Dark Side of the World

Das Magazin für alle Themen jenseits des stressigen Alltags

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Dieser Blog ist unsichtbar!

 

 

Weil bisher alle meine Geschichten ein trauriges oder bedrückendes Ende fanden, gibt es diesmal eine Geschichte frei von Drama oder Tragik. Diesen Blog werde ich von ganzen Herzen den CW'ler zzz79 widmen. Diese Kurzgeschichte ist für dich, Bro. ^^

 

 


Das Alpha – Programm

 

 


- Prolog -

 


Dickflüssig wird die schäumende Gischt gegen die verrosteten Stahlmauern gespült. Das Wasser ist dreckig braun. Kein schöner Anblick, doch Isaac mag es hier oben auf den verrosteten Rohren am großen Wall zu sitzen und den Wellen zuzuschauen. Es gibt nicht mehr viel Wasser auf der Erde. Die Ozeane sind zu kleinen Seen geworden und tote Landmassen haben den Planeten eingenommen. Die Ozonschicht ist fast vollständig verschwunden und an manchen Tagen herrschen Temperaturen von weit über 40 Grad. Hier in der Gegend von Rostadt gibt es zwar keine Wüsten, dafür aber karges Felsgestein so weit das Auge reicht. Jenseits der Sennberge erheben sich Vulkane, deren Lava und heiße Luft für alle tödlich sind.
Die Welt geht zu Grunde denkt sich Isaac, währenddessen er auf das Wasser unter seinen Füßen schaut. Er hat die Beine angewinkelt und seine Arme um die Schienbeine geschlungen. Isaac hasst sein Leben, die Welt und die Tatsache das er überhaupt existiert.

 

 

 

 

 


- Rostadt -

 

 

Sein integrierter Wecker schrillt heute wieder eine Stunde später als geplant. Ein Defekt den Vaucanson unbedingt noch beheben muss, aber er findet dafür einfach keine Zeit. Die letzten Monate über drehten sich seine Gedanken nur um eine Sache: Das Alpha – Programm, eine von ihm entwickelte Möglichkeit der Energiegewinnung. Sonnenenergie war eine lange Zeit hinweg die ultimative Lösung gewesen, doch seitdem es immer wieder heftige Sommerstürme und schwarze Wolkenmassen gibt, welche die Sonne über Monate hinweg verdecken, wird es langsam brenzlig. Ohne Energie kann die Zivilisation nicht fortbestehen. Vaucanson hatte jedoch die rettende Idee als er eines Morgens aufstand und sich, genau wie heute, für die Arbeit fertig machte.
Jetzt sind schon vier Jahre vergangen und das Alpha – Programm befindet sich in der Endphase.

 

 

     Gehetzt eilt Vaucanson über die viel befahrende Straße, auf welcher die Vekrons, metallene Vehikel auf Schienen, mit hoher Geschwindigkeit an ihm vorbei zischen. Ein Blick über seine Schulter offenbart sein Heim. Er wohnt im 503. Stock des T - Turmes in Rostadt. In dieser Stadt leben10 Millionen Einwohner auf engstem Raum, aber die Luft ist frei von Schadstoffen. Man fährt elektrisch und lebt elektrisch. Fossile Brennstoffe sind in nahezu allen Bereichen überflüssig geworden. Aber dennoch gibt es unschöne Nebeneffekte des Großstadtlebens. Vaucanson eilt über den Bürgersteig und schaut kurz zu den Abflussrohren die sich in der Unterstadt befinden. Gallertartige Fäden tropfen von der Rohrdecke auf den Boden. Um diesen giftig grünen Schleim zu beseitigen tun kleine Säuberungsroboter ihr Bestes. Vaucanson kann sie nur bemitleiden, aber viel Zeit bleibt ihm nicht. Er ist in großer Eile, also rennt er die Straße entlang zu einem Bahnhof des CF- Elevators. Alle vier Minuten fährt dieser hinauf und hinab, um Arbeiter in die Ober – oder Unterstadt zu befördern. Vaucanson muss hinauf in sein Büro. Ein Treffen mit den Vorsitzenden der GeroTech steht an. Jenes Unternehmen, welches für sein Alpha – Programm zuständig ist.

 

 

 

 

 

 

 

Vor dem CF – Elevator hat sich eine kleine Menge versammelt, so dass er sich mühsam durch drängeln muss, um noch den nächsten Aufzug erreichen zu können. Dabei entdeckt er Capek, einen alten Freund und Arbeitskollegen. Als dieser ihn in der Menge erspäht, zwängt er sich an den Wartenden zu ihm durch.
„Vauc, alter Freund. Du wohnst in der Oberstadt. Warum wartest du hier mit uns unten am Bahnhof?“
„Die Zugangsstraßen in meinem Wohnturm sind wegen Wartungsarbeiten gesperrt.“
„Immer noch? Ich dachte der Schaden wurde nun endlich mal behoben.“ In Capek's Stimme klingt Unverständnis mit.
Vaucanson ist selbst genervt von dem Umstand jedes Mal in die Unterstadt zu müssen, aber was soll er machen? Zusammen warten sie nun auf den Aufzug, welcher sich gerade in Sichtweite bewegt.
„Wie geht es deiner Frau?“
Vaucanson hält kurz inne bevor er sagt: „Nicht so gut.“
„Ist Vomisa noch immer traurig wegen Isaac?“
„Er war unser Wunschkind und wir haben ihn uns selbst ausgesucht. Von uns beiden trägt er die signifikantesten Merkmale.“ Der Fahrstuhl erreicht mit einem lauten Zischen den Boden und öffnet seine einladenden Türen. Die Masse drängt hinein, wobei einige neugierige Köpfe zu Vaucanson und Capek wandern.
„Isaac distanziert sich jedoch von uns und er schwänzt die Schule. Tag um Tag sitzt er auf den verrosteten Rohren am Stadtrand.“
„Er ist ein Teenager. Wir waren alle mal so“, versucht ihn Capek zu beruhigen.
Auch Vaucanson hatte einst seine Existenz beklagt und alles und jeden verteufelt. Wenn er so darüber nachdenkt dann ist ihm Isaac sogar ähnlicher als er einst zu hoffen wagte.
„Du hast Recht“, gibt er schließlich zu.
„So gefällst du mir. Und Vomisa wird das auch noch irgendwann verstehen. Vielen Müttern ergeht es ähnlich. Vielleicht sollte sie eine Selbsthilfegruppe aufsuchen?“
„Ich werde mit ihr darüber sprechen.“
Der Fahrstuhl bringt die beiden Freunde in den Plazabereich des Technologiezentrums der Stadt. Hoch oben über der Unterstadt blickt Vaucanson nun auf das geschäftige Treiben der winzigen Figuren und Vekrons auf Schienen herab. Die Türme der Oberstadt sind mit gläsernen Rohren miteinander verbunden, auf welchen sich Straßen, kleinere Parkanlagen und Freizeitgeschäfte befinden. Vaucanson und Capek jedoch bleiben im Technologieturm, in welchen sich Capek jedoch umgehend von ihm verabschiedet. Sein Ziel ist Sektor 34/B, wo er zusammen mit Fließbandmaschinen an neuen Chips und Platinen für den Massenmarkt arbeitet. Vaucanson hofft darauf, als er ihn so hinterherschaut, das auch seine Technologie zur Energiegewinnung bald massentauglich sein wird.

 

 

 

 

 

 


- Energieproblem -

 

 

    Vaucanson starrt nachdenklich auf die Hologrammprojektionen an seinem Arbeitsplatz. Die mittlerweile hochstehende Sonne und die Stadt, eingetaucht in diesem beinahe schon friedlichen Licht, nimmt er kaum noch wahr. Die Konferenz verlief mehr als gut, denn es wurde dem Bau der ersten Alpha - Anlage zugestimmt. In zwei Stunden wird er sich mit dem Architekten treffen, doch bis dahin will er seine Berechnungen noch einmal überprüfen.
Er kennt die Formeln auswendig, aber dennoch liest er sie immer und immer wieder. Er will nicht versagen. Nein, er darf einfach nicht versagen. Im Notfall muss Energie her, um einen totalen Blackout zu vermeiden. Der letzte Blackout hat seinem Vater das Leben gekostet. Dieser Verlust schmerzt Vaucanson noch immer. Seine Mutter war mit ihm damals auf Reisen gewesen, deswegen hatten sie Glück. Aber sein Vater . . .


    Traurigkeit ist eine Emotion, die er niemals wirklich wird verstehen können. Warum trauert man, wenn man sich doch vielmehr auf das Wesentliche konzentrieren sollte? Und genau das versucht Vaucanson nun wieder. Die Formeln die er selbst entworfen hat bedeuten für seine Zivilisation nicht einfach nur Zahlen, Symbole und Zeichen. Nein, sie bedeuten eine gesicherte Existenz. Hätte er nicht diese Eingebung von den Hyperkomolotonen gehabt, welche ein statisches Energiefeld erzeugen, das in Zentrifugalkraft Nanotransmitter zur Spaltung von Flexibulstabilisatoren freisetzt, dann müssten sie auch heute noch Tausende oder gar Millionen Verluste miteinberechnen. Denn letztendlich sind es die gefürchteten schwarzen Stürme, welche über Monate hinweg die Fotovoltaikanlagen ad absurdum führen. Blackouts haben in vergangener Zeit schon ganze Siedlungen lahm gelegt. Das darf es einfach nicht mehr geben, denkt Vaucanson entschlossen und er wird wütend wenn er über die Verluste nachdenkt. Das ist so unnötig. Warum muss erst eine Existenz unerwartet oder gewaltsam beendet werden, damit man den Sinn des Lebens zu erkennen glaubt?
Vaucanson wird derzeit von einem Tohuwabohu an Emotionen heimgesucht. Angst, Trauer, Wut, Verzweiflung . . . Er empfindet allesamt als unnötig, doch waren es genau diese Emotionen die für ihn die Nächte zum Tag werden ließen, damit er das Alpha – Programm, die Lösung für all diese Probleme, entwickeln konnte.

 

 

 

 

 


- Die Ahnen -

 


„Herr Uncul'i!“ Vaucanson steigt über den felsigen Boden hinweg und streckt dem Architekten seine Hand entgegen.
„Nennen sie mich Hom.“ Der Architekt lächelt und zerdrückt mit seiner Kraft beinahe seine Hand. „Es ist gut das sie gleich vorbeigekommen sind, denn wir haben die ideale Baufläche für die Alpha – Anlage gefunden. Hier können wir den Boden mit Steinplatten ebnen und mit herausgelaserten Felsgesteinen die Wände und Türme hochziehen.“
„Sie verwenden Gestein? Warum denn kein Beton?“ Vaucanson ist sichtlich verwundert.
„Kommen sie mal mit.“ Hom stolpert unbeholfen an zwei wuchtigen Baumaschinen vorbei einen kleinen Felshang entlang. Vaucanson hat große Mühe ihm zu folgen. Der Weg ist mühsam bei dem ganzen Schotter. Zu mühsam für seinen Geschmack, doch schon bald weiß er welches Ziel Hom ansteuert. In einer Talsenke kann er sie sehen. Die Ruinenstadt einer vergangenen Zivilisation.
„Sehen sie was von Beton übrig bleibt?“ fragt Hom. „Nicht viel. Die Städte verrotten vor sich hin und die Natur, in diesem Fall karges Gestein und Schotter, erobert sich das Terrain zurück. Anders sieht es mit Stein aus.“
„Unsere Vorfahren waren primitiv, aber wenn ich mir diese gigantischen Städte so anschaue, kann ich mir kaum vorstellen wie sie dazu fähig sein konnten.“ Er blickt auf die Skelettruinen einer Stadt der Altvorderen herab. Ihre Städte waren groß und es gab auf der ganzen Welt eine globale Verkehrsverbindung und einen stetigen Handel mit Gütern. Aber dennoch waren sie einfältig, weil sie sich selbst vernichteten. Sie bauten Waffen, welche deren gesamte Zivilisation auslöschte und die Erde heute beinahe unbewohnbar gemacht hat.
    „Ich denke nicht das unsere Vorfahren wirklich so primitiv waren. Sie mögen vielleicht das Gleiche von ihren eigenen Vorfahren und Ahnen gedacht haben, aber ich glaube das sie es einfach nicht besser wussten“, meint Hom. „Sie haben uns diese schreckliche Welt hinterlassen, und das ist ihr einziger Fehler. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir ohne sie niemals existieren würden.“
„Ja, dass mag sein.“
    „Das mag nicht sein, dass ist so.“ Hom lacht. „Wir sind jedoch nicht so verblendet, anders als unsere Vorfahren als sie auf Stonehenge und die Pyramiden blickten, um das nicht anzuerkennen.“
Vaucanson hat sich noch nie intensiv mit der alten Zivilisation beschäftigt. Warum auch, umfasst sein Themengebiet doch vielmehr die Mathematik, Physik und die Sorge um die Zukunft. Sie müssen im Hier und Jetzt sehen wie sie mit den Schwierigkeiten umgehen und Probleme lösen. Sein Vater wollte das er diese Aufgaben übernimmt, deswegen sind Mathematik und Physik seine primären Fähigkeiten.
„Aber eine Sache ist dennoch interessant.“
„Welche?“ harkt Vaucanson müde nach.
    „Ihr Glaube.“ Hom's Blick hält ihn gefangen als er sagt: „Sie glaubten an einen Weltenerschaffer, an einen Messias, sowie an Wesen jenseits des festen Körpers. Viele Jahrtausende lebten sie mit diesen Vorstellungen und Traditionen.“
„Darin gibt es keine Logik.“
„Unsere Vorfahren lebten auch nicht allein durch die Logik, sondern mit ihren Gefühlen.“
„Das kenne ich“, gibt Vaucanson leise zu. Er weiß wie es ist, wenn Gefühle die Herrschaft über die logischen Gedanken übernehmen. Er hat das heute schon einmal erlebt und am liebsten wäre er dafür das Gefühle abgeschafft werden, so wie es die Partei der Analytiker fordert.
„Gefühle sind nützlich, auch wenn sie der Logik stets widersprechen, aber Gefühle erschaffen Kunst. Ich baue Objekte und beteilige mich somit auch an der kostbaren Kreativität. Die Alpha – Anlage wird nicht nur praktisch sein, sondern auch schön aussehen.“
    „Aber darum geht es nicht.“ Es geht um Energiegewinnung und das Überleben, denkt er grimmig.
„Doch darum sollte es gehen. Sieh dir dieses verrottete Gebäude da unten an. Es war einmal ein Krankenhaus, haben Archäologen bei ihrer Expedition letztes Jahr festgestellt. Das war sogar in den Nachrichten“, fügt Hom schnell hinzu. „Es wurde jedoch nicht nur praktisch errichtet, sondern in einer wunderschönen symmetrischen Form. Die Grundrisse kannst du noch deutlich erkennen.“
Vaucanson versucht vergeblich in dem Chaos der verrosteten Ruinenskelette unter seinen Füßen irgend eine Ordnung zu erkennen. Doch diese Gabe obliegt wohl nur Architekten, so glaubt er.
„Die Schönheit ist ein Teil dieser Welt. Oder zumindest war sie das mal. Lange bevor unsere Ahnen alles vernichtet und zerstört haben.“
    „Wenn sie die Schönheit liebten, warum waren sie dann so grausam und zerstörerisch?“
„Das sind Widersprüche, welche die Forscher auch heute noch zu enträtseln versuchen.“
„Wie dem auch sei, ich will nur das mit der Anlage alles klappt. Wenn die Apparate installiert werden und das Netz zu Rostadt, als erster Feldversuch überhaupt, verlegt wird und alles erfolgreich läuft, dann können wir diese Anlagen in andere Siedlungen und Städte expandieren.“
„Das wäre die Hoffnung und Rettung“, bestätigt Hom mit heiterer Stimme. „Aber dennoch gibt es auf der Welt noch andere Dinge die es zu bewahren gilt.“

 

 

 

 

 


- Golem Bar -

 


    Ein harter Arbeitstag liegt hinter ihm. Es wurde viel beschlossen und in die Wege geleitet. Vaucanson hat ein gutes Gefühl. Dieses trübt sich jedoch wieder als er an sein zu Hause, seine traurige Frau und seinen rebellischen Sohn zu denken beginnt. Mürrisch schaut er sich in der Bar um.
Es ist düster und einige Lichter flackern direkt über der Theke. Sie müssten einmal ausgetauscht werden, genau wie sein interner Wecker, den er vor den nächsten Morgen endlich einmal reparieren sollte. Doch man kommt einfach zu nichts mehr. Die Atmosphäre in der Bar gefällt ihm. Es dudelt leise Musik aus einer digitalen Box, Holoprojektoren zwischen den Tischen zeigen die neusten Nachrichten und die Kellner rollen eifrig von Tisch zu Tisch, um die Bestellungen aufzunehmen. Sie sind stets freundlich, aber für seinen Geschmack manchmal ein bisschen aufdringlich. Ihre Rechte sind beschränkt, aber dennoch gibt es bereits Verhandlungen ihnen mehr Freiraum und auch, was besonders kostbar ist heutzutage, mehr Persönlichkeit zu gewähren.
    „N'abend Vauc. Willst du wieder das Übliche?“ Der Barkeeper lehnt seinen wuchtigen Körper auf die kupferfarbene Theke, so dass sie bereits unter seinem Gewicht zu knarzen beginnt. Hinter dem Barkeeper türmen sich eiserne Fässer auf, welche Vaucanson allesamt in Augenschein nimmt.
„Ja, aber diesmal etwas dünnflüssiger heute.“
„Hast du wieder viel Stress, du alter Weltenretter?“ lacht er und dreht sich zu den Fässern um.
„Immer, Lem. Aber das wird sich bald legen, wenn mein Projekt gebaut wird.“
„Ist es diese unerschöpfliche Energie, von der du immer gesprochen hast?“ Lem dreht einen Hahn auf und kurz darauf fließt eine glänzend – schwarze Flüssigkeit in den Krug.
    „Du wirst dich noch wundern. Vor allem wenn du in der Zeit der Dunkelheit und Stürme mit Energie versorgt sein wirst, ohne das du gleich fluchtartig die Stadt verlassen und in Notcamps umsiedeln musst.“
„Das klingt für mich nach Utopie.“ Lem knallt ihm lauthals den Krug auf die Theke.
Vaucanson schaut kurz hinein. „Lange wirst du das Zeug nicht mehr verkaufen können.“
    „Das sind auch mitunter die letzten Reserven. Hab sie einem fahrenden Händler abgekauft. Der Typ hat echt Wucherpreise dafür verlangt, aber verübeln kann ich's ihm nicht.“
„Ja, weil ich dir dafür jetzt nun Wucherpreise bezahlen werde“, lacht Vaucanson.
„Du kannst es dir doch leisten.“
„Ja, meine Frau will schon lange das wir umziehen. Vielleicht in ein Haus?“
„Ich könnte niemals weg aus der Stadt.“
„Ich eigentlich auch nicht. Mir gefällt die Stadt, aber ich habe eine Familie.“
    Lem mustert ihn mit eingefrorener Miene. „Du bist zwar reich, hast eine beispiellose Intelligenz und noch dazu gerade unseren Arsch gerettet, aber tauschen möchte ich nicht gerne mit dir.“
„Wir haben alle unsere Lasten zu tragen.“ Vaucanson leert den Krug mit einem Zug, knallt ihn nun ebenfalls auf die Theke und fügt hinzu: „Man hat es eben nicht leicht . . . als Roboter.“

 

 

 

- Ende -


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Kurzgeschichten Sci-Fi


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Ich spüre eine Erschütterung der Macht! Bei Darth Vader, ich fühle mich wieder wie dreizehn! Nein. Ich war damals acht Jahre alt gewesen als ich an einem Samstag um 4 Uhr früh mit meiner Bettdecke ins Wohnzimmer watschelte, in den überfüllten Regalen über der Couch nach der Krieg der Sterne Videokassette suchte und es mir vor dem Fernseher bequem machte.

 

 

Gebannt verfolgte ich das Abenteuer eines Farmerjungen, der von einem alten Mann (welcher mich damals irgendwie an Disney's Merlin erinnerte) dazu überredet wurde eine Prinzessin zu retten und das Imperium zu stürzen. Auf dem abenteuerlichen Weg an der Seite des Space Cowboys Han Solo und seinem röhrenden Bettvorleger Chewbacca lernte er die Macht kennen. Jene Macht, welche durch den bösen Zauberer Darth Vader eher als gefährlich eingeführt wurde, doch Luke half diese Macht am Ende von Krieg der Sterne den Todesstern zu zerstören. Was für ein Moment! Ich jubelte innerlich – zu laut durfte ich ja nicht sein, weil alle Familienmitglieder noch süß und selig schlummerten.

 

 

 

 

 

 

Das Imperium schlägt zurück setzte noch mal eins drauf. Ich liebte Hoth und die Tauntaun's. Die Entwicklung die Luke durchmachte, wie er das Lichtschwert getrieben durch die Macht in seine Hände zog, die Schlacht auf Hoth als das Imperium mit den gigantischen AT-AT's ankam und dann die Jedi Ausbildung von Luke an der Seite des grünen Frosches waren einfach grandios! Mein Kinderherz strahlte. Alles wirkte so mystisch und noch mehr Sci-Fi als es Star Trek jemals erreichen konnte. Die spannende Dreiecksbeziehung zwischen Luke, Leia und Han, Yoda im Sumpf oder die Wolkenstadt Bespin mit Lando Calrissian waren weitere Aspekte warum es damals mein absoluter Lieblingsteil war. Und dann der mega fette Cliffhanger am Ende! „Ich bin dein Vater, Luke!“ Boa, das kann nicht sein, dachte ich. Und ebenso auch Luke, welcher nur noch schreien und sich dann in den vermeintlichen Tod stürzen konnte. Doch wait... Leia hat ihn gespürt? Es blieb spannend am Ende, nicht zuletzt weil Han Solo mit Hilfe von Darth Vader in die Hände von Jabba The Hutt geriet. Zum Glück habe ich damals nicht alles live erleben und somit lange auf den nächsten Film im Kino warten müssen, so wie Zeitzeugen der ersten Star Wars Ära. Nein, ich musste nur eine neue Videokassette in den Recorder stecken und schon ging es weiter.

 

 

 

 

 

 

Die Rückkehr der Jedi Ritter. Was für ein Titel! Ich hatte in der Tat gehofft jetzt viele Jedi zu Gesicht zu bekommen, jedoch waren meine Wünsche und Hoffnungen sofort vergessen als ich Luke, den einstigen Farmerjungen, als Jedi Meister sah. Was für ein Moment! Luke, in schwarzer Kapuze gehüllt, auf dem Weg zu Han Solos Rettung. Leider verpuffte meine Freude, als ich sah das Luke nicht auf den Putz haute und alle umnietete. Aber gut. Er war ein Jedi und nicht auf der dunklen Seite der Macht. Er war mehr so wie Obi-Wan Kenobi. Das Ende von Jabba und Boba Fett war lustig, aber es ging sofort weiter im Text. Keine Hänger im Film, so dass ich damals nicht mal dazu kam mir weiter weiche Weißbrotscheiben in den Mund zu stopfen. Keine Ahnung warum ich die damals in Massen gefuttert habe, aber irgendwie haben sie mir geschmeckt.
Luke war ein Jedi, Yoda lag im Sterben und dann der nächste Kracher: Leia ist seine Schwester! Wait! Hat er sie nicht im vorherigen Film geküsst? Egal. Weiter im Text, dachte ich. Warum erfährt er es jetzt erst? Keine Zeit, keine Zeit, denn der neue Todesstern war fast fertig und das Imperium musste gestürzt werden. Wer sonst als ein Jedi wäre dazu in der Lage, dachte ich. Nervige Ewok - Eingeborene (aka Kinder und Kleinwüchsige in Teddykostümen) und ein Hinterhalt im All später standen sich Vater und Sohn vor dem Imperator kampfbereit gegenüber. An drei Orten wurden Kämpfe ausgetragen. Auf Endor, im All und zwischen Vater und Sohn. Doch nicht die dunkle Seite der Macht siegte, sondern die Liebe von einem Vater zu seinem Sohn. Darth Vader schleuderte den Imperator direkt aus dieser epischen Geschichte hinaus ins All, wurde dadurch tödlich verletzt, der eifersüchtige Han erfuhr davon das Leia Lukes Schwester ist und er somit freie Bahn hatte und es gab zum Schluss noch eine fette Ewok- Trommelparty auf den Helmen der Sturmtruppler. Perfektes Ende in meinen Augen.

 

 

 

 

 

 

 

Das war eine großartige Star Wars Kindheit und es waren Filme die ich immer wieder gerne anschaute. Doch dann kamen die Prequels... George Lucas, warum hast du alles zerstört? Warum musstest du verdammt nochmal alles zerstören?! Midiclorianer, eine unsympathische, kleine, nervige Rotznase als Mini- Vader, ein computeranimiertes Pferdevieh auf zwei Beinen, dass viel mehr auf Super RTL seinen Platz hätte finden sollen, ein unsagbar langes Pod- Rennen mit nur einem einzigen Racer der das Ziel erreicht und immer wieder muss betont werden wie mächtig doch die Jedi sind. Und dann Darth Maul! Warum hast du ihn im ersten Film kaum zu Wort kommen und dann auch noch sterben lassen? Was soll das alles? Das ist doch kein Star Wars mehr!

 

 

 

 

 

 

 

 

Episode 2 war dann Vom Winde verweht auf Valium. Ich fand damals nur die Locations wie Kamino oder Geonosis genial. Steril, aber genial. Aber warum war Yoda keine verschrumpelte Puppe mehr wie in Episode 1? Warum hopste er wild fuchtelnd herum? Das war lächerlich. Die Liebesbeziehung zwischen Milchboy- Vader und Amidala war lächerlich. Überhaupt war der ganze Film lächerlich! Und dann auch noch die peinlich- platten Sprüche von C3PO. „Maschinen bauen Maschinen. Wie pervers!“ Hallo?! Wer soll sie denn sonst bauen, du Schrottkübel? Trendoshanische Gastarbeiter oder illegale Einwanderer aus dem Outer Rim? C3PO fand ich früher schon nicht gerade prickelnd, aber hier hat es George Lucas geschafft, dass ich ihn regelrecht hassen lernte. Danke.

 

 

 

 

 

 

 

Der dritte Teil dieser grausamen Trilogie hätte eigentlich der Erste sein und sich dann von Film zu Film steigern müssen. Doch leider war dies nur der dritte Film, welcher aus den Resten der ersten beiden Katastrophen das Beste machen musste. Die Atmosphäre war besser, jedoch die Schauspieler noch immer so derart eingeschränkt, dass alles so lieblos und aufgesetzt wirkte. Das war ein Theaterstück, mehr aber auch nicht. Und dann auch noch die an den Haaren herbeigezogene Handlung rund um die Order 66. Die Jedis waren dann plötzlich alle wie aus heiterem Himmel blind und taub. Na dann macht aus ihnen doch keine Übermenschen, verdammt nochmal! Das in Episode 1, wo die Jedi ja alle so mächtig und bla waren, war einfach zu viel. In den Krieg der Sterne – Filmen waren es nur Ritter mit telekinetischen und telepathischen Fähigkeiten, welche an eine altertümliche Religion glaubten. Nicht mehr und nicht weniger. Man stelle sich also die letzten verbliebenen Ritter im Mittelalter zu Zeiten von Ritter Götz von Berlichingen vor. Geht man in der Zeit dann ein wenig zurück, waren die stolzen Ritter auch nichts weiter als Adelige mit einem Schwert oder Söldner in einer Rüstung. (Je nachdem was der Geldbeutel eben hergab, wenn es um den Schutz des Körpers ging.) Aber in Episode 1 und 2 mussten die Jedi ja fast schon, Marvel like, wie Superhelden sein, deren Schüler noch dazu die Eigenschaft besaßen arrogant zu sein. Genau deswegen ist die Order 66 so hirnrissig. Mal von Padmé's Tod ganz zu schweigen, welcher das Gespräch zwischen Luke und Leia in Die Rückkehr der Jedi Ritter ad absurdum führt.
Nein, der dritte Teil geht, aber mehr auch nicht.

 

 

 

 

 

 

Aber vergessen wir, und zwar ganz ganz schnell, die Prequels. Ich könnte hier noch halbe Romane darüber verfassen, wenn es darum geht diese zu kritisieren, aber nein. Wir sind nun einen Schritt weiter und weit weit weg von George Lucas. J.J. Abrahms ist am Zug. Ich kenne ihn nicht. Ich weiß nicht was er drauf hat, aber er hat schon mal ein Händchen für packende Trailer und Teaser. Junge, Junge das wird was. Und ganz ehrlich... schlechter als die Prequels können die neuen Filme nicht werden. Deswegen geht die Kurve nur bergauf.


Ob es jedoch tatsächlich möglich wäre? An die alten Klassiker anzuknüpfen und diese mit dem heutigen, mit unserem Zeitgeist zu verknüpfen? Ich wünsche es mir so sehr.

 

 

 

 

 

 

Anfangs habe ich mich noch bekringelt vor Lachen bei diesem Kreuzlichtschwert von Kylo Ren, sowie über diesen rollenden Fussball mit Kopf. Das ging alles ein wenig in Richtung Jar Jar Binks und meine Befürchtungen waren das Disney doch zu sehr auf das Star Wars Universum Einfluss ausübt. Doch der neue Trailer hat mich umgehauen. Luke Skywalker erzählt der Tochter von Han und Leia, oder seiner eigenen Tochter, oder einem Sohn, oder wen auch immer, dass die Macht stark in der Familie ist. Und dabei schaut er auf den Helm seines Vaters! Auf Darth Vaders Überreste! Ich habe jetzt schon wieder eine Gänsehaut vom Feinsten!


Der Mittelteil des Trailers war weniger prickelnd, denn die hübsche Schwarzhaarige muss sich erst noch beweisen und dieser Boyega passt mal so gar nicht ins Star Wars Universum. Nein, nicht weil er schwarz ist. Er sieht aus wie ein Affe, sorry. Ich muss bei ihm immer unweigerlich an Planet der Affen denken und nicht an Star Wars. Als Miles Dyson's Sohn, wie ursprünglich vorgesehen, im Terminator Universum hätte ich ihn gefeiert. Doch in Star Wars passt er einfach nicht. Ich kann mich auch nicht mit ihm anfreunden und hoffe das er schnell von uns gehen wird.
Das Ende des Trailers . . . Tja, was muss man dazu noch sagen? Gänsehaut! Du meine Güte! Die alten Zeiten sind zurückgekehrt und ich hoffe echt das die neuen Schauspieler dieser Aufgabe gewachsen sind, wenn die Alten sich zurückziehen werden, um den Neuen das Feld zu überlassen.

 

 

 

 

 

 

Die Macht ist erwacht! In der Tat. In diesem Jahr geht es wieder los und eine neue Ära beginnt. Möge sie glorreich sein, an alte Zeiten anknüpfen, neuen Wind liefern und uns alle die lächerlichen Prequels vergessen lassen. Es geht hoffentlich wieder um jene Macht, welche nun von uns allen (zumindest von uns Fans) Besitz ergreift. Ich wünsche mir wieder, so wie damals als ich acht Jahre alt war und Star Wars zum ersten Mal erlebte, ein Abenteuer, welches sich zu einem packenden Epos entwickelt. Ich will wieder Sci- Fi der Extraklasse erleben und auch miterleben wie ein neuer Hype entsteht.

 

 

 

In diesem Sinne . . . ist die Macht stark in Euch!

 

Avi

 

 

 

 


 

 

 

"I want to come with you to Alderaan. There's nothing for me here now. I want to learn the ways of the Force and become a Jedi like my father." -  Luke Skywalker, Star Wars (1977)


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Star Wars Sci-Fi Film Kino Hype


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