Dark Side of the World

Das Magazin für alle Themen jenseits des stressigen Alltags

Dieser Blog ist unsichtbar!

 

 

Weil bisher alle meine Geschichten ein trauriges oder bedrückendes Ende fanden, gibt es diesmal eine Geschichte frei von Drama oder Tragik. Diesen Blog werde ich von ganzen Herzen den CW'ler zzz79 widmen. Diese Kurzgeschichte ist für dich, Bro. ^^

 

 


Das Alpha – Programm

 

 


- Prolog -

 


Dickflüssig wird die schäumende Gischt gegen die verrosteten Stahlmauern gespült. Das Wasser ist dreckig braun. Kein schöner Anblick, doch Isaac mag es hier oben auf den verrosteten Rohren am großen Wall zu sitzen und den Wellen zuzuschauen. Es gibt nicht mehr viel Wasser auf der Erde. Die Ozeane sind zu kleinen Seen geworden und tote Landmassen haben den Planeten eingenommen. Die Ozonschicht ist fast vollständig verschwunden und an manchen Tagen herrschen Temperaturen von weit über 40 Grad. Hier in der Gegend von Rostadt gibt es zwar keine Wüsten, dafür aber karges Felsgestein so weit das Auge reicht. Jenseits der Sennberge erheben sich Vulkane, deren Lava und heiße Luft für alle tödlich sind.
Die Welt geht zu Grunde denkt sich Isaac, währenddessen er auf das Wasser unter seinen Füßen schaut. Er hat die Beine angewinkelt und seine Arme um die Schienbeine geschlungen. Isaac hasst sein Leben, die Welt und die Tatsache das er überhaupt existiert.

 

 

 

 

 


- Rostadt -

 

 

Sein integrierter Wecker schrillt heute wieder eine Stunde später als geplant. Ein Defekt den Vaucanson unbedingt noch beheben muss, aber er findet dafür einfach keine Zeit. Die letzten Monate über drehten sich seine Gedanken nur um eine Sache: Das Alpha – Programm, eine von ihm entwickelte Möglichkeit der Energiegewinnung. Sonnenenergie war eine lange Zeit hinweg die ultimative Lösung gewesen, doch seitdem es immer wieder heftige Sommerstürme und schwarze Wolkenmassen gibt, welche die Sonne über Monate hinweg verdecken, wird es langsam brenzlig. Ohne Energie kann die Zivilisation nicht fortbestehen. Vaucanson hatte jedoch die rettende Idee als er eines Morgens aufstand und sich, genau wie heute, für die Arbeit fertig machte.
Jetzt sind schon vier Jahre vergangen und das Alpha – Programm befindet sich in der Endphase.

 

 

     Gehetzt eilt Vaucanson über die viel befahrende Straße, auf welcher die Vekrons, metallene Vehikel auf Schienen, mit hoher Geschwindigkeit an ihm vorbei zischen. Ein Blick über seine Schulter offenbart sein Heim. Er wohnt im 503. Stock des T - Turmes in Rostadt. In dieser Stadt leben10 Millionen Einwohner auf engstem Raum, aber die Luft ist frei von Schadstoffen. Man fährt elektrisch und lebt elektrisch. Fossile Brennstoffe sind in nahezu allen Bereichen überflüssig geworden. Aber dennoch gibt es unschöne Nebeneffekte des Großstadtlebens. Vaucanson eilt über den Bürgersteig und schaut kurz zu den Abflussrohren die sich in der Unterstadt befinden. Gallertartige Fäden tropfen von der Rohrdecke auf den Boden. Um diesen giftig grünen Schleim zu beseitigen tun kleine Säuberungsroboter ihr Bestes. Vaucanson kann sie nur bemitleiden, aber viel Zeit bleibt ihm nicht. Er ist in großer Eile, also rennt er die Straße entlang zu einem Bahnhof des CF- Elevators. Alle vier Minuten fährt dieser hinauf und hinab, um Arbeiter in die Ober – oder Unterstadt zu befördern. Vaucanson muss hinauf in sein Büro. Ein Treffen mit den Vorsitzenden der GeroTech steht an. Jenes Unternehmen, welches für sein Alpha – Programm zuständig ist.

 

 

 

 

 

 

 

Vor dem CF – Elevator hat sich eine kleine Menge versammelt, so dass er sich mühsam durch drängeln muss, um noch den nächsten Aufzug erreichen zu können. Dabei entdeckt er Capek, einen alten Freund und Arbeitskollegen. Als dieser ihn in der Menge erspäht, zwängt er sich an den Wartenden zu ihm durch.
„Vauc, alter Freund. Du wohnst in der Oberstadt. Warum wartest du hier mit uns unten am Bahnhof?“
„Die Zugangsstraßen in meinem Wohnturm sind wegen Wartungsarbeiten gesperrt.“
„Immer noch? Ich dachte der Schaden wurde nun endlich mal behoben.“ In Capek's Stimme klingt Unverständnis mit.
Vaucanson ist selbst genervt von dem Umstand jedes Mal in die Unterstadt zu müssen, aber was soll er machen? Zusammen warten sie nun auf den Aufzug, welcher sich gerade in Sichtweite bewegt.
„Wie geht es deiner Frau?“
Vaucanson hält kurz inne bevor er sagt: „Nicht so gut.“
„Ist Vomisa noch immer traurig wegen Isaac?“
„Er war unser Wunschkind und wir haben ihn uns selbst ausgesucht. Von uns beiden trägt er die signifikantesten Merkmale.“ Der Fahrstuhl erreicht mit einem lauten Zischen den Boden und öffnet seine einladenden Türen. Die Masse drängt hinein, wobei einige neugierige Köpfe zu Vaucanson und Capek wandern.
„Isaac distanziert sich jedoch von uns und er schwänzt die Schule. Tag um Tag sitzt er auf den verrosteten Rohren am Stadtrand.“
„Er ist ein Teenager. Wir waren alle mal so“, versucht ihn Capek zu beruhigen.
Auch Vaucanson hatte einst seine Existenz beklagt und alles und jeden verteufelt. Wenn er so darüber nachdenkt dann ist ihm Isaac sogar ähnlicher als er einst zu hoffen wagte.
„Du hast Recht“, gibt er schließlich zu.
„So gefällst du mir. Und Vomisa wird das auch noch irgendwann verstehen. Vielen Müttern ergeht es ähnlich. Vielleicht sollte sie eine Selbsthilfegruppe aufsuchen?“
„Ich werde mit ihr darüber sprechen.“
Der Fahrstuhl bringt die beiden Freunde in den Plazabereich des Technologiezentrums der Stadt. Hoch oben über der Unterstadt blickt Vaucanson nun auf das geschäftige Treiben der winzigen Figuren und Vekrons auf Schienen herab. Die Türme der Oberstadt sind mit gläsernen Rohren miteinander verbunden, auf welchen sich Straßen, kleinere Parkanlagen und Freizeitgeschäfte befinden. Vaucanson und Capek jedoch bleiben im Technologieturm, in welchen sich Capek jedoch umgehend von ihm verabschiedet. Sein Ziel ist Sektor 34/B, wo er zusammen mit Fließbandmaschinen an neuen Chips und Platinen für den Massenmarkt arbeitet. Vaucanson hofft darauf, als er ihn so hinterherschaut, das auch seine Technologie zur Energiegewinnung bald massentauglich sein wird.

 

 

 

 

 

 


- Energieproblem -

 

 

    Vaucanson starrt nachdenklich auf die Hologrammprojektionen an seinem Arbeitsplatz. Die mittlerweile hochstehende Sonne und die Stadt, eingetaucht in diesem beinahe schon friedlichen Licht, nimmt er kaum noch wahr. Die Konferenz verlief mehr als gut, denn es wurde dem Bau der ersten Alpha - Anlage zugestimmt. In zwei Stunden wird er sich mit dem Architekten treffen, doch bis dahin will er seine Berechnungen noch einmal überprüfen.
Er kennt die Formeln auswendig, aber dennoch liest er sie immer und immer wieder. Er will nicht versagen. Nein, er darf einfach nicht versagen. Im Notfall muss Energie her, um einen totalen Blackout zu vermeiden. Der letzte Blackout hat seinem Vater das Leben gekostet. Dieser Verlust schmerzt Vaucanson noch immer. Seine Mutter war mit ihm damals auf Reisen gewesen, deswegen hatten sie Glück. Aber sein Vater . . .


    Traurigkeit ist eine Emotion, die er niemals wirklich wird verstehen können. Warum trauert man, wenn man sich doch vielmehr auf das Wesentliche konzentrieren sollte? Und genau das versucht Vaucanson nun wieder. Die Formeln die er selbst entworfen hat bedeuten für seine Zivilisation nicht einfach nur Zahlen, Symbole und Zeichen. Nein, sie bedeuten eine gesicherte Existenz. Hätte er nicht diese Eingebung von den Hyperkomolotonen gehabt, welche ein statisches Energiefeld erzeugen, das in Zentrifugalkraft Nanotransmitter zur Spaltung von Flexibulstabilisatoren freisetzt, dann müssten sie auch heute noch Tausende oder gar Millionen Verluste miteinberechnen. Denn letztendlich sind es die gefürchteten schwarzen Stürme, welche über Monate hinweg die Fotovoltaikanlagen ad absurdum führen. Blackouts haben in vergangener Zeit schon ganze Siedlungen lahm gelegt. Das darf es einfach nicht mehr geben, denkt Vaucanson entschlossen und er wird wütend wenn er über die Verluste nachdenkt. Das ist so unnötig. Warum muss erst eine Existenz unerwartet oder gewaltsam beendet werden, damit man den Sinn des Lebens zu erkennen glaubt?
Vaucanson wird derzeit von einem Tohuwabohu an Emotionen heimgesucht. Angst, Trauer, Wut, Verzweiflung . . . Er empfindet allesamt als unnötig, doch waren es genau diese Emotionen die für ihn die Nächte zum Tag werden ließen, damit er das Alpha – Programm, die Lösung für all diese Probleme, entwickeln konnte.

 

 

 

 

 


- Die Ahnen -

 


„Herr Uncul'i!“ Vaucanson steigt über den felsigen Boden hinweg und streckt dem Architekten seine Hand entgegen.
„Nennen sie mich Hom.“ Der Architekt lächelt und zerdrückt mit seiner Kraft beinahe seine Hand. „Es ist gut das sie gleich vorbeigekommen sind, denn wir haben die ideale Baufläche für die Alpha – Anlage gefunden. Hier können wir den Boden mit Steinplatten ebnen und mit herausgelaserten Felsgesteinen die Wände und Türme hochziehen.“
„Sie verwenden Gestein? Warum denn kein Beton?“ Vaucanson ist sichtlich verwundert.
„Kommen sie mal mit.“ Hom stolpert unbeholfen an zwei wuchtigen Baumaschinen vorbei einen kleinen Felshang entlang. Vaucanson hat große Mühe ihm zu folgen. Der Weg ist mühsam bei dem ganzen Schotter. Zu mühsam für seinen Geschmack, doch schon bald weiß er welches Ziel Hom ansteuert. In einer Talsenke kann er sie sehen. Die Ruinenstadt einer vergangenen Zivilisation.
„Sehen sie was von Beton übrig bleibt?“ fragt Hom. „Nicht viel. Die Städte verrotten vor sich hin und die Natur, in diesem Fall karges Gestein und Schotter, erobert sich das Terrain zurück. Anders sieht es mit Stein aus.“
„Unsere Vorfahren waren primitiv, aber wenn ich mir diese gigantischen Städte so anschaue, kann ich mir kaum vorstellen wie sie dazu fähig sein konnten.“ Er blickt auf die Skelettruinen einer Stadt der Altvorderen herab. Ihre Städte waren groß und es gab auf der ganzen Welt eine globale Verkehrsverbindung und einen stetigen Handel mit Gütern. Aber dennoch waren sie einfältig, weil sie sich selbst vernichteten. Sie bauten Waffen, welche deren gesamte Zivilisation auslöschte und die Erde heute beinahe unbewohnbar gemacht hat.
    „Ich denke nicht das unsere Vorfahren wirklich so primitiv waren. Sie mögen vielleicht das Gleiche von ihren eigenen Vorfahren und Ahnen gedacht haben, aber ich glaube das sie es einfach nicht besser wussten“, meint Hom. „Sie haben uns diese schreckliche Welt hinterlassen, und das ist ihr einziger Fehler. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir ohne sie niemals existieren würden.“
„Ja, dass mag sein.“
    „Das mag nicht sein, dass ist so.“ Hom lacht. „Wir sind jedoch nicht so verblendet, anders als unsere Vorfahren als sie auf Stonehenge und die Pyramiden blickten, um das nicht anzuerkennen.“
Vaucanson hat sich noch nie intensiv mit der alten Zivilisation beschäftigt. Warum auch, umfasst sein Themengebiet doch vielmehr die Mathematik, Physik und die Sorge um die Zukunft. Sie müssen im Hier und Jetzt sehen wie sie mit den Schwierigkeiten umgehen und Probleme lösen. Sein Vater wollte das er diese Aufgaben übernimmt, deswegen sind Mathematik und Physik seine primären Fähigkeiten.
„Aber eine Sache ist dennoch interessant.“
„Welche?“ harkt Vaucanson müde nach.
    „Ihr Glaube.“ Hom's Blick hält ihn gefangen als er sagt: „Sie glaubten an einen Weltenerschaffer, an einen Messias, sowie an Wesen jenseits des festen Körpers. Viele Jahrtausende lebten sie mit diesen Vorstellungen und Traditionen.“
„Darin gibt es keine Logik.“
„Unsere Vorfahren lebten auch nicht allein durch die Logik, sondern mit ihren Gefühlen.“
„Das kenne ich“, gibt Vaucanson leise zu. Er weiß wie es ist, wenn Gefühle die Herrschaft über die logischen Gedanken übernehmen. Er hat das heute schon einmal erlebt und am liebsten wäre er dafür das Gefühle abgeschafft werden, so wie es die Partei der Analytiker fordert.
„Gefühle sind nützlich, auch wenn sie der Logik stets widersprechen, aber Gefühle erschaffen Kunst. Ich baue Objekte und beteilige mich somit auch an der kostbaren Kreativität. Die Alpha – Anlage wird nicht nur praktisch sein, sondern auch schön aussehen.“
    „Aber darum geht es nicht.“ Es geht um Energiegewinnung und das Überleben, denkt er grimmig.
„Doch darum sollte es gehen. Sieh dir dieses verrottete Gebäude da unten an. Es war einmal ein Krankenhaus, haben Archäologen bei ihrer Expedition letztes Jahr festgestellt. Das war sogar in den Nachrichten“, fügt Hom schnell hinzu. „Es wurde jedoch nicht nur praktisch errichtet, sondern in einer wunderschönen symmetrischen Form. Die Grundrisse kannst du noch deutlich erkennen.“
Vaucanson versucht vergeblich in dem Chaos der verrosteten Ruinenskelette unter seinen Füßen irgend eine Ordnung zu erkennen. Doch diese Gabe obliegt wohl nur Architekten, so glaubt er.
„Die Schönheit ist ein Teil dieser Welt. Oder zumindest war sie das mal. Lange bevor unsere Ahnen alles vernichtet und zerstört haben.“
    „Wenn sie die Schönheit liebten, warum waren sie dann so grausam und zerstörerisch?“
„Das sind Widersprüche, welche die Forscher auch heute noch zu enträtseln versuchen.“
„Wie dem auch sei, ich will nur das mit der Anlage alles klappt. Wenn die Apparate installiert werden und das Netz zu Rostadt, als erster Feldversuch überhaupt, verlegt wird und alles erfolgreich läuft, dann können wir diese Anlagen in andere Siedlungen und Städte expandieren.“
„Das wäre die Hoffnung und Rettung“, bestätigt Hom mit heiterer Stimme. „Aber dennoch gibt es auf der Welt noch andere Dinge die es zu bewahren gilt.“

 

 

 

 

 


- Golem Bar -

 


    Ein harter Arbeitstag liegt hinter ihm. Es wurde viel beschlossen und in die Wege geleitet. Vaucanson hat ein gutes Gefühl. Dieses trübt sich jedoch wieder als er an sein zu Hause, seine traurige Frau und seinen rebellischen Sohn zu denken beginnt. Mürrisch schaut er sich in der Bar um.
Es ist düster und einige Lichter flackern direkt über der Theke. Sie müssten einmal ausgetauscht werden, genau wie sein interner Wecker, den er vor den nächsten Morgen endlich einmal reparieren sollte. Doch man kommt einfach zu nichts mehr. Die Atmosphäre in der Bar gefällt ihm. Es dudelt leise Musik aus einer digitalen Box, Holoprojektoren zwischen den Tischen zeigen die neusten Nachrichten und die Kellner rollen eifrig von Tisch zu Tisch, um die Bestellungen aufzunehmen. Sie sind stets freundlich, aber für seinen Geschmack manchmal ein bisschen aufdringlich. Ihre Rechte sind beschränkt, aber dennoch gibt es bereits Verhandlungen ihnen mehr Freiraum und auch, was besonders kostbar ist heutzutage, mehr Persönlichkeit zu gewähren.
    „N'abend Vauc. Willst du wieder das Übliche?“ Der Barkeeper lehnt seinen wuchtigen Körper auf die kupferfarbene Theke, so dass sie bereits unter seinem Gewicht zu knarzen beginnt. Hinter dem Barkeeper türmen sich eiserne Fässer auf, welche Vaucanson allesamt in Augenschein nimmt.
„Ja, aber diesmal etwas dünnflüssiger heute.“
„Hast du wieder viel Stress, du alter Weltenretter?“ lacht er und dreht sich zu den Fässern um.
„Immer, Lem. Aber das wird sich bald legen, wenn mein Projekt gebaut wird.“
„Ist es diese unerschöpfliche Energie, von der du immer gesprochen hast?“ Lem dreht einen Hahn auf und kurz darauf fließt eine glänzend – schwarze Flüssigkeit in den Krug.
    „Du wirst dich noch wundern. Vor allem wenn du in der Zeit der Dunkelheit und Stürme mit Energie versorgt sein wirst, ohne das du gleich fluchtartig die Stadt verlassen und in Notcamps umsiedeln musst.“
„Das klingt für mich nach Utopie.“ Lem knallt ihm lauthals den Krug auf die Theke.
Vaucanson schaut kurz hinein. „Lange wirst du das Zeug nicht mehr verkaufen können.“
    „Das sind auch mitunter die letzten Reserven. Hab sie einem fahrenden Händler abgekauft. Der Typ hat echt Wucherpreise dafür verlangt, aber verübeln kann ich's ihm nicht.“
„Ja, weil ich dir dafür jetzt nun Wucherpreise bezahlen werde“, lacht Vaucanson.
„Du kannst es dir doch leisten.“
„Ja, meine Frau will schon lange das wir umziehen. Vielleicht in ein Haus?“
„Ich könnte niemals weg aus der Stadt.“
„Ich eigentlich auch nicht. Mir gefällt die Stadt, aber ich habe eine Familie.“
    Lem mustert ihn mit eingefrorener Miene. „Du bist zwar reich, hast eine beispiellose Intelligenz und noch dazu gerade unseren Arsch gerettet, aber tauschen möchte ich nicht gerne mit dir.“
„Wir haben alle unsere Lasten zu tragen.“ Vaucanson leert den Krug mit einem Zug, knallt ihn nun ebenfalls auf die Theke und fügt hinzu: „Man hat es eben nicht leicht . . . als Roboter.“

 

 

 

- Ende -


Tags:

Kurzgeschichten Sci-Fi


Bewertung: super!

8 Kommentare

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Am 08 Nov um 19:52 zzz79
Oh Meister der Feder ich danke dir für diese Ehrung images/smilies/knuffel1.gif

haha Avi mit so einem Ende hätte ich nicht gerechnet images/smilies/m-smile.gif Sehr gute Geschichte, da hast Du den Leser tatsächlich an der Nase herumgeführt. images/smilies/a-goodwork.gif

und das beste ist die Hauptcharaktere leben weiter und ein zweiter Teil von der Geschichte ist möglich. images/smilies/boogie.gif

Avi deine Geschichten sind einfach klasse, abwechslungsreich und sehr gut geschrieben. images/smilies/typerhappy.gif images/smilies/demut_1.gif

Ein Hoch auf dich Bro! images/smilies/drinkers.gif

Am 09 Nov um 01:36 Avi
Thx. images/smilies/SC29.png Das habe ich sehr gerne für dich gemacht Bro! images/smilies/knuffel1.gif

Ich habe jedoch einige ... sagen wir mal dezente Hinweise bezüglich des Endes in der Kurzgeschichte versteckt. Sieh dir einmal die Namen der Charaktere genauer an.

Jacques de Vaucanson war ein französischer Ingenieur und Erfinder, welcher im 18. Jahrhundert für seine Automaten, darunter auch die berühmte Roboterente, bekannt war.

Isaac Asimov dürfte bekannt sein. Isaac war deutlich aber seine verzweifelte Mutter Vomisa hingegen war schon schwieriger zu entlarven, doch wenn man ihren Namen rückwärts liest... images/smilies/m-wink.gif

Die tschechischen Gebrüder Čapek waren ebenfalls von der schreibenden Zunft. Joseph Čapek hingegen hinterlies der Nachwelt das für uns heute selbstverständliche Wort "Roboter".

Homunculus bezeichnet einen künstlich geschaffenen Menschen. Gemeint in der Kurzgeschichte ist natürlich der Architekt, Herr Hom Uncul'i. :-p

Ein Golem ist ebenfalls ein künstlich geformtes Wesen. Gigantisch in der Form und zu finden in den Werken einer der größten Weltreligionen.

Zu guter Letzt wollte ich auch den guten alten Lem mit ins Boot holen, allein um ihn zu ehren, denn ich liebe die Bücher von Stanislaw Lem.

Um nicht alles zu verraten, habe ich gar eine kleine These in der Kurzgeschichte versteckt. Mal sehen ob sie jemals entdeckt wird. images/smilies/m-happy2.gif


Am 09 Nov um 18:27 zzz79
Hehe Du Fuchs Du. Es war so offensichtlich und trotzdem habe ich es nicht gesehen. images/smilies/m-blushed.gif

Ja Lem war ein Genie und immer seiner Zeit voraus. Man könnte fast meinen sein Geist lebt in deiner Geschichte weiter.

Bezüglich deiner These, mhhhh ist echt schwer aber ich würde sagen: Das Leben ist nur durch Gefühle lebenswert bzw. nur durch Gefülle fühlen wir das wir leben. Ohne Gefühle wären wir nur Maschinen die auf reiner Logik basieren, dadurch könnten wir uns an nichts erfreuen, nichtmal an der Logik selber.

Weil die Gefühle lebendige Wesen ausmachen, haben wir diese den Maschinen als Erbe hinterlassen. images/smilies/SC29.png

Richtig oder ich bin auf dem Holzweg? images/smilies/ugly.gif

Am 09 Nov um 19:49 Daitogutschi
gut geschrieben, und danke für deine blogs
sehr unterhaltsam images/smilies/m-smile.gif

und ich hatte mit dem ende gerechnet images/smilies/m-razz01.gif
wie du bereits selbst geschrieben hast, waren viele versteckte hinweise dabei

ich steh auf diese art der geschichten
bitte weiter so


Am 09 Nov um 20:02 Daitogutschi
noch zu deiner these:
ich schätze mal du kennst den "Turing-Test"
lässt sich hier wunderbar anwenden, vielleicht verwendest du ihn bei deiner
nächsten geschichte

Am 10 Nov um 01:42 Avi
Ich war heute nicht on, Sorry...

zzz79:

Bezüglich deiner These, mhhhh ist echt schwer aber ich würde sagen: Das Leben ist nur durch Gefühle lebenswert bzw. nur durch Gefülle fühlen wir das wir leben. Ohne Gefühle wären wir nur Maschinen die auf reiner Logik basieren, dadurch könnten wir uns an nichts erfreuen, nichtmal an der Logik selber.

Weil die Gefühle lebendige Wesen ausmachen, haben wir diese den Maschinen als Erbe hinterlassen. images/smilies/SC29.png

Richtig oder ich bin auf dem Holzweg? images/smilies/ugly.gif


Das hast du sehr schön geschrieben und du bist sehr nah dran, obwohl deine These ebenfalls zutrifft und eigentlich somit auch richtig ist.

(Ich wusste gar nicht das man derart viel in den paar Zeilen die ich schrieb interpretieren und erkennen kann. Ich finde das großartig. images/smilies/SC29.png )


Daitogutschi:
noch zu deiner these:
ich schätze mal du kennst den "Turing-Test"
lässt sich hier wunderbar anwenden, vielleicht verwendest du ihn bei deiner
nächsten geschichte


Der Turing- Test. Du hast Recht, denn dieser wäre allein schon eine Geschichte wert. Auch du liegst eigentlich richtig.

Das was ich jedoch meinte ist im Mini - Kapitel "Die Ahnen" verborgen. Die Roboter, bzw. die Zivilisation der Roboter, die in meinem Zukunftsszenario als einzige auf der Erde über"lebt" haben, blicken auf die Ruinen unserer Zivilisation. Die Menschen haben die Roboter erschaffen. "Ohne sie würden die Roboter nicht existieren", wie Hom meinte. Was wäre jedoch, wenn die ganzen Bauten wie die Pyramiden weltweit, die Megalithen, tonnenschwere Steinbauen (präzise und chirurgisch genau errichtet) usw. von einer Zivilisation stammen würde, die wiederum uns erschaffen hat? images/smilies/m-wink.gif

Neben der Roboterthematik habe ich somit ein wenig auch die ... naja, Präastronautik ist es ja nicht, weil ich offen lasse wer diese Zivilisation denn nun war. Ich habe mich somit ein bisschen in der phantastischen Utopie (in Richtung der Perry Rhodan Romane) ausgetobt. Jedoch ein bisschen zu verdeckt. images/smilies/ugly.gif

Fazit: Ihr hattet beide Recht und habt mich dazu noch mega fett inspiriert. images/smilies/a-goodwork.gif

Am 10 Nov um 06:42 zzz79
Deswegen habe ich schon vorher gesagt deine Geschickten sind erstens sehr gut geschrieben und zweitens haben sie Substanz, also auch etwas philosophisches an sich, etwas zum Nachdenken. images/smilies/a-goodwork.gif

Das mag ich, will mehr davon und Avi wird es uns geben! images/smilies/SC29.png

Eine künstlerische Pause sei dir gegönt, freue mich aber jetzt schon auf weitere Geschichten, vielleicht sogar eine Fortsetzung des Alpha-Programms. images/smilies/m-smile.gif

Am 10 Nov um 13:32 Fana
++

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