ferne verliert. Währenddessen Fynn kurz verschnauft, überlegen die anderen wie es weitergehen soll.
„Dort drüben sollten wir nicht lang gehen, denn dieses Gebiet ist sehr gefährlich“, meint Fynn plötzlich. „Die große dunkle Wolke da hinten ist keine gute Wolke. Da kommt saurer Regen runter. Ich habe so etwas schon erlebt.“
Miko blickt mit Ehrfurcht in die Ferne. Tatsächlich wirft dort eine gigantische Finsterwolke ihren Schatten über einen ganzen Landstrich. In Mikos Augen wirkt dieser Schatten einfach nur unheimlich. Obwohl es heiß ist, bekommt Miko nun eine Gänsehaut.
     „Dann eben weiter über die Dünen mit der Sonne im Rücken“, schlägt Ysa vor.
„Das ist zu anstrengend für Fynn. Die Halbwüste war für ihn schon kaum zu schaffen.“
Fynn zieht daraufhin scharf die Luft ein. „Ich werde mich anstrengen.“
„Und dann zusammenbrechen?“
„Was willst du? Sollen wir einfach umkehren wegen mir? Ich werde nie wieder in das Dorf zurückgehen. Nicht mit diesen Monstern dort.“
„Das weiß ich.“ Rodi schnauft verzweifelt.
„Dann hör auf mich davon abzuhalten. Es gibt nur diesen einen Weg.“
      „Ja, aber er ist dennoch zu anstrengend für dich.“ Ysa ist nun ebenfalls verzweifelt, was Miko nicht gefällt. Doch plötzlich kommt ihm etwas in den Sinn als er sich an den gestrigen Tag zu erinnern beginnt. Immer noch in die Diskussion vertieft, bemerken sie gar nicht wie Miko ihnen etwas zeigen will.
„Ich könnte ihn vielleicht Huckepack nehmen?“
„Sehr ungern erinnere ich dich daran, dass dein zweiter Arm nicht kräftig genug ist um ihn zu stützen. Und ich bin zu schwach.“
      „Vielleicht . . .“ Rodi schaut auf als er Miko wild gestikulieren sieht. „Was hast du?“
Miko deutet immer noch energisch auf die Schüssel in seinen Armen.
„Eine verrostete Pfanne?“ Fynn mustert ihn entgeistert. Miko erntet nun von allen verwirrte und fragende Blicke.
„Also wenn wir effektiver unsere Speisen zubereiten und Nahrung sammeln wollen ist sie hervorragend geeignet, aber jetzt hilft sie uns leider nicht weiter, mein Freund.“ Rodi mustert Miko fast mitleidig.
     Miko weiß nicht recht wie er es erklären soll, also führt er ihnen vor was er sich ausgedacht hat. Er stellt die Schüssel ab, schaufelt die Käfer einfach in seinen Leinensack und klettert mit ihr mühsam auf eine der hohen Sanddünen. Die Hand vor den Augen haltend schauen sie zu Miko hinauf.
„Was hat er vor?“ fragt Rodi flüsternd an Ysa gewandt.
„Ich . . . weiß nicht, aber vielleicht hat er ja eine Idee?“
     Miko setzt sich in die Schüssel und rutscht auf ihr den Abhang hinab, um somit direkt vor Fynn's Füßen zum Stehen zu kommen.
Nach einem kurzen Schweigen kommt Ysa als erste drauf: „Das ist so wie gestern.“
„Und? Er rutscht und . . .“ Mit Rodi's Erkenntnis schaut auch Fynn auf. „Wir ziehen Fynn hinter uns her.“
Als Bestätigung klatscht Miko in die Hände.
     „Aber wir brauchen etwas zum auspolstern, und auch Seile.“ Ysa schaut sich wild suchend um.
„Das finden wir alles in der Stadt.“ Rodi blickt entschlossen zurück, ehe er Fynn ein sanftes Lächeln schenkt. „Sieht so aus als könnten wir doch über die Dünen gehen.“
     „Ich habe auch nichts anderes erwartet. Danke mein Freund.“ Fynn lächelt schwach und Miko ist sehr stolz auf seinen Einfall. Vor allem als Ysa ihn zum Dank umarmt.

 

 

 

 

      Fynn hinter sich herziehend erklimmen sie beinahe ohne Rast den ganzen Tag über die Dünen. Immer dann wenn Miko hoch oben auf einer Düne steht, kann er in der Ferne die dunkle, bedrohliche Wolke sehen. Obwohl sie nie hier rüber ziehen wird, hat er dennoch Angst vor ihr.
„Das macht Spaß“, ruft Fynn, welcher gerade eben auf der großen runden Pfanne die Sanddüne herabgerutscht ist. Ebenfalls unten angekommen, schnappt sich Rodi das Seil und zieht ihn die nächste Düne hinauf. Ysa und Miko folgen ihnen keuchend. Die Reise verlangt viel von ihnen, aber das Ziel ihres beschwerlichen Weges gibt ihnen die nötige Kraft.
     Die Sonne versinkt derweil langsam am Himmel, welcher zu glühen beginnt. Miko kann nicht glauben wie lange sie unterwegs waren. Erst jetzt machen sich Hunger und Durst bemerkbar.
„Wird Zeit für eine Rast“, meint Ysa erschöpft.
„Dort drüben wäre ein idealer Ort“, ruft Rodi, welcher bereits die Dünenspitze erklommen hat. Ysa beeilt sich, ebenso wie Miko, schnell hinaufzuklettern. Oben angekommen sehen sie in der Ferne ein schneeweißes, verglastes Gebäude vor der Kulisse eines dämmernden Horizontes.
    „Ein neues Ziel. Mal sehen was wir dort wieder alles entdecken werden.“ Fynn blickt in seiner Schüssel sitzend neugierig zu ihnen hinauf. Sie sind bisher gut vorangekommen. Der Mut der vier Freunde ist angestiegen und Ysa’s Hoffnung einen tollen Ort zum Leben zu finden ist noch immer ungebrochen. Mit freudigen Erwartungen blickt auch Miko dem Horizont entgegen. Noch ahnt niemand, welch erschütternde Erkenntnisse sich in dem Gebäude für sie offenbaren werden. Nichts wird mehr so sein wie es einmal war...

 

 

 

 

Kapitel 6 und 7, und somit das Ende dieser Kurzgeschichte, folgen demnächst.



 

Avi

 


 


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Kurzgeschichten Endzeit


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