Dark Side of the World

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Dieser Blog ist unsichtbar!

 

Eigentlich sollte ich jetzt keinen Blog schreiben. Ich habe jedoch das Gefühl das ich innerlich explodiere, wenn ich es nicht mache. Der Blog ist ein wenig abseits der Norm und ich schreibe gerade intuitiv drauf los. Ich habe diesmal keine Bilder vorbereitet, und ehrlich gesagt wüsste ich auch gar nicht was man hier visualisieren sollte und wie. Es existiert ja noch nicht einmal ein Titel, obwohl ich schon mehrfach versucht habe etwas in die Zeile dort oben zu schreiben.

 

Ich brenne innerlich und ich habe auch das Gefühl das ich kaum noch atmen kann. Das hier ist ein Gamesforum und dort sollte man sich kaum über solche Dinge austauschen, auch wenn nicht jeder von uns ... hm... sagen wir mal gesund ist. Körperlich oder seelisch. Ich schreibe bewusst nicht psychisch, weil dies einen unschönen Klang hat, welcher mir irgendwie Angst macht. Psychologen machen mir Angst, was wahrscheinlich an den ganzen negativen Erfahrungen liegen mag, welche ich durch Freunde, Verwandte und auch meiner Frau wegen mitbekommen habe. Kurzum, ich vertraue dieser Berufsgruppe nicht.

 

 

 

 

 

Irgendwie schaffe ich es immer wieder um den heißen Brei herumzuschreiben. Ist wie in der Schule, wo ich seitenlange Texte verfasst habe und vom Thema 0 Ahnung hatte. Den Lehrern hat es gefallen, Euch hingegen (oder all jene, welche neugierig auf diesen Blog geklickt haben) wohl weniger. Deswegen komme ich mal auf den Punkt. Ich bin gerade wieder kurz davor mich selbst zu verletzen.

 

Das ist scheiße und ich fühle mich gerade wie ein Alkoholiker, welcher eine Schnaps- oder Bierflasche anstarrt und sich fragt: "Soll ich oder soll ich nicht?" Mir geht es gerade ähnlich. Ich weiß, dass gehört wirklich nicht in ein Forum wie CW, doch diverse andere Seiten sind nicht sehr hilfreich. Allmystery habe ich mal versucht, doch dort sind manchmal solch kranke Leute, dass ich schon beginne an der Menschheit zu zweifeln. Ich habe dort kurz mit Leuten getextet, welche ihre Haustiere aus Spaß an der Freude gekillt haben oder noch schlimmere Sachen im Sinn hatten... Ich hab mich da sehr schnell wieder abgemeldet. In einem SVV - Forum, also für solch kranke Gesellen wie ich, war ich auch mal, doch das triggert so stark das ich den ganzen Tag nur noch mit Rasierklingen durch die Gegend laufen würde, sollte ich mich länger in solchen Foren aufhalten... was irgendwie kontraproduktiv ist.

 

Warum CW? Ich weiß auch nicht. Ich habe hier schon einige Blogs verfasst. Zu verschiedenen Themen und mein nächster Blog hätte das Thema Ninja behandelt. Vielleicht schreibe ich ihn später noch, wenn ich Zeit habe. Ich habe in letzter Zeit relativ wenig Zeit, doch jetzt ist es mir egal. Auch das ich morgen auf Arbeit muss und eigentlich schlafen müsste ist mir egal. Was mir jedoch nicht egal ist, ist dieser unbändigende Drang jetzt ins Bad zu laufen, meinen Rasierer auseinander zu nehmen, um dann die Klinge zweckzuentfremden.

 

 

 

 

Wenn ich hier schon mein Leid texte, nur um nicht rückfällig zu werden, kann ich auch gleich erzählen warum ich mit SVV so große Probleme habe, oder woher es kommt. (Irgendwie muss ich hier mal Bilder einfügen bei der drohenden Wall of Text... Mach ich später) Ich will das Thema nicht verharmlosen, denn es ist wirklich scheiße darunter zu leiden, und irgendwie habe ich das Gefühl das ich mein ganzes Leben damit zu kämpfen haben werde, auch wenn ich manchmal denke ich hätte es komplett überwunden.

 

Tja, warum tun sich Menschen eigentlich so etwas an? Ich kann da nicht für andere sprechen, sondern nur von meinen Erfahrungen. Es fing damals mit 15, glaube ich, bei mir an. Heute bin ich Ü30 und kriege es immer noch nicht gebacken. Ich stand damals unter einem enormen Druck. Meine Eltern haben gerne einen über den Durst getrunken und jeden Abend, wirklich jeden Abend, laut gestritten. Ich war in der Pupertät. Die Grenze zwischen Kind und Teenager ist so schmal, dass man manchmal den Übergang gar nicht merkt. Mich traf es umso heftiger und ich fühlte mich damals allein. Mit meinen Gefühlen, den ganzen Problemen die ich hatte.... Ich hatte auch nie Eltern, die jetzt sagten: "Hey, du bist was Besonderes und du schaffst das". Ich war eben einfach so da. Und genauso lebte und fühlte ich mich auch, bis zu jenen folgenschweren Tag damals.

 

Ich war im Bad als mir der Rasierer meines Vaters auf den Fuss fiel. Und flatsch hatte ich eine lange, blutige Furche auf meinem Fuss. Anstatt schnell mal die Blutung zu stoppen oder irgendwas zu unternehmen, tat ich nichts. Ich starrte nur auf das Blut und fühlte mich gut. Ja, sogar richtig befreit und ... glücklich. Das ist total abstrus und ich habe dieses Gefühl auch niemals wieder erlebt. Obwohl ich damals anfang mich zu schneiden, immer und immer wieder, habe ich nie wieder so gefühlt. Das war damals im übrigen zu einer Zeit, wo ich nicht mal wusste das dies "Ritzen", "Emo", "SVV" usw. genannt wurde. Das war meine eigene, private Angelegenheit, welche ich zu verstecken versuchte. Hat auch funktioniert... zumindest bei meinen Eltern sehr lange, aber die haben sich ohnehin nie für mich interessiert.

 

 

 

 

 

Das Ganze entglitt mir mit der Zeit recht schnell und ich hatte keine Kontrolle mehr darüber. Das Dumme war auch das ich immer tiefer schnitt, in der Hoffnung wieder diesen Frieden und das Glück zu finden, welches mich damals mit einem Schlag von all meinen Sorgen befreite. Das Gefühl kam nicht zurück, dafür blieben jedoch die Narben. Gott, ich versuche sie heute noch zu verstecken und gehe ganz selten kurzärmlig raus, auch wenn meine Frau sagt das ich es ruhig machen sollte. Vor allem im Sommer... welcher dieses Jahr bis jetzt noch recht kühl ist.

 

Manchmal habe ich das Gefühl das man, wenn man einmal angefangen hat, ein Leben lang damit zu kämpfen hat. Ich hatte schon oft Sorgen in meinem Leben. Manche davon waren auch sehr heftig und erdrückend. Sehr oft stand ich dann mit einer Schere, Messer oder einem Rasier bewaffnet im Bad, doch ich konnte wiederstehen. Es gab auch mal Jahre wo ich nicht daran dachte mich wieder zu verletzen, doch jetzt im Moment empfinde ich wieder so. Ich bin echt down und ich fühle mich, wie ich schon schrieb, als wenn ich innerlich verbrenne.

 

 

 

 

 

Jeder Mensch hat seine Last zu tragen und ein jeder geht auch anders mit Problemen um. Was den einen in die Knie zwingt, nimmt ein anderer locker. Kopf hoch und weitermachen. Diese Kraft schätze ich sehr und oft fehlt es mir an solch einer Kraft. Auch das Gefühl des Alleinseins in dieser Welt ist nicht gerade prickelnd. Gott, dass muss echt ätzend zu lesen sein, was ich hier abtippe. Was interessiert Euch das Leid fremder Leute oder Internet- Nicknames? Wer ist schon dieser Avi, welcher ab und an auf CW herumt(r)ollt?

 

Ich bin ein Mensch wie jeder andere und reihe mich in die Schlange der Alltäglichkeit ein. Auf der Straße sind wir alle Schatten, wenn wir uns begegnen. Kaum einer ist von Bedeutung oder gar wichtig. So denke ich manchmal, doch eigentlich darf ich nicht aus den Augen lassen, dass unsere Welt beides ist. Himmel und Hölle. Bei all den Qualen und dem persönlichen Leid, welches ein jeder mit sich herumträgt, gibt es auch die schönen Seiten im Leben. Ein sonniger Tag, ein guter Film oder der Erfolg in einem simplen Videospiel. Die Kleinen Dinge sind es, welche das Leben ausmachen.

 

 

 

 

Wir sind hier auf der Welt um zu leben. Mehr Sinn braucht es hinter der Lebensfrage nicht. Und glücklich sein können wir alle. Das passiert auch ab und an, ob wir es nun bewusst wollen oder nicht. Auch ich werde wieder glücklich sein, wenn auch gerade diese schreckliche Sucht wie ein Damoklesschwert über mir schwebt. Also heißt es jetzt... zusammenreißen, Kopf hoch und ich werde nicht ins Bad gehen. Ich werde jetzt einfach den Alkohol weit von mir schieben, diesen Blog hier irgendwie ansehnlich gestalten, ihn speichern und dann veröffentlichen. Ob es eine gute Idee war, weiß ich noch nicht. Das werde ich sehen wenn ich eine oder mehr Nächte darüber geschlafen habe. Für jetzt und in diesem Moment habe ich erst einmal meinen Frieden geschlossen. Mit der Situation und mit mir.

 

Ich danke Euch das Ihr das durchgelesen habt. Auch wenn es wirklich tl;dr und inhaltlich mehr als katastrophal war. Aufbauende Worte brauche ich nicht, denn es hilft mir schon das es Euch, CW und die Blogs gibt. Das alles zu schreiben  war im Moment schon sehr hilfreich, auch wenn ich eine Lösung meines Problems wohl viel lieber im RL suchen sollte. Wenn es eine Lösung geben würde, wäre ich dankbar, aber so versuche ich noch einmal stark zu bleiben. Thx.

 

 

In diesem Sinne ... keep fighting!



Avi


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SVV Psychologie


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William hat es noch rechtzeitig geschafft. Er hat heute viel früher als gewöhnlich sein Tagewerk verrichtet und ist nun von der Schreinerei zum Richtplatz geeilt. Es war schwer für ihn sich durch die Massen zu drängeln, doch jetzt steht er in guter Sichtweite zum Schafott. Mürrisch schaut er nach oben. Die Wolken haben sich zusammengezogen. Bald wird es regnen. Heute ist kein gutes Wetter um vor die Tür zu gehen. Einen Platz am warmen Kaminfeuer würde er dennoch nicht gegen diesen ungemütlichen, von Wind umpeitschten Ort, und noch dazu eingequetscht in der Menge, eintauschen wollen. Nein, er will es sehen. Er will sehen wie diesem Räuber der Kopf abgeschlagen wird. Er will sehen wie er, von der Axt durchtrennt, zu Boden fällt. William ist aufgeregt und sein Herzschlag erhöht sich. Vorfreude. Grenzenlose Vorfreude.

 


Ganz anders als in diesem kleinen Szenario müssen sich Zuschauer eines Gladiatorenkampfes gefühlt haben. Hier ein bisschen Brot, dort Wein und Trauben und unten, inmitten des Kolosseums, tränkt sich der Sand mit Blut, währenddessen sich die Gladiatoren einen erbitterten Kampf auf Leben und Tod liefern.

 

 

 

 

Wir Menschen lassen uns immer wieder von solch blutigen Spektakeln begeistern. Auch heute noch, wenn man an die Untergrundkäfigkämpfe, Stierkämpfe und dergleichen denkt. Wir haben uns nicht geändert und wahrscheinlich gab es schon zu Zeiten der Urmenschen Schaulustige als sich zwei Kontrahenten die Köpfe einschlugen. Ist es die Gier nach dem Bösen, Grotesken und der Gewalt? Ich denke das ein jeder eine Art dunkle Seite in sich trägt. Schon als Kleinkinder schlagen wir um uns, ziehen anderen Kindergartenkindern an den Haaren oder sind schlichtweg frech. Es liegt uns im Blut auch einmal böse zu sein. Und dennoch schaffen wir es einen guten Mittelweg zu finden. Wir schaffen dies durch die Attribute Mitleid, Trauer, Mitgefühl und unser Gewissen. Die Waagschale steht in der Mitte und unsere Entscheidungen bringt sie entsprechend unserer Gesinnung zum Wanken.

 

 

Es gibt jedoch auch Menschen, welche weder Mitgefühl, Trauer, noch Leid kennen. Serien- oder Massenmörder leben frei in unserer Gesellschaft und sie tun und lassen was ihnen beliebt. Sie können ganz einfach einen Menschen töten, ihn verscharren und zu Mittag wieder die Eltern oder einen Freund besuchen und brav ein warmes Mahl einnehmen. Die Waagschale steht bei solchen Menschen immer auf der bösen Seite, so simpel es auch klingen mag. Ganz anders sind Amokläufer. Diese sind nicht wirklich böse, sondern meist nur verzweifelt. Sie stehen unter einem zu hohem Druck, fühlen sich wertlos, haben in der Regel auch viel Schande, Leid und Demütigungen ertragen müssen. Irgendwann entlädt sich alles, sollten ihre Sorgen niemals Gehör finden. Und dann gibt es da noch uns Gamer...

 

 

 

 

 

 

So aberwitzig es auch klingen mag, aber wir stehen sehr oft im Fokus der Medien als potentielle Mörder und Amokläufer. Warum? Weil wir spielen. Wir spielen oft auch Gewaltspiele, in welche man tötet. Politiker und besorgte Eltern beginnen sich nun zu fragen ob diese gewaltfördernden Medien uns zu Killern machen könnten. Viele glauben das tatsächlich und wollen sogenannte Killerspiele verbieten. Dabei gibt es das Schlechte in dieser Welt, auch wenn wir nicht gerade „Killerspiele“ konsumieren. Die Nachrichten berichten von Kriegen, darüber wie Menschen erschossen und in Massengräber verscharrt werden, von Morden und Religionskonflikten. Bei Letzteres genügt es schlichtweg schon das man eine andere Meinung über das Leben nach dem Tod hat, um sein Gegenüber dorthin zu befördern, damit er es womöglich noch schneller rafft das man doch Recht hatte. Es gibt so viele simple Gründe jemanden umzubringen. Da ist Mord im Affekt, gesteuert durch einen Hormonrausch und Wutausbruch, noch das Harmloseste von allen, so grotesk es auch klingen mag.

 

 

Wenn ein Durchschnittsbürger, dessen Waagschale ausgeglichen ist, heftige japanische Splatterfilme, Actionfilme oder Horrorfilme schaut, dann geschieht meist nichts weiter als das was in Williams Kopf vorgeht. Man ist schaulustig und will mitfiebern, sich in die Opfer hineinversetzen, aus sicherer Entfernung sehen wie andere Leute sterben. Es ist schlichtweg Neugierde, gepaart mit einem gewissen Kick. Doch wie ist es bei einem Videospiel?

 

 

 

 

 

Ich kann in diesem Punkt nur von mir sprechen. Als ich das allererste Mal eine virtuelle Figur "getötet" habe empfand ich nichts. In Prince of Persia (1989, DOS) habe ich das erste Mal ein Schwert in einen Kontrahenten gerammt und ich glaube das war in Tomb Raider II gewesen, als ich das erste Mal auf jemanden geschossen habe. Das war weder ein Kick wie ihn William verspürte, noch jener der Zuschauer in einem Kolosseum. Doch warum? Weil ich wusste das dies nur ein Spiel und nicht echt ist. Ich töte nicht wirklich. Und genau das ist der Punkt!

 

 

Realitätsverlust. Besorgte Minister und Familien gehen schlichtweg davon aus, dass Gamer Spiel und Realität nicht voneinander trennen und unterscheiden können. Doch das ist nicht so, und da bin ich mal so frei und spreche im Namen von uns allen. Wenn ich in Killzone Mercenary meinem virtuellen Feind das Messer in den Penis und dann in die Halsschlagader ramme, empfinde ich nichts. Es ist nur eine Spielfigur, welche weder Leid, Angst, noch Schmerz empfindet. Ich kann diese Spielfigur also bedenkenlos „töten“. Ich als eingefleischter Pazifist kann auf diese Weise auch Kriegsspiele konsumieren oder als Vegetarier Tiere töten und ausnehmen. Ich weiß das alles nicht echt ist. Ich weiß es einfach. Ich werde auch nicht zum Massenmörder, wenn ich jetzt in Hatred versuche so viele Menschen mit in den „Tod“ zu reißen wie ich kann. Es macht mich weder aggressiver, noch neugierig darauf das mal wirklich auszuprobieren. Ich könnte das niemals, weil ich Mitleid mit echten Menschen und echten Tieren empfinde.

 

 

 

 

 

Hierbei kommen wir zu einer weiteren Stufe des „modernen“ Tötens: die Drohnen. Diese fliegen in feindliche Gebiete und irgend jemand drückt irgendwo einen Knopf und schon sterben Menschen. Hierbei stellte sich der Künstler Florian Mehnert die Frage, ob folglich jeder Mensch dazu in der Lage wäre per Knopfdruck und einer Drohne einen fremden Menschen zu töten. Ähnlich wie beim Milgram Experiment stellte er einen eigenen Versuch auf die Beine und nannte ihn „11 Tage“ (Stern- Artikel). Eine angeblich geladene Waffe war auf einen Rattenkäfig gerichtet und die Klicks auf der Internetseite sollten entscheiden ob die Ratte in elf Tagen erschossen wird. Ein Voting für das Leben der Ratte gab es nicht, dafür jedoch viele User die für den Tod abstimmten. Immerhin war es ja nur eine Ratte und ein Schädling. Das Experiment aka „Kunstprojekt“ wurde natürlich gestoppt und Mehnert beteuerte das die Ratte niemals gestorben wäre, und dennoch hinterlässt es einen faden Nachgeschmack.

 

 

Ich tippte in der Zeit meine Finger wund, und das wo es mir gesundheitlich gerade echt dreckig ging, um diesen Idioten mitzuteilen das dieses Experiment nichts mit der Realität zu tun hat. Drohnen werden militärisch gesteuert und die Ziele werden schlichtweg als Feinde deklariert. Beim Militär gibt es kein Mitgefühl, sondern nur Befehle und eine in sich verschachtelte Befehlskette im Allgemeinen. Wenn eine Drohne also Menschen tötet, dann sind diese nichts weiter als Feinde eines Landes, des Militärs usw. Das betrifft uns Otto Normalbürger jedoch nicht und wir haben auch keinen Einfluss darauf was das Militär nun als wichtig erachtet oder als Feind betrachtet. Warum erwähne ich jedoch dieses makabere Beispiel? Nun, Mehnert meinte auch das er damit symbolisieren wollte, dass Gamer mal eben schnell auf Knopfdruck töten können. Warum dann also nicht auch bei einem echten Ziel? Hierbei vergisst er jedoch folgendes: Gamer leiden nicht unter Realitätsverlust. Wir wissen was virtuell und was real geschieht und wir würden niemals auf ein echtes Ziel zielen und auch abdrücken.

 

 

 

 

 

Ganz anders sieht es im waffenverrückten Land Amerika aus. Dort dreht sich beinahe alles, oder eben auch vieles (Sarah Palin lässt grüßen) um Waffen. Kleinkinder schießen mit Gewehren, Handfeuerwaffen oder gar MG's auf Ziele. Schon recht früh beginnen Kinder in den USA auch schon zu jagen. Deswegen sollte es nicht weiter verwundern, dass es dort auch mit Kameras ausgestattete Waffen in freier Wildbahn gibt, welche per PC abgefeuert werden können, sollte ein passendes Wild die Schussbahn kreuzen. Ich habe das nicht recherchiert, muss ich gestehen. Ich will die Bilder dazu nicht sehen, aber es wurde in den Kommentaren auf der Mehnert - Homepage erwähnt.

 

 

Doch auch das hat nichts, aber auch gar nichts mit Manhunt, Postal oder Hatred zu tun. In diesen Spielen tötet man, ja. Vielleicht auch sehr brutal, aber das überträgt sich gewiss nicht auf die Realität. Es hat viel mehr mit Neugierde zu tun. Und ja, es mag auch Spaß machen. Wir sind abgestumpft durch unsere Gesellschaft. Blut und Tod in den Nachrichten, Gewalt und Horror in den Filmen. Kein Wunder das uns spritzendes Blut und weg geschossene Köpfe in den Games nicht mehr jucken. Da geht dann das kindliche Räuber und Gendarm Spiel mit „Peng, du bist tot!“ in die nächste Runde. Nur das wir, ähnlich wie unsere Kindergartenkameraden bei dem lustigen Spiel, niemanden wehtun, verletzen oder gar töten. Das ist eben nur . . . ein Spiel.

 

 

 

 

Mein erster Gedanke damals bei Hatred war kein Schock. Nein, ich grübelte wie viele Menschen ich wohl mit in den Tod reißen kann, bevor ich selbst sterbe und ob es da ein Ranking gibt. Ich weiß das es nur ein Spiel ist, welches zur Unterhaltung dient. Ich war damals auch von meiner Mutter bei dem PSX Spiel Driver überrascht. Ich fuhr dort gemütlich durch die City und als ich den Passanten zu nahe kam, sprangen sie weg. Meine Mutter, die plötzlich hinter mir stand um mir zu sagen das mein Essen fertig war, haute plötzlich raus: „Kann man die Passanten nicht umfahren?“ Ich war baff und sagte ihr, dass es nicht geht. Einige Jahre später gab es GTA III, Vice City, San Andreas und GTA V. Ich glaube wenn meine Mutter eine Gamerin gewesen wäre, dann hätte sie mit diesen Spielen ihre wahre Freude gehabt. Sie würde wohl Autos klauen, Passanten umfahren und Dinge tun, die ich niemals über sie wissen möchte. Es steckt eben in jeden von uns drin. Diese dunkle Seite. Wir sind alle auf eine gewisse Art und Weise Schaulustige.

 

 

Aber was ist wenn doch jemand durch diese Spiele gewalttätig wird und Menschen umbringt, Amok läuft etc.? Ich denke, dass ist noch nie vorgekommen. Weder war Final Fantasy VIII laut Sat1 damals daran Schuld das ein Junge seinen Vater mit einem Schwert geköpft hat, noch hat Counter Strike bewirkt das Tim K. in Winnenden an seiner Schule zum Amokläufer wurde. Wie denn auch, hat er ja noch nicht einmal Counter Strike gespielt. Sein Vater hatte ein Gewehr. Erster Fehler. Es war ungesichert. Zweiter Fehler. Tim K. litt unter einer psychischen Krankheit: Erklärung des Amoklaufes. Oft blenden in diesem Fall die Medien, um einen Aufhänger und einen Schuldigen für die grässlichen Taten zu finden, die wahren Hintergründe gezielt aus. Dabei verdecken sie jedoch die wirklich relevanten Tatsachen, welche man im Keim ersticken und bei den Ursachen bekämpfen sollte. Psychosen, zu großer Druck in der Gesellschaft, Borderline, Mobbing... Das sind die Ursachen, aber gewiss keine Splatterfilme oder sogenannte Killerspiele, welche uns angeblich aggressiver und gewaltbereiter machen.

 

 

 

 

 

 

Beim Elitemilitär verwendet man hierfür reale Gewaltfilme oder die tatsächliche Ausübung von Tierquälereien, um die Soldaten abzustumpfen und für den Ernstfall in emotionslose Killermaschinen zu verwandeln. Solche Soldaten müssen handeln, ohne zu zögern. Mitleid, Trauer und Zweifel werden gezielt abtrainiert. Das ist ein langer und harter Weg. Genauso wenig wie man durch ein Flugspiel und Flugsimulator tatsächlich einen Jumbo- oder Kampfjet fliegen kann, kann man nach dem Spielen von Hatred einfach so rausgehen, einen fremden Menschen eine Waffe an die Schläfe halten, in seine ängstlichen Augen und ihn um sein Leben wimmern sehen und einfach so emotionslos abdrücken. Auch wenn Menschen, die sich nicht mit der Materie Videospiele beschäftigen, es nur allzu gerne glauben würden.

 

 

Wir sind nicht so. Und warum? Weil wir nicht unter einem Realitätsverlust leiden und durchaus Realität und Spiel voneinander unterscheiden können.

 

 


In diesem Sinne . . . spendiere ich Euch allen einen realen Mortal Kombat Fatality nach Wahl.

 

 

 

Avi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Tags:

Killerspiele Hatred Manhunt Postal Psychologie Amoklauf


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